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Die besten Facebook-Alternativen

Soziale Netzwerke für Umsteiger

Nicht erst seit dem letzten Datenschutzskandal von Facebook fragen sich viele Nutzer, ob sie das Soziale Netzwerk lieber verlassen sollten. Wir stellen mögliche Facebook-Alternativen vor.

Der Zugriff der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica auf über 50 Millionen Nutzer-Konten von Facebook hat große Aufmerksamkeit erregt. Schließlich sollen mithilfe der Daten die US-Bürger so beeinflusst worden sein, dass sie Donald Trump zum US-Präsidenten wählten. Aber nicht nur die Konten US-Amerikanischer Nutzer waren betroffen, sondern auch die Daten von rund 310.000 deutschen Nutzern.

Nutzer, die Facebook verlassen möchten, stellen sich die Frage nach möglichen Facebook-Alternativen. Soziale Netzwerke gibt es einige, aber nicht alle bieten die Funktionen von Facebook. Interessant können sie dennoch sein. So bietet Twitter einen Microblogging-Dienst, um Nachrichten zu posten und von anderen zu Empfangen. Tumblr bietet eine Blogging-Plattform mit Chat sowie Funktionen zum Teilen von Links, Fotos und Videos. Xing und LinkedIn sind Netzwerke für berufliche Kontakte, aber nicht für den Austausch mit Freunden über Urlaub und Freizeit gedacht. Pinterest ist eine Online-Pinnwand zum Teilen von Bildern – und wem Instagram als Alternative einfällt, der sollte daran denken, dass der Dienst zu Facebook gehört.

Aber es gibt weitere Alternativen zu Facebook. Manche scheinen schon längst vergessen zu sein, obwohl sie noch vor rund zehn Jahren sehr populär waren. Die Rede ist hier von den Plattformen StudiVZ und MeinVZ, die vom selben Anbieter aus Berlin stammen. Der eine oder andere wird gewiss noch einen Account dort besitzen, denn im letzten Jahrzehnt war es für Studenten nahezu Pflicht, auf StudiVZ aktiv zu sein. Wer sich wieder einloggt, wird sich gleich heimisch fühlen, denn am Design scheint sich nichts verändert zu haben.

Facebook Alternativen (16 Bilder)

Im Februar 2018 wurde Vero als soziales Netzwerk sehr beliebt. Denn der Dienst verspricht keine Werbung und will seinen Nutzern mehr Authentizität geben, die auch Banales und nicht nur Interessantes teilen sollen.

Optisch moderner kommt Google+ daher, das als Reaktion auf Facebook entstand. Der Vorteil bei Google+ ist, dass viele einen Google-Account haben dürften, da dieser auch für Google Play, Google Docs und Google Drive gilt. Wer mit Blick auf den Datenschutz Facebook verlassen will, würde allerdings von einer "Datenkrake" zur anderen wechseln. Zudem ist Google ebenfalls in den USA ansässig. Und: obwohl der Dienst mit großen Zielen gestartet wurde, verzeichnet er heute kaum noch Aktivität.

Komplett werbefrei will das Soziale Netzwerk Vero sein. Perspektivisch soll der Dienst kostenpflichtig werden, aber noch ist die Anmeldung kostenlos - und wer sich kostenlos angemeldet hat, soll Vero auch in Zukunft kostenlos weiternutzen dürfen. Mit der Vero-App für Android und iOS lassen sich nach einer Registrierung mit der eigenen Handynummer Bilder, Texte, Links und Musik von iTunes mit Freunden teilen.

Wer nicht unbedingt mit der ganzen Welt befreundet sein muss, kann nebenan.de nutzen. Das Social-Media-Netzwerk aus Deutschland richtet sich an jene, die ihre Nachbarn kennenlernen wollen. nebenan.de ermöglicht Nachbarschaftshilfe und bietet eine lokale Kommunikations-Plattform. Dabei soll der Kontakt zwischen den Nachbarn nicht nur auf das Internet beschränkt sein, sondern zu persönlichen Treffen führen. Anonym ist man bei nebenan.de allerdings nicht – ganz im Gegenteil. Der Dienst überprüft die Adresse nach der Anmeldung, damit nur reale Nachbarn miteinander in Kontakt treten. Der Anbieter wirbt mit seinem Datenschutz, der deutsches Recht erfüllen muss, da nebenan.de seinen Sitz in Berlin hat.

Bei unserer Recherche stießen wir noch auf die Sozialen Netzwerke Twoo und Tagged. Beide Dienste erinnern an Dating-Plattformen, denn nach dem Login bekommt man als Mann in erster Linie Frauen vorgeschlagen. Twoo hat hat im Vergleich zu Tagged seinen Sitz nicht in den USA, sondern in Belgien und untersteht damit ab Ende Mai 2015 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU. Kostenlos sind bei beiden Netzwerken nur die Basisfunktionen, die sich kostenpflichtig erweitern lassen.

Die eben vorgestellten Netzwerke stehen unter voller Kontrolle ihrer Anbieter, sodass deren Nutzer auf den korrekten Umgang mit den Daten vertrauen müssen.

Alternativ gibt es aber auch freie Soziale Netzwerke, die nicht an einen Anbieter gebunden sind. Sie basieren auf Open-Source-Software, die jeder auf seinem Server betreiben kann, sodass ein dezentrales Netzwerk entsteht. Nutzer, die selbst keinen Server betreiben wollen, können sich bei einem der Anbieter registrieren, um Teil des Netzwerkes zu werden.

diaspora* ist ein dezentrales Soziales Netzwerk, das dem Funktionsumfang von Facebook nahe kommt. Jeder kann sich die Open-Source-Software herunterladen und einen eigenen Diaspora-Server betreiben – einen sogenannten Pod. Von diesen gibt es mittlerweile einige, die in einer Link-Liste aufgeführt sind. Nutzer können sich einen Pod aussuchen und sich bei diesem registrieren. Dass der Datenschutz bei diaspora* eine Rolle spielt, sieht man beim Erstellen eines Kontos, da E-Mail-Adresse, Benutzername und Kennwort genügen. Die eigene Identität wird nicht Preisgeben, da keine Klarnamen-Pflicht besteht und keine Telefonnummer verlangt wird. Dies entbindet natürlich nicht von der Pflicht, sich anständig gegenüber anderen zu benehmen und nichts Rechtswidriges zu tun.

Open-Source-Alternativen zu Facebook (21 Bilder)

diaspora* ist ein dezentrales soziales Netzwerk, das ähnliche Funktionen wie Facebook bietet. Die Software ist Open Source und lasst sich auf dem eigenen Server installieren. Alternativ kann man ...

Die Microblogging-Dienste friendica, Mastodon und GNU social sind wie dispora* dezentral über mehrere Server verteilt und nutzen ebenfalls Open-Source-Software. Nachrichten lassen sich bei ihnen um Fotos und Links ergänzen. Und wie bei diaspora* ist für die Registrierung keine Handynummer erforderlich.

Für die Kommunikation mit Freunden und Gruppen bietet movim eine dezentrales, freies, Soziales Netzwerk. Hier gibt es ebenfalls mehreren Server und die Open-Source-Software für das Soziale Netzwerk lässt sich auf dem eigenen Server installieren. Die vorhandenen Pods erlauben ein anonyme Anmeldung und neben dem Browser lassen sich Chat-Clients sowie die angebotene Android-App nutzen.

Egal welches Netzwerk Sie sich aussuchen, ein Blick in die Nutzungsbedingungen ist eigentlich immer Pflicht. Allerdings ist es ein Qual, sich durch die umfangreichen Texte zu arbeiten, die zudem hin und wieder geändert werden.

Wer Wert auf einen guten Datenschutz legt, sollte Dienste aus Deutschland beziehungsweise der EU nutzen, die an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union gebunden sind. Allerdings können Sie auch selbst etwas für den Schutz Ihrer Daten tun. Denn schließlich ist niemand verpflichtet, viele Informationen über sich zu posten. Denn was mit mit Freunden geteilt wird, kann auch der Plattform-Betreiber lesen und analysieren.

Dies ist selbst dann der Fall, wenn die Daten verschlüsselt übertragen werden. Denn auf dem Server liegen sie durchaus unverschlüsselt - und wenn sie doch verschlüsselt sind, aber der Hersteller den Schlüssel hat, kann er die Daten entschlüsseln und lesen. Wie der Datenschutzskandal bei Facebook zeigt, muss man durchaus damit rechnen, dass die eigenen Daten an Dritte weitergeben werden. Dieses können sowohl Behörden als auch Unternehmen sein, zum Beispiel aus den Bereichen Daten-Analyse und Marketing.

Wie unsere Übersicht zeigt, mangelt es nicht an Alternativen zu Facebook, um Fotos, Links, Videos, Musik und Nachrichten mit Freunden zu teilen. Dennoch ist der Wechsel schwer, da sich Facebook im Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Netzwerk entwickelt hat, das neben Millionen von Nutzern auch Unternehmen sowie Medien für Werbung, Kundenkommunikation und Nachrichten nutzen.

Allerdings ist ein Abwandern von Nutzern möglich, wie StudiVZ, MeinVZ und MySpace zeigten. Denn vor zehn Jahren waren sie die großen Sozialen Netzwerke in Deutschland, bevor ihre Nutzer zu Facebook wechselten. Es muss aber jemand den ersten Schritt wagen.

Wer nicht auf bestehende Follower Rücksicht nehmen muss, hat es einfacher, das Soziale Netzwerk zu wechseln. Die Freunde lassen sich entweder direkt über den neuen Dienst einladen oder über alternative Wege wie Telefon oder E-Mail. Schließlich lebt ein Soziales Netzwerk durch die Freunde, mit denen man unter anderem über Spiele, Sport, Freizeit und Privates reden will.

Facebook ist zur Zeit das größte Soziale Netzwerk auf der Erde und bietet viele Funktionen. Diesbezüglich haben die Facebook-Alternativen noch das Nachsehen. Dennoch sind die Alternativen wie diaspora*, mastodon, GNU social, friendica, movim, nebenan.de oder Vero einen Blick Wert. Das Registrieren ist einfach und bei den Netzwerken, die auf Open-Source-Software basieren, auch anonym.

Besonders interessant fanden wir bei unserer Recherche die freien Sozialen Netzwerke auf Open-Source-Basis, die dezentral über mehrere Server und Anbieter verteilt sind. Denn hier ist ein Nutzer nicht an einen einzelnen Betreiber gebunden und könnte gegebenenfalls zu einem anderen wechseln, ohne das Soziale Netzwerk zu verlassen.

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