Polieren
Das so nachbearbeitete Objekt ist jetzt technisch 3D-druckreif. An der Oberfläche ist jedoch in der Regel noch einiges zu tun – zum Beispiel für MeshMixer. Wie bei den anderen Anwendungen führt der Weg der 3D-Datei ins Programm auch hier über "File/Import".
Zum Glätten von Oberflächen bietet MeshMixer den SmoothBrush. Radius und Wirkungsstärke dieses Glättungspinsels stellt man über Schieberegler in der Seitenleiste rechts ein. Alternativ kann man beides auch übers Mausrad und über Rechtsklick und Ziehen verändern. Geschickt eingesetzt bügelt der SmoothBrush sichtbare Ansätze an geflickten Löchern glatt, hobelt Beulen weg und zieht störende Falten aus der Kleidung.
Sind hingegen dem Scanner irgendwo ein paar charakteristische Locken durch die Lappen gegangen, kann man die mit dem SurfBrush ergänzen, der Oberflächen ausbuchtet beziehungsweise eindellt (Steuerung drücken). Damit kann man auch Ohrmuscheln oder Nasenlöchern nachträglich die realistische Tiefe verleihen. Das erfordert etwas Übung und überschreitet bereits die Grenze zur elektronischen Bildhauerei, für die sich MeshMixer ebenfalls hervorragend eignet. Zum Schluss speichert man die fertige Datei wieder über File/Export.
Hohlform
Für den Druck auf einem günstigen 3D-Drucker reicht es, wenn das Oberflächennetz in der 3D-Datei ein Volumen vollständig umschließt. Die Maschinen arbeiten nach dem sogenannten Fused-Desposition-Modeling-Verfahren (FDM) und bauen das Objekt Schicht auf Schicht aus geschmolzenem Plastik auf (siehe auch c't 11/12, S. 92). Dabei legt die Steuersoftware der Maschinen das unsichtbare Innere von Werkstücken automatisch als lose Gitterstruktur an. Das spart Zeit, Material, Gewicht und Kosten.
Der Nachteil von FDM: Die Druckerzeugnisse sind einfarbig. Wer mit Fototexturen belegte 3D-Objekte drucken will, wie sie etwa 123D Catch aus Fotos berechnet, muss einen Dienstleister beauftragen, der Maschinen von Z-Corp betreibt. Diese backen ein spezielles Gipspulver mit farbiger Tinte zusammen und tränken das gesamte Gebilde zum Schluss in klarem Kunstharz (siehe c't 15/11, S. 84). Anders als die FDM-Maschinen legen diese Drucker allerdings keine Gitterstrukturen im Inneren an; was die Vorlage als Volumen vorgibt, wird massiv gedruckt. Da die meisten Dienstleister den Preis für Farbdrucke nach verbautem Material berechnen, kommen selbst bei kleinen Modellen schnell ein paar hundert Euro zusammen.
