Was ist eine Vektorgrafik?
(Bild: TippaPatt/Shutterstock.com)
Vektorgrafiken werden gerade im Grafikdesign hÀufig genutzt. Aber was ist eigentlich das Besondere an ihnen? Wir erklÀren es Ihnen.
Wer sich etwas mit Grafikdesign beschĂ€ftigt, kommt zwangslĂ€ufig irgendwann mit Vektorgrafiken in Kontakt. Aber auch im Internet stolpert man hĂ€ufig ĂŒber den Datei-Typ. Vektorgrafiken haben den besonderen Vorteil, dass sie beliebig weit vergröĂert und skaliert werden können. Aber warum ist das eigentlich so? Und wo genau liegt dabei der Unterschied gegenĂŒber einer herkömmlichen Bilddatei? Wir erlĂ€utern es Ihnen ganz einfach an einem Beispiel.
- Vektorgrafik - was ist das? [1]
- Was sind die Vor- und Nachteile von Vektorgrafiken? [2]
- Mit welchen Programmen können Sie Vektorgrafiken erstellen? [3]
[4]Vektorgrafik - was ist das?
Wie bereits erwĂ€hnt, werden Vektorgrafiken besonders gerne im Grafikdesign verwendet. Das hat den Hintergrund, dass sie im Gegensatz zu normalen Bilddateien ohne QualitĂ€tsverlust beliebig weit vergröĂert oder verkleinert werden können. Unternehmen erstellen daher zum Beispiel ihre Logos als Vektorgrafik, damit sie in jeder beliebigen GröĂe gut aussehen - egal ob klein in einem Dokumentenkopf oder als groĂes Werbebanner.
Wie das funktioniert, lĂ€sst sich gut im Vergleich zu einer normalen Bilddatei erklĂ€ren: Normale Bilddateien, also zum Beispiel mit den Dateiendungen .jpg oder .png, werden auch Rastergrafiken genannt. Das lĂ€sst sich auf ihren Aufbau zurĂŒckfĂŒhren: Sie bestehen aus unzĂ€hlig vielen, kleinen, quadratischen Bildpunkten, die in einem Raster angeordnet sind. Diese Bildpunkte werden oft auch Pixel genannt.
Jeder Pixel stellt eine bestimmte Farbe dar. Zusammen ergeben alle Pixel dann ein Bild, das wir uns ansehen können. Das ist wie bei einem Mosaik, nur mit viel mehr Bildpunkten. Je mehr Pixel in einem Bild enthalten sind, desto schĂ€rfer wirkt es auch fĂŒr den Betrachter.
Die Anzahl der Pixel bleibt bei einem Bild aber immer gleich, egal wie groĂ oder klein Sie es ziehen. Wenn Sie ein kleines Bild mit wenigen Pixel immer weiter vergröĂern, wird es daher unscharf, so wie im Beispiel unten. Die gleiche Menge an Bildpunkten muss dann nĂ€mlich auf eine immer gröĂere FlĂ€che verteilt werden.
Das kennt vermutlich jeder von seinen eigenen Bildern: Wenn Sie mit dem Handy ein Foto aufnehmen und es anschlieĂend mit den Fingern etwas vergröĂern, wird es unscharf. Das liegt daran, dass die Fotos meist im .jpg-Format gespeichert werden und eine feste Anzahl an Pixeln besitzen.
Anders ist das bei Vektorgrafiken, die zum Beispiel auf .svg, .eps oder .ai enden. Diese basieren, wie der Name schon andeutet, auf sogenannten Vektoren. Das sind im Prinzip nichts anderes als Richtungsangaben, die dem Computer sagen, wo sich ein bestimmtes Grafik-Element befindet. Eine Vektorgrafik wird dazu im Prinzip wie ein Koordinatensystem aufgeteilt. Damit lÀsst sich jeder Punkt in der Grafik mit einer bestimmten Koordinate prÀzise festlegen.
Wie Grafiken genau erstellt werden, wird am besten an einem Beispiel deutlich: Wir möchten eine Vektorgrafik mit einem Kreis und einer Linie erstellen. DafĂŒr merkt sich der Computer zunĂ€chst die Position des Kreises mithilfe eines Vektors. AuĂerdem kennt der Computer den Radius sowie die Farbe des Kreises. Mit diesen Informationen kann er die Form nun ohne Probleme darstellen. FĂŒr die Linie funktioniert das ganz Ă€hnlich. Der Computer speichert zunĂ€chst den Startpunkt der Linie mit einem Vektor. Die Richtung und LĂ€nge der Linie wird dann mit einem weiteren Vektor gespeichert. Da der Computer nun bis in die kleinste Nachkommastelle bestimmen kann, wo eine Form anfĂ€ngt und wo sie aufhört, können Sie beliebig weit in die Grafik hineinzoomen, ohne dass die QualitĂ€t nachlĂ€sst.
Vereinfacht gesagt bedeutet das also: Anstatt fĂŒr jeden Bildpunkt einzeln zu speichern, was dort dargestellt werden muss, merkt sich der Computer einfach, wo welche Form in welcher GröĂe und mit welcher Farbe dargestellt werden soll.
[5]Was sind die Vor- und Nachteile von Vektorgrafiken?
Da die Darstellung im Prinzip auf mathematischen Formeln basiert, entfallen alle Probleme, die durch die begrenzte Auflösung von Rastergrafiken entstehen. Man kann immer weiter an eine Vektorgrafik heranzoomen, ohne dass die QualitÀt der Darstellung abnimmt.
Mit einer höheren Auflösung nimmt auĂerdem der Speicherplatz nicht weiter zu. Sind einmal alle Vektoren in einer Datei gespeichert, kann die Auflösung beliebig erhöht werden, ohne dass die Vektorgrafik-Datei gröĂer wird.
Nachteil von Vektorgrafiken ist allerdings, dass sie bei der Darstellung eine schlechtere Performance bieten als normale Bilder mit Raster-Darstellung. Die Vektoren mĂŒssen nĂ€mlich erst berechnet werden, bevor sie auf einem Display angezeigt werden können. Daher findet man ĂŒberall, wo die Auflösung nicht unbedingt variabel sein muss, Rastergrafiken - zum Beispiel auf Webseiten oder in vielen Dokumenten.
Weiterer Nachteil ist, dass Vektorgrafiken zwingend am Computer erstellt werden mĂŒssen. Rastergrafiken wie Fotos können Sie mit spezieller Software aber schnell zu Vektorgrafiken umwandeln. Wie Sie Vektorgrafiken umwandeln, lesen Sie in unserer Anleitung. [6]
[7]Mit welchen Programmen können Sie Vektorgrafiken erstellen?
Das wohl bekannteste Programm zur Erstellung von Vektorgrafiken ist Adobe Illustrator. Mit der Profi-Software können Sie von Logos ĂŒber aufwendige Grafiken bis hin zu Kunst alles erstellen. Kostenlose Alternative zu Adobe Illustrator ist Inkscape [8], mit dem Sie ebenfalls Vektorgrafiken gestalten können.
Aber auch Programme wie Adobe Photoshop oder das kostenlose GIMP [9] können Vektorgrafiken exportieren. Allerdings sind diese Programme nicht primÀr auf die Erstellung von Vektorgrafiken ausgelegt.
(joma)
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6278976
Links in diesem Artikel:
- #Vektorgrafiken - was ist das?
- #Was sind die Vor- und Nachteile von Vektorgrafiken?
- #Mit welchen Programmen können Sie Vektorgrafiken erstellen?
- https://www.heise.de/tipps-tricks/JPG-in-Vektorgrafik-umwandeln-so-klappt-s-6269988.html
- https://www.heise.de/download/product/inkscape-24698
- https://www.heise.de/download/product/gimp-4678
- https://www.heise.de/tipps-tricks/JPG-in-Vektorgrafik-umwandeln-so-klappt-s-6269988.html
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Was-ist-VPN-eigentlich-4445747.html
- https://www.heise.de/tipps-tricks/Kostenlose-Bildbearbeitungs-Programme-diese-Tools-gibt-es-5987949.html
Copyright © 2021 Heise Medien