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Die besten Konsolen-Emulatoren

Super Nintendo, Playstation, Gameboy und Co auf PCs, Macs und Android emulieren

Viele begeisterte Zocker haben mit Spiele-Konsolen wie dem Super Nintendo, Gameboy oder Sega Mega Drive ihre ersten Daddel-Erfahrungen gesammelt. Mit Emulatoren erweckt man diese und weitere beliebte Systeme auch auf PCs und Android-Geräten zum Leben. Wir haben uns die besten Emulatoren angesehen und erläutern, worauf beim Download von Spielen zu achten ist.

Mit Emulatoren kann man nicht nur Android-Apps auf Windows, Mac und Linux nutzen, sondern auch alte Spiele-Schätzchen für MS-DOS oder Konsolen auf modernen Rechnern oder gar dem Smartphone zocken. Selbst die aus Spielhallen bekannten Arcade-Automaten lassen sich damit nach Hause holen – oder zumindest die Spiele, die darauf liefen. Besonders beliebt sind Spiele-Emulatoren für klassische Handhelds und Heimkonsolen wie GameBoys, dem Nintendo 64 oder frühe Generationen der Sony Playstation. Wir haben uns viele der Emulatoren etwas genauer angesehen und zeigen euch in unserer Bilderstrecke, welche Systeme sich auf welchen Plattformen emulieren lassen, welche Funktionen die Emulatoren bieten und welche Einschränkungen man in Kauf nehmen muss.

Emulatoren bilden Hardware in Form von Software nach. So wird etwa der Hardware-Aufbau eines GameBoys innerhalb einer Software-Umgebung nachgeahmt, in die man Daten von GameBoy-Cartridges – sogenannte ROMs – laden kann. Ziel der Emulatoren-Entwicklung ist es meist, die Leistung und das Spielgefühl der Original-Konsole so genau wie möglich wiederzugeben. Nicht selten wird jedoch nur ein Hardware-Grundgerüst nachgeahmt – häufig gerade genug, um möglichst viele der populärsten Games stabil emulieren zu können. Diese Teil-Emulationen sind jedoch oft ein Grund für Fehler zum Beispiel bei der Darstellung. Ein vermeintlicher Bug in einem Game kann also durchaus an einem unpräzise programmierten Emulator liegen und nicht am Spiel oder dessen ROM-Datei.

An Konsolen aus den 80ern und 90ern heranzukommen ist nicht einfach und sehr kostspielig. Emulatoren sind eine preiswerte und komfortable Alternative, um die Spiele von damals weiter am Leben zu halten. Ein weiterer Vorteil gegenüber den Hardware-Originalen ist die Modifizierbarkeit von Spieldaten – so gibt es für einige Emulatoren-Spiele unter anderem Bugfixes und Übersetzungen, auf die Spieler des Originals verzichten müssen. Vielen Spielen kommt außerdem die Grafik-Power moderner PC-Systeme zu Gute, die mit Shadern, Kantenglättung und höheren Auflösungen für verbesserten Augenschmaus sorgen können. Teils bieten Emulatoren Online-Mehrspieler-Modi – etwa durch Simulation des GameBoy-Link-Kabels – oder Zustandsspeicher-Funktionen. Letztere erlauben das Speichern eines Spielstandes zu jeder Zeit, sodass man sich nicht mehr auf die spielinterne Speicherfunktion der Originalspiele verlassen muss – die nicht selten unpraktisch oder zumindest umständlich ist.

Jedoch ist auch nicht alles Gold, was emuliert. Neben der erwähnten rechtlichen Grauzone bei ROM-Downloads legen sich dem Emulator-Zocker hier und da weitere Stolpersteine in den Weg. So benötigen Emulatoren eine verhältnismäßig hohe Rechenleistung, damit alles ruckelfrei läuft und das Original-System "authentisch" abgebildet werden kann. Das betrifft nicht nur die Emulation neuerer Konsolen, sondern macht sich auch bei Emulation älterer Geräte bemerkbar. So benötigt der sehr authentische SNES-Emulator bsnes mindestens einen Core i7 mit 3GHz, für einige Ausnahme-Spiele sogar mehr. Wollte man ein anspruchsvolleres System wie eine Playstation 4 oder eine Xbox One emulieren, wären selbst moderne Rechner noch zu schwach. Aus diesem Grund legen viele Emulatoren mehr Wert darauf, "einfach nur" möglichst viele der für das jeweilige System beliebten Spiele zu emulieren – oder einige wenige besonders stabil.

Authentizität bedeutet bei Emulatoren also pauschal stets hohe Hardware-Anforderungen. So muss jeder selber entscheiden, ob das Zocken an sich wichtig ist, oder ob es denn auch wirklich der genaue Look & Feel des Konsolen-Originals sein muss. Ein Beispiel: Ältere Spiele wirken aufgrund der Pixel-Technologie moderner Bildschirme meist wesentlich kantiger und hässlicher, als sie es auf alten Röhren-Bildschirmen taten – diese basierten schließlich auf einer Abtastung per Bildzeile und nicht per Pixel. Um diese Retro-Ästhetik – die in dieser Hinsicht paradoxerweise schöner ist als die höher aufgelöste Emulation – auf modernen Systemen für das Auge gut verdaulich wieder zum Leben zu erwecken, sind zusätzliche Grafik-Elemente wie Shader vonnöten. Dies führt letztendlich wieder zu höheren Hardware-Anforderungen.

Je älter das emulierte System ist, desto mehr und stabilere Emulatoren lassen sich dafür finden. Daher zählen zu den stabilsten Emulatoren unserer Galerien etwa Nestopia Undead Edition, der die NES-Konsole emuliert, der SNES-Emulator Snes9x sowie Gambatte für GameBoy- und GameBoy-Color-Fans. Für nachfolgende Nintendo-Generationen wie den Nintendo DS oder die Wii gibt es zum Beispiel DeSmuME oder Dolphin.

In vielen Emulatoren lassen sich umfangreiche Einstellung vornehmen, was zum Zocken der Spiele oft auch notwendig ist. Gerade einige der Playstation-Emulatoren – allen voran etwa der PS2-Emu PCSX2 – bieten viele Einstell-Möglichkeiten, erfordern jedoch auch, dass man sich tiefgehender mit ihnen auseinandersetzt. Hat man das einmal getan, wird man aber auch meist mit einem Performance-Schub belohnt. Ähnliches gilt auch für einige andere Kandidaten unserer Bildergalerie. So kann man beispielsweise einigen der N64-Emulatoren, etwa Project64 und Mupen64Plus AE, durch entsprechende Plug-ins und High-Res-Texturen zu hübscherer Spielgrafik verhelfen – letzterem sogar auf Android-Geräten. Gerade die Emulator-Community der populären N64-Konsole ist hier besonders aktiv und bietet viele Daten kostenlos im Netz an.

Neben Emulatoren für die klassischen Geräte – also Handhelds oder Spiele-Konsolen – lassen sich auch andere Plattformen auf modernen Systemen abbilden. Möchte man beispielsweise verschiedene Retro-Adventures zocken, kann man entweder Glück haben und sie wurden wie viele unserer Lieblings-Retro-Games und Spiele-Klassiker auf moderne Systeme angepasst, oder man bringt sie in einem Emulator zum Laufen. Für viele ältere Games ist etwa DosBox Voraussetzung – gerade viele ältere Point-&-Click-Abenteuer aus dem Hause Lucas Arts lassen sich jedoch auch mit ScummVM spielen. Technisch gesehen ist dieses Programm zwar kein Emulator, sondern ein Interpreter, weshalb wir es nicht gesondert in unserer Bilderstrecke vorstellen; am Ende kommt es für den Nutzer aber fast auf das Gleiche hinaus. Ein besonderer Emulator, der in unserer Galerie nicht aufgeführt ist, ist MAME (Multiple Arcade Machine Emulator): mit diesem lassen sich Games zocken, die die Älteren unter uns noch aus Spielhallen-Zeiten und von Arcade-Automaten kennen – und das, ohne 50 Pfennig für ein weiteres Spiel einwerfen zu müssen.

Moderne Smartphones und Tablets haben häufig weit mehr Leistung, als es die Konsolen früher hatten. Das macht sie zur idealen Möglichkeit, Emulatoren auch unterwegs zu nutzen. Der SNES kommt mit Snes9x EX+ auf das Android-Gerät, mit Mupen64Plus AE kann man auch N64-ROMs unterwegs zocken. Wer ein paar Euro übrig hat, kann mit DraStic DS Emulator auch Nintendo DS-Games auf Android starten oder mit ePSXe im Zug Playstation spielen. Darüber hinaus ist noch RetroArch hervorzuheben. Dies ist eine einheitliche, vielseitige Oberfläche, die nicht nur viele Systeme emuliert, sondern ebenfalls auf vielen Systemen lauffähig ist – unter anderem auch auf Android-Geräten. Alle in der Galerie vorgestellten Emulatoren liefern ein virtuelles Gamepad gleich mit, aber nicht jedes Spiel lässt sich sinnvoll damit steuern. Abhilfe schaffen zum Beispiel Bluetooth-Gamepads – oder man greift gleich zu einem Gaming-Tablet mit eingebauten Steuerungstasten. Die meisten mobilen Emulatoren speichern das gerade laufende Spiel ab und pausieren es, sodass Anrufe oder ähnliches die Highscores nicht in Gefahr bringen. eingehtiOS-Geräte müssen bei der Konsolen-Emulation ohne Workarounds leider draußen bleiben, da Apple keine Emulatoren im App-Store zulässt. Auf die Besonderheiten der Mobilversionen verschiedener Emulatoren gehen wir in der Bildergalerie ein.

Ein Emulator selbst ist nur die halbe Miete: um ihn sinnvoll zu nutzen, benötigt man auch entsprechende Spiele, die darauf laufen. Während die Emulatoren die jeweiligen Konsolen repräsentieren, finden sich dazu passende Spiele in Form von ROM-Dateien oder ISO-Images. In diesen Dateien ist genau das gespeichert, was sich bei den Original-Spielen auf den Spiel-Modulen, Cartridges, CDs oder DVDs befindet. Weiterhin benötigen einige Emulatoren zusätzlich BIOS-Dateien, die quasi das Betriebssystem zur jeweils emulierten Hardware bilden. In den Weiten des Internets finden sich viele Webseiten, auf denen sich sowohl BIOS-Dateien als auch ROMs und ISOs finden. Bei der Nutzung solcher Seiten ist jedoch Vorsicht geboten: die Spielen und BIOS-Daten sind so gut wie immer Kopien von urheberrechtlich geschütztem Material, das zu verbreiten strafbar ist. Der Download dieser Daten fällt zumindest in eine rechtliche Grauzone.

Besitzt man die originalen Konsolen und Spiele, dann kann man sich theoretisch mit entsprechender Copier-Hardware legal Privatkopien aller Daten erstellen und diese dann in entsprechenden Emulatoren verwenden. Dieser Vorgang ist jedoch komplex und aufwendig. Sogar das Kopieren von selbst gekauften Spiele-CDs, wie es sie etwa für die Playstation oder Dreamcast-Konsolen gibt, ist nicht durch einfaches Rippen auf dem PC möglich.

Auf Spielspaß alter Schule verzichten muss man trotzdem nicht, denn die sogenannte Homebrew-Szene stellt auf diversen Websites selbstkreierte Spiele-ROMs für viele Emulatoren zum Download bereitstellt – eine der populärsten und ergiebigsten ist PDRoms.de. Viele dieser kostenlosen Games sind beliebten Originalen wie Super Mario nachempfunden und dürfen im Gegensatz zu den Originalspielen frei verbreitet und heruntergeladen werden.

Wir wünschen viel Spaß beim Retro-Zock!

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