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Vorsicht Kunde! - Der gefälschte Vertrag

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"Im Auftrag K."

Es ist schwer nachzuvollziehen, was den Vertreter dazu bewogen hat, dem Rentner den gefälschten Vertrag in die Hand zu geben. Damit hatte Herr M. nun den endgültigen Beweis, dass seine Unterschrift gefälscht ist. Fast nebensächlich mutet dabei an, dass die Kontonummer mit der Ziffernfolge 12345678 unrealistisch erscheint. All das hielt die Firma STAR-DSL nicht davon ab, dem Kunden zuerst eine Rechnung und dann nachfolgend eine Mahnung über 463,89 Euro zu schicken.

Nachgefragt

Natürlich ist keine Firma gegen unseriöse Mitarbeiter gefeit, in diesem Fall aber scheint es trotz der Einwendungen des Kunden keinerlei Plausibilitätsprüfungen gegeben zu haben. Wir fragen nach und erhalten von Pressesprecher Philip Behnke folgende Stellungnahme: "... da wir davon ausgegangen sind, dass es sich bei mit "i.A." unterschriebenen Verträgen um Geschäftskunden handelt und der Unterzeichner im Moment des Vertragsschlusses die Kontonummer nicht unbedingt kennt, haben wir in solchen Fällen bisher keine Plausibilitätsprüfung durchgeführt. ...Wir werden wir System jetzt dahingehend optimieren."

Und was sagt der MediaMarkt dazu? Der Filialleiter reagiert auf unsere Nachfrage bestürzt, stellt den Vertreter zur Rede und will ihm sofort kündigen. Das kann er aber nicht, denn der Vertreter steht gar nicht auf seiner Gehaltsliste, sondern wird von einer Agentur beschäftigt. Eva Simmelbauer aus der MediaMarkt Pressestelle schreibt uns: "Für die Tarifberatung war ein externer Promotor zuständig, der kein Angestellter unseres Unternehmens ist, sondern über ein Drittunternehmen bei Media Markt Dienstleistungsverträge vermittelt bzw. verkauft... Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die Herrn Mall entstanden sind, und sind darum bemüht, den geschilderten Sachverhalt so schnell wie möglich zu klären. Wir möchten an dieser Stelle jedoch ausdrücklich betonen, dass Vorfälle dieser Art von Media Markt in keiner Weise geduldet werden. Darüber hinaus haben wir uns nachdrücklich dafür eingesetzt, dass die bei Herrn Mall seitens StarDSL unberechtigter Weise erhobenen Zahlungsforderungen sofort eingestellt wurden."

Natürlich wollen wir auch wissen, wer sich hinter dem genannten Drittunternehmen verbirgt, denn an dieser Stelle konnten alle Beteiligten den Schuldigen ausmachen. Aber hier herrscht eisiges Schweigen, den Namen der Firma will man uns auch nach konkreter Nachfrage nicht nennen: "Wir bitten um Verständnis..."

Unkontrolliert

Welche Konsequenzen sollte man als Kunde daraus ziehen? Dieser Fall zeigt, dass die Kontrollmechanismen weder bei STAR-DSL noch beim MediaMarkt funktioniert haben. Erst durch unser Einschreiten wird der unseriöse Vertreter aus dem Spiel genommen. Was wäre also passiert, wenn wir uns nicht eingeschaltet hätten? Wie viele MediaMarkt-Besucher hätten auch mit gefälschten Verträgen rechnen müssen? Für interessierte Kunden kann das nur bedeuten, dieser Art von Vertragsanbahnung aus dem Weg zu gehen – so lange, bis die Anbieter eine seriöse Abwicklung garantieren können.

Ende gut, alles gut?

STAR-DSL hat seine Forderungen gegen Herrn M. wie versprochen fallen gelassen. Und der gibt dem Unternehmen nun noch eine Chance. Denn das Angebot, so sagt er uns zum Abschied, passt genau für seine Bedürfnisse. (gs)

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