Testbericht: Unsere Erfahrungen mit Atlas VPN
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Atlas VPN im Test: Solides VPN mit großzügigem Gratis-Plan

Unsere Erfahrungen mit Atlas VPN

Atlas VPN möchte sich mit durchdachter Technik und einem kostenlosen Angebot gegen die VPN-Größen durchsetzen. Ob das funktioniert, zeigt unser Test.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • Atlas VPN betreibt über 750 Server in über 30 Ländern auf der ganzen Welt.
  • Der Anbieter verzichtet auf eine Limitierung der parallel verwendeten Geräte.
  • Atlas VPN bietet ein eingeschränktes Gratis-Angebot. Es ermöglicht den Download von bis zu 2 GB pro Tag an Daten über eine Reihe von VPN-Servern.
  • Die Apps sind derzeit nur in englischer Sprache verfügbar, außerdem gibt es keine Linux-Unterstützung.
  • Preis: ab 1,67 EUR/Monat (inkl. MwSt.)*

Atlas VPN ist ein vergleichsweiser junger VPN-Dienst, der es trotzdem mit den Größen der Branche aufnehmen will. Dazu setzt der Anbieter unter anderem auf hohe Streaming-Tauglichkeit, Spezial-Server und nicht zuletzt ein erstaunlich großzügiges Gratis-Angebot.

Atlas VPN: Über 750 Server in rund 30 Ländern

Das Serverangebot von Atlas VPN* umfasst zum Testzeitpunkt über 750 Server in über 30 Ländern und fällt damit eher klein aus. Auch die unter anderem für Schnäppchenjäger interessanten Regionen wie Argentinien oder die Türkei sind nicht dabei. Für das Streaming (s. unten) weist der Anbieter eine Reihe von Servern aus, die in den Apps gezielt ausgewählt werden können. Die Nutzung von Filesharing-Diensten ist laut AGB auf allen Servern erlaubt.

Zwei Besonderheiten sind die SafeSwap- und MultiHop-Server, die Abonnenten zur Verfügung stehen. SafeSwap-Server ändern in unbestimmten Abständen die IP-Adresse, unter der die Nutzer im Internet unterwegs sind, was die Rückverfolgung noch schwieriger machen soll. Sie standen zum Testzeitpunkt allerdings nur an drei Standorten zur Wahl, deutsche IP-Adressen waren nicht verfügbar. MultiHop-Server leiten den Traffic hingegen über mehrere Server um, was die Sicherheit ebenfalls weiter erhöhen soll. Anders, als beispielsweise Mullvad VPN, gibt Atlas hier aber keine Kontrolle darüber, in welchen Ländern die Server stehen; lediglich die Regionen USA oder Europa können gewählt werden. Dennoch ist die Funktion ein Sicherheitsplus für Menschen, die auf besondere Privatsphäre angewiesen sind.

Interessant: Während unserer Testphase gab Atlas VPN bekannt, dass die indischen Server des Unternehmens aus dem Angebot gestrichen werden. Grund dafür sei eine neue Gesetzgebung, die den Betrieb von datenschutzfreundlichen VPN-Servern nicht mehr ermöglicht. Dieser Schritt darf als gutes Zeichen dafür gewertet werden, dass Atlas VPN seine No-Log-Bemühungen ernst meint


Protokolle, Sicherheit und Datenschutz

Als einer der wenigen kommerziellen VPN-Anbieter verzichtet Atlas VPN auf die Unterstützung des bewährten und quelloffenen OpenVPN-Protokolls. Die manuelle Einrichtung - etwa unter Linux oder mit alternativen VPN-Clients - ist daher nicht möglich. Stattdessen setzen die Apps auf das neuere und vor allem durch seine hohe Leistung beliebte WireGuard sowie das stabile IKEv2/IPsec-Protokoll.

Atlas VPN betreibt zwar ein physisches Büro in Litauen, steht aber unter der Rechtsprechung der USA. Dort gibt es zwar keine Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung, dafür ist das Land aber wichtiger Teil des Eyes-Abkommens.

Im DNS-Leaktest konnte CyberGhost VPN überzeugen. (Bild: Screenshot )

Atlas VPN verspricht dennoch, das Surfverhalten seiner Nutzer ausnahmslos nicht aufzuzeichnen. Die No-Logs-Richtlinie liest sich entsprechend konsequent. Auch die verwendete 256-bit-AES-Verschlüsselung ist aktuell. Einen unabhängigen Audit für die Versprechen gab es allerdings noch nicht, wie so oft ist hier ein Vertrauensvorschuss in den VPN-Anbieter nötig. Immerhin zeigt ein Warrant Canary auf der Homepage an, ob es bislang zu Regierungsanfragen beim Atlas VPN kam – zum Testzeitpunkt war das nicht der Fall.

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Deutlich weniger angetan waren wir davon, dass die VPN-Apps standardmäßig Benutzungsdaten sammeln und an den Anbieter übermitteln. Atlas VPN betont außerdem, dass Geräte-spezifische Infos, etwa die Geräte-ID oder die verwendeten Systemversionen, explizit für Marketingzwecke verwendet werden können. Dies geschehe zwar anonymisiert, für einen Anbieter von Datenschutzlösungen ist ein solches Verhalten aber unserer Meinung nach nicht angemessen.

Auch die auf manchen Systemen standardmäßig aktivierten Funktionen zur Sammlung technischer Analysedaten ist im Kontext der Privatsphäre eher suboptimal. Hier zeigen sich andere Anbieter deutlich kundenfreundlicher.


Atlas VPN: Apps für Mobil, Desktop und TV

Atlas VPN stellt zum Testzeitpunkt Apps für Windows, macOS, Android (inklusive Android TV und Amazon Fire TV) und iOS bereit. Linux-Nutzer schauen leider in die Röhre, nicht einmal die Einrichtung via Kommandozeile steht zur Verfügung. Auch die Konfiguration von VPN-tauglichen Routern bietet Atlas VPN zum Testzeitpunkt nicht an.

Erst in ausgeklapptem Zustand zeigt der Client alle Serverstandorte und -Kategorien an. (Bild: Screenshot)

Die vorhandenen Apps erledigen ihren Job dafür angemessen gut. Sie funktionieren stabil und machen die Einrichtung und Herstellung einer VPN-Verbindung einfach. In den App-Einstellungen kann neben dem VPN-Protokoll ein optionaler Werbeblocker aktiviert werden, der sowohl mobil als auch auf dem Desktop systemweit funktioniert. Auch ein Killswitch ist sowohl auf dem Desktop als auch mobil vorhanden. Wird er aktiviert, kappt Atlas VPN automatisch die Online-Verbindung, wenn die Verbindung zu einem VPN-Server abreißt.

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Split-Tunneling nur auf Android-Geräten

Feature-identisch sind die VPN-Apps allerdings nicht. Split-Tunneling, also die Ausnahme bestimmter Apps und Dienste aus der VPN-Anbindung, stand zum Testzeitpunkt nur in der Android-Lösung von Atlas VPN zur Verfügung. Hier funktionierte die Option tadellos. Laut Homepage soll die praktische Funktion, die beispielsweise für Gaming oder auch die Nutzung von VPN-untauglichen Diensten wie Online-Banking hilfreich ist, auch in die Windows-Version kommen. Einen Zeitrahmen dafür nennt der Anbieter nicht.

Auf Wunsch schaltet sich CyberGhost abhängig vom verwendeten WLAN automatisch ein oder aus. (Bild: Screenshot)

Keine deutschsprachige Übersetzung

Ein großer Wermutstropfen für Benutzter im deutschsprachigen Raum ist, dass die Apps von Atlas VPN zum Testzeitpunkt nur mit englischen Bildschirmtexten verfügbar waren. Auch ein Großteil der Info- und Hilfstexte auf der Homepage des Anbieters ist noch nicht lokalisiert. Wer des Englischen nicht mächtig ist, sollte daher Abstand nehmen.


Netflix & Co: Eignet sich Atlas VPN für das Streaming?

So konnten wir zum Beispiel die zum Testzeitpunkt US-exklusiven Serien “NCIS” oder “Grey’s Anatomy” bei einer Verbindung auf einem US-Streaming-Server abrufen. Auch der britische BBC iPlayer ließ sich problemlos öffnen. Verbinden wir uns mit einem deutschen Server, funktionieren die Mediatheken des ÖR ebenso, wie große Streaming-Dienst wie Amazon Prime oder Disney+.

Beim Zugriff auf das US-amerikanische Netflix-Angebot zeigten ausgerechnet die hierfür optimierten Server deutliche Schwächen. Mit den übrigen US-basierten Servern von CyberGhost klappte das Streaming von Netflix & Co jedoch. (Bild: Screenshot)

Kurzum: Zum Entsperren von internationalen Streaming-Inhalten ist Atlas VPN zu unserem Testzeitpunkt hervorragend geeignet - auch durch die Verfügbarkeit der Apps auf Fire TV und Android TV. Fairerweise sei gesagt, dass sich das jederzeit ändern kann, da die Anbieter gegen entsprechende VPN-Praktiken vorgehen.

Hinweis: Die Nutzung von VPN-Diensten zur Umgehung von Content-Sperren verstößt in der Regel gegen die Benutzervereinbarungen der Content-Anbieter und kann dort zur Account-Sperre führen.

Atlas VPN im Speedtest

In unseren Geschwindigkeitstests hinterlässt Atlas VPN ein insgesamt ordentliches Bild. Bei Verbindungen mit Servern in Deutschland wird unsere 500-Mbit-Leitung im Schnitt mit 400 bis 480 Mbit pro Sekunde ausgelastet. Das sind zwar keine Fabelwerte, allerdings im Alltag völlig in Ordnung.

Gleiches gilt für Verbindungen nach England oder die US-Ostküste. Bei Tests mit den Londoner Servern des Anbieters blieben die Down- und Upload-Werte praktisch identisch, bei einer Verbindung nach New York ging der Downloadwert auf im Schnitt 400 bis 420 Mbit/s zurück.

Dazu muss gesagt werden, dass die Speedtests von Atlas VPN bei mehreren Wiederholungen etwas stärker schwankten als bei vielen Mitbewerbern. Im Surf- und Download-Alltag war davon aber nichts zu spüren. Erfreulicherweise sahen wir in unserer Zeit mit aktiver VPN-Verbindung auch faktisch nie die nervigen Captcha-Eingaben, die Webseiten bei der Nutzung größerer VPN-Anbieter aus Sicherheitsgründen einblenden.

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Das ist natürlich keine Garantie dafür, dass es auch so bleibt, dennoch ist Atlas VPN zum Testzeitpunkt durchaus als “Immer an”-VPN zu empfehlen. Wir haben die Speedtests mit dem WireGuard-Protokoll durchgeführt. Beim Wechsel auf das alternativ verfügbare IKEv2/IPsec-Protokoll konnten wir in unseren Tests keine relevanten Unterschiede feststellen.


Preise und Zahlungsmethoden

Mit einem Standardpreis von knapp unter 10 Euro im Monat gehört Atlas VPN zu den etwas günstigeren Anbietern im VPN-Markt. Langfristige Bindungen belohnt der Dienst wie viele seiner Mitbewerber mit teils drastischen Rabatten. Zum Testzeitpunkt lockte Atlas VPN etwa mit einem reduzierten Monatspreis von nur 1,67 Euro, wenn man sich für zwei Jahre bindet.

Bezahlt werden kann der Dienst via Kreditkarte, PayPal oder Kryptowährungen über den Zahlungsdienstleister CoinPayments. Lastschrift, Überweisung oder auch eine anonyme Bezahlung per Bargeld-Einsendung stehen nicht zur Wahl

Gratis-Angebot, Studententarif und Geld-Zurück-Garantie

Neben dem Premium-Angebot bietet Atlas VPN auch ein kostenloses Angebot. Dieses erlaubt die Verbindung zu einer Handvoll von Servern und ist auf ein tägliches Traffic-Kontingent von zwei Gigabyte begrenzt; unter Windows sind es hingegen lediglich zehn GB pro Monat. Abstriche bei der Geschwindigkeit oder den parallelen Verbindungen gibt es im Gratis-Angebot erfreulicherweise nicht. Wer also abseits großer Downloads eine Verbindung absichern oder generell die Funktionsweise des Dienstes ausprobieren möchte, kann sich ohne Abo ein Bild des Angebots machen.

Für alle Abo-Pläne bietet Atlas VPN eine Geld-zurück-Garantie an. Diese kann binnen 30 Tagen per Kontakt an den Kundensupport erfragt werden. Grundsätzlich bietet der Dienst zudem einen Rabatt für Studenten an, der aber Stand unseres Tests auf Nutzer in den USA und Großbritannien limitiert war.


Atlas VPN im Test: Fazit

Atlas VPN* präsentiert sich im Test als solide Alternative zu den bewährten VPN-Anbietern. Download-Geschwindigkeit, Streaming-Tauglichkeit und die technische Umsetzung der Apps können durchaus überzeugen. Vor allem Streaming-Fans könnten mit dem Premium-Angebot glücklich werden, sofern der Anbieter weiterhin so konsequent funktioniert.

Allerdings wirkt das Angebot in vielen Details unausgegoren. Sei es die fehlende Unterstützung für das OpenVPN-Protokoll, der Verzicht auf einen Linux-Client oder die in weiten Teilen nicht lokalisierten Teile des VPN-Angebots, etwa in der Datenschutzerklärung und natürlich den Apps. Hinzu kommt die Datensammelei der Apps, die sich – wenn auch nur technisch bedingt – mit dem “No logs!”-Versprechen beißt. Auch die US-Jurisdiktion und die damit verbundenen Konsequenzen dürften dazu beitragen, dass andere VPN-Anbieter für Datenschutz-affine Kunden die bessere Wahl sein können.

Durch das faire kostenlose Angebot und die guten Streaming-Funktionen sollte man Atlas VPN dennoch auf dem Schirm haben, zumal der Dienst bei langer Nutzung zu den günstigsten im Vergleich gehört.


➤ Atlas VPN*
Ab 1,67 €/Monat
Factsheet
Atlas VPN auf einen Blick
Datenstand: 28.06.2022
Sitz: USA
System-Unterstützung: Befriedigend
Win
Mac
Linux x
Android
iOS
Browser x
Router x
Smart-TVs
Konsolen x
Sonstige Chrome, Firefox
Geräte: unbegrenzt
Protokolle: Gut
OpenVPN
IKEv2
Wireguard x
Eigenes x
Servernetz: Ausreichend
Anzahl 750
Länder 30
Standorte --
Performance: Gut
Speed DE ⌀ 400~450 Mbit
Speed US ⌀ 350~450 Mbit
Verbindungsaufbau Sehr gut
Stabilität Gut
Barrierefreiheit Gut
Client / Usability: Befriedigend
Features: Gut
Streaming
P2P / Filesharing
Split-Tunneling (✓)
Sicherheit & Datenschutz: Gut
Verschlüsselung AES-256
Multihop
DNS-Protection
WebRTC-Protection
Not-Aus
Unabhängiges Audit x
No-Log-Richtlinie
RAM-Server x
Transparenzberichte
Anonyme Registrierung: x
Anonyme Zahlung: x
Kreditkarte
Paypal
Crypto
Sonstige x
Barzahlung x
Preis inkl. MwSt: ab 1,67 €/Monat (21.07.2022)
Geld zurück: 30 Tage
Sprachunterstützung: (✓)
Client x
Support x
Website (✓)
Besonderheiten: Kostenloser Zugang mit 10 GB pro Monat (Windows) bzw. 2 GB pro Tag
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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team

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