Artikelbild mit Screenshot-Eindrücken von Dreamhost Remixer
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DreamHost Remixer im Test: Websites per KI-Chat

Unsere Erfahrungen mit DreamHost Remixer

Der US-Hoster DreamHost hat mit dem DreamHost Remixer einen KI-gestützten Website-Baukasten im Angebot – und der funktioniert erstaunlich gut.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • DreamHost Remixer erzeugt komplette, responsive Websites inklusive Texten und Bildern direkt aus einfachen Text- oder Spracheingaben.
  • Über ein integriertes Vorschau-Fenster und eine Zeige-Funktion („Cursor“) lassen sich einzelne Elemente per Klick markieren und durch die KI überarbeiten.
  • Alternativ steht für Anpassungen ein klassischer, manueller Editor zur Verfügung, der keine KI-Credits verbraucht.
  • Erweiterungen wie Webshops oder Buchungssysteme werden über externe Partner wie Stripe oder Shippo eingebunden.

Mal eben schnell eine Website erstellen: Wo vor wenigen Jahren noch Homepage-Baukästen den schnellen Einstieg auch für Unerfahrene ermöglichten, helfen jetzt bei vielen Hostern KI-Chatbots dabei, optimale Ergebnisse zu erzielen. So auch beim US-Hoster DreamHost, der mit Remixer* einen ganz eigenen Ansatz für die KI-basierte Website-Erstellung verfolgt: Aus einfachen Texteingaben sollen mit seiner Hilfe Websites und sogar Web-Apps erstellt werden können.

Warum nicht einfach via ChatGPT, Claude oder Gemini? Ganz einfach: Die großen Mainstream-LLMs sind zwar grundsätzlich in der Lage, Websites zu erstellen. Allerdings geben sie in der Regel einfach nur HTML-, PHP-, CSS- oder JS-Code aus, der wiederum per Text-Editor in HTML/PHP-Dateien eingepflegt und anschließend per FTP oder SSH händisch auf den Server geladen werden muss.

Website-Erstellung per KI-Chat

Wenn Sie bei all den technischen Abkürzungen ausgestiegen sind, gehören Sie zur Zielgruppe von DreamHost Remixer und vergleichbaren Tools. Die schließen die Lücke zwischen den Standard-KI-Helfern und den klassischen Website-Baukästen. Als spezialisierte KI-Systeme befreien sie Nutzer nämlich von der lästigen Code-Basis.

So reichen bei DreamHost Remixer tatsächlich wenige Worte, um einen ersten Entwurf einer kompletten Website zu erstellen. Das Grundgerüst erzeugt man per Chat-Fenster oder Spracheingabe und Vorschau-Funktion. Das Ergebnis kann anschließend mithilfe der KI ganz nach den eigenen Vorstellungen angepasst werden.

DreamHost Remixer im Praxis-Test


Die Bedienoberfläche von Remixer unterteilt sich in ein Chat-Fenster sowie ein Vorschau-Fenster, in dem die Ergebnisse angezeigt werden. Der Chat besitzt es auch eine Upload-Funktion sowie die Möglichkeit, per Spracheingabe mit dem KI-Tool zu kommunizieren. Letzteres ist zum Testzeitpunkt bei Website-Baukästen eher noch eine Ausnahme. Die Spracherkennung funktioniert jedoch gut und die KI versteht, was gemacht werden soll.

Bereits mit einem Satz wie "Erstelle eine neue Portfolio-Website für mich", ergänzt um Infos zur alten Website, konnten wir im Handumdrehen eine ansprechende neue Portfolio-Website generieren. Je konkreter die Anweisung, desto besser, denn die Credit-Uhr tickt mit jeder Anfrage.

Benutzeroberfläche der Software Dreamhost Remixer

(Bild: Screenshot)

Praktischerweise ist DreamHost Remixer in der Lage, sich andere Websites als Vorbild zu nehmen: Nutzer können dem Tool vorgeben, sich am Design einer Website XY zu orientieren. Zudem holt sich Remixer automatisch Infos von Websites, die bereits bestehen. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn Portfolio-Seiten überarbeitet werden sollen.

Remixer ist nicht der schnellste Vertreter seiner Art, das Umsetzen der Anfragen kann einige Minuten dauern. Die Ergebnisse können sich aber sehen lassen: Je präziser die Angaben durch den Nutzer, desto treffsicherer erstellt Remixer die gewünschte Seite, und das inklusive Website-Texten und KI-generierten Bildern, die kaum als solche zu erkennen sind.

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Ansprechende Websites von der KI

Gefällt der erste Entwurf nicht? Dann lässt sich der Entwurf einfach per Prompt löschen und das Tool fragt nach, welche Art von Redesign gewünscht ist. Unbedarfte Neulinge werden hier vermutlich nicht immer treffsicher agieren. Wer allerdings ein paar Standard-Fachbegriffe wie „One-Pager“ oder „Minimalistisch“ und Schriftart-Angaben in den Ring wirft, erhält erstaunlich schnell ausgesprochen ansprechende und modern anmutende Ergebnisse. Die sind standardmäßig responsiv, passen sich also fließend der Größe des Browser-Fensters an.

Benutzeroberfläche der Software Dreamhost Remixer

(Bild: Screenshot)

Wie bei allen KIs gilt gleichwohl das GIGO-Prinzip: Garbage in, Garbage out – wer schlechte, missverständliche oder widersprüchliche Anweisungen in den Chat eingibt, wird bestenfalls zufällig die gewünschten Ergebnisse erzielen. Es ist also sinnvoll, zumindest ganz grundlegende Kenntnisse von Design, Schriftarten und Websites zu haben. In jedem Fall spart es Erklär-Arbeit, etablierte Fachbegriffe zu kennen.

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Kritik mit dem Zeigestock üben

Bei allem Lob ist auch DreamHost Remixer nicht ohne Tadel. In seltenen Fällen scheint sich die KI bei Bildern und grafischen Elemente zu verrechnen, auch die Übersetzungen bilden in seltenen Fällen kuriose Neologismen. Davon abgesehen kommt es vor, dass die KI objektiv korrekte und ansprechende Ergebnisse liefert, die dem Geschmack des Users in dieser Form aber trotzdem nicht entsprechen. Fairerweise kann dies auch mit einem menschlichen Designer passieren, wenn man keine konkreten Anweisungen gibt.

Als Hilfsmittel für diese Fälle stellt der DreamHost Remixer den sogenannten Cursor bereit. Mit dessen Hilfe zeigt man der KI Elemente, die verändert werden sollen. Das KI-generierte Logo gefällt nicht? Schnell anklicken und der KI sagen, dass sie es überarbeiten soll. Ein optisches Element stört? Statt der KI umständlich zu erklären, welches das sein soll, hilft ein Klick und die KI weiß, was zu tun ist. Im Test empfanden wir die Funktion als ausgesprochen praktisch.

Manuelle Website-Bearbeitung ohne Credits

Die etwas undurchsichtige Credits-Berechnung ist leider ein Minuspunkt: Abhängig von der Komplexität einer Aufgabe werden von der KI mehr oder weniger Credits verbraucht. Sind keine Credits mehr übrig, kann man monatlich einmal ein Paket nachkaufen. Alternativ bearbeitet man die Website mit dem manuellen Editor weiter, der sich wie ein klassischer Homepage-Baukasten verhält und keine Credits verbraucht.

Benutzeroberfläche der Software Dreamhost Remixer

(Bild: Screenshot)

Nutzer sind in diesem Modus nicht komplett frei: Die Grundstruktur der per KI erstellten Website bleibt erhalten. Dennoch können die meisten Elemente bearbeitet, angepasst, ergänzt und entfernt werden. Die Bedienung ist wie von entsprechenden Editoren gewohnt nicht immer übersichtlich, aber funktional und umfangreich. Zum Sparen von Credits oder wenn eine Erklärung für die KI zu umständlich erscheint, ist das Tool auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung.

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Shopfunktionen, Formulare und Datenbanken

Wie jeder guten Homepage-Baukasten erlaubt auch Remixer die Erstellung von Webshop- und Buchungssystem-Elementen. Die stammen allerdings nicht von DreamHost selbst, sondern werden per API von Stripe und Shippo eingebunden, wofür zusätzliche Accounts und gegebenenfalls Kosten anfallen. Eine Lösung direkt bei DreamHost gibt es an dieser Stelle nicht. Dafür unterstützt die DreamHost-KI aber beim Erstellen mehrstufiger Prozesse, die etwa Anmelde- oder Bestellformulare sowie den Versand von Bestätigungsmails umfassen.

Benutzeroberfläche der Software Dreamhost Remixer

(Bild: Screenshot)

Zudem gibt es die Möglichkeit, händisch Datenbanken zu erstellen. Mittels sogenannter Buckets können auch Dateispeicher eingerichtet werden, die mittels Quota in ihrer Größe begrenzt und mittels Public- beziehungsweise Private-Schalter öffentlich oder privat geschaltet werden können.

Remixer-Tarife: Abo-Kosten, Credits und 30 Tage Gratis-Test

Online geht die eigene Site, sobald sie fertig ist, im Rahmen des Remixer-Tarifmodells. Das kostet 9,99 Euro pro Monat im Jahresabo oder 14,99 Euro bei monatlicher Buchung. Inklusive sind monatlich 1.000 KI-Credits für die Website-Entwicklung, das komplette Hosting, ein weltweites Content-Delivery-Network (CDN) für die schnelle Website-Auslieferung sowie SSL-Verschlüsselung. Zudem gibt es im ersten Monat als Anschubhilfe 1.000 Extra-Credits, was sinnvoll ist, da die Website ja zunächst entwickelt und später vor allem gepflegt werden muss. Angaben zu Speicherplatz oder der zugrundeliegenden Technik macht DreamHost nicht. Bei Fragen und Problemen gibt es 24/7 Support via Chat und E-Mail.

Schön: Nutzer können den KI-Baukasten nach Registrierung zunächst 30 Tage gratis ausprobieren, 1.000 KI-Credits sind kostenlos dabei. Die Credit-Verrechnung ist nicht ganz durchsichtig, doch die KI-Einheiten werden relativ schnell verbrannt – es lohnt sich also, schon im Vorfeld möglichst konkret zu wissen, wie die Website aussehen soll.

Erst wenn die Website live geht, fallen die Tarife für Remixer-Hosting an. Eine Domain ist nicht inklusive, für einen professionellen Auftritt aber natürlich sinnvoll; die Website kann aber zunächst auch mit einer Remixer.ai-Subdomain live geschaltet werden. Der im Tarif ebenfalls fehlende E-Mail-Service kann zum Testzeitpunkt bequem ab 1,69 Euro / Monat dazu gebucht werden. Alternativ erlauben inzwischen auch viele Freemail-Dienste wie Apples iCloud oder Googlemail die Einbindung von Domains von Drittanbietern.

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DSGVO und CLOUD-Act

DreamHost ist ein US-amerikanisches Unternehmen und unterliegt damit – wie jeder Anbieter mit Hauptsitz in den USA – dem US CLOUD Act. Dabei geht DreamHost mit Behördenanfragen zur Herausgabe von Daten transparent um und hat die Privatsphäre seiner Nutzer bereits nachweislich gegen unberechtigte Übergriffe verteidigt. Bekannt ist etwa, dass das Unternehmen gerichtlich gegen die US-Regierung vorging und Recht erhielt, als Behörden Aufzeichnungen über 1,3 Millionen Besucher der Website eines Kunden forderten.

Ein DSGVO-konformer Betrieb ist trotz Infrastruktur in den Vereinigten Staaten von vornherein integriert und kein nachträglicher Einfall: Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) von DreamHost – einschließlich der EU-Standardvertragsklauseln – gilt automatisch als Teil der allgemeinen Geschäftsbedingungen, ohne dass ein separater Antrag oder eine Unterschrift erforderlich ist. Zudem weitet DreamHost seinen DSGVO-Schutz nach eigenen Angaben auf alle Kunden weltweit aus.


Fazit: Gut gemachter KI-Baukasten mit kleinen Schwächen

Insgesamt macht DreamHost Remixer als KI-gestützter Website-Baukasten einen ausgesprochen guten Eindruck: Die KI ist clever und kennt sich ganz offensichtlich mit Webdesign aus, denn die Ergebnisse können sich schon bei ersten Versuchen durch ungeübte User sehen lassen. Damit ist Remixer vor allem für Portfolio-Websites, digitale Visitenkarten oder Websites für kleine Unternehmen (z.B. Handwerksbetriebe) eine gute Wahl.

Schön ist die Möglichkeit, die Wünsche auch einfach per Spracheingabe umzusetzen. Elemente oder das gesamte Design ändert die KI bei Bedarf zielsicher. Lobenswert sind auch die hohe Qualität der KI-Bilder sowie die Möglichkeit, bei Bedarf auf manuelle Bearbeitung umzuschalten, was Credits spart.

Leider sind Shop- und Buchungsfunktionen nur über kostenpflichtige Drittanbieter möglich. Das Tarifmodell ist im Vergleich zum Mitbewerb fair, auch wenn die Berechnung der KI-Credits ein wenig undurchsichtig ist und diese insbesondere im Testmodus schnell aufgebraucht sind. Schön wäre zudem, wenn sich Credits beliebig nachkaufen ließen. Nutzer, die wissen, was sie wollen, können aber schon mit geringem Credit-Einsatz erstaunlich ansprechende Ergebnisse erzeugen.


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Redaktion & Aktualisierung: heise download

Weiterlesen: Der eigene Web-Auftritt - Homepage-Baukästen im Vergleich

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