Die vier Programme ergänzen sich gut und können allesamt 3D-Dateien im Standardformat OBJ bearbeiten, importieren und exportieren. Leider unterscheiden sie sich deutlich in der Bedienung, zum Beispiel bei der Funktion der Maustasten, wenn man die Ansicht des 3D-Raums verändert.
Als Ausgangspunkte für unsere Beispiele dienten Scans von ReconstructMe und 123D Catch. Die beschriebenen Arbeitsweisen lassen sich auch auf 3D-Modelle aus anderen Quellen übertragen.
ReconstructMe
Für den privaten Gebrauch bekommt man die Windows-Software kostenlos, die eine Kinect oder eine Tiefenkamera vom Typ Asus Xtion Pro in einen Echtzeit-3D-Scanner verwandelt. Es gibt sie als Kommandozeilenversion ReconstructMe sowie als GUI-Variante ReconstructMeQT. Der österreichische Hersteller Profactor pflegt auf seinen Webseiten eine ausführliche englische Installations- und Bedienungsanleitung.
ReconstructMe kann man zwar nach wie vor über die Kommandozeile starten, der Hersteller liefert aber auch Batch-Dateien mit. Sie ersparen dem Anwender Tipparbeit, da sie im Wesentlichen den Programmaufruf mit Parametern enthalten, etwa:
ReconstructMe.exe --scan --sensor mskinect,0 --config cfg/konfi.txt
In diesem Beispiel startet die Software im Echtzeitmodus, bei dem man das 3D-Modell auf dem Bildschirm wachsen sieht. Sie erwartet hier eine Kinect als Sensor und liest Konfigurationseinstellungen aus der Datei konfi.txt im Unterverzeichnis cfg. Solche Konfigurationsdateien lassen sich mit einem Texteditor verändern und an eigene Bedürfnisse anpassen. Speziell für die Details dieser Konfiguration gibt es leider keine Dokumentation. Einige Hinweise findet man in den Kommentaren der mitgelieferten Datei volume_1m.txt.
Parameter, die mit camera_ beginnen, sind lediglich für die Kalibrierung wichtig. Für diesen Schritt findet man auf der Webseite des Herstellers eine ausführliche Anleitung. Interessanter sind die folgenden Abschnitte: In der Klammer volume_size {} gibt man für x-, y- und z-Dimension getrennt die gewünschte Zahl an Volumenelementen (Voxeln) an, und zwar als Zweierpotenz. Die Standardkonfiguration des Herstellers arbeitet mit 256, die HiRes-Varianten mit 512. Bei unseren Versuchen waren auch 1024 in zwei Richtungen drin, allerdings nur, wenn die dritte Zahl auf 128 gesenkt wurde – andernfalls beendete sich ReconstructMe mit einem Fehler namens CL_INVALID_BUFFER_SIZE, vermutlich war die Gesamtzahl der Voxel zu groß.
