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Zerkratzt und verschmutzt - Erste Hilfe bei Unfällen mit digitalen Spiegelreflexkameras (3Sat)

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Unfälle vermeiden

Durch ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen kann man teure Schäden an einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) vermeiden. Selbst wenn das gute Stück erst einmal verschmutzt ist, kann man sich, zumindest dann wenn Staub und Dreck ins Gehäuse geraten ist, oft selber helfen. Aber Vorsicht: durch ungeschickte oder falsche Reparaturversuche sind schnell teure Folgeschäden produziert.

Objektiv wechseln

Der Objektivwechsel ist bei einer Spiegelreflexkamera immer eine heikle Angelegenheit, da dabei quasi das innere der Kamera entblößt wird. In staubiger oder gar sandiger Umgebung sollte man das Objektiv deshalb möglichst überhaupt nicht wechseln. Ist ein Wechsel unvermeidbar, erfolgt dieser am besten in einer Tüte oder in der fast verschlossenen Kameratasche. Generell hält man die Kamera beim Objektivwechsel leicht schräg nach unten, damit nichts ins Gehäuse fallen kann. Bei Regen sucht man sich am besten einen geschützten Unterstand oder führt den Wechsel unter der Regenjacke durch.

Sensor reinigen

Ist der Sensor verschmutzt, kann man ihn bei vielen DSLR-Kameras über das Menü mit der Reinigungsfunktion „entstauben“. Per Ultraschall versucht die Kamera dabei, den Sensor von aufliegenden Verunreinigungen wie Fusseln zu befreien.

Klappt das nicht, kann man hier zur Selbsthilfe greifen: Bei Staub und Fusseln hilft ein feiner Pinsel oder ein Blasebalg. Dabei möglichst mit der Öffnung nach unten also über Kopf arbeiten, so fällt der Schmutz nicht ins Gehäuse. Sind doch einmal Sand oder grober Staub ins Kameragehäuse geraten, kann man erstmal versuchen, auch diese mit Pinsel oder Balg zu entfernen. Oft klebt besonders gerne Sand an dem Sensor fest. Für diesen Fall gibt es „Staubsauer“ (das sind abgeflachte Kanülen an einer Sprühdose) oder „Klebestifte“ („SpeckGrabber“ arbeitet mittels „Adhäsivkräfte“) - allerdings sind deren Bedienung etwas knifflig.

Sind Flecken auf dem Sensor kann man sich mit einem fusselfreien Tuch oder nichtfusselnden Q-Tips und Isopropanol-Alkohol (100%igen) behelfen (günstigste Variante). Bei vollgeladenem Akku! mit wenig Druck den Sensor sauber wischen. Wem das zu experimentell ist, greift auf vorgefertigte Lösungen zurück, die werden sogar mit Spachtel (darum wird das Tuch gelegt) in der jeweiligen Sensorgröße angeboten. Versperrt der Spiegel den Weg zum Sensor? Kein Problem: Bei den meisten Kameras klappt er zurück, wenn man das Display einschaltet. Klappt die Säuberung nicht beim ersten Versuch, sollte man besser zum Fachmann gehen. Viele Fotogeschäfte bieten die professionelle Reinigung des Kameragehäuses für überschaubare Kosten an.

Verschmutztes Objektiv

Ein äußerlich verschmutztes Objektiv lässt sich mit Hilfe eines Brillenputz- oder Mikrofasertuchs recht gut reinigen. Glasreiniger oder andere aggressive Flüssigkeiten sollte man hier aber nicht verwenden. Besser eignen sich spezielle Linsen-Reiniger oder auch Reiniger für Displays. Bitte niemals auf das Objektiv sprühen, sondern immer nur das Reinigungstuch leicht befeuchten.

Sind die Kontakte feucht geworden, hilft oft ein trockenes Tuch. Zur Not kann man das Objektiv einige Tage trocknen lassen und dann erneut testen, ob der Kontakt zum Gehäuse wieder zuverlässig funktioniert. Zeigen die Kontakte bereits Korrosionsspuren, die sich nicht mit dem Reinigungstuch "weg reiben" lassen, bleibt nur der Weg zur Fachwerkstatt.

Speicherkarte nicht (mehr) lesbar

Lässt sich die Speicherkarte mit den frisch geschossenen Bildern nicht mehr in der Kamera auslesen, sollte man diese sofort entnehmen und erst einmal mit einer Zweitkarte weiter fotografieren. Oft lassen sich in der Kamera nicht mehr lesbare Speicherkarten am PC mit spezieller Software doch noch auslesen. Recht gute Dienste leistet hier das Programm Digital Image Recovery . Scheitert dieser recht vielseitige Helfer – nicht aufgeben! Testen Sie einfach noch weitere kostenlose Programme . Nicht jedes Programm kommt mit allen Bildformaten gleich gut zurecht.

Akkupflege

Die meisten DSLR-Kameras arbeiten heute mit Lithium-Polymer-Akkus. Sie lassen sich (durch die Polymerstruktur) in beinahe jede Form bringen. Ihre Handhabung ist relativ unkritisch. Zu hohe (über 50°C) und zu niedrige Temperaturen sollte man vermeiden.

Ganz schlecht ist die Tiefentladung: Wenn sich die Kamera abschaltet, hat der Akku immer noch eine Restkapazität. Da sich die Lithium-Ionen- und Polymer-Akkus immer selbst entladen (1 bis 2 % pro Monat) kann es nach einigen Wochen zur Tiefentladung kommen, die dazu führt, dass der Akku deutlich schwächer wird. Deshalb: Einen Akku bald nachladen!

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem bereits am 12. September 2009 veröffentlichten "Workshop Akkupflege ". (Georg Schnurer) / (gs)

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