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MacPaw CleanMyMac im Test: Allumfassende Mac-Systemreinigung

Unsere Erfahrungen mit CleanMyMac

Speicher auf dem Mac ist oft knapp: Hier hilft es, von Zeit zu Zeit aufzuräumen und unnützen Datenmüll zu beseitigen. Das Tool CleanMyMac hilft dabei – und bietet eine ganze Reihe spannender Features, ist aber wie alle Cleaner mit Vorsicht zu genießen.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • CleanMyMac ist einer bewährte Aufräum-Software für macOS
  • Der Einsatz kann kostbaren SSD-Speicher sparen
  • Automatische Funktionen helfen, sind aber mit Vorsicht zu genießen
  • CleanMyMac ist wahlweise als Abo oder als Einmalkauf erhältlich*
  • Heise-Nutzer erhalten mit dem Code HEISE15 einen exklusiven Rabatt von 15 %* auf alle Pläne
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Moderne Betriebssysteme sind regelrechte Müll-Produzenten: Caches für System, Browser, Apps, Log-Dateien, Programmreste, dazu doppelte und dreifache Dateien, alte Backups und vieles mehr stapelt sich mit der Zeit tief versteckt im System. Natürlich leidet auch macOS als Unix-System unter Vermülleritis. Und hier sind die Platz fressenden, gegebenenfalls das System verlangsamenden Relikte oft schwer zu finden. Beim Mac kommt aber noch hinzu, dass der interne SSD-Speicher teuer und deshalb bei vielen Nutzern sehr knapp bemessen ist. Da zählt jedes Gigabyte. Die Mac-Cleaner-App CleanMyMac von MacPaw verspricht, für Abhilfe zu sorgen.

CleanMyMac* ist schon seit vielen Jahren eines der meistbenutzten Cleaner-Programme für macOS. Zum einen, weil es zuverlässige Leistung bietet, zum anderen, weil es recht leicht zu bedienen ist. Dadurch sticht es viele Mitbewerber aus, die nur Entweder-Oder können, also Leistung haben – oder leicht bedienbar sind. Zudem besitzt CleanMyMac viele mächtige Extras, die andere Tools in der Regel nicht haben.

Im Hauptfenster wird laufend über aktuelle Wartungsmaßnahmen informiert.

(Bild: Screenshot)


Bunte, fröhliche Oberfläche mit einfacher Bedienung

Das Programm möchte im Rahmen der Installation Festplattenvollzugriff und eine Bluetooth-Freigabe, um Batteriestände und Zustand von Bluetooth-Geräten auszulesen. Nach dem Start von CleanMyMac fällt zunächst die fröhlich-bunte, benutzerfreundliche Oberfläche auf. Die App eröffnet mit der „Smart Care“-Funktion und scannt das System direkt nach offensichtlichen Speicherfressern. Anschließend meldet es umgehend, wie viel Datenmüll sofort weg kann.

Smart Care legt die wichtigsten Cleaning-Funktionen mit einem Klick zusammen.

(Bild: Screenshot)

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Achtung, CleanMyMac löscht aggressiv!

Wer mutig ist, kann natürlich sofort auf „Ausführen“ klicken, es ist aber angeraten, den gefundenen „Müll“ zunächst zu überprüfen. Ein Löschen des Browser-Caches ist heutzutage etwa nicht immer sinnvoll: Sämtlich Cookies – und damit auch Anmelde-Infos und Cookie-Einwilligungen – verschwinden dann und müssen neu eingegeben werden. Das nur als Beispiel.

Genau deshalb gilt wie bei allen Mac-Cleaning-Lösungen: CleanMyMac-Nutzer sollten vor dem Reinigen auf „Prüfen“ klicken und die Vorschläge sichten! Denn letztlich entscheidet der Entwickler, was Müll ist – und die Programme beeindrucken den User gerne mit enormen Gigabyte-Mengen. So auch CleanMyMac: Klickt man auf „Prüfen“ zeigt sich, dass ein Großteil des Mülls gar kein Müll ist. Darunter sind neben dem Browser-Cache etwa E-Mail-Anhänge, App-Caches etwa von Messengern samt der Bilder in Chats, Universal-Programmdateien oder Sprachdateien in Apps.

Alles Dinge, die User möglicherweise behalten möchten – und die CleanMyMac schon entsorgen will. Wir empfehlen daher dringend, das Löschen von Mail-Anhängen abzuwählen, sonst verschwinden möglicherweise wichtige Dateien (die in einer perfekten Welt natürlich längst anderweitig gesichert wären…). Von den zunächst angezeigten über 18 Gigabyte blieben so im Test auf einem als Hauptrechner genutzten Mac letztlich 6,9 GB „echter“ Müll via Smart Care.

Gut hingegen: Im Rahmen der Aufräumarbeiten wird auch der DNS-Cache und ein nicht unerheblicher Teil tieferliegenden Mülls von macOS selbst (die berüchtigten macOS-Systemdaten) entfernt.


Weiter aufräumen mit den einzelnen Programmteilen

Nachdem Smart Care schon alles aufgeräumt hat, können noch einmal die einzelnen Punkte durchgegangen werden: Hierbei handelt es sich letztlich um die Einzelfunktionen, die Smart Care verwendet und die bei Bedarf auch einzeln ausgeführt werden können: Bereinigung, Leistung, Programme und „Mein Krempel“ (also eigene Dateien). Hinzu kommen noch die Funktionen „Dateilupe“ zur Visualisierung von Ordnergrößen und „Cloud-Bereinigung“. Werden die Funktionen einzeln ausgeführt, haben sie gegebenenfalls zusätzliche Optionen gegenüber Smart Care. Hierdurch lassen sich weitere Platzfresser aufspüren. Genau wie bei der Hauptfunktion gilt aber: Die Suchergebnisse sollten immer überprüft werden, um Datenverlust oder lästige Neueinrichtung zu vermeiden.

Auch die iCloud kann auf Platzfresser überprüft werden.

(Bild: Screenshot)

Gut ist Programme-Funktion: Da Apple keinen offiziellen Uninstaller hat und Apps normalerweise einfach in den Papierkorb verschoben werden sollen, bleibt oft viel übrig. In manchen Fällen, etwa bei Virtualisierungslösungen oder Software mit lokalen KI-Modellen bleiben oft viele Gigabyte übrig, auch alte Installer können irgendwo im System herumliegen und nutzlos wertvollen SSD-Speicher belegen. Man kann sich hier mit einem Tool wie AppCleaner behelfen – oder eben zu CleanMyMac greifen, das auch verborgene Reste einsammeln kann. Zusätzlich besitzt das Tool eine Updater-Funktion, die hilft, Software auf dem aktuellsten Stand zu halten. Auch hier ist leider Vorsicht geboten: So manches Versions-Update verlangt auch den Kauf einer Update-Lizenz. Man sollte also nicht blind aktualisieren.

CleanMyMac entsorgt Programmreste, die bislang kein Cleaner aufgestöbert hat.

(Bild: Screenshot)

Das gleiche gilt natürlich auch für die Optionen in den anderen Menüs. Als besonders praktisch ist hier noch die Option „Leistung“ hervorzuheben: Sie findet Anmeldeobjekte, die nicht im entsprechenden Systemsteuerungs-Menü auftauchen. Was sie leider nicht findet, sind alte System-Erweiterungen, die in vielen Fällen das System verlangsamen oder Probleme verursachen. Hier müssen User nach wie vor manuell die Ordner in /System/ und /Library/ durchwühlen, wobei Tools wie KnockKnock helfen können.

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Nützlich: KI-gestützte Hilfefunktion

Wer nicht weiß, was er tut, sollte die Finger von tieferen Eingriffen im System lassen. CleanMyMac besitzt allerdings ein praktisches Extra: Wer Infos zu einer Datei oder einem Ordner, den das macOS-Cleaner-Tool vorschlägt, benötigt, kann in der Prüf-Ansicht einfach auf das KI-Symbol klicken: CleanMyMac gibt dann Informationen, um was für ein Objekt es sich handelt. Die KI arbeitet zuverlässig, allerdings gilt auch hier, wie immer im Umgang mit KI: Angaben gegenchecken und bei Unsicherheiten lieber nicht entfernen.

Mein Krempel entfernt doppelte Fotos und mehr – hat aber Schwierigkeiten

Eine sehr hübsche Funktion von CleanMyMac ist unter dem Menüpunkt „Mein Krempel“ zusammengefasst: Hier sucht das Tool im Benutzerordner nach Duplikaten und anderen Dingen, die gelöscht werden können. Dabei durchwühlt die App auch die Fotos-Mediathek, was je nach Größe der gespeicherten Fotos und Grad der Offline-Verfügbarkeit länger oder kürzer dauern kann.

Große Medien-Bibliotheken? Im Test ließ die Funktion den Mac komplett einfrieren.

(Bild: Screenshot)

CleanMyMac ist an dieser Stelle lobenswert vorsichtig und weist sogar selbst darauf hin, dass die Ergebnisse händisch überprüft werden müssen. Im Test konnten wir die Funktion leider nicht weiter nutzen: Es gibt außer „Scannen“ zunächst keine Optionen und läuft der Scan, müllt CleanMyMac den RAM so voll (sic!), dass selbst der virtuelle Arbeitsspeicher knapp wird und das System stecken bleibt. Schuld ist hier wahrscheinlich die extrem große lokale Fotomediathek auf dem Testrechner in Kombination mit schlechter Herangehensweise an das Thema, sprich: Ungünstige Programmierung.

Apropos Schwierigkeiten: Ein ähnliches Phänomen tritt beim Entfernen von Programmresten auf: CleanMyMac verlangsamt den Mac dabei extrem, ohne dass enorme Systemlast in der Aktivitätsanzeige erkennbar wäre. Ein Abbruch schafft auch hier Linderung – hier sollten die Programmierer noch einmal nachsitzen.

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Einzeltools helfen bei gezieltem Aufräumen

Abgesehen von diesen Problemen präsentiert sich CleanMyMac aber sehr zuverlässig. Zumal der Mac-Cleaner neben seinen „großen“ Kernfunktionen auch den Zugriff auf Einzeltools ermöglicht. Die finden sich unter „Meine Tools“ und lösen einzelne Aktionen aus, die allerdings in der Regel schon in den anderen Menüpunkten enthalten sind. Das ermöglicht aber eine deutlich gezieltere Suche nach Überbleibseln im System.

CleanMyMac besitzt auch eine Ordner- und Dateigrößen-Anzeige zur gezielten Platzfresser-Suche.

(Bild: Screenshot)


Hübsche kleine Extras

Clever gelöst ist übrigens auch die Menüleisten-Funktionalität: Wer auf das CleanMyMac-Icon klickt, erhält eine schnelle Übersicht über wichtige Systemfunktionen, Speicherbelegung, CPU-Temperatur und mehr. Bei Bedarf können die Informationen per Klick auch aufgeklappt werden und weitere wertvolle Hinweise auf den Zustand des Macs geben. Das spart Nutzern gleich eine ganze Reihe von separaten Tools, etwa das Programm Coconut Battery für den Check des Batterie-Zustandes. Oder einen System-Profiler wie System Toolkit. Sogar ein Speedtest der Netzwerk-Verbindung ist an Bord.

Ebenfalls sehr praktisch ist die Blacklist-Funktion: Hiermit können viele der genannten Schwierigkeiten bezüglich der automatischen Löschung behoben werden, indem bestimmte Dateien oder Ordner direkt aus CleanMyMac heraus „ignoriert“ werden können. Dadurch tauchen sie nicht mehr in den Cleaner-Ergebnissen auf – und das wiederum sorgt dafür, dass sie nicht automatisch bereinigt werden können. Dazu muss das entsprechende Element einfach nach dem Scan mit einem Rechtsklick markiert werden. Objekte können wiederum in den Einstellungen jederzeit wieder von der Blacklist entfernt werden.

Die Blacklist-Funktion schützt wichtige Ordner vor unerwünschter Bereinigung.

(Bild: Screenshot)

Mini-Virenschutz ist auch an Bord

Praktischerweise schützt CleanMyMac den Mac auch ein wenig vor Malware: Ein Basis-Schutz mit MacPaws hauseigener Moonlock-Technologie (hier Link zum Moonlock-Test) ist nämlich auch an Bord, eine Art dezenter Mini-Virenscanner. CleanMyMac erkennt aber, wenn die Moonlock-Vollversion aktiv ist – und schaltet auf diese um. Das klappt sogar im laufenden Betrieb: Wird Moonlock beendet, schaltet CleanMyMac sofort auf die integrierte Lösung um. Dadurch wird der Virenschutz sichergestellt – und ein systembremsender Doppel-Malwarescan vermieden – clever!


Fazit: Einfache, allumfassende Cleaning-Lösung mit den üblichen Problemen

CleanMyMac* präsentiert sich insgesamt als allumfassende und benutzerfreundliche Cleaning-Lösung, die partiell Inhalte findet, bei denen so mancher Gratis-Cleaner das Handtuch wirft. Dabei bleibt die hübsche, bunte Software jederzeit benutzerfreundlich und hilft mit KI, die zur Löschung vorgesehenen Elemente zu erklären. Die praktische Blacklist-Funktion, der Virenschutz und das Menüleisten-Tool samt Systeminfos runden das Paket ab – und sparen eine ganze Tool-Sammlung. Bei manchen Funktionen wie dem Duplikate-Finder gab es erhebliche Probleme mit dem RAM-Verbrauch bis zum vollständigen Einfrieren von macOS – hier sollte MacPaw nachbessern!

Praktisch: CleanMyMac enthält auch ein System-Info-Tool.

(Bild: Screenshot)

Und: Auch wenn es einfach scheint, ist plumpes Löschen der vorgeschlagenen Elemente nicht angeraten. Vor allem bei Mailkonten, Messenger-Caches oder der Suche nach Platzfressern können schnell wichtige Inhalte unter die Räder kommen. Das Problem haben aber die meisten Cleaner-Tools. Wir empfehlen aber dringend, vor dem Einsatz sicherzustellen, dass das Time-Machine-Backup funktioniert.

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Redaktion & Aktualisierung: heise download-Team

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