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Zu Beginn klopft man sich den Rohscan etwas handlicher zurecht. Dazu öffnet man ihn über "File/Import Mesh" in MeshLab. Da ein typischer Datensatz aus ReconstructMe aus rund einer Dreiviertelmillion Dreiecken besteht, kann es zehn bis zwanzig Sekunden dauern, bis die Hülle dargestellt wird. MeshLab stellt in der Symbolleiste acht Render-Varianten für 3D-Modelle zur Wahl, von der Bounding Box über Punktwolke und Drahtgitter bis zur Darstellung mit Texturen. Bei der Nachbearbeitung ist jene Variante am hilfreichsten, die Flächen und Kanten zeigt (Tooltip "Flat Lines").

Schleifen

Der Befehl "Filters/Remeshing, simplification and reconstruction/Quadric Edge Collapse Decimation" reduziert die Zahl der Polygone. Das kostet kaum Details und entfernt viel Unruhe von der Oberfläche, die das Rauschen des Kinect-Sensors in den Scan gestreut hat. Bei Aufruf des Filters öffnet sich ein kleines Fenster mit Parametern – ein Klick auf "Help" blendet Erläuterungen ein. Als Ziel für die neue Anzahl an Dreiecken (Target number of faces) setzt MeshLab automatisch rund die Hälfte der aktuellen Zahl ein.

Diese Zahl kann man entweder anpassen oder ganz löschen und stattdessen unter "Percentage reduction" einen relativen Wert zwischen 0 und 1 angeben, etwa 0.3 (die englische Bedienoberfläche erwartet hier einen Punkt statt eines Kommas). Dadurch wird die Zahl der Dreiecke auf 30 Prozent heruntergerechnet. Arbeitet man mit relativen Werten, reduziert jeder Klick auf "Apply" die Zahl der Polygone erneut. Das kann man so weit treiben, bis das Porträt wie als Kristall geschliffen wirkt. Probieren Sie es ruhig mal aus – es ist erstaunlich, wie wenige Polygone man braucht, um ein Gesicht wiederzuerkennen.

Bei einmaliger Anwendung haben sich Werte von 0.3 bis 0.4 bewährt. Bei klaren Gesichtszügen gehen damit auch in einem zweiten Durchgang keine entscheidenden Details verloren. Ein Klick auf "Close" schließt das Parameter-Fenster, ohne den Filter anzuwenden.

Meist tut danach noch eine behutsame Glättung gut, die man über "Filters/Smoothing, Fairing and Deformation/Laplacian Smooth" startet. Gewöhnlich reicht hier ein Durchgang statt der voreingestellten drei, andernfalls werden die Formen zu rund gelutscht. Über einen Klick auf "Preview" prüft man die Wirkung vorab. Der Filter wird erst angewandt, wenn man "Apply" drückt.

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