31.03.2008
Thomas Kaltschmidt
Maßanfertigung
Individuelle Fotobücher und Kunstposter mit Scribus gestalten
Man muss kein professioneller Layouter sein, um die Einheitsware der Druckdienstleister in den Schatten zu stellen. Mit der Open-Source-DTP-Software Scribus gestalten Sie ansprechende Fotobücher und Poster kurzerhand selbst.
Artikel aus c't 19/06
Mit der raschen Verbreitung hochwertiger Digitalkameras werden auch digital produzierte Fotobücher immer beliebter. Der letzte Urlaub, der neugeborene Nachwuchs oder ein anderes besonderes Ereignis: Ein gedrucktes und professionell gebundenes Fotobuch verspricht ein gelungenes Geschenk zu werden, auf jeden Fall aber ist es eine schöne Sammlung wertvoller Erinnerungen.
Die meisten Dienstleister für Fotobücher stellen für diese Zwecke ihre eigene Layoutsoftware zum Download, die dem Nutzer die Gestaltungsarbeit erleichtert und insbesondere die Daten so übermittelt, dass sie problemlos und damit sehr kostensparend verarbeitet werden können. Soll es jedoch einmal individueller werden, stößt man schnell an die Grenzen dieser Helfer. Kreative Freiheiten lässt nur geeignete Layout-Software.
Warmlaufen
Das Satzprogramm Scribus für Windows, Linux und Mac OS X ist gratis und hat sich sogar zu einem Flaggschiff der Open-Source-Szene entwickelt. Im Unterschied zu Textverarbeitungsprogrammen wie Word oder OpenOffice ist Scribus auf das perfekte Zusammenspiel von Text und Grafik spezialisiert: Schon das einfache Positionieren eines oder mehrerer Objekte auf der Seite geht mit praktischen Stützen wie (magnetischen) Hilfslinien oder diversen "Ausrichten-Verteilen"-Varianten deutlich schneller von der Hand. Hinzu kommt, dass man mit Hilfe von Textstilen und Musterseiten Vorlagen gestalten kann, die sich äußerst komfortabel ändern lassen: ideal für ein Fotobuchprojekt. Will man beispielsweise sämtliche Bildbeschreibungen – bei umfangreicheren Büchern können sich die auf mehrere hundert summieren – in einer anderen Schriftart gestalten, muss man lediglich eine einzige Stilvorlage ändern. Auch für Logos, Hintergründe oder Randlinien, die jede Seite zieren sollen, muss man nur eine einzige Musterseite anlegen. Scribus orientiert sich also klar an professionellen Satzprogrammen wie QuarkXPress oder InDesign, die allerdings in einigen Bereichen noch überlegen sind: Beispielsweise bringen sie bessere Unterstützung für Tabellen mit oder haben Details wie die Musterseiten besser implementiert.
