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Urlaub per Mausklick - Wie man günstige Angebote findet und sich vor bösen Überraschungen schützen kann

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Wir haben die Stichprobe gemacht und uns drei Pauschalreisen für 2 Erwachsene und 1 Kind herausgesucht. Die Ziele: Türkei, Mallorca und Ägypten. Wo müssen wir für unsere Reise am wenigsten bezahlen, im Reisebüro oder im Internet? Das Ergebnis: Es kommt darauf an! Einmal war das Reisebüro günstiger, einmal das Internet und einmal hätten wir für die gleiche Reise exakt den gleichen Preis gezahlt.

Tipp: Von Reise zu Reise sollten Sie die Preise von Reisebüro und Internetportal vergleichen. Außerdem sucht nicht jede Suchmaschine überall, daher ziehen Sie besser verschiedene Reise-Portale zu Rate!

Was ist ein Reise-Portal?

Reise-Portale sind gewissermaßen die virtuellen Reisebüros. Je nachdem, was Sie dort suchen holt sich das Portal bei Fluggesellschaften, Hotel, Reiseveranstaltern oder auch anderen Portalen die dort verfügbaren Angebote zusammen. Dafür zahlen die eigentlichen Anbieter der Dienstleistung dem Reise-Portal bei einer Buchung dann eine Vermittlerprovision.

Aber woran erkennen Sie, dass ein Portal seriös ist? Sicherheit gib es bekanntlich nie, aber achten Sie zum Beispiel auf folgendes: Telefonische Erreichbarkeit, übliche Zahlungsmodalitäten. Auch eine kleine Internetrecherche mit den Stichworten „Erfahrungen mit Reiseportal xyz.de“ kann bei der Beurteilung der Seriösität eines Reise-Portals helfen.

Tipp: Bei Pauschalreisen muss Ihnen sofort nach der Zahlung ein Reisesicherungsschein zugeschickt werden. Nur so haben Sie ein Dokument in der Hand, das Ihnen Sicherheit bietet, etwa wenn der Veranstalter der Reise Pleite geht.

Hoch hinaus: Flugbuchung

Flüge können Sie zum Beispiel auf Reise-Portalen oder direkt bei der Fluggesellschaft online buchen. Hier sollten Sie unbedingt vergleichen. Bei den großen Airlines können Sie zwar Glück haben und einen Sonderpreis erhaschen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Schnäppchen bei den Portalen zu stoßen größer. Sie können häufig günstigere Flüge anbieten, weil sie den Fluggesellschaften größere Kontingente abkaufen.

Tipp: Bevor Sie im Netz einen günstigen Flug buchen, sollten Sie genau hinschauen. Oft ist zwar der Preis unschlagbar günstig, doch mitunter wird der Flug selbst zur Tortour, etwa weil die Reise über viele Zwischenstationen geht, oder weil die Anschlussflüge erst nach langem Aufenthalt auf den Umstiegsflughäfen starten. So kann dann ein Flug schon mal einen guten Tag statt nur wenige Stunden dauern.

Ähnliches kann Ihnen bei der Flughafenwahl passieren: Wer etwa Frankfurt-Hahn bucht, muss wissen, dass der Flughafen über 102 km entfernt im Hunsrück liegt. Düsseldorf Weeze ist auch nicht in der Nähe von Düsseldorf, sondern man landet knapp 75 km entfernt, kurz vor der niederländischen Grenze.

Aufgepasst bei Billigfliegern!

Vermeintliche Superschnäppchen bieten so genannte Billigairlines wie Ryanair, Easyjet oder Germanwings an. Hier heißt es jedoch: Augen auf – schnell kann aus dem Sparflug ein Draufleger werden.

Ein Beispiel: Für einen Ryanair-Flug für Vater, Mutterund Kind von Frankfurt/Hahn nach Mallorca hätten wir gezahlt (Stand: 28.05.2010):

Hin/Rückflug: 179,94 Euro
Online Check-In: 30,00 Euro
Steuern/Gebühren: 122,04 Euro
3 Gepäckstücke: 120,00 Euro
Kreditkartenzahlung: 30,00 Euro
Gesamtpreis: 481,98 Euro

Somit hat sich der Startpreis mehr als verdoppelt!

Zwar sind die Tickets bei den Billigairlines oftmals recht günstig und es kann sich unter Umständen lohnen dort zu buchen. Allerdings kommen schnell Zusatzkosten hinzu, die bei anderen Fluggesellschaften ein selbstverständlicher Service sind. Verbraucherschützer haben deshalb auf die Machenschaften der Billigflieger einen kritischen Blick. Im Mai 2010 wurde Ryanair vom Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Az.: Xa ZR 68/09) dazu verpflichtet, Zahlungsmethoden anzubieten, die keine Zusatzkosten verursachen. Zum Zeitpunkt unserer Testbuchung hatte Ryanair den Beschluss noch nicht in die Tat umgesetzt.

Ab ins (Alb)traum-Hotel!

Zwar wird bei der Onlinebuchung eines Hotelzimmers nicht unbedingt am Preis getrickst, dafür kann es dann vor Ort zur derben Enttäuschung kommen: Baulärm, dreckige Pools, Kakerlaken unterm Bett. Damit Sie hier nicht das Nachsehen haben, sollten Sie im Falle eines Falles sofort vor Ort handeln und umgehend auf Nachbesserung pochen. Bietet das Hotel keine Nachbesserung und ist der aufenthalt noch nicht bezahlt, ziehen Sie in ein anderes Hotel!

Bei Pauschalreisen hat man andere Möglichkeiten: Mängel zunächst der Reiseleitung vor Ort mitteilen und eine kurze Frist zur Beseitigung setzen. Ändert sich nichts, können Sie bei Ihrer Rückkehr Ansprüche geltend machen. Dafür sollten Sie am Urlaubsort Beweise sammeln (Fotos, Videos) und sich die Mängel von Zeugen und der Reiseleitung bestätigen lassen. Allerdings müssen Sie darauf achten, Ihre Ansprüche innerhalb eines Monats nach Reiseende gegenüber dem Veranstalter geltend zu machen oder beim Reisebüro zu reklamieren. Dieses sollte schriftlich per Einschreiben mit Rückschein erfolgen.

Bewertung anderer

Warum nicht einfach auf einem Bewertungsportal nachlesen, da kann ich doch genau sehen, wie die Hotels bewertet werden. Schön wär`s. Bei manchen Portalen kann jeder Bewertungen abgeben. Auch der Hotelbesitzer selbst. Es ist zwar selbst für erfahrene Mitarbeiter der Bewertungsportale nicht immer ganz leicht ist, echte und seriöse von gefälschten Bewertungen zu unterscheiden. Doch es gibt Anhaltspunkte, die auf unseriöse Berichte schließen lassen: Hört sich der Text wie ein Loblied aus dem Katalog an? Gibt es nur hundertprozent Positives über das Hotel zu berichten - so etwas kommt selten vor. Die meisten Reisenden preisen ihr Hotel nicht in den höchsten Tönen, irgend eine kleine Einschränkung gibt es in der Regel doch. Wird das Hotel in einer Bewertung aus in alllen Punkten furchtbar beschrieben – dann war hier vielleicht ein Hotel-Konkurrent am Werke.

Allerdings: Wenn bestimmte Hotels eine hohe Anzahl von Bewertungen haben und davon der überwiegende Teil positiv ist, dann ist das zumindest ein Indiz, dass das Hotel so schlecht nicht sein kann. Außerdem ist es ratsam, noch in anderen Bewertungsportalen nach den Meinungen von Hotelgäste zu forschen.

Fazit

Ob es sich wirklich lohnt, im Internet zu buchen, sollten Sie von Fall zu Fall entscheiden und auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. Im Reisebüro haben Sie einen direkten Ansprechpartner, den Sie alles fragen können. Auch wenn es nach Reiseende zu Problemen gekommen ist, haben Sie einen greifbaren ansprechpartner. Außerdem müssen Sie nicht selbst die ganze Recherche durchführen.

Bei der Onlinebuchung werden Sie Ihr eigener Reiseplaner, zu jeder Tag und Nachtzeit. Achten Sie darauf, dass Sie einen guten Eindruck von dem Reiseportal haben, bei dem Sie ihr Geld ausgeben wollen. Nach der Zahlung sollte Ihnen umgehend der Reisesicherungsschein zukommen, damit Sie im Ernstfall Ihr Geld zurück bekommen.

Auch bei Flugbuchungen heißt es: Augen auf! Welche genauen Leistungen bekomme ich für den Ticketpreis überhaupt? Fallen etwa Zusatzkosten für Gepäck, Steuern und Kreditkartenzahlung an oder kann ich nur online einchecken? Hier lauern gerade bei den Billig-Fluggesellschaften ungeahnte Kosten.

Wenn es am Urlaubsort ganz anders ist, als erwartet ,heißt die Devise: Mund auf machen! Sie müssen aktiv um Nachbesserung bitten. Sollte das nichts helfen, sollten Sie eine sorgfältige Dokumentation vornehmen und sich auch von Zeugen und der Reiseleitung die Missstände bestätigen lassen. Wieder zu Hause beginnt eine Frist von einem Monat binnen der Sie Ansprüche geltend machen müssen. (Celia Baumgart) / (gs)

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