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Top oder Flop? - Schnurer’s Einkaufstour (3Sat)

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Fahrrad-GPS

Holux’ aktueller GPS-Fahrradtacho und -Logger mit dem Namen GPSport kostet 110 Euro.

Akku laden, die mitgelieferte Halterung am Fahrrad befestigen und schon kann's losgehen. Am Gehäuse befinden sich insgesamt sechs mit Gummi gegen Regen abgedichtete Knöpfe (IP-X6, Schutz gegen Strahlwasser unter hohem Druck), über die man alle Einstellungen vornimmt.

Während der Fahrt informiert der Tacho über die derzeitige Geschwindigkeit, die bisher zurückgelegte Strecke, die Zeit, die man unterwegs ist und allerlei mehr. Es kann auch nach einer bestimmten Zeit, einer bestimmten Strecke oder bei einem bestimmten Tempo einen visuellen Alarm auslösen. Durch die GPS-Anbindung ist die Genauigkeit der ausgegebenen Daten höher als die von normalen Fahrradtachos – die ja von Reifentyp und -druck abhängig sind. Die Anzeige auf dem Tacho folgt der wahren Geschwindigkeit ohne merkbare Verzögerung – was bei Kfz-Navis nicht immer gegeben ist.

Wer gefahrene oder gelaufene Strecken dokumentieren will, kann auf die Logger-Funktion zurückgreifen. Mit der zum Lieferumfang gehörenden Auswertungssoftware ist ein Zugang zu Google Earth, flickr oder locr ohne weiteres möglich, um die gefahrenen Strecken mit anderen in der Community zu teilen. Die Betriebsdauer mit einer Akkuladung liegt oberhalb 20 Stunden, nachgeladen wird über einen USB-Anschluss.

Es wird keine gedruckte Bedienungsanleitung mitgeliefert, die einzige Hilfe ist eine im PC-Programm enthaltene PDF-Datei, die sich jedoch nur auf das Auswertungsprogramm bezieht. Eine komplette Anleitung gibt es als Download auf der Herstellerseite. Insgesamt ein nicht gerade billiger, aber pfiffiger Fahrradtacho mit nützlichen Extras.

Luxus-Netbook

Man nehme eine möglichst kleine Tastatur und hängt ein genauso kleines Display dran – fertig ist das Sony VGN-P. Dank Netbook-Technik kostet es weniger als herkömmliche Subnotebooks, aber mit 1.000 Euro bricht es aus dem Netbook-Preisrahmen trotzdem deutlich aus.

Zwei Jahre ist es her, dass Intel Prototypen von mobilen Internet-Devices gezeigt hatte, den MIDs. Sie sollten den Internetzugang überall ermöglichen, aber auf aktueller x86-Technik aufbauen. Aus der Idee sind bisher nur wenige konkrete Produkte hervorgegangen, von denen eines Sonys VGN-UX1 war, doch es hatte eine unpraktische, Handy-ähnliche Knöpfchentastatur.

Das VGN-P hat Sony nun um die Tastatur herum entworfen und dazu die kleinstmögliche gewählt. Die Tasten liegen in einem 16,5 mm breiten und 16 mm hohen Raster, was für zügiges Schreiben eigentlich zu klein ist. Doch Sony nutzt eine neuartige, auch bei Asus und Apple zu sehende Bauweise, bei der die (13,5 mm×13 mm großen) Tasten in drei Millimeter Abstand aus dem Gehäuse ragen. Das vermindert Vertipper, denn man trifft nicht gleich die benachbarte Taste, sondern hat Platz. Zehnfingerschreiber müssen die Finger also nur dichter zusammenhalten, brauchen aber nicht präziser zu tippen. Tatsächlich schreibt sich nach kurzer Eingewöhnung erstaunlich schnell und bald mit nahezu gewohnter Geschwindigkeit – Netbooks mit aneinanderliegenden Tasten benötigen dafür einen Millimeter größere Tasten, sodass die guten Tastaturen schon breiter sind als das ganze VGN-P.

Damit das Gehäuse nicht tiefer als die Tastatur wird, entfällt das Touchpad. In der Tastatur sitzt stattdessen ein Trackpoint, der tief genug eingelassen ist, um beim Tippen nicht zu stören. Er lässt sich exakt bedienen und gut konfigurieren. Ein kurzes Antippen mit dem Zeigefinger erzeugt einen Mausklick, was auch im hektischen Betrieb präzise funktionierte. Die Empfindlichkeit ist allerdings nur über einen kleinen Bereich regelbar, sodass man das "Press-to-Select" genannte Feature vielleicht lieber ausstellt und Mausklicks mit den gut erreichbaren Tasten an der Gerätevorderseite erzeugt. Die dritte Taste dazwischen aktiviert einen Scrollmodus. Weil die Tastatur nur 1,5 cm über der Tischplatte liegt, vermisst man eine Handballenablage nur selten.

Überfein

Das Tastaturformat im Seitenverhältnis von 2,6:1 hat Sony dann doch nicht fürs Display übernommen, sondern ein etwas schmaleres eingebaut. Mit 1600 × 768 Punkten zeigt es dennoch das bisher breiteste Format von 2,08:1. Bei der Diagonale von acht Zoll entspricht das 225 dpi, der bislang höchsten Punktdichte in Notebook-Displays; üblich sind 100 bis 130 dpi, das bisherige Maximum von 170 dpi gilt schon als kaum lesbar. Tatsächlich müssen Anwender ohne übernatürliche Sehkraft das VGN-P dicht vors Gesicht halten oder die Darstellung aller Programme vergrößern, beispielsweise durch größere Schriftarten oder die Zoom-Funktion der Browser. Das Erhöhen der dpi-Einstellung von Windows hilft ebenfalls, führt aber in vielen Programmen zu abgeschnittenen Texten und anderen Darstellungsfehlern. Immerhin kann man die ClearType-Schriftglättung getrost ausschalten und Fotos in nie gesehener Schärfe bewundern. Nach längerem Herumkonfigurieren erweist sich die hohe Auflösung als akzeptabel und flexibler als die bestenfalls 1024 × 500 Punkte, die bei etwa 150 dpi aufs Display passen würden.

Weniger schön: Der Blickwinkelbereich ist ungewöhnlich eng und die Hintergrundbeleuchtung lässt sich nur in groben Schritten justieren. Die maximale Helligkeit geht in Ordnung, dürfte aber im Hinblick auf den avisierten Einsatz in sonnigen Lifestyle-Cafés ruhig deutlicher über 200 cd/m2 liegen. Auf der Oberfläche entstehen trotz leichter Entspiegelung Reflexionen, und leider auch auf dem Plastikrahmen.

Drin sitzt Menlow, die Stromsparversion von Intels Atom-Plattform: Der Prozessor erreicht 1,33 GHz, was nach mehr klingt als es ist, denn bei gleichem Takt arbeiten die Core-2-Prozessoren bis zu viermal so schnell. Der Grafikkern im Chipsatz wirkt schon mit der Nicht-Aero-Oberfläche von Vista leicht überfordert, an 3D-Spiele ist nicht zu denken. Die Festplatte überträgt Daten nur zögerlich. Immerhin reißen die 2 GByte Hauptspeicher es wieder etwas raus. Die langsame Hardware spürt man bei fast jeder Gelegenheit, wobei genügsame Anwendungen wie Texteditor oder E-Mail-Client mit noch erträglicher Geschwindigkeit arbeiten. Schon das Surfen auf freizügig beflashten Seiten erfordert aber eine gewisse Geduld. Die Vorinstallation mit Virenwächter, ständig aufploppendem WLAN-Ortungstool und umfangreichem Multimediaserver frisst zusätzliche Performance.

Obwohl dem VGN-P bei niedriger Last und Zimmerhelligkeit 3,8 Watt reichen (Rekord!), geht ihm nach vier Stunden die Puste aus, weil der Akku nur 16 Wh fasst. Bei voller Helligkeit zieht das Display 1,3 Watt mehr: drei Stunden. Im Test waren WLAN und UMTS ausgeschaltet, sodass die Laufzeit in freier WWW-Bahn niedriger liegen wird. Einen stärkeren Akku führt Sonys deutsche Zubehörliste nicht, laut japanischer existiert ein doppelt starker. Immerhin ist für die paar Watt kein Lüfter notwendig, bei langwierigen Rechenaufgaben erhitzt sich die Geräteunterseite merklich, aber nicht unangenehm.

Außer zwei USB-Buchsen und einem Kopfhörerausgang hat das VGN-P keine Schnittstellen; zum Lieferumfang gehört eine Mini-Dockingstation mit VGA und LAN, die sich ans (übrigens äußerst kleine und leichte) Netzteil anknipsen lässt. Wichtiger: UMTS gehört zur Grundausstattung. Unserem Vorserienmodell lag eine SIM-Karte von T-Mobile bei, aber ein SIM-Lock besteht nicht. Schon das installierte Tool "everywair" kennt die Zugangsdaten zusätzlich von Vodafone, und eine SIM von E-Plus ließ sich mit dem ebenfalls installierten GlobeTrotter Connect nach Eingabe der UMTS-Zugangsdaten problemlos betreiben.

Fazit

Sony hat ein bezauberndes Stückchen Technik gebaut, das eine bisher unerreichte Kombination aus Mobilität und Benutzbarkeit darstellt. Fast alle Kompromisse gehen auf: Ein noch kleineres Gehäuse würde keine für Vielschreiber geeignete Tastatur aufnehmen können. Schnellere Hardware aus Intels Core-2-ULV-Portfolio hätte den Formfaktor und Preisrahmen gesprengt, und mehr Bildschirmfläche passt erst mit zukünftigen Roll- oder Klappdisplays in so ein kleines Gehäuse. Allzu viel Rechenleistung darf man allerdings nicht erwarten, und auch der Plattenplatz ist limitiert, was das Anwendungsgebiet einschränkt.

Wünschenswert wäre allerdings eine stärkere Batterie oder ein alternativer Hochkapazitätsakku, denn für bestenfalls vier Stunden Laufzeit lohnt sich der ganze Aufwand kaum. Gerade weil das VGN-P bei vielen Gelegenheiten dabei sein könnte, dürfte es auch häufiger ran müssen als andere Notebooks.

Das getestete VGN-P11Z will Sony ab Februar für etwa 1.000 Euro in den Gehäusefarben Weiß, Schwarz, Grün und Rot anbieten. Eine besser ausgestattete Version soll später erhältlich sein; in Japan bestückt Sony es optional mit 1,6 oder 1,86 GHz schnellem Prozessor und 64 oder 128 GByte großer SSD.

Olympus µ8000 Tough

Die Olympus µ8000 Tough eignet sich besonders für Outdoor-Aktivisten: Sie ist robust und lässt sich dank der innovativen Touch-Bedienung auch mit behandschuhten Händen bedienen. Allerdings hat der Hersteller längst nicht alle Möglichkeiten des Geräts komplett ausgeschöpft: So wird die LED-Leuchte nur im Makro-Modus genutzt, obwohl sie auch als Autofocus-Hilfslicht gute Dienste leisten könnte. Daneben bleibt die Empfindlichkeit unter Wasser deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die µ8000 bleibt deshalb eine reine Schnappschusskamera – ihre Fotoqualität überzeugt nicht: Sie rauscht zu stark, hat einen zu starken Auflösungsverlust zu den Ecken hin und fokussiert manchmal zu langsam. Als kompakte und robuste Kamera für Segler, Skifahrer und Gelegenheits-Unterwasserfotografen macht sie aber eine recht gute Figur.

Kurzbewertung

  • gut funktionierende innovative Touch-Bedienung; man schlägt auf die Gehäuseseiten und kann wichtige Einstellungen verstellen (gut mit großen Handschuhen)
  • stabiles, edles Metallgehäuse
  • outdoortauglich
  • Weitwinkelbrennweite von 28mm (äquivalent KB)
  • für Outdoor-Modell, klein und handlich
  • winzige Bedientasten, auch ohne Handschuhe keine leichte Einstellungsänderung
  • LED-Lampe leuchtet nur im Makro-Modus und wird nicht als AF-Hilfslicht genutzt
  • zögerlicher Autofokus
  • mit dicken Handschuhen ist zoomen aufgrund der winzigen Zoomtasten schwierig
  • rauscht stark, das stört besonders bei Unterwasseraufnahmen, da die meisten eine hohe Empfindlichkeit erfordern
  • kleines innenliegendes Objektiv mit geringer Lichtstärke von 3,5
  • Auflösung wird zu den Ecken hin schlechter (innenliegende Optik)
  • keine manuellen Einstellmöglichkeiten für Blende, Verschlusszeit (allerdings ist sie ja auch als Schnappschusskamera konzipiert)
(Kolja Hülsenbuch, Jörg Wirtgen, Rebecca Stolze) / (gs)
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Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

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