Avast One im Test: Alternative zum Windows-Defender?
Unsere Erfahrungen mit Avast One
[Update vom 13.08.2026] Wir haben Avast One im August 2026 erneut getestet und diesen Artikel vollständig aktualisiert.
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
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Ein Virenschutz ist in Windows mit dem Windows Defender bereits eingebaut. Wer sehr sicherheitsbewusst ist oder weitere Betriebssysteme nutzt, kann zusätzlich auch Schutzlösungen von anderen Anbietern einsetzen. Der Hersteller Avast will hier mit einem Bundle aus diversen Sicherheits-Tools punkten, das unter dem Namen „Avast One“ feilgeboten wird. Wie bereits der Vorgänger „Avast Antivirus“ ist das Paket in der Basis-Version kostenlos erhältlich – und damit eine mögliche Alternative zum Windows Defender. Wir haben die Suite ausprobiert und stellen Gratis- sowie Premium-Version gegenüber.
Avast One Free Antivirus: Was bietet die Gratis-Version?
Avast One* prüft Macs* (Download) und Windows-PCs (Download) im Hintergrund auf Malware sowie Viren und entfernt diese gegebenenfalls. Zudem überwacht bereits die Gratis-Version das System auf Betrugsversuche. Denn diese sind aktuell eines der größten Probleme bei der Cybersicherheit. Insbesondere Phishing – der Versuch, Zugangsdaten mit gefälschten Nachrichten zu erbeuten – erfreut sich bei Betrügern großer Beliebtheit. Damit stellt Avast One schon in der Basis-Version klassische Schutzfunktionen für zeitgemäße Bedrohungslagen zur Verfügung.
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Avast One (hier in der Premium-Version) hat eine übersichtliche Oberfläche, auf der Nutzer alle Funktionen schnell finden.
(Bild: Screenshot)
Erweiterte Funktionen der Bezahl-Tarife
Wer mehr Schutz benötigt, kann bei Avast einzelne Funktionen hinzubuchen oder in eines der kostenpflichtigen Bundles wechseln. Insgesamt stehen zwei Abopakete zur Wahl:
- Avast One Premium erweitert den Basisschutz der Gratis-Version um einen verbesserte Scam- und E-Mail-Schutz sowie Betrugserkennung für Anrufe, Shopping-Websites und SMS. Weitere Extras sind eine Firewall, Webcam-Schutz, App-Sicherheitsfunktionen wie Sandbox und App-Updater und Unterstützung von bis zu zehn Geräten.
- Avast One Ultimate erweitert die Premium-Version um Werkzeuge wie ein VPN, eine Systemreinigung und einen Tracking-Schutz.
Wie bei allen Antivirus-Lösungen sind die Android- und iOS-Versionen aufgrund von Beschränkungen der Mobilsysteme funktional stark eingeschränkt. Sie sind daher bestenfalls als Extra zur Desktop-Version zu betrachten. Avast One ist für Windows, macOS und eben die beiden Mobilsysteme verfügbar, eine Linux-Variante fehlt. Allerdings bietet Avast separat eine Schutz-Software für Linux-Server an.
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Avast One Free im Test: Gratis-Schutz ohne Accountbindung
Die Gratis-Version von Avast One ist als Ersatz für den Windows Defender von Microsoft gedacht, der nach der Einrichtung von Avast One auch gleich deaktiviert wird. Zum Start werden wir positiv überrascht: Anders als bei vielen anderen Lösungen wird kein Benutzerkonto benötigt, Avast One läuft ohne Anmeldung oder Registrierung beim Anbieter.
Nach der Installation scannt Avast One Free zunächst das System per „Smart Scan“ und meldet möglicherweise vorhandene Schädlinge sowie mögliche Sicherheitsprobleme. Zunächst sind das aber keine Probleme „hoher Priorität“, wie die Software unter anderem meldet: Alle aufgeführten Schwierigkeiten wären durch aufmerksame Benutzer selbst zu vermeiden oder zu korrigieren.
Nach dem Scan: Fehlerbehebung gegen Bares
Nach dem Scan gibt Avast One sich ähnlich geschäftstüchtig wie vergleichbare Tools – und zeigt dabei klar die Grenzen der Gratis-Version: Denn die „Fortgeschrittenen Probleme“ löst die Software nur, wenn man eine der angebotenen Kauf-Optionen nutzt.
Viele Funktionen gibt es erst in der Bezahlversion. Im Fall der „Fortgeschrittenen Probleme“ beim Scan grenzt das an Nagware.
(Bild: Screenshot)
Wer also gerne unaufmerksam durch das Netz surft und alles anklickt, was ihm vor den Cursor kommt, sollte nicht ausschließlich die Free-Version verwenden. Immerhin: Die Meldung lässt sich mit „Vorerst überspringen“ ignorieren. Anschließend klickt man eine Reihe von Hinweisen weg und kann das Tool dann endlich frei benutzen.
Gute Erkennung von Viren und Phishing-Versuchen
Hat man sich einmal durch die Upselling-Meldungen und die neue Prämien-Funktion – ein weiterer Nagscreen – geklickt, steht Avast One Free aber tatsächlich solide da: Das Tool arbeitet brav im Hintergrund und erkennt zuverlässig Schädlinge, die zum Beispiel per Download auf den Rechner gelangen können. Die Gratis-Version verwendet die gleiche Technologie wie die Bezahl-Optionen, insofern gibt es bei der grundlegenden Malware-Erkennung keinen wesentlichen Nachteil: Der Rechner wird im Test zuverlässig überwacht.
Avast erkannte Phishing- und Scam-Websites im Test deutlich besser als der Microsoft Defender.
(Bild: Screenshot)
Auch die inzwischen deutlich prominenteren Phishing-Versuche fängt Avast One Free mit seiner Web-Guard-Funktion souverän ab. Beim Besuch von Phishing-Websites schlägt der Schutz an und meldet den Phishing-Versuch – übrigens ohne Notwendigkeit eines Browser-Plug-ins, was besonders Nutzer von mehreren Browsern freut. Im direkten Vergleich reagierte Avast im Test auf neue Links in Phishing-E-Mails deutlich sensibler als der Microsoft Defender.
Chatbot ohne echten Mehrwert
Ein wenig Extra-Schutz bietet der KI-Assistent, der ebenfalls Teil der Gratis-Version ist: Hier können Nutzer Links, Bilder oder E-Mail-Texte von der KI analysieren lassen. Allerdings ist die Freitext-Eingabe beschränkt und die KI fungiert eher als Sicherheits-Ratgeber: Wer etwa den Text einer Scam-Nachricht einkopiert, wird zunächst gefragt, ob der Vorgang bekannt ist. Das können frei verfügbare KIs wie ChatGPT oder Google Gemini oft deutlich besser, der Mehrwert hält sich also in Grenzen.
Avast hat einen KI-Assistenten an Bord. Richtig gut ist der aber nicht.
(Bild: Screenshot)
Zwischenfazit: Für wen reicht die Gratis-Version?
Zusammenfassend bietet Avast One Free den versprochenen Basis-Schutz vor Schädlingen und Betrugsversuchen, und das ressourcenschonend und kostenlos. Die Free-Version erkennt Schädlinge ähnlich zuverlässig wie der Microsoft Defender, bietet obendrauf einen besseren Phishing-Schutz als das Windows-Bordmittel. Öffnet man allerdings das Avast-Fenster, bricht die Upselling-Hölle über den User herein. Hier hat gleichwohl jeder Nutzer eine andere Schmerztoleranz.
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Avast One Premium: Wann lohnt das Upgrade?
Avast One Free deckt nicht Stolperfallen im Netz ab, weshalb es mit Avast Premium ein funktional erweitertes, kostenpflichtiges Upgrade gibt. Die Premium-Variante bietet diverse Extras und natürlich besseren Bedienkomfort, denn die lästigen Werbeeinblendungen verschwinden weitestgehend.
So baut das Premium-Bundle den Betrugsschutz bei Shopping- und Banking-Websites aus, etwa mit Maßnahmen gegen DNS-Spoofing. Auch ist ein dedizierter Schutz vor Ransomware enthalten, also Schadsoftware, die Inhalte verschlüsselt und den Nutzer anschließend erpresst. Das funktioniert über eine Whitelist: Nur explizit freigegebene Programme erhalten so Zugriff auf wichtige Ordner wie „Dokumente“ oder „Bilder“. Das kann Schäden vorbeugen, wenn aus Versehen kompromittierte Software installiert wurde. Die Black- und Whitelists pflegt Avast One Premium übrigens zentral: Eine in einer der Funktionen geblockte App wird zunächst auch in den anderen gesperrt.
Leistungsstarke Firewall
Ebenfalls praktisch: Die mitgelieferte Software-Firewall, die die mit Windows ausgelieferte Firewall ersetzt und deutlich ausgefeilter als das Systemprodukt ist: Nutzer können jederzeit prüfen, welche Apps aktiv sind – und diese mit einem Klick blockieren. Das alles zeigt das Tool sehr übersichtlich an und erlaubt auch eine ausgefeilte Differenzierung anhand von Netzwerk-Klassen, etwa „Zuhause“ oder „Öffentlich“.
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Die praktische Firewall gibt es nur in der Bezahlversion.
(Bild: Screenshot)
KI-Schutz vor Prompt-Injections
Avast One hat auch einen „KI-Agent-Schutz“ an Bord. Das Tool soll Plug-ins vor der Ausführung prüfen, bösartige Anweisungen in KI-Prompts (sogenannte „Prompt Injections“) blockieren und von KIs bearbeitete Dateien scannen.
Das Feature fungiert damit in der Praxis als ein zusätzlicher Filter gegen schädliche Eingaben und Schadcode, ersetzt aber keine durchdachte Sicherheitsarchitektur: Wer autonome KI-Agenten mit erweiterten Systemprivilegien ausstattet, sollte diese nach wie vor in einer Sandbox wie einer virtuellen Maschine ausführen.
Clevere Helferlein
Eine besonders interessante Funktion ist übrigens der Scan nach sensiblen Daten, die auf dem PC verstreut sind. Leider gibt es die nur in der Windows-Version: Das Tool durchsucht dafür die Dokumente-Ordner und meldet Dateien, die möglicherweise Inhalte wie Kontonummern, Reisepässen, Steuer- und Hypothek-Daten. Auch diese können über die Black- und Whitelist-Funktion für den App-Zugriff gesperrt werden.
Für den praktischen Software-Updater benötigt man zumindest ein Premium-Abo.
(Bild: Screenshot)
Gut gefällt uns auch der Software-Updater, der dabei hilft, das System aktuell zu halten. Er zeigt auf einen Blick, für welche Programme Updates ausstehen und nimmt pro Anwendung eine Einschätzung vor, wie sicherheitsrelevant die Aktualisierung jeweils ist.
Sandbox für verdächtige Anwendungen
Teil von Avast One Premium ist auch eine Sandbox-Funktion, mit der verdächtige Apps isoliert vom restlichen System ausgeführt werden können. Bei diesen Testläufen richten bösartige Dateien ihre Schäden üblicherweise nur innerhalb einer temporären Testumgebung an, ohne das eigentliche Betriebssystem zu berühren.
Das ist besonders für jene Nutzer ein Gewinn, die oft und gerne Software aus unbekannten Quellen ausprobieren. Ein Ersatz für eine virtuelle Maschine ist diese Funktion jedoch nicht. Wer sehr unsichere Dateien, komplexe Skripte oder KI-Agenten analysieren möchte, sollte weiterhin auf echte System-Virtualisierung setzen.
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Fazit: Flott, praktisch – und schon in der Gratis-Version gut
Die Gratis-Version von Avast One* zeigt sich im Test als gute Alternative für Anwender, die den Bordmitteln von Windows und macOS nicht ganz über den Weg trauen. Einen erkennbaren Mehrwert gegenüber den Systemlösungen gibt es vorwiegend durch die gute Phishing-Erkennung. Löblich ist auch, dass Avast brav im Hintergrund arbeitet und nicht unnötig Systemressourcen frisst.
Allerdings hat auch die Gratis-Option einen Preis: Avast One Free nervt massiv mit Upselling-Angeboten und stellt reihenweise Funktionen ins Schaufenster, die dann doch ein Upgrade erfordern. Wer sich ein Premium-Jahresabo gönnt, stellt derlei Nerverei weitgehend ab und erhält ein Komplett-Paket, das zu einem marktüblichen Preis gängige Gefahren abwehrt. Wer nur an einzelnen Zusatzfunktionen wie dem VPN interessiert ist, kann diese jedoch auch individuell hinzubuchen.
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| Factsheet | |
| Avast One | |
| Datenstand: | 13.08.2026 |
| Sitz: | Tschechien |
| System-Unterstützung: | Gut |
| Win | ✓ |
| Mac | ✓ |
| Linux | - |
| Android | ✓ |
| iOS | ✓ |
| Browser | - |
| Geräte: | unbegrenzt (Free) / bis zu 10 (Premium/Ultimate) |
| Funktionen: | Befriedigend |
| Antivirus | ✓ |
| Malware-Scan | ✓ |
| Firewall | ✓ (ab Premium) |
| Browser-Erweiterungen | - |
| VPN | ✓ (ab Ultimate) |
| Kindersicherung | - |
| Passwort-Safe | - |
| Darknet-Scan | ✓ |
| PC-Reiniger | ✓ (ab Ultimate) |
| Silent-Mode | - |
| Cloud-Backup | - |
| Webcam-Schutz | - |
| Phishing-Schutz | ✓ |
| Website-Schutz | ✓ |
| Online-Banking-Schutz | ✓ |
| Hochleistungsmodus (etwa für Spiele) | - |
| Sicherheit & Datenschutz: | Gut |
| 2-Faktor-Authentifizierung | - |
| Zero Knowledge | Ja |
| Preis inkl. MwSt: | ab 2,43 € / Monat* (Avast One Premium Security 1+1 Geräte, Jahres-Abo) |
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
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