Apps & Programme: Windows-Software auf dem Mac ausführen
Tools für die Nutzung von Windows-Software auf Apple-Rechnern
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Mit dem Wechsel auf die eigene Chiparchitektur hat Apple auch die Option vom Mac entfernt, Windows parallel zu macOS installieren. Auf Intel-Macs galt „Boot Camp“ als eine der effizientesten Möglichkeiten, Windows-Programme zu verwenden. Bei der neuen Plattform ist diese Möglichkeit allerdings bis auf weiteres entfallen. Doch Mac-Nutzer haben andere Möglichkeiten, ihre lieb gewonnene oder auch geschäftskritische Windows-Software weiterhin zu nutzen.
Die Wege dahin sind vielfältig: Virtuelle Maschinen hieven eine komplette Windows-Installation ins Mac-Fenster, in der Programme fast wie auf echter Hardware laufen können. Emulationsschichten wie WINE versuchen hingegen, Windows-Tools direkt unter macOS zu starten. Cloud-Computer verlagern die Ausführung nicht verfügbarer Tools in externe Rechenzentren. Welche Lösung die beste ist, hängt vom Zielprogramm ab.
Boot Camp auf M-Macs: Der Parallelbetrieb klappt nicht mehr
Auf Intel-basierten MacBooks und iMacs war es vergleichsweise einfach, Windows parallel zu macOS zu installieren. Möglich wurde es durch Boot Camp, eine Funktion von Apple, die die parallele Installation und Nutzung von Windows auf Macs erlaubte. Die Nutzer konnten beim Start einfach zwischen macOS und Windows wechseln. Eine so installierte Windows-Umgebung bot die gleichen Vorteile wie die auf einem „echten“ PC. Wer noch mit einem der bis 2020 produzierten Intel-Macs unterwegs ist, kann Windows 10 als Zweitsystem installieren.
Mit dem Wechsel auf Apple Silicon, also Apples eigenen Prozessoren auf ARM-Basis, änderte sich dies grundlegend. Obwohl macOS weiterhin den Boot-Camp-Assistenten an Bord hat, ist er - zumindest Stand macOS 15 - praktisch ohne Funktion. Das liegt unter anderem daran, dass Boot Camp und die darin enthaltenen Treiber für die x86-Version von Windows 10 zugeschnitten sind. Microsoft stellt die Weiterentwicklung von Windows 10 offiziell im Oktober 2025 ein, was bedeutet, dass danach keine Funktionsupdates mehr bereitgestellt werden und langfristig auch Sicherheitsupdates entfallen. Der Nachfolger Windows 11 lässt sich auch auf Intel-Macs nicht via Boot Camp installieren - zumindest nicht ohne Software-Tricks.
(Bild: Screenshot)
Mit Windows 11 hat Microsoft die ARM-Unterstützung zwar stark ausgeweitet, eine offizielle Boot-Camp-Unterstützung von Windows 11 auf M-Macs fehlt aber bis dato. Zur fehlenden Unterstützung von Boot Camp auf neuen Macs kommt hinzu, dass Microsoft bisher keine offizielle native Version von Windows 11 ARM für Endverbraucher anbietet.
Als Umweg bietet sich die Installation in virtuellen Maschinen an – hier sogar mit offizieller Unterstützung durch Microsoft. Programme wie Parallels Desktop oder VMware Fusion unterstützen die Ausführung von Windows 11 ARM auf dem Mac. Die direkte Hardware-Nähe einer echten Windows-Installation erreichen sie aber nicht. Doch es gibt Alternativen.
Windows-Programme auf dem Mac: 7 Möglichkeiten im Vergleich
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Parallels: Goldstandard für ein virtuelles Windows
Parallels* erlaubt die Ausführung von Windows-Programmen in so genannten virtuellen Maschinen. Vereinfacht ausgedrückt läuft dabei ein kompletter Windows-PC in einem Fenster.
Eine Stärke von Parallels ist die optional hohe Integration von Windows-Anwendungen in die Mac-Umgebung. Dateien können via Rechtsklick im Finder mit einem Programm in der Windows-VM geöffnet werden. Auch der Dateiaustausch zwischen Gast-System und Mac ist via Freigaben oder Drag & Drop einfach realisierbar. Im sogenannten Coherence-Modus laufen Windows-Anwendungen sogar als einzelnes Fenster auf dem Mac-Desktop. So kommen sie nativen Mac-Apps besonders nahe.
(Bild: Screenshot)
Generell zeichnet sich Parallels durch hohe Benutzerfreundlichkeit aus. Von der Einrichtung der virtuellen Windows-Maschine via Assistent bis hin zur durchdachten Konfiguration überzeugt das Programm im Alltag. Dateien lassen sich per Drag-and-Drop oder über freigegebene Ordner zwischen den beiden Systemen austauschen. Auch das Öffnen von Dateien auf dem Mac mit Windows-Programmen ist durch einen Rechtsklick im Finder möglich. Die Performance richtet sich wie bei allen VM-Lösungen vor allem nach den Ressourcen des Gastsystems. Im Vergleich mit Konkurrenten kann Parallels aber vor allem bei der Unterstützung von Grafikfunktionen wie DirectX 11 punkten. Praktisch ist auch die Möglichkeit, virtuelle Maschinen einfach zu klonen. Auch können Systemzustände jederzeit gespeichert und wiederhergestellt werden.
Bei allem Lob gibt es einen großen Nachteil von Parallels: Das Lizenzmodell. Die meisten Funktionen stehen nur in der kostenpflichtigen Abonnementversion zur Verfügung, für die Parallels jährlich zur Kasse bittet. In Kombination mit den anfallenden Lizenzkosten für eine Windows-11-Installation ist Parallels damit eine der teureren Lösungen im Vergleich.
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VMware Fusion: Parallels-Alternative mit Gratis-Option
Mit VMware Fusion steht Mac-Fans mit Windows-Affinität eine gute Alternative zu Parallels zur Verfügung. Nach der Übernahme von VMware durch Broadcom steht die Pro-Version des Tools für Privatanwender kostenlos zur Verfügung. VMware Fusion funktioniert ähnlich wie Parallels. Die Nutzer installieren Windows in einer virtuellen Umgebung, in der wiederum Windows-Programme genutzt werden können.
Im direkten Vergleich ist VMWare Fusion nicht ganz so komfortabel wie Parallels. Das beginnt bei der Einrichtung der virtuellen Maschine, für die die passende Windows-Version manuell heruntergeladen werden muss. Auch die Integration zwischen Gast- und Gastgebersituation ist nicht ganz so ausgefeilt. So fehlt etwa die automatische Integration von Windows-Anwendungen ins „Öffnen mit“-Menü auf dem Mac. Aspekte wie der Dateiaustausch oder die Erstellung von Snapshots sind auch bei VMware sauber gelöst.
(Bild: Screenshot)
Bei der Performance steht VMware gegenüber Parallels ebenfalls zurück. So sind nicht alle DirectX-Funktionen in der virtuellen Maschine verfügbar. Liegt der Fokus aber auf klassischen Office-Anwendungen, fällt dieser Umstand kaum ins Gewicht. Wer keine Lust auf die jährlichen Abo-Gebühren von Parallels hat, findet in VMware Fusion derzeit das beste Paket für ein virtuelles Windows auf dem Mac. Es bleibt zu hoffen, dass Broadcom das Programm nach dem Wechsel auf die kostenlose Lizenz weiterentwickelt.
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UTM: Virtuelle Maschine als Open Source
UTM bietet Mac-Anwendern eine weitere Lösung, um Programme in einem virtuellen Windows auszuführen. Im Gegensatz zu Parallels und VMware ist UTM eine echte Open-Source-Software. Abokosten oder Sorgen um lizenzrechtliche Probleme im Langzeitbetrieb bleiben den Nutzern damit erspart. UTM basiert auf der vor allem aus der Linux-Welt bekannten Virtualisierungslösung QEMU.
Die Einrichtung eines ARM-basierten Windows 11 in einer UTM-Umgebung erfordert mehr Handarbeit als bei den kommerziellen Lösungen. Auch bei Alltagskomfort und Performance kann die freie Software nicht mit den VM-Platzhirschen mithalten. So unterstützt die UTM keine Hardwarebeschleunigung, womit selbst die einfachen Fenstereffekte von Windows 10 und Windows 11 nicht umgesetzt werden. Komfortfunktionen wie Snapshots oder unkomplizierter Dateiaustausch via Drag-and-drop fehlen bei UTM ebenfalls oder müssen manuell eingerichtet werden.
(Bild: Screenshot)
Einmal eingerichtet bieten virtuelle Maschinen in UTM vor allem für kleinere Programme aber eine durchaus veritable Alternative. Ebenso wie bei der QUEMU-Basis ist die Entwicklergemeinde von UTM recht aktiv und verbessert die Funktionen der Open-Source-Virtualisierungssoftware laufend.
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Crossover: WINE-Implementierung mit Tücken
Das von Codeweavers entwickelte Crossover* setzt auf dem quelloffenen WINE-Projekt auf, um Windows-Anwendungen auf den Mac zu bringen. Anstelle einer virtuellen Maschine übersetzt das zugrundeliegende WINE die Windows-Programmierschnittstellen. So lassen sich viele Windows-Programme einfach durch den Start der EXE-Dateien auf dem Mac nutzen. Zwar liegt ein Fokus von Crossover auf der Möglichkeit, Windows-Spiele auf dem Mac zu spielen, der WINE-Unterbau eignet sich aber auch für klassische Anwendungen.
Die Lösung hat einige naheliegende Vorteile. So benötigen mit WINE ausgeführte Programme weder die Pflege einer kompletten Windows-Installation, noch eine gültige Windows-Lizenz. Auch die Anforderungen an den Gastgeber-Mac sind bei Crossover und Co. in der Regel geringer als bei virtuellen Maschinen. Im Gegenzug ist die Kompatibilität weniger hoch. In unseren Tests gelang es uns beispielsweise nicht, das Freeware-Grafikprogramm Paint.NET mit Crossover oder einer alternativen WINE-Implementierung zum Laufen zu bringen.
(Bild: Screenshot)
Wenn ein Programm aber funktioniert, erreicht die WINE-basierte Lösung nahezu den Komfort einer nativen Installation. Das liegt auch an der hervorragenden Benutzerführung. Crossover übernimmt den kompletten Einrichtungsvorgang von WINE und die Verwaltung der sogenannten „Flaschen“, in denen es Windows-Programme installiert. Der für die WINE-Nutzung auf dem Mac sonst nötige Weg über die Kommandozeile entfällt. Codeweavers pflegt außerdem eine Datenbank, in der Interessierte den Kompatibilitätsstand ihrer Software abfragen können. Viele unterstützte Programme lassen sich sogar vollautomatisch über einen Assistenten direkt aus der Programmoberfläche installieren. Neue WINE-Versionen und die damit einhergehenden Verbesserungen integriert Codeweavers traditionell schnell in Crossover. Das liegt auch daran, dass die Entwickler einen Teil ihrer Einnahmen in die Entwicklung des quelloffenen Projekts investieren.
Für unterstützte Windows-Programme kann sich die Investition in eine Crossover-Lizenz durchaus lohnen. Standardmäßig bietet sie ein Jahr Zugriff auf neue Funktionen, bleibt danach aber auf dem letzten Update-Stand nutzbar – ein Vorteil gegenüber Abomodellen.
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Whisky: Gratis-Alternative zu Crossover
Whisky ist neben Crossover das zweite Projekt, das die Nutzung von WINE auf dem Mac komfortabler machen will. Im Gegensatz zum Codeweavers-Programm ist Whisky Open Source und vollständig kostenlos nutzbar. Die grundlegende Bedienung ist dabei erfreulicherweise ähnlich komfortabel. Wie Crossover ermöglicht auch Whisky die direkte Installation und Nutzung von Windows-Programmen in sogenannten „Bottles“. Deren Einrichtung erfolgt in einer übersichtlichen Bedienoberfläche, die Kommandozeile kann man sich sparen.
Gegenüber Crossover merkt man Whisky allerdings die geringeren Entwicklerressourcen an. So hinkt das Programm zum Testzeitpunkt bei der verwendeten WINE-Version zurück. Aktuelle Entwicklungen in der gut gepflegten Windows-Übersetzung lassen damit deutlich länger auf sich warten.
(Bild: Screenshot)
Auch bei der Installation und Konfiguration der Windows-Tools lässt Whisky auf hohem Niveau Federn. Während Crossover die idealen Optionen oft automatisch auswählt, muss man bei Whisky gegebenenfalls nachjustieren. Dennoch: Wer nur selten oder nur wenige Windows-Programme auf dem Mac benötigt, sollte Whisky eine Chance geben. Im Idealfall genügt diese kostenlose Lösung, um die favorisierten Tools in die Apple-Welt zu bringen.
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Shadow: Windows-PC in der Cloud
Der Anbieter Shadow vermietet Windows-PCs in der Cloud. Der Zugriff darauf erfolgt über dedizierte Apps oder direkt über den Browser. Nach dem Log-in erwartet die Abonnenten ein vollwertiger Windows-Desktop, auf dem sie beliebige Programme sowie Spiele installieren und nutzen können. Im Vergleich zu virtuellen Maschinen oder Code-Übersetzung spielt die Leistung des Gastgeber-Macs hierbei keine Rolle. Wie schnell der Cloud-Computer arbeitet, hängt von der gewählten Konfiguration ab. Neben typischen Office-Konfigurationen bietet Shadow auch Gaming-PCs mit dedizierten Grafikkarten an.
In der Praxis ist Shadow die Nutzungserfahrung recht nahe an der eines echten PCs. Neben dem Mac ist der gemietete Cloud Computer auch auf anderen Geräten verfügbar. Shadow bietet unter anderem Apps für das iPad oder Android-Tablets an.
(Bild: Screenshot)
Allerdings ist die Shadow-Nutzung mit Einschränkungen verbunden. So hängt die grafische Qualität qualitativ von der Internetverbindung ab. Fällt diese aus oder ist anderweitig gestört, bleibt der Zugriff auf den Cloud-PC verwehrt. Auch der Austausch von Dateien zwischen Cloud- und Host-Computer erfolgt über das Internet. Immerhin ist die Nutzung dank Drag & Drop ähnlich einfach wie bei guten VM-Umsetzungen. Entwickler dürften sich an der fehlenden Unterstützung für virtuelle Maschinen bei den Shadow-PCs stören.
Als Alternative zum Betrieb eines eigenen PCs bietet Shadow eine interessante Möglichkeit, Windows-Programme auf dem Mac zu nutzen. Das gilt vorrangig für Besitzer schwächerer Macs, deren Ressourcen zu knapp für Virtualisierung sind. Im Gegenzug könnten die konstanten Abokosten aber ein negativer Faktor sein.
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Windows 365 Business: Vollständiges Cloud-Windows für Unternehmen
Microsoft selbst bietet seit einigen Jahren die Möglichkeit an, ein vollständiges Windows in der Cloud zu nutzen. Der Name des Programmes verrät dabei seine bislang größte Einschränkung: Windows 365 Business richtet sich ausschließlich an Unternehmen. Die können für ihre Mitarbeiter eine Windows-Umgebung buchen, die in Microsofts Azure-Cloud läuft. Der Zugriff erfolgt via Remote Desktop.
Wie bei Shadow und anderen Cloud-Lösungen ist der Fernzugriff dabei nicht auf den Mac begrenzt. Das erhöht die Flexibilität bei der Arbeit mit dem Cloud-Windows. Die gebuchten PCs sind – anders als bei Shadow – nicht bei der Virtualisierung eingeschränkt. So eignen sich Windows-365-Rechner auch für Anwendungen wie das Windows Subsystem for Linux oder generell zur Entwicklung mit Linux-VMs oder Docker-Containern. Die Wartung der Windows-Installationen mit Sicherheitsupdates übernimmt Microsoft. Gleiches gilt für die Absicherung der Daten auf dem Cloud-Computer.
(Bild: Screenshot)
Preislich liegt Windows 365 dem Business-Anspruch entsprechend im oberen Segment. Für monatlich rund 30 Euro bietet der günstigste Cloud-PC im Abo lediglich 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz. Nach oben skaliert das Angebot auf bis über 300 € pro Mitarbeiter und Monat.
Für Unternehmen und Selbstständige bietet Windows 365 eine Reihe von Vorteilen. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Virtualisierung und die Wartungsfreiheit. Ob und wann Microsoft den Dienst auch für Privatanwender öffnet, ist derzeit offen.
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Windows-Programme auf dem Mac: Wo liegen die Grenzen?
Mit den unten vorgestellten Lösungen lässt sich ein großes Portfolio an Programmen auf den Mac hieven. Komplizierter wird die Situation, wenn Programme hohe Ansprüche an die Grafikeinheit stellen. Auch die Kommunikation mit externer Hardware, die möglicherweise zusätzliche Gerätetreiber benötigt, ist häufig nicht oder nur mit großem Aufwand nötig. Allerdings gibt es für alle Ansätze Grenzen.
Die größten Problemfälle umfassen:
- Software mit eigenen Gerätetreibern wie VPN-Clients, Drucker- oder Scanner-Software, Hardware-Dongle-Treiber. Derlei Programme scheitern in der VM oder WINE-Umgebungen, wenn der Hersteller keine dedizierte ARM-Version anbietet.
- Sehr alte Programme: Windows 11 ARM kann zwar 32-Bit-x86-Apps emulieren, aber sehr alte 16-Bit-Software läuft auf einem 64-Bit-Windows generell nicht. In CrossOver / WINE fehlen oft Legacy-Komponenten wie Win16-Unterstützung.
- Apps mit Anti-Tamper/Anti-Cheat-Mechanismen: Bestimmte DRM-geschützte Anwendungen können den Dienst verweigern, wenn sie in einer virtualisierten bzw. emulierten Umgebung laufen.
- Virtualisierungssoftware: Windows 11 für ARM erlaubt bei der Ausführung in einer virtuellen Umgebung keine „Nested Virtualization“. Wer also innerhalb einer solchen Maschine eine Linux-VM nutzen will, scheitert. Ebenso lässt sich das auf Hyper-V aufsetzende Docker in einer Windows-VM nicht verwenden.
- Windows-Subsysteme: Das Windows Subsystem for Linux (WSL2) sowie das Windows Subsystem for Android funktionieren nicht in Parallels/Fusion, da auch sie eine Form von Virtualisierung darstellen. Viele Linux-Distributionen lassen sich aber ähnlich gut auf dem Mac virtualisieren wie Windows 11.
Fazit: Windows-Software auf dem Mac ist keine Sackgasse
Wer von Windows auf den Mac umsteigt, muss nicht unbedingt auf wichtige Programme verzichten. Lösungen wie virtuelle Maschinen oder die verschiedenen Implementierungen von WINE auf dem Mac erlauben es, viele nicht-native Anwendungen auszuführen.
Parallels* und Crossover* integrieren Windows-Tools im Idealfall nahezu nahtlos ins System. Etwas weniger komfortabel, aber dafür kostenlos erreichen VMware Fusion, UTM und Whisky das Ziel. Mit Shadow gibt es die Möglichkeit, leistungsfähige PCs in der Cloud zu mieten. Für Geschäftskunden bietet Microsoft mit Windows 365 eine durchdachte, wenn auch nicht günstige Lösung an.
Abstriche bei Performance und Komfort sollten bei allen Lösungen eingeplant werden. Auch gibt es keine Garantie dafür, dass alle Programme funktionieren. Vor allem ältere, exotische oder hardwarenahe Anwendungen lassen sich nicht ohne Weiteres in einer neuen Umgebung ausführen. Abseits solcher Härtefälle sind die Optionen, Windows-Software auf dem Mac zu nutzen, immer noch zahlreich.
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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team
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