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Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft!

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Peter S. aus München fragt: „Hallo Herr Schnurer, hallo Herr Münch. Warum kann man Sender, die auf der Webseite von Kabel Deutschland unter „frei empfangbare, digitale Sender“ aufgelistet sind, zum Teil nur sehen, wenn man monatlich zusätzlich 2,90 € bezahlt. Wofür steht das Wort „frei“? Vielen Dank und Grüße aus München“

Kabel Deutschland dehnt dehnt den Begriff der "freien digitalen Sender" - wie übrigends die meisten Kabelnetzbetreiber - extrem aus. Die krude Logik dahinter: Für die Sender selbst muss man nichts zahlen, deshalb sind sie „frei". Die von Ihnen angesprochene Verschlüsselung verkauft man dann als „Grundverschlüsselung", mit der angeblich auf Druck der Sender Kopien verhindert werden sollen. Auf solche hat der Verbraucher auch nach herrschendem juristischen Verständnis kein Recht. Und die 2,90 Euro gehen offiziell nicht an die Privatsender, sondern sind eine „Infrastrukturgebühr", mit der Kabel Deutschland ihr Kabelnetz finanziert.

Auch wegen der Verwendung des Begriffs „Vollprogramm" in der Werbung kann man Kabel Deutschland nicht festnageln: Das bezeichnet lediglich Sender, die laut 2. Rundfunkstaatsvertrag „ein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Informationen, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden", hat also nichts mit Verschlüsselung oder freier Empfangbarkeit zu tun.

Das Konzept hat mittlerweile Satellitenbetreiber Astra für sein HDTV‑Programmpaket HD+ (mit RTL HD & Co.) kopiert, spricht dort von "verschlüsseltem Free‑TV" und verlangt 50 Euro Infrastrukturgebühr pro Jahr. Dass es auch anders geht, beweist Kabel BW, wo ProSieben, RTL & Co schon immer unverschlüsselt übertragen werden. Kabel Deutschland speisen hingegen lediglich die öffentlich‑rechtlichen Programme (inklusive der HD‑Fassungen) unverschlüsselt ein. Aber Kabel Deutschland hat offenbar sowieso wenig Scheu, Darstellungen zu wählen, die die Kunden in die Irre führen: Eine Werbung für das neue CI‑Plus‑CAM wurde erst nach unsere Meldung auf heise online geändert. (Uli Geiger) / (gs)

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