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World Wide Wohnzimmer - Fernseher mit Internetanschluss im Vergleichstest

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Nach diversen Fehlschlägen wagen nun vier TV-Hersteller – Panasonic, Philips, Samsung und Sony – einen neuen Vorstoß, das Internet wohnzimmertauglich zu integrieren. Andere wie LG und Toshiba stehen noch in den Startlöchern.

Wir haben uns die Newcommer mit Internetzugang näher angesehen. Die kompletten Testergebnisse finden Sie in der Printausgabe 19/09 des c't magazins im Artikel "Web für die Couch, Flachbildfernseher mit Internetzugang" von Peter Nonhoff-Arps und Stefan Porteck ab Seite 118. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 14. September 2009 auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. Hier die Beschreibung der vier in der Sendung vorgestellten Geräte.

Panasonic TX-L37V10E

Der TX-L37V10E von Panasonic bietet als Besonderheit einen HD-fähigen Satelliten-Receiver. Damit lässt sich der Fernseher in nahezu jeder Umgebung ohne externe Settop-Box betreiben. Vorteil: Man spart sich eine Fernbedienung und hat eine einheitliche Menüführung für alle Funktionen.

Das On-Screen-Menü ist vergleichsweise knapp gehalten, es gibt nur drei Grundmenüs und auch diese sind recht übersichtlich. Einstellungen wie Gamma, Lichtsensor oder getrennte Farbpegel hat Panasonic nicht vorgesehen. Die 100-Hz-Funktion des Fernsehers berechnet nur bei 24p-Signalen vom Blu-ray-Player Zwischenbilder, um Kameraschwenks flüssig wiederzugeben.

Bei Zuspielung von HD-Signalen mit 50 oder 60 Hz ruckelt die Darstellung wie bei jedem Standardbildschirm. Bei der DVD-Wiedergabe geraten die Farben nicht ganz so ausgewogen wie mit den TVs von Sony oder Philips. Gesichter bekommen hier und da etwas unnatürliche Hautfarben. Besser klappt es bei Filmen von Blu ray Disc, auch im Fernsehbetrieb ist das Bild recht ansehnlich. Insgesamt wirkt die Darstellung etwas kühl. Das Schwarz dunkler Szenen bekommt der Bildschirm nicht ganz so satt hin wie die anderen Kandidaten, zudem ist der Schirm sehr ungleichmäßig ausgeleuchtet. Am PC flirrt es etwas auf grauen Flächen, das Backlight wird mit nur 100 Hz moduliert.

Beim Ton hat Panasonic seine Hausaufgaben nicht gut erledigt. Die Lautsprecher strahlen nach unten ab, bringen das Gehäuse bei etwas höheren Pegeln zum Scheppern und liefern kaum mehr Volumen als ein billiger Ghettoblaster. Etwas besser wird es, wenn man im Menü den Punkt "Wandabstand größer 30 Zentimeter" wählt und auf die standardmäßig aktivierten Soundeffekte verzichtet.

Der Fernseher von Panasonic beherrscht am digitalen PC-Ausgang die Wiedergabe der HD-Timings 1080i/p und 720p, verweigert dort aber die üblichen PC-Formate wie WXGA (1360 x 768). Am Analogeingang akzeptiert er dagegen keine TV-Timings und schiebt das Bild bei PC-typischen Auflösungen zuweilen aus der Schirmfläche. Immerhin fehlt bei XGA (1024 x 768) links nur eine Pixelspalte, WXGA und SXGA werden unverzerrt, aber mit einem starken Beschnitt (Overscan) ausgegeben. Insgesamt ist der TXL damit nur bedingt Notebook-tauglich, weil diesen häufig der Digitalausgang fehlt.

Philips 32PFL9604H/12

Der 32PFL9604H/12 ist mit 80 Zentimetern Diagonale der kleinste Bildschirm im Test. Er wartet jedoch ebenfalls mit voller HD-Auflösung und 100-Hz-Technik auf und zählt vom Klang her eindeutig zu den Größten. Die zusätzlichen, an der Rückseite eingebauten Subwoofer-Lautsprecher sorgen für erstaunlich satte Bässe.

Bei der Einspeisung von HD-Signalen, egal ob von DVD, Bluray Disc oder aus dem HD-Receiver, ist die Darstellung schön scharf, kontrastreich und bietet ausgewogene, etwas kühle Farben. Nimmt man bei der Farbtemperatur etwas Blau heraus, wird es wärmer. Hauttöne gelingen dem Bildschirm natürlich, Naturaufnahmen lebendig, ohne künstlich zu wirken. Beim analogen Fernsehbetrieb empfiehlt es sich aber, die Rauschminderung abzuschalten, da Gesichter sonst unnatürlich glatt wirken.

Der Kontrastregler im Displaymenü verstellt bis etwa 60 die Helligkeit des Backlight und erst dann den Weißpegel. Folge: Wenn man den Kontrast reduziert, weil sehr helle Grautöne nicht überstrahlen sollen, stellt man zugleich den kompletten Schirm sehr dunkel. Ein echter Backlight-Regler fehlt.

Bei Kamerafahrten ruckelt nichts, nur bei sehr schnellen Schwenks bilden sich an kontrastreichen Kanten ab und an leichte Störungen. Allerdings treten die Halos hier weniger stark in Erscheinung als beim UE40B7090 von Samsung. Mit dem Soap-Effekt, bei dem etwa Personen im Vordergrund wie ausgeschnitten vor der Hintergrundkulisse stehen, muss der Zuschauer beim 32PFL9604H/12 leben – allerdings fällt der Effekt nicht jedem auf.

Fernbedienung und On-Screen-Menü hat Philips gegenüber den Vorgängermodellen überarbeitet. So wurde das Drehimpulsrad wieder durch Cursor-Tasten mit ordentlichen Druckpunkten ersetzt. Im Vergleich zu anderen Fernsehern gibt es bei der Bedienung kaum Verzögerungen. Das mit kleinen Grafiken aufgepeppte Menü ist umfangreich und gut strukturiert. Bei Bildanpassungen verdeckt es jedoch einen beträchtlichen Anteil des Bildschirms, was die Einstellungen unnötig erschwert.

Der Philips-Fernseher verhält sich am PC sowohl analog als auch digital vorbildlich: Er beherrscht alle gängigen Auflösungen und stellt sie wahlweise in Originalgröße oder seitentreu auf die größtmögliche Schirmfläche interpoliert dar.

Samsung UE40B7090

Samsungs UE40B7090 imponiert durch seine geringe Tiefe von nur knapp drei Zentimetern. Trotz des mitgelieferten Fußes sollte man den schlanken Fernseher eher an die Wand hängen, denn bei einem größeren Wandabstand liefern die eingebauten und nach hinten abstrahlenden Lautsprecher nur einen erbärmlichen Klang. Bei größeren Lautstärken vibriert zudem die gesamte Rückwand, was den Sound zusätzlich beeinträchtigt.

Das Bild wirkt nicht zuletzt wegen der glänzenden Displayoberfläche – zumindest im Halbdunkel – sehr kontrastreich. Dunkle Graustufen saufen jedoch ab, weshalb Schattenbereiche häufig undifferenziert erscheinen. Schaltet man den sogenannten Optimalkontrast ab, ergibt sich ein gradliniger Grauverlauf, bei immer noch guten Schwarzwerten.

Die Farben sind kräftig, aber nicht so ausgewogen wie bei den Fernsehern von Sony und Philips. Insgesamt tendiert die Darstellung zu intensiven Rottönen, was vor allem bei Gesichtern übertrieben wirkt. Kameraschwenks gibt das Display schön glatt wieder. Nur bei sehr schnellen Schwenks kommt die Elektronik nicht nach und wechselt zwischen Ruckeln und glatten Bewegungen. Der Soap-Effekt und Halos treten hier auffälliger und häufiger auf als bei den andern Testkandidaten.

Das Samsung-TV hält PC-typische Timings in seinem EDID bereit, gibt aber auch andere Auflösungen ohne Murren unverzerrt skaliert aus. Das klappt sowohl digital als auch analog, im Analogbetrieb am VGA-Eingang startet zudem automatisch die Synchronisation auf eingehende Grafikkartensignale – mit Erfolg.

Feine Grau- und Farbverläufe gibt der UEB7090 am PC ordentlich wieder, man erkennt nur bei genauem Hinsehen feine vertikale Streifen. Die Schirmausleuchtung des 40-Zöllers ist geradezu vorbildlich.

Samsung legt dem Fernseher eine solide, aber etwas klobige Fernbedienung bei. Praktisch ist die zuschaltbare Tastenbeleuchtung. Am On-Screen-Menü hat sich gegenüber älteren Versionen kaum etwas verändert. Es ist recht umfangreich, aber gut strukturiert.

Als kleiner Gimmick hat Samsung seinem Fernseher einen internen Speicher spendiert: In der Content Library findet man diverse Bilder, die sich als Hintergrund einblenden lassen, wenn kein TV-Programm läuft. Zudem enthält die Library eine Reihe von Kochrezepten, Spiele, Kinderunterhaltung mit Liedern und Geschichten. Letztere lassen sich hierzulande eher als Lehrmaterial einsetzen, da sie alle in Englisch sind. Der Umfang der Bibliothek soll sich per USB erweitern lassen.

Sony KDL-40WE5

Das "E" im Namen des KDL-40WE5 steht für Eco: Gegenüber älteren Modellen soll sich der Energiebedarf etwa halbiert haben. Bei unseren Messungen ermittelten wir im Normalbetrieb einen Wert von 103 Watt.

Im Menü findet man unter dem Stichwort "Öko" einige Maßnahmen zum Energiesparen. Ein Bewegungssensor etwa registriert, ob sich überhaupt ein Zuschauer im Raum aufhält und schaltet den Bildschirm selbstständig aus und wieder ein. Obendrein lässt sich der Fernseher grundsätzlich nach einer vorgegebenen Zeitspanne ausschalten. Ein Lichtsensor registriert das Umgebungslicht und steuert darüber die Helligkeit des Backlights. Nicht zuletzt kann man das Backlight auch konstant dunkler drehen, um etwa bei der Diashow oder im Bilderrahmenmodus weniger Strom zu verbrauchen.

HD-Blockbuster erscheinen auf dem Bildschirm des KDL-40WE5 betont Kino-like. Die Farbgebung ist ausgewogen und eher warm, dunkle Hauttöne tendieren ab und an mal ins Grünliche. Insgesamt wirken dargestellte Gesichter aber stets natürlich. Der Kontrast ist gut, aber nicht ganz so knackig wie bei den Modellen von Philips oder Samsung. Ist der Bildschirm komplett schwarz, strahlt von den Ecken die Hintergrundbeleuchtung ein. Die Darstellung macht insgesamt einen etwas weicheren Eindruck, was aber nicht auf Kosten von Details geht: Auch fein gezeichnetes Fell bekommt der Fernseher sauber dargestellt.

Bei Kameraschwenks ruckelt es stets wie im Kino in feinen Schritten, was nur wenig auffällt und somit auch kaum stört. Halos – also Störungen an bewegten kontrastreichen Kanten – treten hier kaum auf und auch der Soap-Effekt ist nur wenig ausgeprägt. Nur bei plötzlich einsetzenden schnellen Kameraschwenks braucht die Elektronik ab und an eine Weile, bis sie die Bewegung erfasst hat. Dann gibt es ein paar stärkere Anruckler.

Die Fernbedienung ist solide und übersichtlich. In der Mitte sitzt eine Vier-Tasten-Wippe, über die man sich in dem von der PS3 abgeguckten Menü flott bewegen kann. Allerdings springt der Cursor bei einem Tastendruck häufig gleich zwei Schritte weiter und die Software legt beim Verlassen der Untermenüs eine kurze Gedenkpause ein.

Das Sony-Display unterstützt am PC enorm viele Auflösungen und synchronisiert sich – zuweilen nach manueller Aufforderung – sauber auf die Grafikkartensignale. Anders als das Samsung-TV beherrscht der KDL auch die unskalierte Wiedergabe kleinerer Formate.

Der Klang der Lautsprecher reicht nicht an die Qualität des Philips-Sounds heran, allerdings setzt er sich wohltuend von dem der beiden anderen Fernseher ab. Insgesamt reicht es für eine gute Sprachverständlichkeit, für satten Kinosound sollte man sich die Unterstützung einer AV-Anlage holen. (Peter Nonhoff-Arps, Stefan Porteck) / (gs)

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