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Top oder Flop? - Schnurers Einkaufstour (3sat)

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Sofa-Tastatur

Die Tastatur "diNovo Mini" von Logitech ist so groß wie ein Handteller. Abseits normaler PC-Arbeitsplätze – beispielsweise am Multimedia-Rechner im Wohnzimmer – möchte man einerseits auf eine bequeme und intuitive Bedienung nicht verzichten, die Eingabegeräte Maus und Tastatur sollen aber andererseits optisch "abtauchen". Diese einander widersprechenden Anforderungen versuchen Hersteller immer wieder zu vereinen, allerdings waren die Schrumpftastaturen mit integriertem Trackball kein durchschlagender Erfolg. Logitech versucht es nun mit der diNovo Mini.

Das Gerät ist 15 cm mal 9 cm groß und hat mit seinen Rundungen die Form eines Handschmeichlers. Sobald der Deckel aufgeklappt ist, weicht dieser edle Eindruck allerdings der Befürchtung, dass die zwei Teile – nämlich Deckel und Tastatur – gleich auseinanderbrechen. Davon abgesehen sind die Tasten aber gut und sicher zu bedienen. Natürlich kann man nur mit zwei Fingern schreiben; zehn Finger in der Schreibmaschinen-Grundstellung würden auch direkt nebeneinander schon über die gesamte Tastatur hinausragen. Der Clou ist jedoch das runde Touchpad, mit dem man direkt ohne Umgewöhnung den Cursor auf dem Monitor steuern kann. Bei vielen Konkurrenzprodukten war man froh, wenn man wieder zur "richtigen" Maus zurückkehren konnte, nicht jedoch bei der diNovo Mini. Mit einem Umschalter kann vom Touchpad auf eine Kreuzwippe umgeschaltet werden. Ansonsten gibt es zehn Multimediatasten zum direkten Abrufen von Laufwerksfunktionen oder zum Umschalten auf die zweite Tastaturebene – die mitunter aber seltsam belegt ist: Die Esc-Taste in der zweiten Ebene ist jedenfalls gewöhnungsbedürftig. Insgesamt aber ein gelungenes Produkt für die Praxis und nicht zur Repräsentation.

Neue MacBooks

Apples 13-Zoll-MacBook trägt nun das Pro im Namen und bringt wie das renovierte MacBook Pro 15" einen stärkeren Akku und ein farb kräftigeres Display mit. Erstmals gibt es auch ein 15-Zoll-Modell ohne separaten Grafikchip.

Von außen hat sich an den MacBooks Pro 13" und 15" gegenüber den Vorgängern wenig geändert: An den Unterseiten fehlen jetzt die Akku-Fächer, da die Batterien nun fest eingebaut sind. Die Lithium-Polymer-Akkus (vorher Lithium-Ionen) haben eine um 29 und 46 Prozent höhere Kapazität. Sie sollen 1000 Ladezyklen durchhalten, während herkömmliche Akkus laut Apple nur 300 überstehen. Die kalkulierte Haltbarkeit von fünf Jahren garantieren will Apple jedoch nicht. Defekte Akkus kann man in der Apple-Werkstatt für je 139 Euro tauschen lassen.

Bei 100 cd/m² und mit leichter Belastung erreichten alle getesteten Pro-MacBooks eine Laufzeit von deutlich über acht Stunden. Bei voller Helligkeit waren es noch an die sieben Stunden, bei der DVD-Wiedergabe reichte es fast für drei Standardfilme.

Die oft kritisierten Displays der Vorgänger hat Apple durch Displays mit weiterem Farbraum und größerem Blickwinkelbereich ersetzt, aber die Oberflächen spiegeln immer noch. Die neuen Wide-Gamut-Panels reagieren genauso empfindlich auf einstrahlendes Sonnenlicht wie vorher, zeigen aber in der Tat deutlich kräftigere und weniger winkelabhängige Farben. Die Helligkeit ist gut, der Kontrast mit Werten um 1000:1 hervorragend. Sie decken den sRGB-Farbraum komplett ab, wenngleich sie nicht an Spitzendisplays mit RGB-Backlight herankommen.

Die 13-Zöller bringen nun einen FireWire-800-Port mit und verkraften auch 8 GByte RAM. Zudem haben sie und die 15-Zoll-Modelle nun schnelle SD-Card-Steckplätze. Mit ihnen kann der Anwender Karten der Typen SDHC, SD und MMC, mit Adapter auch als Mini- und Micro-Version, nicht aber exFAT-formatierte Medien nutzen. Im Format HFS+ sind die Karten auch bootfähig. Die Ton-Eingangsbuchse hat Apple beim 13-Zöller aus Platzmangel weggelassen, dafür lässt sich der Ausgang für Kopfhörer/optisches Digital-Audio auch per Software-Einstellung zum analogen Eingang umfunktionieren.

Bei den Benchmarks gingen die MacBooks flott zu Werke, die Nvidia-Chipsatz-Grafik 9400M erlaubt auch das Spielen älterer 3D-Games wie Doom 3 mit knapp 50 fps. Der dedizierte Grafikchip GeForce 9600M GT im Top-Modell lieferte mit 114 fps deutlich mehr. Die Hitachi-Festplatten in den 15-Zöllern erzielten sehr gute Transferraten von über 70 MByte/s, optional gibt es (vermutlich noch schnellere) Solid-State-Disks im Apple Store zur Auswahl. Die von Apple von 3,0 auf 1,5 GBit/s Durchsatz verschlechtere SATA-Schnittstelle dürfte auch für sie noch ausreichen.

Unter Windows Vista SP2 funktionierten die MacBooks weitgehend problemlos, allerdings lassen sich der Grafikchip 9600M GT und die Tastaturbeleuchtung nicht abschalten. Außerdem könnte Apple die Treiber für Sound und die Multitouch-Trackpads noch optimieren und auf weitere Mehrfingergesten erweitern. Die Lüfter drehten während der Benchmarks unter beiden Betriebssystemen nicht auf und blieben fast unhörbar (unter der Messgrenze von 0,1 Sone). Selbst beim DVD-Schauen erreichten die Geräusche nur flüsterleise 0,2 bis 0,3 Sone.

Um den Arbeitsspeicher und die Festplatte zu ersetzen, muss man zehn Mini-Schrauben an der Unterseite lösen. Die Erweiterung des Speichers sollten kostenbewusste Anwender selbst vornehmen, da die Module bei Apple im Austausch deutlich mehr kosten als die zusätzlichen Komponenten im freien Handel.

Fazit

Die MacBooks haben sich deutlich verbessert und kosten meist weniger als ihre Vorgänger. Mit dem leichten und verwindungssteifen Unibody aus einem Alu-Block und dem ergiebigen Akku verkörpern sie eine ziemlich ideale Kombination von Laufzeit, Leistung, Laufruhe und Design [--9 allein das Gewicht könnte etwas niedriger sein. Trotz der Preissenkungen lassen sich freilich im Windows-Lager mühelos Konkurrenten finden, die vielleicht nicht ganz so gut ausgestattet, aber deutlich billiger sind. Die Displays sind nun erheblich besser, aber spiegeln immer noch zu sehr für einen Einsatz am Tageslicht.

Mac-Kollegen

Kurz vor den Alu-MacBooks hatte Apple ein überarbeitetes weißes MacBook angekündigt. Das MacBook Air ist um 300/600 Euro billiger geworden und hat einen Ethernet-Adapter dabei. Das MacBook Pro 17" kostet jetzt 200 Euro weniger und bringt eine 2,8-GHz-CPU mit. Es ist das einzige Apple-Notebook, das wenigstens optional mit einem nicht spiegelnden Display verkauft wird und das noch einen ExpressCard-Slot hat.

Gemischtes Doppel: AverTV TwinStar

Zwar wirkt der AverTV TwinStar etwas klobiger als andere DVB-T-Sticks, doch dafür verbergen sich in seinem Inneren gleich zwei Empfangseinheiten samt einer kleinen Antenne. Unter Idealbedingungen konnten wir damit alle erwarteten Kanäle empfangen. Ist die Ausgangslage weniger optimal, leistet die mitgelieferte Dipolantenne samt Bildschirmklemme und Saugnapf gute Dienste. In Verbindung mit selbiger agieren die beiden Tuner wahlweise autark im Dual-Tuner-Betrieb oder vereinen ihre Kräfte, um das Beste aus dem Signal eines Senders herauszuholen – der sogenannte Diversity-Modus. Im stationären Betrieb konnten wir hierdurch jedoch keine nennenswerte Verbesserung feststellen.

Das herstellereigene AVer MediaCenter für Windows läuft selbst auf leistungsschwachen Netbooks flüssig. Sämtliche TV-Kernfunktionen wie Timeshift, Videotext und EPG samt Aufzeichnungsplanung funktionieren zuverlässig, lassen jedoch Liebe zum Detail vermissen. Die Fernbedienung liegt zwar gut in der Hand, steuert jedoch nur einen Bruchteil der MediaCenter-Funktionen. Ein Druck auf die EPG-Taste öffnet beispielsweise die Programmvorschau – schließen lässt sich diese nur direkt am PC.

Dank Bild-in-Bild-Funktion hat man zwei Kanäle aus verschiedenen Bouquets oder bis zu drei Kanäle des gleichen Bouquets parallel im Blick. Auf Wunsch konvertiert die Software den empfangenen DVB-Strom on-the-fly ins iPod-freundliche H.264-Format (320 × 240 Pixel). Dem Windows Media Center bietet der Stick seine beiden Tuner separat an, wodurch zwei parallele Aufzeichnungen möglich sind; der Diversity-Modus funktioniert hier nicht. (Johannes Schuster, Peter Röbke-Doerr, Ronald Eikenberg) / (gs)

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