Artikelbild mit stilisierter Bedienoberfläche eines Workflow-Automatisierungs-Tools
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Zapier vs. Make vs. n8n: KI-Automatisierung im Vergleich (2026)

KI-Prozesse mit Workflow-Tools automatisieren

Wer seine Mitarbeiter entlasten möchte, delegiert wiederkehrende und zeitfressende Aufgaben an Workflow-Tools. Unterstützt von Künstlicher Intelligenz senden sie Kunden maßgeschneiderte Werbung oder extrahieren nützliche Finanzdaten.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • KI-Workflow-Tools reagieren auf vorab definierbare Ereignisse und arbeiten vorgegebene Aktionsfolgen ab.
  • Künstliche Intelligenz erstellt und optimiert die Workflows, bereitet Daten auf und trifft auf Wunsch über Agenten eigene Entscheidungen.
  • n8n (Deutschland) punktet bei Datenkontrolle, Souveränität & Selfhosting.
  • Zapier (USA) eignet sich besonders für Prozesse in Sales & Marketing.
  • Make (Deutschland) erlaubt anschauliches Workflow-Design für den Büroalltag.
  • Zum Vergleich: ➤ KI-Workflow-Tools im Vergleich

Die Preise der Konkurrenz beobachten, eine Produktvorstellung passend für verschiedene Social-Media-Plattformen umformulieren oder den letzten Finanzbericht auswerten – solche regelmäßig anfallenden Aufgaben binden Mitarbeiter, die in dieser Zeit eigentlich ganz andere Arbeiten erledigen könnten. Unter die Arme greifen Workflow-Tools: Mittlerweile mit einer gehörigen Prise Künstlicher Intelligenz ausgestattet, zapfen Sie selbstständig Datenquellen an, bereiten die Informationen auf und lösen damit passende Aufgaben. Das verspricht zumindest die Werbung der drei marktführenden Tools Make, n8n und Zapier. Wie unser Vergleich zeigt, liegen die Tücken jedoch im Detail.

Tabelle: Make vs. n8n vs. Zapier

Make n8n Zapier
Zielgruppe Visuell orientierte Teams Entwickler, IT-Teams mit Kontrollanspruch Non-Tech-Nutzer aus Sales/Marketing
Integrationen ~2000+ Apps ~400 native Nodes + beliebige API-Verbindungen >9.000 Apps
Gratis-Tarif 1.000 Operationen / Monat unbegrenzt (Self-Hosted) 100 Tasks / Monat (nur erfolgreiche Aktionen)
Einstiegspreis $9 / Monat 20€ / Monat (Cloud), kostenlos (Self-Hosted) $29,99/Monat
Abrechnung pro Einzelaktion pro Gesamtdurchlauf pro Einzelaktion (Testausführungen gratis)
AI-Workflow-Generator ✓ ✓ ✓
KI-Funktionen Native KI-Bausteine & Agenten, MCP-Server, MCP-Client Native KI-Bausteine & Agenten, LangChain, Agent Memory, MCP-Server, MCP-Client Native KI-Bausteine & Agenten, MCP Server
Sicherheit ISO 27001, SOC 2 Type II SOC 2, Self-Hosting, Vault-Integration SOC 2 Type II, SAML/SSO
Zum Anbieter ➤ Make ➤ n8n ➤ Zapier

Workflows aus dem Diagramm-Editor

Make, Zapier und n8n arbeiten nach dem gleichen Prinzip: In einem Diagrammeditor klickt man sich die gewünschten Abläufe bequem mit der Maus zusammen („No-Code Platform“). Jede Aktion repräsentiert ein Symbol, das man aus einer Palette pickt und auf der Zeichenfläche passend zu einem Workflow verbindet. Um etwa Kunden per E-Mail auf ein neues Produkt hinzuweisen, lässt man einen Block aus der Datenbank alle Kundendaten holen und verbindet seine Ausgabe dann mit einem Kollegen, der eine E-Mail mit Werbebotschaft schickt.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools Make

Gegenüber dem knallig bunten Make präsentiert die Konkurrenz ihre Workflows deutlich sachlicher.

(Bild: Screenshot)

Spezielle Komponenten wiederholen Teile des Workflows, leiten sie abhängig von Bedingungen an das passende Ziel weiter oder wandeln die Daten in andere Formate. Die Arbeitsabläufe selbst starten auf Knopfdruck, zeitgesteuert oder beim Eintritt eines vorgegebenen Ereignisses. Hierfür stehen Trigger-Komponenten bereit, die etwa automatisch auslösen, wenn eine neue Rechnung in einem E-Mail-Postfach eingeht.

Ein Workflow kann zudem andere Workflows anstoßen. Über diese „Sub-Workflows“ lassen sich Abläufe wiederverwenden und komplexere Prozesse übersichtlicher zusammensetzen. Für viele Standard-Aufgaben stellen alle drei Tools vorgefertigte Abläufe bereit, die man nur noch an seine Gegebenheiten anpassen muss.

Dienste integrieren und miteinander verbinden

Durch die Diagrammdarstellung lassen sich nicht nur blitzschnell neue Workflows zusammenklicken, man kann auch sehr leicht ablesen, welche Aufgabe der Prozess auf welche Weise löst. Jedes Tool nutzt allerdings seine ganz eigene Terminologie, Bildsprache und Bedienkonzepte, in die man sich erst zeitaufwendig hineinfinden muss.

So nennt etwa Make die Aktionen in einem Workflow kurz „App“. Von eben jenen Apps stellen die Tools eine unüberschaubare Batterie bereit. Sie ermöglichen unter anderem den Zugriff auf Slack, Salesforce, Shopify, LinkedIn und Google Drive – um nur einige wenige Dienste zu nennen. Zapier wirbt beispielsweise mit über 9.000 Integrationen. Diese Fülle erschwert den an sich schnellen Einstieg: Es dauert eine Weile, bis man die für seine Aufgabe passenden Apps herausgesucht und verknüpft hat.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools n8n

Wie hier in n8n entsteht eigene Programmlogik vorwiegend in JavaScript, für das die Plattformen sogar rudimentäre Editoren bereitstellen.

(Bild: Screenshot)

Wer im Angebot dennoch nicht fündig wird, darf über entsprechende Apps beliebige Anwendungen über REST-Schnittstellen und Webhooks ansprechen beziehungsweise einbinden. Das ist vor allem bei selbst entwickelten Diensten und Nischenanwendung nützlich. Muss man spezielle Unternehmensdaten auf unübliche Weise verarbeiten oder umwandeln, kann man zudem eigene Apps und Funktionen mit JavaScript- oder Python-Code schreiben.

Auch lassen sich Variablen für die Workflows definieren. Will man etwa einen Finanzbericht von quartalsweiser Auswertung auf monatliche Auswertung ändern, reicht gegebenenfalls die zentrale Anpassung einer einzelnen Variable – sofern der Ablauf entsprechend gebaut wurde. Alternativ müsste man die Monate im gesamten Workflow fehlerträchtig korrigieren.Alle drei Workflow-Tools stellen zudem Tabellen beziehungsweise eine einfache Datenbank bereit, in denen man Zwischenergebnisse oder importierte Daten einlagert.

Künstliche Intelligenz als zentraler Baustein

Einige vorgefertigte Apps binden Künstliche Intelligenz ein, wie die OpenAI-Dienste, Google Gemini oder Anthropic Claude. Diese können etwa vor dem E-Mail-Versand einen passenden Werbetext schreiben oder aber den Rechnungsbetrag aus einem PDF extrahieren.

Die Workflow-Tools fahren aber noch deutlich stärkere KI-Geschütze auf. So darf man allen drei Tools die zu lösende Aufgabe in natürlicher Sprache übergeben, zu der sie dann automatisch den passenden Workflow generieren. Sofern die Ergebnisse nicht gefallen, ändert man sie ebenfalls im Dialog mit der KI.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools n8n

Dem KI-Assistenten von n8n kann man beim Bau des Workflows zusehen.

(Bild: Screenshot)

Darüber hinaus lassen sich KI-Agenten erstellen, die flexibel auf eine Situation beziehungsweise Eingaben reagieren. Sie lösen selbstständig Probleme, in dem sie etwa selbstständig die Tagespreise der Konkurrenz ermitteln. Fertige Agenten lassen sich selbst wieder in Workflows einbinden. Ergänzend unterstützten alle Workflow-Tools das Model Context Protocol (MCP), über das eine KI konkrete Aktionen anstoßen und etwa selbstständig E-Mails verschicken kann.

Menschliche Kontroll- und Freigabeschleife

Die KI-Agenten agieren autonom und können Fehler produzieren – beispielsweise indem sie dem falschen Kunden eine Mahnung schicken oder aus einer Rechnung den falschen Wert holen. Um das zu verhindern, sollte man ihre Auswirkungen noch einmal filtern oder von einer realen Person explizit freigeben lassen („Human in the Loop“).

Um herauszufinden, wie gut die KI diesbezüglich arbeitet, haben wir auf allen Plattformen einen Workflow eingerichtet, der E-Mails aus einem Postfach abholt, dann aus allen angehängten Rechnungen im PDF-Format den fälligen Nettobetrag herausliest und diese Werte schließlich addiert. Darüber hinaus verarbeitet im Hintergrund die KI eines anderen Anbieters unternehmensinterne Daten, was zu Datenschutzproblemen führen kann.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools Zapier

Zapier enthält mit Tables eine eigene erstaunlich funktionsreiche Datenbank, die hier der KI-Assistent automatisch mit Beispieldaten gefüllt hat.

(Bild: Screenshot)

Den Datenschutz selbst halten sämtliche Plattform hoch. So erfüllen sie allesamt SOC 2 Type II und SOC 3, zudem beachten sie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Make und n8n sind in Deutschland beheimatet und unterliegen folglich europäischem Recht, hinter Zapier steht hingegen ein amerikanisches Unternehmen.

Teams und Rollen

Sämtliche Workflow-Tools unterstützen Teamarbeit, durchweg aber nur in ausgewählten Tarifen. In jedem Fall legt eine rollen-basierte Rechteverwaltung fest, welche Aktionen jedes Teammitglied ausführen darf. Für die Teams lassen sich zudem Limits vorgeben, wie die maximale Anzahl an Verbindungen. Die Anmeldung am Dienst erfolgt per Single Sign-on (SSO) zumindest über SAML2-kompatible Identity Provider. Auf Wunsch zeichnen die Dienste sämtliche Aktionen der einzelnen Teammitglieder in einem Audit Log auf.

KI-Workflow-Automatisierung: Make, n8n und Zapier im Vergleich


Make: Der flexible Allrounder

📋Make
  • Zielgruppe: Teams und Unternehmen, die komplexe Workflows visuell ansprechend umsetzen möchten.
  • Stärken: Übersichtlicher Diagramm-Editor, breites App-Angebot, deutscher Unternehmenssitz (DSGVO).
  • Besonderheiten: Credit-Verbrauch bei hoher Nutzungsfrequenz schwer kalkulierbar; hostet in der AWS-Cloud.
  • Eignung: Standard-Automatisierungen im Unternehmensalltag (z. B. Datenverarbeitung, E-Mail-Mitteilungen, Dokumenten-Extraktion).
➤ Make
Zum Anbieter

Hinter Make steht die in München beheimatete Celonis SE. Neben Apps für freie KI-Prompts lassen sich Spezialbausteine in die Abläufe integrieren. So löst etwa der Make AI Content Extractor Rechnungsdaten aus einem PDF heraus, während die AI Web Search im Internet benötigte Informationen zusammenklaubt. Beide genannten Apps befinden sich allerdings noch in der Beta-Phase und nutzen unter der Haube eines von mehreren bekannten AI-Modellen, darunter GPT von OpenAI und Anthropics Claude.

Ebenfalls zum Testzeitpunkt noch nicht produktionsreif waren die KI-Agenten. Make offeriert bereits fertige Exemplare für häufige Anwendungsfälle; so beobachtet etwa der Competitor Price Monitor Agent Preisänderungen bei der Konkurrenz. Die Entscheidungen der Agenten lassen sich jederzeit anhand von Logs und den von den KI-Modellen gelieferten Erklärungen (Reasoning) nachvollziehen. Zusätzlich darf man in Make den Agenten selbst über einen Chat testen.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools Make

Hier verarbeitet eine App in Make nur dann den korrekt extrahierten Rechnungsbetrag, wenn man ihn über die einzutippende Funktion „parseNumber“ in eine Zahl verwandelt hat.

(Bild: Screenshot)

Ein Analytics Dashboard verrät, wie und wann die Workflows anlaufen und wie schnell sie Make abarbeitet. Diese Informationen dienen dann wiederum als Grundlage für Optimierungen. Die Protokolle und darin enthaltenen Problemmeldungen könnten allerdings etwas ausführlicher sein, Fehlermeldungen sind immerhin gut in die Hilfe verlinkt. Die Bedienung fällt teilweise extrem einfach, teilweise aber auch wieder recht fummelig aus. So lassen sich E-Mails mit wenigen Klicks abrufen und die Informationen in den angehängten Rechnungen von einer KI extrahieren. Das gezielte Konvertieren und Aufsummieren der ausgelesenen Euro-Beträge erfordert dann aber ähnlich wie in Excel das Schreiben von mathematischen Funktionen. In jedem Fall kann man bei kritischen Aktionen immer einen Menschen einbinden beziehungsweise vorschalten.

Das ebenfalls von in einer Test-Phase befindliche Make Grid erzeugt eine visuelle Landkarte aller Workflows und KI-Anwendungen. Im Idealfall sieht man so auf einen Blick, welche Workflows voneinander abhängen, wie die Daten hindurchfließen und zu welchen Teams sie gehören. Tritt bei einem Ablauf ein Problem auf, hebt ihn Make Grid zudem in der Grafik hervor.

Sicherheit & Datenschutz

Celonis lässt regelmäßige Penetrationstests von Dritten durchführen, interne Sicherheitstests (Static Application Security Testing, SAST) sollen Probleme schon während der Entwicklung an der Plattform aufdecken. Alle dem Dienst anvertrauten Informationen landen auf per AES-256-Standard verschlüsselten Datenträgern. Die Verwaltung von kryptografischen Schlüsseln übernimmt Amazon (über den AWS Key Management Service, KMS).

Apropos Amazon: Im Hintergrund nutzt die Plattform die EC2-Dienste. Um die Ausfallsicherheit zu erhöhen, greift Celonis auf Rechenzentren in der EU und Nordamerika zurück. Enterprise-Kunden isoliert Make unter der Haube in einer eigenen Amazon-Umgebung. Während unserer Tests Anfang und Ende Juli reagierte Make immer wieder mit Verbindungsabbrüchen, auch die Freischalt-E-Mails bei der Registrierung kamen nicht oder nur mit Verzögerung an.

Tarifstruktur & Zusatzkosten

Make lässt sich bei reduziertem Funktionsumfang dauerhaft kostenlos nutzen. Der günstigste Tarif „Core“ startet bei 10,60 US-Dollar pro Monat, das obere Ende bildet der „Teams“-Tarif für 34,12 US-Dollar. Erst letztgenannter erlaubt passend zu seinem Namen Teamarbeit. Wer sich ein Jahr bindet, spart 15 Prozent.

Große Unternehmen müssen den Enterprise-Tarif buchen, den es nur auf Anfrage oder den AWS Marketplace gibt. Erst dann gibt es Support rund um die Uhr, eine Verfügbarkeit von 99,5 Prozent und die Analytics Dashboards. Auch einige Apps wie der Zugriff auf Microsoft Entra ID bleiben Enterprise-Kunden vorbehalten. Die dürfen zudem ihre lokalen, nicht am Internet hängenden Netzwerke über einen On-prem-Agent sicher einbinden. Die Anmeldung via SSO gelingt per Google-, Facebook- oder GitHub-Konto, Kunden des Enterprise-Tarifs können zudem einen OAuth2- oder SAML2-kompatiblen Indentity Provider verwenden.

Nicht nur der gewählte Tarif beeinflusst die endgültigen Kosten: Jede Aktion, wie etwa das Abrufen von E-Mails aus einem Gmail-Postfach, kostet einen sogenannten Credit. Der kostenlose Zugang verfügt standardmäßig über 1.000 Credits, in den kostenpflichtigen Tarifen stehen 10.000 Credits bereit. Wer mehr benötigt, muss draufzahlen. Maximal möglich sind 8 Millionen Credits, mit denen der Team-Tarif fast 10.000 US-Dollar pro Monat kostet. Wann Make wie viele Credits vom Konto abzieht, zeigt das Tool beim Zusammenbau der Workflows neben den kostenpflichtigen Aktionen an, zudem verrät Make nach der Ausführung den tatsächlichen Verbrauch.

Vorteile

  • Workflows lassen sich kombinieren („Subszenarien“)
  • Offen kommunizierte Sicherheitsmechanismen
  • Übersichtliche Workflows

Nachteile

  • Unterbau bildet die Amazon-Cloud und ein Rechenzentrum in den USA
  • KI-Komponenten teilweise noch nicht produktionsreif
  • Notwendige Credits schlecht vorhersehbar

Fazit: Make erweist sich als ein gutes Workflow-Tool ohne Ecken und Kanten, das kaum Wünsche offen lässt – wenngleich sich die interessanten KI-Agenten noch in der Beta-Phase befanden und die Bedienung teilweise etwas fummelig ausfällt. Aus Datenschutzsicht hinterlässt die Nutzung der Amazon-Cloud einen kleinen Beigeschmack, wenngleich die Daten in den entsprechenden Rechenzentren verschlüsselt landen.


n8n: Tipp für Entwicklung & Datenschutz

📋n8n
  • Zielgruppe: IT-Abteilungen, DevOps-Teams sowie Unternehmen mit hohen Datenschutz-Anforderungen.
  • Stärken: Gratis-Tarif, Fair-Code-Modell, Selfhosting (Docker/Kubernetes), Git-Versionskontrolle & Staging, deutscher Unternehmenssitz (DSGVO).
  • Besonderheiten: Begrenzte No-Code-Eignung, da Ergebnisse teils Code-Anpassungen erfordern.
  • Eignung: Sensible Firmendaten, eigene Code-Erweiterungen (JavaScript/Python) und strikte On-Premise-Vorgaben.
➤ n8n
Zum Anbieter

Microsoft, Meta, Nvidia und Vodafone sind nur einige große Namen, mit denen die Berliner n8n GmbH als Kunden wirbt. Obwohl noch in der Beta-Phase, setzte der KI-Assistent von n8n bei der Erzeugung eines vollständigen Workflows unsere Änderungswünsche vorbildlich um, organisierte einen Testlauf und nimmt Verbesserungen auf Basis der Ergebnisse vor. Allerdings nutzte er gleich mehrfach selbstgeschriebenen JavaScript-Code, etwa beim Herauslösen von PDF-Anhängen aus E-Mails. Der fertige Workflow lief zwar fehlerfrei durch, das produzierte Ergebnis wich jedoch vom korrekten ab. Bei der Optimierung der Workflows beantwortet die „Ask n8n AI“ Fragen und unterstützt bei der Arbeit. Darüber hinaus kann n8n die Zuverlässigkeit einer KI gegen vorgegebene Metriken (Evaluations) testen.

Workflows lassen sich vor der Veröffentlichung in einem Testlauf auf Herz und Nieren prüfen. Dazu erzeugt n8n auf Wunsch fiktive Daten (Mock Data). Bei Bedarf führt n8n gezielt nur einzelne Teile beziehungsweise einzelne Apps des Workflows aus, ein Aktionsprotokoll liefert weitere wichtige Hinweise beim Debugging. n8n merkt sich zudem die letzten Durchläufe. Die dabei jeweils erzeugten Daten kann man später wieder in den Workflow einladen und so den Durchlauf leichter analysieren. Die Einstellungen einer App öffnen sich in einem neuen Fenster, das zusätzlich links die Eingaben und rechts die Ausgaben der App einblendet. Informationen über die Aus- und Eingaben liefern zudem entsprechende Panele in der Diagrammansicht. Während Programmierer sich an ihre Entwicklungsumgebungen erinnert fühlen, dürften alle anderen Nutzer ob der vielen Daten erst einmal zurückzucken.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools n8n

n8n merkt sich (Test-)Durchläufe und füllt den Worfklow auf Mausklick wieder mit den dabei erzeugten Daten.

(Bild: Screenshot)

Wie n8n bei Fehlern reagiert, schreibt man dem Tool ebenfalls flexibel über Workflows vor. Auf diese Weise kann man individuell auf Probleme reagieren und beispielsweise Backups zurückspielen. An jeder Stelle im Workflow darf man zudem einen Menschen zur Kontrolle einschalten. Eine Übersicht namens Insight führt unter anderem Buch über die ausgeführten und fehlgeschlagenen Workflows. Änderungen an den Workflows merkt sich n8n und kann bei Bedarf ältere Stände zurückholen. Ein SSO kann neben SAML auch gegen LDAP-Server erfolgen. Die stets verschlüsselt gespeicherten Secrets legt n8n bei entsprechenden Providern ab, wie dem AWS Secrets Manager oder HashiCorp Vault.

Fair-Code-Modell und kostenlose Nutzung

Anders als bei der Konkurrenz steht die Kernanwendung unter einer quelloffenen Fair-Code-Lizenz, die einen kostenlosen Einsatz für nicht-kommerzielle oder interne Zwecke gestattet. Auch eine kommerzielle Nutzung ist gebührenfrei möglich, sofern diese intern erfolgt – n8n also für Prozesse im eigenen Unternehmen oder etwa zur Automatisierung des eigenen Online-Shops genutzt wird. Wer n8n kommerziell für externe Kunden einsetzen möchte, muss hingegen ein Abonnement abschließen.

Abhängig vom Tarif darf oder muss man den Dienst On-Premise im eigenen Unternehmen oder etwa auf einem VPS (Anbieter-Vergleich) betreiben. Ein selbst gehostetes n8n ist notwendig, wenn man Bash-Skripte ausführen oder beliebige NPM-Pakete in JavaScript-Code nutzen möchte. Beim On-Premise-Betrieb fährt man die Plattform via Docker hoch, ein Einsatz in Kubernetes ist ebenfalls möglich. Die Last lässt sich auf mehrere n8n-Instanzen verteilen und so skalieren.

Preise & Tarifstruktur

n8n darf man 14 Tage lang kostenlos testen. Der günstigste Tarif läuft in der Cloud und startet bei 24 Euro pro Monat, in dem man 2.500 mal Workflows ausführen darf. In den Tarifen Pro und Business lassen sich nicht nur mehr Workflows anstoßen, man kann auch das Limit gegen einen Aufpreis hochsetzen. In jedem Fall spart man bei jährlicher Zahlung 17 Prozent, Start-ups mit weniger als 20 Angestellten sogar generell 50 Prozent. Nur auf Anfrage gibt es eine Enterprise-Lizenz. Support-Anfragen beantwortet ein Forum, erst Enterprise-Kunden dürfen n8n per E-Mail kontaktieren und erhalten die Möglichkeit für SLAs.

Teil der Business- und Enterprise-Tarife ist eine Git-basierte Versionskontrolle, die bei Enterprise-Kunden auf Knopfdruck die Unterschiede (Diffs) zwischen verschiedenen Entwicklungsständen visualisiert. Git sorgt auch maßgeblich dafür, dass sich DevOps-Konzepte umsetzen lassen: Für jede Phase von Entwicklung über Staging bis zur Produktion erzeugt n8n eine isolierte Umgebung, die Commits und Pull-Requests kennen.

Ebenfalls Enterprise-Kunden vorbehalten bleiben Audit Logs, die sämtliche Aktionen für die Nachwelt festhalten. Diese Logs streamt n8n auf Wunsch an einen entsprechenden Analysedienst wie Sentry. Schließlich dürfen Business- und Enterprise-Kunden auch noch Daten in einem S3-Speicher ablegen.

Vorteile

  • Unterstützung des DevOps-Prinzips
  • On-Premise-Betrieb möglich
  • Gute Testwerkzeuge für Workflows

Nachteile

  • Keine Open-Source-Lizenz trotz offengelegtem Quellcode
  • AI Assistant noch nicht produktionsreif
  • Nicht ganz so intuitive Bedienung wie bei der Konkurrenz

Fazit: n8n legt als einziger Anbieter den Quellcode seiner Plattform offen und gestattet obendrein noch einen On-Premise-Betrieb. Die Workflow-Plattform richtet sich damit vor allem an Unternehmen, die ihre Daten nicht in eine Cloud schicken wollen. Die Git-basierten Funktionen und umfangreichen Testmöglichkeiten erleichtern zudem das Erstellen von besonders komplexen und vielen Workflows.


Zapier: Spezialist für Marketing & Vertrieb

📋Zapier
  • Zielgruppe: Vertriebs-, Marketing- und Support-Teams, die Kundeninteraktionen ohne Entwickleraufwand automatisieren wollen.
  • Stärken: Über 9.000 Integrationen, fertiger Lead-Router, sehr mächtige Datenbank-Funktion (Tables).
  • Besonderheiten: US-Cloud-Standort, komplexes Aufpreis-System für Zusatzmodule (Chatbots, KI-Add-ons, Task-Limits).
  • Eignung: Lead-Generierung, Kundenansprache und das Einbinden von Formularen, Chatbots oder Tabellen auf Websites.
➤ Zapier
Zum Anbieter

Im sonnigen Kalifornien residiert das Unternehmen hinter Zapier, zu den Kunden zählen unter anderem Nvidia, Google und Meta. Über einen entsprechenden Editor klickt man Formulare für die eigene Website zusammen und verknüpft diese dann mit den Workflows. So wandern etwa die in einem Kontaktformular eingetippten Daten direkt in die hauseigene Datenbank namens „Tables“. In den Zellen ihrer Tabellen lassen sich wie in einer Tabellenkalkulation mathematische Formeln und Schaltflächen verstauen. Ein Klick auf letztgenannte sendet den entsprechenden Datensatz an eine andere App, etwa eine externe Datenbank oder ein CRM.

Weitere Interaktion auf der eigenen Website versprechen mit wenigen Mausklicks erstellte Chatbots. Den Umgang mit potenziellen Kunden zur Lead-Gewinnung soll der derzeit noch in der Beta-Phase befindliche Lead-Router vereinfachen: Diese App leitet Kontaktdaten anhand von vorgegebenen Regeln an passende Mitarbeiter beziehungsweise Stellen weiter. Dieses Lead-Routing muss man folglich nicht mehr selbst mit anderen Bauteilen nachbilden, was recht schnell zu einem sehr komplexen Workflow führen kann.

Benutzeroberfläche des Workflow-Tools Zapier

Bei Zapier fragt der Copilot sehr oft nach, findet aber auch von sich aus gute Ansätze.

(Bild: Screenshot)

Komplette Workflows erstellt man zusammen mit einem KI-Assistenten namens Copilot, der auch bei der späteren Arbeit sowie beim Aufbau von Formularen und Tabellen hilft. Netterweise weist er auf Limitierungen hin, etwa dass zu analysierende PDF-Dokumente lesbar sein müssen. Während seiner Arbeit hielt er in unseren Tests immer wieder verunsichert an und wartete auf eine Bestätigung oder einen Hinweis. Der Assistent führt zwar zwischendurch kleinere Tests aus, anhand derer er den Workflow prüft und anpasst, dennoch lief der fertige Workflow bei uns nicht ohne weitere Anpassungen durch.

Die Bedienoberfläche gibt sich sachlicher und aufgeräumter als bei der Konkurrenz. Eine neue App fügt man in drei leicht verständlichen Schritten hinzu: Setup, Konfiguration und dann ein Test. Die interne Datenbank „Tables“ öffnet die Plattform in einem eigenen Bildschirm, was wie ein Sprung zu einem anderen Dienst wirkt.

Kunden dürfen ein eigenes KI-Modell mitbringen und ausführen. Sicherheitsprüfungen blockieren sensible Daten und problematische Eingaben und setzen so der KI Grenzen. In jedem Fall merkt sich eine Versionsverwaltung Änderungen, vergleicht diese bei Bedarf und erlaubt ein Wiederherstellen älterer Stände. Teams lassen sich Arbeitsbereichen zuweisen, in denen sie isoliert von ihren Kollegen arbeiten. Diese Environments darf man einschränken und etwa die erlaubten Apps und die maximale Anzahl möglicher Aufgaben vorschreiben.

Tarifstruktur & kostenlose Nutzung

Zapier offeriert einen dauerhaft kostenlosen Zugang, der allerdings nur 100 Tasks pro Monat gestattet. Als Task versteht das Workflow-Tool eine „komplett ausgeführte Arbeitseinheit“. In der Regel – aber nicht immer – ist dies jede Aktion in einem Workflow. Beim Einsatz von KI kann eine Aktion durchaus mehrere Tasks verbrauchen. Die kostenpflichtigen Tarife Professional, Team und Enterprise unterscheiden sich nicht nur durch den Funktionsumfang, sondern auch durch die standardmäßig verfügbaren Tasks. Wem die irgendwann nicht mehr ausreichen, muss ein höheres Kontingent hinzubuchen. Auch viele Funktionen für KI-Agenten und Chatbots gibt es nur gegen Aufpreis. Wissen eintrichtern darf man einem Chatbot etwa erst, wenn man das Add-on „Chatbot Pro“ für 20 US-Dollar pro Monat abonniert. Der kleinste kommerzielle Tarif „Professional“ beginnt bei 30 US-Dollar pro Monat, bei jährlicher Zahlweise erhält man 33 Prozent Rabatt.

Den höchsten Enterprise-Tarif gibt es nur auf Anfrage. In ihm erhalten Unternehmenskunden einen 24/7-Support und Unterstützung bei der Einführung von Zapier. Der Dienst zeichnet dann auch alle Aktivitäten auf, wobei sich die dabei entstehenden Logs an SIEM-Systeme wie Splunk streamen lassen. Zapier unterstützt zudem ein SSO via SCIM und VPC-Peering. Aus den Statistiken der Analytics-Funktion kann man unter anderem die Performance der Workflows ablesen. Zapier spendiert schon ab dem Professional-Tarif eine statische IP-Adresse, die vor allem das Whitelisting in Firewalls vereinfachen soll.

Vorteile

  • Formulare, Chatbots und Lead-Router
  • Sicherheitsprüfungen für KI-Aktionen
  • Funktionsreiche Datenbank Tables

Nachteile

  • Komplexe Kostenstruktur
  • Cloud-Standort in den USA
  • Unübersichtliche Benutzeroberfläche

Fazit: Über Formulare und Chatbots lockt man neue Kunden an, die der Lead-Router im Hintergrund direkt passenden Vertrieblern vorstellt. Zapier sollten sich daher Unternehmen ansehen, die vor allem Workflows zur Kundenbindung und Lead-Gewinnung benötigen. Vor der Buchung empfiehlt es sich, die im Einzelnen tatsächlich benötigten Funktionen zu notieren und dann auf dieser Basis den Preis zu berechnen.


Fazit

In allen drei Tools lassen sich selbst umfangreiche Workflows zusammenklicken, ihre Unterschiede liegen durchweg im Detail. Das gilt selbst für den neuen Trend KI: Auf allen Plattformen hilft die Künstliche Intelligenz beim Erstellen von Abläufen; sie fasst zudem Texte zusammen, schreibt Kunden E-Mails und wertet Daten aus. Das gelingt relativ gut, ohne Kontrolle und Nacharbeit geht es allerdings derzeit nicht. So mussten wir die erzeugten Prozesse nachträglich anpassen – auf die automatisch extrahierten Daten aus einem PDF-Dokument sollte sich ein CFO keinesfalls stützen. Nicht umsonst befinden sich viele der KI-Funktionen noch in einer Beta- oder Preview-Phase.

Bei allen Plattformen besteht zudem die Gefahr eines Lock-In-Effekts: Die einmal angelegten Workflows lassen sich nicht einfach zwischen den Diensten austauschen. n8n kann man immerhin selbst im eigenen Rechenzentrum betreiben. Schwer vergleichen lassen sich auch die Preise, die teilweise stark von der Nutzung abhängen.

Dennoch erleichtern die Tools viele Alltagsaufgaben und können sich daher mehr als rentieren. Dabei empfiehlt sich Make als Allrounder. n8n unterstützt das DevOps-Prinzip und kommt vor allem solchen Unternehmen entgegen, die komplexe Workflows häufig ändern müssen. Zapier konzentriert sich schließlich mit seinen Formularen, Chatbots und dem Lead-Router auf die Lead-Gewinnung und Kundenbindung.


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