Wie funktioniert eigentlich ein 3D-Drucker?
(Bild: Shutterstock/Alex_Traksel)
Wir erklÀren Ihnen verstÀndlich und einfach, wie eigentlich ein 3D-Drucker funktioniert!
3D-Drucker haben in den letzten Jahren immer mehr an Bekanntheit gewonnen. Mit ihnen lassen sich zum Beispiel kleine und gröĂere Ersatzteile selbst zu Hause nachdrucken, ohne dass sie extra nachgekauft werden mĂŒssen. Aber auch in der Industrie kommen Profi-3D-Drucker zum Einsatz. Doch wie funktionieren die GerĂ€te eigentlich? Mit der Zeit haben sich dabei drei Verfahren durchgesetzt, die wir Ihnen hier vorstellen.
- So funktioniert ein 3D-Drucker im Allgemeinen [1]
- FĂŒr Privatanwender: Fused Deposition Modeling [2]
- Industrielle Verfahren: Stereolithographie und Laser-Sintering [3]
[4]So funktioniert ein 3D-Drucker im Allgemeinen
Die Technik der 3D-Drucker wurde bereits in den 80er-Jahren entwickelt und seitdem besonders in der Industrie verwendet, zum Beispiel fĂŒr die Herstellung komplizierter Auto-Teile. In den letzten zehn Jahren wurde die Technik jedoch auch fĂŒr die private Nutzung zu Hause angepasst und dabei stetig verbessert. Nachdem die Drucker vor einigen Jahren noch einige hundert Euro gekostet haben, kann man einen eigenen Drucker heute bereits fĂŒr deutlich weniger Geld erhalten.
GrundsĂ€tzlich Ă€hnelt die Funktionsweise eines 3D-Druckers der von normalen Druckern: Anstelle einer Text- oder Bilddatei wird vor dem Druck mit einer 3D-Software zunĂ€chst ein Modell erstellt. Dieses gibt dem Drucker spĂ€ter vor, wo er das Material anbringen bzw. aushĂ€rten soll. AnschlieĂend wird das Modell an den Drucker gesendet, der mit dem 3D-Druck beginnt. Wie genau der Druck funktioniert und wie lange er dauert, hĂ€ngt von der gewĂ€hlten Technik und dem Material ab. Ein 3D-Druck im Privat-Bereich dauert aber oft mehrere Stunden, abhĂ€ngig von der GröĂe des Modells. Wie 3D-Drucker fĂŒr private Zwecke sowie fĂŒr die Industrie funktionieren, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.
[5]FĂŒr Privatanwender: Fused Deposition Modeling
Da die Drucker und Materialien beim Fused Deposition Modeling im Vergleich zu den anderen Methoden etwas gĂŒnstiger sind, werden sie am hĂ€ufigsten im privaten Umfeld verwendet. Bei dem Verfahren kommen Materialien zum Einsatz, die bei einer leichten Erhitzung flĂŒssig werden und sich formen lassen. Das sind zum Beispiel Kunststoffe wie PET, aber auch Schokolade kann theoretisch dafĂŒr verwendet werden.
Das Material wird in einem Drucker-Kopf erhitzt und dann mit einer DrĂŒse in dĂŒnnen Schichten auf einer Platte aufgetragen. Das Modell wird schichtenweise von unten nach oben gedruckt. Der Drucker-Kopf kann sich dabei flexibel in jede Richtung bewegen, um an jeden Punkt im Druckbereich zu gelangen.
Da das Material einige Zeit zum AushĂ€rten benötigt und eine neue Schicht erst aufgetragen werden kann, wenn die darunter zumindest etwas gehĂ€rtet ist, dauert der Druckprozess relativ lange. AuĂerdem mĂŒssen ggf. StĂŒtzkonstruktionen eingeplant werden, damit die Konstruktion nicht in sich zusammenfĂ€llt, solange sie noch nicht vollstĂ€ndig fest ist.
[6]Industrielle Verfahren: Stereolithographie und Laser Sintering
DarĂŒber hinaus gibt es weitere 3D-Druck-Methoden, die eher in der Industrie Anwendung finden. Theoretisch könnte man sie natĂŒrlich auch im Privaten nutzen, durch ihre GröĂe und Funktionsweise eignen sie sich aber eigentlich nur, wenn eine groĂe StĂŒckzahl der Modelle auf einmal gedruckt wird.
Die Stereolithographie ist das Ă€lteste 3D-Druck-Verfahren. Dabei wird ein Becken mit Kunstharz gefĂŒllt, das unter UV-Strahlung aushĂ€rtet. Ăber dem Becken hĂ€ngt ein GerĂ€t, das gezielt UV-Strahlen aussenden kann. Im Becken ist zudem eine Plattform, die sich hoch- und runterbewegen kann. Zu Beginn des Druck-Prozesses ist die Plattform gerade so hoch, dass sie ganz leicht mit dem Harz bedeckt ist. Von oben werden dann so UV-Strahlen ausgesendet, dass das Kunstharz an bestimmten Stellen aushĂ€rtet. Ist eine Ebene fest, wird die Plattform ein wenig nach unten gefahren, das Kunstharz lĂ€uft ĂŒber die ausgehĂ€rtete Schicht und die nĂ€chste Ebene wird mit den UV-Strahlen ausgehĂ€rtet. So wird das Modell Schicht fĂŒr Schicht von unten nach oben gebildet. Dabei ist jede Schicht gerade einmal Bruchteile eines Millimeters dick. GroĂer Vorteil dieses Verfahren im Vergleich zu den anderen Methoden ist, dass die Kanten des Modells am Ende glatt und nicht rau sind.
Beim Laser-Sintering gibt es zwei Bereiche: Einerseits einen BehĂ€lter, in dem das Druckmaterial liegt. Das kann zum Beispiel ein pulverförmiger Kunststoff oder sogar Metall sein. Andererseits gibt es wieder eine Plattform, auf der das Modell gedruckt wird. Der Drucker nutzt zu Beginn eine Rolle, um Material aus dem ersten BehĂ€lter aufzunehmen und dĂŒnn auf der Plattform aufzutragen. Ăber der Plattform hĂ€ngt ein Laser, der wie bei der Stereolithographie bestimmte Stellen des Materials aushĂ€rten kann. AnschlieĂend fĂ€hrt die Plattform dann etwas nach unten, die Rolle trĂ€gt neues Material auf und der Laser hĂ€rtet erneut bestimmte Stellen des Materials aus. Vorteil des Laser-Sinterns ist, dass das Material sofort aushĂ€rtet und keine aufwendigen StĂŒtzkonstruktionen eingeplant werden mĂŒssen.
(joma)
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- #FĂŒr Privatanwender: Fused Deposition Modeling
- #Industrielle Verfahren: Stereolithographie und Laser Sintering
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