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Schwupps – da war er weg. - Wie ein Telefonanschluss einfach mal verschwinden kann

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Gekappte Verbindungen

Wenn das Telefon klingelt, freut sich Helmut H. Denn jeder Anruf könnte ein neuer Auftrag für ihn sein. Er kümmert sich um alles rund um Haus und Garten. Das Geschäft floriert. Auch im Internet bietet er seine Hilfe an. Helmut H. ist Hausverwalter und er ist rundum zufrieden.

Bis zum 1. März dieses Jahres. An diesem Tag sperrt ihm die Telekom den Telefonanschluss. Am 2. März schaltet sie den Internetzugang ab und am 3. März ist der Email-Account dran. Fein säuberlich kappt die Telekom sämtliche Kommunikationswege der kleinen Firma. Helmut H. sieht seine Existenz gefährdet, weil er nun für seine Kunden nicht mehr erreichbar ist. Wie kann es zu so einer Katastrophe kommen?

Neuer Vertrag gefällig?

Ein einfacher Anruf löst das Chaos aus. Vor neun Monaten will ein Telefonwerber Helmut H. einen neuen Vertrag aufschwätzen. Aber Helmut H. lehnt ab - und vergisst den Anruf. Er ist zufriedener Telekom-Kunde - also gibt es keinen Grund für einen Wechsel. Helmut glaubt, damit sei alles erledigt. Ist es aber nicht. Denn neun Monate später, am ersten März, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Mitten in einem Kundengespräch macht die Telekom ernst. Die Leitung ist tot, der Auftrag gefährdet. Helmut H. kann es nicht fassen.

Hilfe? Warum denn?

Mit seinem Handy ruft er die Telekom-Hotline an und fragt, was denn los sei. Was los sei? Diese Frage versteht der Telekom-Mitarbeiter nicht. H. sei doch gar kein Kunde der Deutschen Telekom mehr.

Helmut H. empört sich: "Die Hotline von Telekom hat mir erzählt, dass ich jetzt ein Kunde von Kabel Deutschland wäre. Die haben einen Portierungsauftrag gestellt, was mich sehr verblüfft hat, da ich nie sowas veranlasst habe, nichts unterschrieben habe und nichts zugesagt habe.“

Was nun? Erbost ruft Helmut H. die Hotline von Kabel Deutschland an. Aber dort prallt sein Zorn ebenfalls ab. Er sei gar kein Kunde von Kabel Deutschland. Und von einem Portierungsauftrag wisse man auch nichts.

Inzwischen schreiben wir den 2. März. Sie erinnern sich? Heute wird der Internetzugang abgeschaltet.

Helmut H. ist völlig wehrlos. Jetzt wird es richtig eng für ihn. Er ist weder telefonisch, noch im Internet erreichbar. Keine E-Mails mehr, seine Kunden können ihn nicht mehr erreichen. Keine Aufträge – kein Geld.

Hilflos

Und jetzt? Es geht hin und her. Über zwei Wochen lang kämpft Helmut H. um Aufklärung - und um seinen Telefonanschluss. Aber auch seine unverschuldete Notlage vermag weder die Telekom noch Kabel Deutschland in Bewegung zu versetzen. Also mischen wir uns ein. Wir wollen von den beiden Unternehmen wissen, wie man dem gebeutelten Kunden helfen könne. Kabel Deutschland schreibt uns: "Bei Kabel Deutschland gibt es keinen Vertrag mit Herrn H. und auch keinen Portierungsauftrag für die Rufnummer.“

Und die Telekom? Dort hat man nochmal genau nachgeschaut. Telekom Pressesprecher Ralf Sauerzapf nimmt sich der Sache an und er wird fündig.

"Ein Beratungsgespräch mit Kabel Deutschland hat wohl stattgefunden und man hat versucht, Herrn H. als Kunden zu gewinnen. Das hat nicht funktioniert. Dennoch ist ein Portierungsantrag bei uns ins System eingestellt worden. Und dieser ist dann wieder gelöscht worden. Aber diese Löschung ist nicht vollständig durchgelaufen in dem System. Das hat in der Folge dazu geführt, dass der Anschluss abgeschaltet wurde und Herr H. nicht telefonieren konnte. Das haben wir jetzt alles wieder repariert, haben ihm die entstandenen Kosten erstattet und können an der Stelle nur um Entschuldigung bitten.“

Ende gut…

Inzwischen klingelt es wieder bei Hartmut H.. Die neue Leitung hat ein ganz anderer Telefonanbieter für ihn eingerichtet. Und zwar innerhalb eines Tages. Das hat Helmut H. beeindruckt. Übrigens sind ihm seine Kunden dann doch treu geblieben. Weil Helmut H. immer ein offenes Ohr für ihre Probleme hat.

Was tun?

Generell gilt: Im Falle eines ungewollten Werbeanrufes: Einfach auflegen. Das mag unhöflich sein, zeigt aber klar, dass Sie keinerlei Interesse an einem neuen Angebot haben. Trotzdem sollten Sie in den Tagen nach einem derartigen Anruf genau Ihre Post und Ihre Emails kontrollieren. Auch Anschreiben, die auf den ersten Blick wie Werbung aussehen, können es in sich haben. Sollten Sie Kenntnis von einer ungewollten Portierung erhalten: Wehren Sie sich in der richtigen Form: Sachlich und vor allem schriftlich per Einschreiben oder per Fax mit qualifiziertem Sendebericht . (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Vorsicht, Kunde! diskutieren.

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