Auch an anderen Stellen lohnen sich Experimente. So kann man in MeshLab schon ganz am Anfang vor dem Reduzieren der Polygonzahl eine Variante der Laplace-Glättung probieren: "Filters/Smoothing, Fairing and Deformation/HC Laplacian Smooth". Klicken Sie ein Häkchen vor "Preview" und prüfen Sie, ob der Filter die Oberfläche mit lauter kleinen Löchern perforiert hat – die müssten später wieder aufwendig geschlossen werden. Man sieht die Löcher übrigens besser, wenn man die Ansicht über die Symbolleiste vorübergehend auf "Smooth" umschaltet und dicht an das Objekt heranzoomt. Werden dabei keine Löcher sichtbar, kann man den Filter über einen Klick auf "Apply" übernehmen, anderenfalls bricht man den Vorgang über "Close" ab und macht nach dem Standardverfahren weiter.
Virtuell bleiben
Wer keinen Zugang zu einem 3D-Drucker hat und die Kosten für den Druck scheut, kann 3D-Scans auch auf einfache Weise online stellen oder in PDFs einbinden. Für die Online-Veröffentlichung von dreh- und schwenkbaren Modellen bietet sich etwa die kostenlose JavaScript-Bibliothek Thingiview.js an. Ansonsten kann man sämtliche 3D-Scans auch in den diversen 3D-Galerien und Shops von 3D-Druckdienstleistern kostenlos veröffentlichen und mit Designs sogar Geld verdienen, indem man sie anderen Nutzern zur Bestellung freigibt (siehe c't 15/11, S. 84).
Bettet man seine Objekte in PDFs ein, lassen sie sich im verbreiteten kostenlosen Adobe Reader betrachten, drehen und zoomen. Die 3D-PDFs erzeugt man über LaTeX. Keine Angst, Sie brauchen dafür nicht fließend TeX zu sprechen, denn MeshLab erzeugt nebenher automatisch eine TeX-Datei, sobald Sie ein Objekt im Format U3D exportieren. Um aus der TeX-Datei ein PDF zu erzeugen, installiert man das kostenlose Programm MiKTex, startet die Eingabeaufforderung, wechselt in das Verzeichnis, in der die TeX-Datei liegt und tippt
pdflatex
Die Standardinstallation von MiKTeX enthält die benötigte Bibliothek namens movie15 zwar nicht von Haus aus, sie installiert diese aber beim Übersetzen automatisch nach.
