Intego One Complete: Rundum-Sorglos-Sicherheit für den Mac?
Unsere Erfahrungen mit Intego One
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Sicherheits-Lösungen für den Mac haben eigentlich immer ein leichtes Geschmäckle, und das hat zwei Gründe: Zum einen schottet Apple seine Systeme mit Lösungen wie Gatekeeper, System Integrity Protection oder dem Sandboxing massiv gegen Angriffe ab. Zum anderen besitzt das macOS-System mit XProtect bereits eine starke integrierte Malware-Erkennung.
Doch die macOS-Lösungen haben auch mehrere Nachteile. So benötigt Apple einerseits immer eine Weile, um Sicherheits-Patches einzupflegen, was macOS-Systeme für Zero-Day-Lücken empfänglich macht. Und Macs können natürlich Viren für Windows übertragen, etwa per E-Mail-Anhang oder Cloud-Upload, ohne dass sie Macs selbst befallen.
Zudem gibt es diverse Bedrohungen, die Apples hauseigene Sicherheitslösungen nur bedingt abdecken, darunter Phishing-Versuche, Browser-Hijacking, Adware, Ransomware oder Keylogger. Diese können recht einfach im Mac-System landen, etwa über manipulierte oder illegale Software-Downloads. Genau hier setzt Intego an – und das mit einigem Mehrwert.
Intego One: Sicherheit im Mac-Gewand
Bei Intego One* handelt es sich um ein erstaunlich einfaches wie leistungsstarkes Paket aus Sicherheitstools: Echtzeit-Malware-Schutz, Firewall, VPN und System-Cleaning-Lösung, wobei letzteres erst im „Complete“-Tarif an Bord ist. Der kostet derzeit regulär jährlich 129,99, Intego rabattiert die ersten beiden Jahre aber wie so viele Unternehmen massiv. Im kleineren Tarif „Advanced“ (109,99 Euro/Jahr) fehlt das VPN, wer zum günstigen „Essential“ (64,99 Euro/Jahr) greift, erhält nur Virenschutz und Firewall. Die Lizenzen gelten jeweils für einen Mac, wer mehrere Macs schützen möchte, muss zusätzlich in die Tasche greifen. So weit, so einfach.
Per Menüzeilen-Icon können wichtige Funktionen gesteuert werden
(Bild: Screenshot)
Positiv zu vermerken ist, dass Intego One keine unnötigen Extras an Bord hat und nicht, wie so manche andere Sicherheitssuite, versucht, noch jede Nische abzudecken. Intego ist dadurch schlank und ressourcenschonend, Bedienung und Oberfläche sind so entworfen, dass Mac-Nutzer sich direkt darin zurecht finden. Nach dem initialen Scan nach Abschluss der Installation, der den Mac für wenige Minuten ins Schwitzen bringt, läuft die Software auch äußerst dezent im Hintergrund und produziert keine unnötige Systemlast.
Antivirus ohne Tadel
Das Kernprodukt von Intego One ist natürlich die Antivirus-Lösung. Der Echtzeit-Scanner prüft jede Datei auf Schadsoftware, sobald diese verwendet wird. Das passiert automatisch im Hintergrund und weitestgehend verzögerungsfrei. Das geschieht zum Beispiel auch bei Software-Downloads: Wird eine befallene Datei erkannt, verschiebt Intego One sie automatisch in Quarantäne, lässt dem Nutzer aber sofort die Option, diese zu überprüfen. Falsch-Positive Dateien können dadurch mit wenigen Klicks als vertrauenswürdig eingestuft werden. Die Viren-Definitionen aktualisiert Intego automatisch im Hintergrund, um Zero-Day-Problemen zuvor zu kommen.
Intego Virenschutz: Praktisch und ressourcenschonend
(Bild: Screenshot)
Intego Antivirus deckt dabei aber natürlich nicht nur Software-Downloads ab. Auch lokale Dateien werden beim Öffnen automatisch überprüft, genau wie E-Mails und angeschlossene Laufwerke. Standardmäßig schaut Intego auch in Archivdateien nach, um verborgene Schädlinge zu entdecken.
Die Umsetzung ist sehr übersichtlich im „Mac-Stil“ gelöst, die Funktionsweise aber kaum anders als bei Mitbewerber-Produkten. Interessant ist der Energiesparmodus, der in den Einstellungen aktiviert werden kann: Er verlangsamt den Scan, wodurch Intego noch ressourcenschonender, aber eben auch ein wenig langsamer arbeitet. Im Test war Intego jederzeit treffsicher und zeigte keine Schwächen.
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Firewall schützt eingehende und ausgehende Verbindungen
Die Firewall meldet, wenn ein Programm Verbindung ins Internet aufnehmen will und überlässt dem Anwender die Entscheidung, ob er die Verbindung zulassen möchte oder nicht. Dabei kann Intego sowohl eingehende als auch ausgehende Verbindungen blockieren. Dies verhindert, dass Software „nach Hause telefoniert“ oder mögliche Schadsoftware versucht, dubiose Quellen zu kontaktieren. Damit bietet die Intego-Firewall ähnliche Funktionen wie Little Snitch und einen deutlichen Mehrwert zur macOS-Firewall, die bekanntlich nur eingehende Verbindungen blockiert.
Intego Firewall: Schützt vor Verbindungs-Chaos
(Bild: Screenshot)
Ähnlich wie beim Virenschutz setzt Intego hier aber gewisse Grundkenntnis voraus und erklärt weder, ob es sich um legitime Verbindungen handelt, noch blockiert es automatisch bekannte „schwarze Schafe“. Technikferne Nutzer werden von den Meldungen damit potenziell verwirrt. Praktisch ist allerdings, dass die getroffene Entscheidung sich jederzeit in der übersichtlichen Oberfläche ändern lässt.
Die Firewall blockt zuverlässig heraustelefonierende Software
(Bild: Screenshot)
(Noch) kein dedizierter Phishingschutz
Leider konzentriert sich Intego sehr auf die klassische Viren- und Malware-Problematik. Und so gut das Tool in diesem Bereich ist, so sehr vernachlässigt es derzeit noch eine der gängigsten Bedrohungen im Netz: Phishing! Phishing-Angreifer versuchen, mit täuschend echten Mails und Websites, Login-Daten zu erbeuten. Das können Banking-Daten sein, genau wie Cloud- oder Account-Zugangsdaten gängiger Anbieter.
Ein Phishing-Schutz ist angekündigt, war in unserer Testversion jedoch noch nicht enthalten.
(Bild: Screenshot)
Während der beste Schutz gegen Phishing idealerweise vor dem Rechner sitzt – und über eine gute Portion Skepsis und gesunden Menschenverstand verfügt – erwarten wir dennoch von modernen Sicherheitssuites auch Anti-Phishing-Maßnahmen. Diesen hat Intego für die Zukunft angekündigt, in der Testversion waren sie jedoch noch nicht enthalten.
Ein hochwertiges VPN im Complete-Tarife
Lobenswert ist, dass der Complete-Tarif ein sehr hochwertiges VPN an Bord hat. Anders als bei manch anderen Antivirus-Lösungen, die nur sehr einfache VPN-Funktionen an Bord haben, liefert Intego hier ab: Es gibt VPN-Server in 50 Ländern, die über das moderne Wireguard-Protokoll verbunden werden und deren aktuelle Verbindungsqualität angezeigt wird. Bei Bedarf lassen sich bestimmte VPN-Verbindungen als Favorit ablegen.
Zudem bietet das VPN einen Kill-Switch, der die Internet-Verbindung automatisch trennt, wenn das VPN ausfällt. Dies verhindert versehentliche Datenübertragungen ohne Verschlüsselung. Es gilt eine eine No-Log-Policy samt Verschlüsselung, Intego trackt also keine Verbindungsdaten. Die Bedienung ist bei all dem sehr einfach gehalten: Über einen großen Schalter in der Intego-Oberfläche ober über das Menüzeilen-Icon können Anwender das VPN schnell und einfach ein- und ausschalten.
Das VPN im Complete-Tarif ist praktisch und leistungsstark
(Bild: Screenshot)
VPN-Verbindungen sollen vor dem Tracking der IP-Adresse schützen, das leistet Intego an dieser Stelle und glänzt mit einfacher Bedienung und Flexibilität. Die 20 Euro jährlicher Mehrpreis gegenüber dem „Advanced“-Tarif lohnen sich an dieser Stelle, auch wenn das Intego-VPN derzeit keine zusätzlichen Sicherheits-Extras wie Doppel-VPN oder VPN-Onion-Tunnel unterstützt. Die Verbindungen sind in der Regel schnell und zuverlässig, plötzliche Abbrüche oder andere Probleme haben wir nicht festgestellt.
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Cleaner und Menüzeilen-Extras
Eine wichtige Funktion von Intego One Complete ist der Mac-Cleaner: Wie andere Tools dieser Art soll er dafür sorgen, dass der Mac reibungslos arbeitet und schaufelt dafür Arbeitsspeicher und kostbaren SSD-Speicher frei. Die „Schnelle Bereinigung“ reinigt dabei vor allem Caches und andere problemlose Bereiche, um je nach Mac schnell ein paar hundert Megabyte freizugeben. Wer mehr Platz braucht, kann den Optimierungs-Scan anwerfen: Dann findet der Cleaner auch große Dateien und allgemeinen Datei-Müll wie alte Downloads und kann bei Bedarf RAM freigeben.
Der Cleaner ist eher von der schwachbrüstigen Sorte
(Bild: Screenshot)
Aus unserer Sicht hält sich der Mehrwert der Funktion in Grenzen: Der Cleaner ist deutlich schlechter ausgestattet und findet auch weniger Müll als dedizierte Tools wie CleanMyMac. Und die Basis-Reinigung wie das Leeren des Papierkorbs und das Finden großer Dateien beherrscht macOS selbst gut genug. Zumal macOS-Profis ohnehin wissen: Der richtig fiese Müll steckt tief im System, etwa in Form von Software-Überbleibseln – und den finden Cleaner ohnehin selten.
Schön ist hingegen das kleine Menüzeilen-Icon: Das erlaubt das schnelle Ein- und Ausschalten des VPNs und den Start eines Systemscans. Zudem zeigt es relevante Informationen zum Status des Mac-Systems wie die Festplatten-Belegung, die CPU-Auslastung und den RAM-Füllstand an. Per Klick kann so schnell der Cleaner aufgerufen werden.
Intego One Complete: Test-Fazit
Intego lief im Test sehr stabil und ressourcenschonend, die Antiviren-Lösung samt Firewall erwies sich als praktisch und leistungsstark. Pluspunkte gibt es zudem für das im Complete-Tarif enthaltene VPN und die für macOS optimierte Bedienoberfläche. Der System-Cleaner ist jedoch nichts, wofür man Geld ausgeben müsste.
Für erfahrene Nutzer ist das Sicherheitspaket kein Pflichtkauf, denn zumindest die Funktionen des Basistarifs lassen sich mit einem Mix aus händischer Pflege, vorinstallierten macOS-Bordmitteln und punktuell ergänzter Freeware nachbilden. Weniger erfahrene Nutzer bekommen mit Intego One eine komfortable Sicherheitslösung ohne Administrationsaufwand, der jedoch noch ein dedizierter Phishing-Schutz fehlt.
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
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