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Schnell und gratis große Dateien verschicken: SwissTransfer im Test

Unsere Erfahrungen mit SwissTransfer von Infomaniak

Schnell eine große Datei mit mehreren dutzend Gigabyte versenden? Das ist gar nicht so einfach! Denn Mail-Konten haben Limits und Clouds zwingen Nutzer gerne ins Abo. Mit SwissTransfer von Infomaniak gelingt der Transfer großer Dateien leicht und ohne Kosten.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • SwissTransfer bietet kostenlosen Dateiversand von bis zu 50 Gigabyte.
  • Die Dateien können bis zu 30 Tage gelagert werden.
  • Anbieter Infomanial setzt auf einfache Bedienung und hohe Sicherheits- und Umweltstandards.
  • Leider gibt es keine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten.
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Vieles ist im Internet in den letzten Jahren besser geworden: Höhere Geschwindigkeit, größere Cloudspeicher, schnellere Server und höherer Komfort bei vielen Anwendungen. Und trotzdem gibt es eine Sache, die Nutzer nach wie vor vor erhebliche Probleme stellt: Wie bekomme ich eine sehr große Datei schnell und sicher von A nach B, idealerweise an mehrere Empfänger gleichzeitig? Das können Videodateien, Fotosammlungen oder einfach große Rohdaten in Wissenschaft und Technik sein.

Das Problem: Mailkonten haben enge Limits für die Größe von Anhängen. Viele Cloudspeicher (Vergleich) sind langsam, haben komplizierte Freigabemechanismen oder benötigen ein Abo. Eigene NAS binden Ressourcen für die Administration und USB-Sticks möchte heute auch niemand per Schneckenpost durch die Gegend schicken.

Genau diese Lücke schließen Dateiübertragungsdienste: Dabei handelt es sich im Grunde um Cloud-Speicher minus Anmeldung und Abo – also ohne den lästigen Overhead, den vollwertige Cloudspeicher-Dienste einfordern. SwissTransfer des Schweizer Anbieters Infomaniak ist hier eine besonders interessante und obendrein kostenlose Lösung.

SwissTransfer vs. WeTransfer & Co.

Natürlich sind Dateiübertragungsdienste nicht neu: Der bekannteste ist wohl WeTransfer mit Sitz in den USA. Allerdings ist der nur für Dateien mit bis zu 3 Gigabyte kostenlos und das Abo wird schnell sehr teuer. TransferNow mit Sitz in Frankreich unterliegt zwar EU-Datenschutz, die Gratis-Version ist aber auf 5 Gigabyte limitiert. STRATOs HiDrive Share schlägt in die gleiche Kerbe, limitiert Dateien aber auf zwei Gigabyte. Und viele Alternativen wie Wormhole setzen auf WebTorrent-Technik, die ihre eigenen Tücken in Form kurzer Speicherdauer und Übertragungen per P2P-Technik hat.

All diese Probleme löst SwissTransfer, das schon von den technischen Daten her seinen Mitbewerbern um Welten überlegen ist: 50 Gigabyte große Dateien dürfen versendet werden – und das kostenlos und ohne Anmeldung. Swiss-Transfer lagert die Uploads anders als die meisten anderen Dienste 30 Tage lang, wodurch sie deutlich länger abgerufen werden können. Der Dienst erlaubt bis zu 500 Transfers pro Tag und bietet nicht nur einen Kennwortschutz, sondern auch eine Limitierung der Downloads. SwissTransfer speichert alle Daten verschlüsselt in der Schweiz.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Downloads können limitiert werden.

(Bild: Screenshot)

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SwissTransfer in der Praxis: Flott und zuverlässig

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch es gibt auch Negativ-Punkte, wenn auch nur kleine: SwissTransfer verzichtet auf eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung! Das bedeutet, dass Transfers zwar per TLS zwischen Browser und Infomaniak geschützt sind und auch verschlüsselt auf den Servern des Anbieters liegen. Was jedoch fehlt, ist der Zero-Knowledge-Aspekt: Der Anbieter selbst kann – zumindest theoretisch – die Uploads sichten. Das optionale Passwort schützt nur vor unautorisierten Downloads, nicht jedoch die Datei selbst. Das ist allerdings auch bei anderen Anbietern gängige Praxis. Da die Dateien aber ohnehin gepackt werden, spricht nichts dagegen, diese mit Tools wie Encrypto oder Cryptomator (Download) separat zu verschlüsseln und erst anschließend hochzuladen.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Beim Upload nutzt der Dienst fast die gesamte Bandbreite des Anschlusses.

(Bild: Screenshot)

Die Eingabemaske von SwissTransfer ist äußerst einfach gehalten. Nutzer finden sich hier sofort zurecht: Im Upload-Feld können wahlweise Dateien oder ganze Ordner vom Computer, Tablet oder Smartphone hinzugefügt werden. Übrigens gibt es für die Mobilsysteme Android und iOS auch eine eigene App für den Dienst.

Anschließend erlaubt SwissTransfer, einige Optionen festzulegen: In zwei Info-Feldern können Titel und Hinweise zur Datei abgelegt werden. Zudem lässt sich einstellen, wie lange der Upload vorgehalten werden soll. Hier bietet SwissTransfer insgesamt fünf Optionen: Einen Tag, drei Tage, sieben Tage, 15 Tage, 30 Tage. Die drei kürzeren Optionen sind mit einem grünen Blatt markiert, was bedeutet, dass diese Lagerungsmethode die umweltfreundlichsten sind. SwissTransfer weist auch darauf hin, dass die meisten Downloads binnen 24 Stunden erfolgen.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Es gibt die Möglichkeiten, Anmerkungen mitzuschicken und den Zeitrahmen zu definieren.

(Bild: Screenshot)

In einem weiteren Einstellungsfenster kann die Zahl der möglichen Downloads zwischen einem und 250 Gesamt-Downloads festgelegt werden. Das dient der Sicherheit: Nach der gesetzten Obergrenze ist der Transfer nicht mehr verfügbar, die Stufen 1, 20, 100 und 250 Downloads eignen sich für persönliche Übertragungen oder Übertragungen an größere Gruppen bis hin zu Hochzeitsgesellschaften. Übrigens: Eine Business-Version für Unternehmen bietet der Dienst nicht, die 250er-Obergrenze limitiert die maximal möglichen Downloads auf eine große, aber eben nicht im Business-Sinne große Gruppe von Nutzern. Zusätzlich erlaubt SwissTransfer, ein Passwort zu setzen: Wer den Link hat, aber das Passwort nicht, kann die Datei nicht herunterladen. Auch das dient der Sicherheit.

Anonyme Transfers sind übrigens nicht möglich: SwissTransfer verlangt, dass Uploader ihre Mailadresse eingeben und verifizieren. Die Verfizierung erfolgt wie üblich über einen per Mail versandten Code, erst anschließend ist es möglich, die Daten zu SwissTransfer hochzuladen. Die E-Mail-Adresse wird per Cookie gespeichert: Fehlt dieser, fragt SwissTransfer beim nächsten Upload erneut danach, andernfalls muss beim nächsten Upload mit gleicher Mailadresse keine Bestätigung erfolgen. Diese etwas lästige Sicherheitsmaßnahme dient augenscheinlich dazu, den Dienst vor Missbrauch zu schützen. Wegwerf-Mail-Accounts wie Temp-Mail.org werden vom Anbieter offiziell nicht akzeptiert.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Müllmail-Adressen werden gegebenenfalls nicht akzeptiert.

(Bild: Screenshot)

Sind alle Angaben gemacht, können die Dateien auch schon hochgeladen werden. Wer mit dem Smartphone arbeitet, kann die App einfach im Hintergrund laufen lassen, allerdings ist es dann sinnvoll, sich im einem WLAN zu befinden, um nicht das Inklusivvolumen zu verbrauchen. Desktop-Nutzer müssen das Browser-Fenster während des Upload geöffnet halten unter erhalten erst anschließend den Download-Link für den Versand. So weit, so einfach.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Wer einen Link erhält, kann die Datei sofort herunterladen.

(Bild: Screenshot)

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Während des Uploads: Ein Blick auf Geschwindigkeit…

Der Upload hat Dampf und nutzte im Test fast die volle Bandbreite eines 250/50-MBit-Kabelanschlusses: Während des Uploads pendelt der Wert in der Mac-Aktivitätsanzeige zwischen 30 und 48 MBit/s, also mit bis zu sechs Megabyte pro Sekunde. Damit lädt SwissTransfer mit hoher Geschwindigkeit hoch und zeigt live den Upload-Status in Prozent an. Je nach Nutzung, Tageszeit und Größe der Datei kann dieser Wert aber niedriger sein: Wir haben mit unseren Testdateien unterschiedliche Transferraten gemessen, mitunter verharrte der Upload auch bei nur 18 MBit/s (2,25 MB/s). Gründe dafür sind uns nicht aufgefallen, wir nehmen an: Infomaniak muss via Load-Balancing mit seiner Bandbreite haushalten.

Dennoch: Die Geschwindigkeit ist gut, denn große Dateien im 50 Gigabyte-Limit würden sonst noch länger brauchen. Denn selbst bei rund 48 MBit/s Geschwindigkeit benötigen 50 Gigabyte gut zwei Stunden, bis sie vollständig hochgeladen sind. Wir empfehlen Nutzern, die regelmäßig große Dateien versenden müssen, daher dringend, einen guten DSL-, Kabel- oder Glasfaser-Tarif mit hoher Upload-Bandbreite zu buchen.

Während des Uploads zeigt Infomaniak Werbung für die eigenen Dienste wie Hosting oder die kSuite-Cloud an, was aber im Anbetracht der Qualität des Dienstes in Ordnung ist. Drittanbieter-Werbung gibt es derzeit nicht.

…und Umweltschutz

Wie bei allen seinen Diensten legt der Schweizer Anbieter Infomaniak auch bei SwissTransfer Wert auf Umweltschutz: Die Rechenzentren arbeiten allesamt mit erneuerbarer Energie, das neuste Rechenzentrum speist mit seiner Abwärme zudem ein Fernwärme-Netz. Gekühlt werden die Rechenzentren laut Anbieter zudem durch ein spezielles Kühlsystem, das dank Außenluft auf Klimaanlagen verzichten kann. SwissTransfer ist also auch aus ökologischer Sicht eine gute Wahl.


Nach dem Upload kommt der Download(-Link)

Wenn der Upload abgeschlossen ist, versendet SwissTransfer wahlweise eine E-Mail an den zuvor angegebenen Empfänger. Oder der Dienst gibt den Link zum Download aus, der bequem händisch über alle gängigen Kanäle – von E-Mail über Messenger wie WhatsApp und Telegram bis Social Media – verteilt werden kann. Die URL ist praktischerweise kurz genug, sodass sie notfalls auch telefonisch durchgegeben werden kann. Der Download ist schnell und funktioniert so lange, bis das Zeit- oder Download-Limit erreicht sind.

Im Test trat leider ein Problem auf: Nach dem Upload der rund 44 Gigabyte großen Testdatei passierte… nichts. Weder gab SwissTransfer einen Link aus, noch passierte sonst etwas. Schuld war der Rechner, von dem hochgeladen wurde: Der war zwischendurch in den Schlafmodus gefallen. Es ist also bei großen Dateien wichtig, das zu verhindern. Gratis-Tools wie Caffeine (Download) helfen, den Schlafmodus für einen vorgegebenen Zeitraum zu unterbinden.

Einblick in die Benutzeroberfläche der Software SwissTransfer

Nach dem Upload wird der Link ausgegeben oder angezeigt.

(Bild: Screenshot)

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Test-Fazit: Hervorragende Dateitransfers trotz fehlender Verschlüsselung

Insgesamt ist SwissTransfer eine hervorragende Möglichkeit, um schnell große Dateien bis 50 Gigabyte Größe zu verschicken. Dank der funktionalen Web-Oberfläche geht das mit jedem Betriebssystem, egal ob Windows, macOS oder Linux. Die zusätzlichen Mobil-Apps ermöglichen den komfortablen Up- und Download auf Smartphones und Tablets.

Uploads und Downloads laufen jederzeit flott und zuverlässig, die zusätzliche Sperre für Zeit- und Downloadmengen hilft, die Verbreitung unter Kontrolle zu halten. Und weil dieses leistungsstarke Gesamtpaket auch noch komplett kostenlos ist, gibt es eigentlich nur einen Negativ-Punkt: die nicht vorhandene Zero-Knowledge-Verschlüsselung. Die lässt sich aber ohne großen Aufwand mit kostenlosen Drittanbieter-Tools nachrüsten.

Insgesamt erscheint uns SwissTransfer derzeit als die beste Wahl für den schnellen und Abo-freien Transfer großer Dateien.

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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team

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