DreamHost VPS Hosting im Test: Virtueller Server für alle Fälle
Unsere Erfahrungen mit dem VPS-Hosting von DreamHost
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VPS-Hosting ist so eine Sache: Normalerweise haben Nutzer die Wahl zwischen virtuellen privaten Servern mit vollem Root-Zugriff – oder Managed-VPS-Servern, bei denen für jede winzige Änderung der Support gerufen werden muss. Gerade im professionellen Kontext kann das lästig sein: Managed VPS sind für viele Anwendungen zu eingeschränkt, Root-VPS zu unkomfortabel.
Der US-Hoster DreamHost hat für dieses Dilemma eine interessante Lösung gefunden: DreamHost VPS* ist zwar im Kern ein Virtual Private Server mit Root-Zugriff. Doch der Hoster hat eine praktische Konfigurations-Bibliothek an Bord, die verschiedene Dienste und Betriebssysteme beinhaltet. Mit deren Hilfe ist der VPS binnen weniger Minuten für einen spezifischen Anwendungszweck installiert, etwa als Linux-Server, LAMP-Stack, Datenbank-Server oder OpenClaw-Instanz. Das sorgt für Komfort – und Root-Zugriff für den Einsatz bei Entwicklern oder Web-Profis. Und das mit einem hohen Anspruch auf Leistung.
DSGVO und CLOUD-Act
DreamHost ist ein US-amerikanisches Unternehmen und unterliegt damit – wie jeder Anbieter mit Hauptsitz in den USA – dem US CLOUD Act. Dabei geht DreamHost mit Behördenanfragen zur Herausgabe von Daten transparent um und hat die Privatsphäre seiner Nutzer bereits nachweislich gegen unberechtigte Übergriffe verteidigt. Bekannt ist etwa, dass das Unternehmen gerichtlich gegen die US-Regierung vorging und Recht erhielt, als Behörden Aufzeichnungen über 1,3 Millionen Besucher der Website eines Kunden forderten.
Ein DSGVO-konformer Betrieb ist trotz Infrastruktur in den Vereinigten Staaten von vornherein integriert und kein nachträglicher Einfall: Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) von DreamHost – einschließlich der EU-Standardvertragsklauseln – gilt automatisch als Teil der allgemeinen Geschäftsbedingungen, ohne dass ein separater Antrag oder eine Unterschrift erforderlich ist. Zudem weitet DreamHost seinen DSGVO-Schutz nach eigenen Angaben auf alle Kunden weltweit aus.
Tarife mit Mehrwert und Neukunden-Rabatten
Technisch basieren alle VPS auf dem gleichen Prinzip: Die Server sind, wie der Name sagt, virtuell, laufen also als virtuelle Maschinen auf übergeordneter physischer Hardware. DreamHost setzt auf KVM-Virtualisierung sowie Docker-Container und legt Wert auf gute Hardwarequalität. So nutzen die VPS-Maschinen immer AMD EPYC-Kerne und laufen auf schnellem NVMe-Speicher. Außerdem garantiert DreamHost eine 100-prozentige Uptime. Für etwaige Ausfälle würde man demnach in Form von Preisnachlässen kompensiert.
DreamHost bietet interessante Tarifmodelle für jeden Einsatzzweck.
(Bild: Screenshot)
Preislich liegt DreamHost auf den ersten Blick eher auf höherem Niveau. Während einige Mitbewerber wie Netcup einfache VPS schon ab rund 6 € im Monat anbieten, kostet die günstigste DreamHost-Maschine mit 2 vCPUs und 4 GByte RAM – mehr als genug für mittelgroße Websites oder kleine Server-Projekte – bei monatlicher Zahlweise 15,99 €.
Allerdings lässt sich dieser Preis bei längeren Abonnements deutlich reduzieren: Für 10,99 € beim Zwei-Jahres-Abo liegt der Anbieter gleichauf mit großen Mitbewerbern wie IONOS und ist sogar günstiger als vergleichbare Angebote bei Hostinger. Neukunden erhalten für die erste Vertragslaufzeit zusätzliche Rabatte, sodass der günstigste Tarif im Zwei-Jahres-Abo bei monatlich 5,99 € startet.
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Tipp: Wer einen DreamHost-VPS bucht, kann von einem kleinen Tarif auch jederzeit in einen der größeren upgraden. Dies ermöglicht, zunächst günstig zu starten und den Tarif mit dem Projektwachstum zu skalieren. Umgekehrt geht das allerdings nicht.
Klein oder mächtig?
DreamHost hat insgesamt vier Standard-Konfigurationen im Angebot: Vom kleinen System mit 2 vCPUs und 4GByte RAM ("Stack 4") bis zum mächtigen „Stack 32“ mit 8 AMD-EPYC-Kernen, 32 GByte RAM und 450 GByte NVMe-SSD. Hier ist Platz auch für aufwendige Projekte. Weitere Aufrüstungen sind anschließend allerdings nicht möglich.
DreamHost bietet eine gute Auswahl vorkonfigurierter Software.
(Bild: Screenshot)
Schön auch: DreamHost versucht, anders als so mancher Mitbewerber, keine weiteren Upselling-Spielchen. Alle Server, egal welcher Leistungsklasse, sind funktional gleich. Und: Die Bandbreite wird gegenüber manch anderem Anbieter nicht beschränkt, DreamHost-Kunden erhalten mit ihrem VPS immer eine Traffic-Flatrate – ideal für Projekte, bei denen mit Traffic-Peaks gerechnet werden muss.
DreamHost VPS in der Praxis: Praktischer Installer
Schon beim Kauf können Kunden aus einer Vielzahl von Anwendungen wählen, darunter neben Ubuntu Linux etwa Alma oder Debian oder einen Anwendungs-Stack wie LAMP, N8N, Docker & Portainer oder Nextcloud. Ein-Klick-Installationen gibt es zudem für Dokploy, Supabase, Ghost, OpenClaw, Hermes Agent, Umami, Pelican Panel, Immich, Uptime Kuma und Paperclip. Möchte man sein Basissystem nachträglich ändern, dann bietet DreamHost hierfür inzwischen eine Neuinstallations- beziehungsweise Reset-Funktion an. Ursprünglich war ein Zurücksetzen nur über eine Kündigung und Neubuchung des Servers möglich, hier hat DreamHost also nachgebessert.
Anders als bei den Hosting- und WordPress-Tarifen gibt es keine Möglichkeit, einen Serverstandort in der EU zu wählen. Unser Test-Server wurde automatisch in der Region „US-East“, also Ashburn, Virginia, angelegt – hier ist aktuell die wohl größte Ballung an Rechenzentren weltweit.
Nach der Buchung ist der VPS nach wenigen Minuten einsatzbereit und kann sofort verwendet werden.
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Klassisches Linux-System
Im Kunden-Dashboard lassen sich alle Informationen über den Server übersichtlich abrufen. Im Tab „Server“ werden RAM- und CPU-Auslastung als Grafik angezeigt, im Reiter „App“ zeigt DreamHost alle wichtigen Login-Informationen sowie die ersten weiteren Setup-Schritte an. Der VPS – wir haben Ubuntu als Basis-Setup gewählt – ist von Grund auf sicher konfiguriert: Die ufw-Firewall ist vorkonfiguriert, fail2ban ist ebenfalls an Bord, Sicherheitsupdates werden – hier ist die Brücke zum Managed Server – automatisch eingespielt und es gibt seitens DreamHost einen DDoS-Schutz. SSH, git, curl, wget und alle nötigen Basis-Tools sind an Bord. Ansonsten handelt es sich um eine sehr basale Ubuntu-Installation ohne zusätzliche Software.
Gut: Bereits bei der Einrichtung ist es möglich, einen SSH-Key zu setzen, andernfalls kommt eine Benutzername-Passwort-Kombination zum Einsatz.
Per Terminal und SSH ist die Verbindung zum VPS dann schnell hergestellt und wie bei Servern üblich, kann nun die weitere Einrichtung beginnen. Genau deshalb empfehlen wir auch, zunächst Ubuntu (oder eine andere Linux-Distribution) aufzusetzen, statt der voreingestellten Betriebssystem-Pakete. Denn so ist sichergestellt, dass alles ganz genau nach Nutzerwunsch eingerichtet werden kann: OpenClaw etwa muss nicht als App-Image eingesetzt werden, sondern lässt sich problemlos mit einem einfachen Skript aufsetzen. Auch andere Standard-Server-Anwendungen wie ein LAMP-Stack oder Nextcloud sind via Terminal und SSH binnen kürzester Zeit installiert.
Flott und zuverlässig – aber mit Schleifchen
Im Test zeigte sich der VPS mittels Sysbench und speedtest-cli als solide und flott: Im Benchmark meldete unser „Stack 16“-System mit 4 vCPU AMD EPYC-Kernen, 16 GByte RAM und einer 250 GByte NVMe SSD 1488 Events per Seconds und ist damit für einen VPS sehr flott. Auch die Übertragungsleistung mit rund 1300 Mbit/s im Download und 553 Mbit/s im Upload belegen eine gute Anbindung des virtuellen Servers ans Rechenzentrum und ans Internet.
Anbindung und Geschwindigkeit des Servers sind hervorragend.
(Bild: Screenshot)
Ein Testlauf mit Yet-Another-Bench-Script (Yabs) bestätigte diese Ergebnisse und maß zum Internet-Knotenpunkt in Amsterdam sogar eine Verbindungsgeschwindigkeit von 2,69 Gbit pro Sekunde. Leider durch den Standort zum Preis einer gewissen Latenz: 80,2 ms lief der Ping nach Europa; immer noch ein guter Wert, aber ein Hosting direkt in Europa, sobald der Account in Europa registriert ist, wäre trotzdem wünschenswert: Bei Zielen innerhalb der USA lag der Wert deutlich niedriger und die Verbindungsgeschwindigkeit deutlich höher.
Im Betrieb fiel uns keine Beeinträchtigung durch diese Verzögerung auf, was aber nicht bedeutet, dass es sie nicht gibt. Gerade bei zeitrelevanten Anwendungen – etwa beim Betrieb als Gaming-Server – kann es daher sinnvoll sein, auf einen in Europa oder besser noch Deutschland hostenden Anbieter auszuweichen.
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Bedienung: Man sollte wissen, was man tut
Die Bedienung des VPS entspricht der von nicht gemanagten Servern bei anderen Anbietern: Ist der Server einmal aufgesetzt, ist der Anwender selbst für dessen Bedienung und Instandhaltung sowie Backups zuständig. Eine Backup-Funktion seitens DreamHost gibt es leider nicht. Hängt sich der Server auf, kann er via Kunden-Dashboard neu gestartet werden. Insgesamt sind die Verwaltungs- und Wartungsoptionen im Dashboard sehr dünn.
Die Serververwaltung im Dashboard ist spärlich.
(Bild: Screenshot)
Dementsprechend ist das Angebot nicht unbedingt für Einsteiger geeignet. Andere VPS-Hoster sind hier flexibler und bieten bessere Kontrollmöglichkeiten, insbesondere, wenn der Server installiert werden soll. Auch die Option, eigene Systeme – etwa per ISO-Image – zu installieren, fehlt. Nutzer sollten also schon bei der Buchung wissen, was sie tun.
Fazit: Ein rundum brauchbarer VPS für Profis
Insgesamt ist der DreamHost VPS* eine gute Alternative zu anderen VPS-Angeboten, da der Anbieter eine kleine Brücke zum Managed Hosting schlägt und solide vorkonfigurierte Systeme zur Installation bereitstellt. DreamHost-VPS gewährleistet hohe Performance, zudem verspricht der Anbieter eine hundertprozentige Verfügbarkeit des Servers. Nicht so gut gefielen uns die fehlende ISO-Unterstützung und die Tatsache, dass der Server in einem Rechenzentrum in den USA abgelegt wird, was Latenznachteile mit sich bringt.
Die Tarifgestaltung ist branchenüblich und für die jeweilige Preisstufe auch – mit und ohne die üblichen Rabatte – auf dem Niveau des Mitbewerbs preiswert. Absolut lobenswert ist der ungetaktete Tarif: Es gibt keine Bandbreiten-Limits, wodurch Nutzer keine Sorge haben müssen, dass zusätzliche Kosten anlaufen. Wer also einen soliden Server für die Software-Entwicklung, KI-Anwendungen oder als Webserver für LAMP oder LEMP-Systeme sucht und – essenziell – Ahnung von der Materie hat, erhält mit DreamHost VPS eine solide Basis für deren Betrieb.
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
Weiterlesen: VPS-Hosting - Anbieter für virtuelle private Server im Vergleich
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