Alternative ID im Test: Mit Surfshark inkognito im Netz
Unsere Erfahrungen mit Surfshark Alternative ID & Alternative Number
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Seit Langem gelten VPN-Dienste als das Nonplusultra, wenn es darum geht, die Identität im Netz zu verschleiern und anonym zu surfen. Allerdings verschleiern VPNs standardmäßig nur die IP-Adresse. Das hilft zum Beispiel gegen Ermittlungsbehörden und Strafverfolgung – nutzt aber nichts, wenn anderswo persönliche Daten eingegeben werden müssen.
Leider verlangen viele Websites und Services wie Messenger-Dienste inzwischen das Anlegen von Konten. Und die wiederum müssen mit einer E-Mail-Adresse verknüpft werden. Das geht zwar auch über einen Wegwerf-Mail-Dienst wie Müllmail, deren Nachteil ist aber, dass jeder auf diese Mails zugreifen und Accounts dadurch übernehmen kann.
Spätestens bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung wird oft auch noch eine Mobilfunknummer benötigt, die Nutzer definitiv verfolgbar macht – egal, welche IP-Adresse sie via VPN verwendet haben. Hinzu kommen Risiken wie Datenlecks auf den Websites oder der Verkauf der Daten an Spammer und Scammer. Kurzum: Wer anonym bleiben will, kann inzwischen viele Websites und Dienste nicht mehr nutzen.
Anonyme Telefonnummer und Mailadresse
Der VPN-Anbieter Surfshark* hat das Problem erkannt und ermöglicht daher nun, die eigene Online-Persönlichkeit inklusive E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu fälschen: Mit den Tools Alternative ID* und Alternative Telefonnummer* lassen sich Dienste mit Account-Zwang anonym nutzen. Alternative ID ist dabei in allen Surfshark-Paketen kostenlos enthalten. Die alternative Telefonnummer kann bei Bedarf je nach Tarif für 2,89 € im Monat hinzugebucht werden.
Alternative Number und Alternative ID einrichten
Wie bei allen Anonymisierungsdiensten ist es zunächst nötig, Alternative ID und die alternative Telefonnummer einzurichten. Dazu muss zunächst die normale Surfshark-Software auf dem Rechner installiert werden. Wer bereits Kunde ist, findet den Menüpunkt „Alternative ID“ in der Surfshark-App für Mac, PC und Mobilgeräte: Hier kann die alternative Persona für mehr Anonymität im Netz nun eingerichtet werden.
Die Einrichtung von Alternative ID und Alternative Number ist ein Kinderspiel.
(Bild: Screenshot)
Die Einrichtung der alternativen Rufnummer ist ein Kinderspiel und mit wenigen Handgriffen erledigt. Leider gibt es derzeit nur die Möglichkeit, US-Rufnummern mit der Landesvorwahl +1 zu generieren. Das hat in der Praxis aber nur selten Nachteile, zumal die alternative Rufnummer primär bei Diensten zum Einsatz kommen dürfte, die nicht vertrauenswürdig sind oder die besonderer Anonymisierung bedürfen.
Eine alternative Online-Existenz generieren
Die alternative Identität ist leicht erstellt: Die persönlichen Daten wie Name, Nachname, Adresse, Geschlecht, Geburtsdatum und Heimatland werden standardmäßig automatisch und zufällig generiert. Auf Wunsch können Nutzer die Daten aber auch selbst angeben. Praktisch: Die automatisch generierten Namen passen zum gewählten Land und Alter der Person, was sie plausibler erscheinen lässt. Allerdings erlaubt Surfshark nur Alt-Personas aus Australien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Portugal und den USA.
Surfshark generiert automatisch Personas samt E-Mail-Adresse
(Bild: Screenshot)
Die automatische Generierung kann wiederholt werden, bis Surfshark ein attraktives Ergebnis ausspuckt. Mit nur einem Klick kann die Persona dann übernommen werden. Der Clou: Die generierten Adressen gibt es tatsächlich, sie halten also im Fall der Fälle – etwa zum Abgreifen von Freebees in Online-Shops aus einem der Länder – einer Adressprüfung durch einen Anbieter stand. Ein Klassiker wäre etwa die Generierung einer US-Persona für die Erstellung eines Streaming-Accounts in den Vereinigten Staaten, um nur dort verfügbare Inhalte laden zu können.
Die Mailadresse leitet auf eine echte Mailadresse weiter
(Bild: Screenshot)
Anschließend generiert Surfshark nach dem gleichen Schema eine alternative E-Mail-Adresse, die auf zehn verschiedene E-Mail-Domains zurückgreift. Diese weist zunächst auf den generierten Nutzernamen hin, lässt sich aber ebenfalls beliebig neu generieren und anpassen. Die alternative E-Mail-Adresse wird anschließend Surfshark-intern mit der echten E-Mail-Adresse des Nutzers verknüpft: Wer das nicht will, kann diese aber ebenfalls ändern. Wichtig: Es muss eine echte Adresse sein, da Surfshark diese per E-Mail-Code verifiziert.
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Top: Alternative Persona über Systemgrenzen hinweg
Wie bei Surfshark üblich, wird die Persona samt E-Mail-Adresse und Telefonnummer zentral bei Surfshark verwaltet. Die eingerichtete ID samt Telefonnummer ist dann allen Endgeräten zugeordnet. Es gibt (außer durch Einsatz mehrerer Surfshark-Abos) keine Möglichkeit, auf dem Smartphone eine andere Persona als auf dem Desktop zu verwenden.
Es gibt viele Adressen zur Auswahl
(Bild: Screenshot)
Flexibel bleibt man trotzdem: Alle alternativen Personendaten können jederzeit neu generiert werden. Gefallen Person, E-Mail-Adresse oder Telefonnummer nicht (mehr) oder sind sie kompromittiert, können sie jederzeit nachträglich gewechselt werden. Die Rufnummer darf einmal alle 30 Tage geändert werden. Der Wechsel bleibt auch nach Änderung oder Löschung im Surfshark-System hinterlegt: So können Nutzer sich nicht aus Versehen aus einem Dienst aussperren, weil sie etwa die E-Mail-Adresse gewechselt haben.
Alternative ID in der Praxis
Sinn und Zweck der alternativen ID ist es, sich anonym bei Webdiensten zu registrieren. Für einen Test bietet sich hier Github an: Die inzwischen von Microsoft übernommene Entwickler-Plattform hat erst kürzlich die Quotas für unangemeldete Nutzer deutlich reduziert. Wer hier ohne Log-in Quellcode oder Software herunterladen möchte, läuft nach nur wenigen Klicks in den Begrenzer.
Alternative Number ist derzeit nur eine US-Nummer
(Bild: Screenshot)
Genau für solche Fälle bietet sich die Alternative ID an: Auf diese Weise kann bei Github ein Konto erstellt werden, ohne die echten Daten an den Anbieter – in diesem Fall Microsoft – zu übermitteln. Das funktioniert auch gut: Die E-Mail-Adresse wird akzeptiert, der Bestätigungscode wird sekundenschnell an die hinterlegte echte E-Mail-Adresse weitergeleitet. Die alternative ID ist damit für den einfachen Login wunderbar einsetzbar, etwa wenn es darum geht, sich an nicht vertrauenswürdigen Websites anzumelden. Die E-Mail-Adresse wird auch problemlos bei anderen Diensten als Login akzeptiert.
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Virtuelle Rufnummer mit Fehlern
Probleme bereitet im Test jedoch die alternative Rufnummer. Möchten wir damit etwa eine 2-Faktor-Authentifizierung einrichten, schlägt der Versuch meist fehl. Github etwa weigert sich beharrlich, die SMS an die Rufnummer zu versenden und gibt einen Fehler aus. Auch bei anderen Diensten tritt dieses Problem auf: Entweder wird gar nicht versendet – oder der Verifikationscode kommt nicht an.
Der Grund dafür liegt in der für den Service verwendeten Technik: Surfshark setzt auf sogenannte virtuelle Rufnummern per VoIP und die können sowohl bei SMS als auch bei Anrufen Probleme verursachen. Auf das Nichtfunktionieren mit Diensten aus dem Meta-Konzern wie WhatsApp oder Instagram weist Surfshark sogar explizit hin. Auch auf Reddit wird dieses Verhalten schon länger bemängelt; seitens Surfshark kam dort die Rückmeldung, eine Lösung sei für „künftige Updates geplant“. Das war im November 2024.
Die Alternative Nummer ist grundsätzlich intakt.
(Bild: Screenshot)
Während Anrufe aus vielen Mobilfunknetzen durchgehen, schlägt ein Anruf per Festnetz fehl. SMS kommen nur aus dem deutschen Telekom-Netz und von manchen Free-SMS-Providern durch, aber auch hier nicht zuverlässig. SMS aus dem Vodafone-Netz werden noch beim Versand vom Provider als „gelöscht“ gemeldet, während sie aus dem O2-Netz einfach komplett verschwinden.
Anonyme Telefonnummer für Netflix, Tinder, GMail & Co.
Auf Nachfrage bei Surfshark ist Alternative Number derzeit noch hauptsächlich für die USA angedacht und funktioniert bislang nicht überall. Dennoch wird laut dem Anbieter bereits eine Reihe von Diensten unterstützt: Neben Messengern wie Telegram und Signal auch Dienste wie Uber, Netflix, TikTok, Tinder, Bumble oder Apple und Gmail. Wir haben stichprobenweise bei diesen Anbietern neue Accounts über die Rufnummer erstellt beziehungsweise die 2-Faktor-Authentifizierung aktiviert. Und tatsächlich funktionierte die anonyme US-Nummer hier reibungslos.
Bei Messengern wie Signal und Telegram funktioniert die Rufnummer wunderbar
(Bild: Screenshot)
Damit kann das derzeit von Surfshark noch als „Beta“ markierte Alternative-Number-System eine sinnvolle Ergänzung sein. Gerade, wenn man etwa bei den genannten Messengern oder Kontaktbörsen seine echte Rufnummer nicht preisgeben will. Für Einsatzzwecke als „Alias-Rufnummer“ gegen Telefon-Spam – etwa auf Kleinanzeigen-Portalen – lohnt sie sich aber nicht, zu unseriös wirkt die US-Vorwahl auf potenzielle Käufer. Dafür kann die alternative Rufnummer natürlich auch bei der Vorbeugung von Datenlecks hilfreich sein.
Surfshark selbst gibt außerdem an, künftig deutlich mehr Dienste mit der Rufnummer unterstützen zu wollen. Möglich, dass demnächst auch GitHub funktioniert. „Versuch macht kluch“ – und wer die Nummer ohnehin schon im Surfshark-Paket gebucht hat, sollte auf jeden Fall ausprobieren, was geht und was nicht.
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Fazit: Praktisches Extra für mehr Anonymität im Netz
Alternative ID* ist eine hervorragende Ergänzung des Surfshark-VPN-Angebots: Sie ermöglicht Nutzern, direkt über den VPN-Anbieter eine anonyme Identität für Log-ins bei nicht vertrauenswürdigen Websites zu erstellen. Dank der Generierung echter Adressen ist auch die Anmeldung in Shops im Ausland denkbar.
Gut gelöst ist dabei auch das E-Mail-System, das E-Mails sofort an eine echte E-Mail-Adresse weiterleitet und damit die frei zugänglichen Anonym-Mailer überflüssig macht. Dass der Dienst kostenlos in allen Paketen enthalten ist, ist praktisch und sinnvoll.
Ob sich die Alternative Number* für den monatlichen Aufpreis von 2,89 € lohnt, bleibt den Nutzern von Surfshark One(+)* überlassen: Die Nummer funktioniert bei einer Reihe von Diensten und Accounts und kann Spam und Datenlecks vorbeugen. Bei vielen Diensten gehen die SMS aber verloren und für den „normalen“ Empfang von SMS eignet sie sich nur unbedingt. Sinnvoll kann die Nummer für Nutzer sein, die in Messengern wie Signal und Telegram anonym bleiben wollen oder sich um Datenlecks sorgen.
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
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