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Die 10 besten Cloud-Speicher

Dateien sichern, bearbeiten und teilen

Wer mehrere Computer und Mobilgeräte nutzt, muss seine Dateien auf allen aktuell halten. Hilfreich sind die Private-Cloud und Cloud-Dienste im Internet mit ihren unterschiedlichen Funktionen wie Synchronisation und Online Office. Wir stellen euch zehn Cloud-Speicher vor - und legen noch ein paar weitere Cloud-Tipps obendrauf.

Früher war es einfach: In der Regel gab es einen Desktop-Computer und die Dateien kamen auf die interne Festplatte. Im Vergleich dazu ist die heutige Vielfalt an Geräten groß und die Dateien müssen auf allen Geräten wie Notebooks, Media-Playern, Tablets und Smartphones verfügbar sein, um zum Beispiel Musik zu hören, Videos zu sehen und Textdokumente zu lesen oder zu bearbeiten.

Abhilfe schafft deswegen heute eine Cloud, wobei die Dateien auf einem Server zentral gespeichert sind. Alle anderen berechtigten Geräte können sich mit dem Server verbinden und zum Beispiel eine Datei synchronisieren, lesen oder bearbeiten. Die Verbindung zum Server findet über das eigene Netzwerk oder das Internet statt. Ihr könnt somit eure eigene Private-Cloud bauen und nutzen oder einen Cloud-Dienst im Internet wie Dropbox, Google Drive oder Microsoft Onedrive verwenden, die im Vergleich mit unterschiedlichen Funktionen und Speichergrößen aufwarten.

Der Speicherplatz ist in der Regel bei den kostenlosen Varianten der Cloud-Dienste begrenzt und lässt sich kostenpflichtig erweitern. Das Freemium-Geschäftsmodell ist einfach: wer mehr Speicherplatz braucht, muss zahlen. Allerdings ist der gratis zur Verfügung stehende Speicher von Anbieter zu Anbieter sehr verschieden – bei Vergleich der hier vorgestellten Anbietern reicht der Speicherplatz von 1 GB bis 50 GB und beträgt im Durchschnitt ungefähr 15 Gigabyte.

In ganz anderen Dimensionen kämpfen hingegen drei Anbieter aus Fernost um ihre Kunden: Die Dienste Baidu Yun, Yunwei und 360 Yunpan bieten 1-2 Terabyte kostenlos und locken immer wieder mit zeitlich begrenzten Aktionen, in denen schon bis zu 36 TB kostenlos angeboten wurden. Allerdings sind diese Cloud-Dienste nur auf Chinesisch erhältlich und die Zugriffszeiten aus Deutschland so langsam, dass man den Account wohl mehrere Generationen vererben müsste, um die Cloud tatsächlich komplett füllen zu können, sodass wir diese in unserem Vergleich nicht berücksichtigen.

Abgesehen von dem verfügbaren Speicherplatz bieten Cloud-Anbieter wie Google und Microsoft noch Zusatz-Funktionen an. So kann man zum Beispiel mit anderen zusammen an Dokumenten arbeiten und (große) Dateien zum Download bereitstellen. Außerdem lassen sich Dateien und Daten auf allen verbundenen Geräten synchron und aktuell halten.

Eine zentrale Funktion der Speicherdienste ist die Synchronisation der auf den Mobilgeräten und Computern lokal gespeicherten Daten mit der und über die Cloud. Dazu bieten die meisten Anbieter Desktop-Clients und Apps an, die den Cloud-Speicher als lokalen Ordner auf die Festplatte spiegeln und auf Änderungen überwachen. Wird eine Datei auf einem Gerät lokal bearbeitet, aktualisiert der Client automatisch die Datei in der Cloud. Möchte man die Arbeit später an einem anderen Gerät fortsetzen, stellt der Client fest, dass die Online-Version der Datei aktueller als die lokale ist und lädt die aktuelle Version herunter. Durch dieses Prinzip ist es besonders einfach geworden, Dateien auf mehreren Geräten ohne großen Aufwand synchron zu halten.

Neben den Clients für Desktop-Computer bieten viele Hersteller auch Apps für das Handy an – also für Smartphone und Tablet. Sie bieten oft zusätzliche Funktionen wie das automatische Hochladen von Fotos. Einige Clouds wie Box oder die MagentaCLOUD unterstützen das WebDAV-Protokoll, das Ordner für die Synchronisation von Dateien selbst dann ermöglicht, wenn für ein System wie Linux kein nativer Client vorhanden ist. Allerdings muss WebDAV unterstützt werden. Wer seine Dropbox via WebDAV verbinden möchte, sollte sich das kostenpflichtige Tool DropDAV ansehen. Alternativen zu WebDAV sind offene Schnittstellen, die den Zugriff von Programmen aus auf die Cloud-Dienste gestatten. Das hat etwa unter Android zu einer Vielzahl an Dateimanagern geführt, die sich direkt mit den meisten Cloud-Speicher-Diensten verbinden.

Ein weitere Funktion ist das Teilen von Dateien und Ordnern mit anderen Nutzern. Bei Dropbox ist es von Beginn an möglich, Ordner mit anderen Dropbox-Nutzern zu teilen, sodass diese Ordner über mehrere Nutzer und Computer hinweg synchronisiert bleiben. Sollte es einmal vorkommen, dass ein Dokument von zwei Nutzern gleichzeitig bearbeitet wird, erkennt Dropbox dies und speichert die Version des zweiten Nutzers mit einem Konflikt-Hinweis im Dateinamen ab. Der offensichtliche Nachteil ist natürlich, dass die so entstandenen Dateien am Ende wieder manuell zu einer zusammengeführt werden müssen.

Einen Schritt voraus sind die drei großen Anbieter Google, Microsoft und Apple. Sie haben in ihren Diensten ganze Office-Suiten als Web-Apps eingebaut, die das Bearbeiten von Dokumenten, Tabellen und Präsentationen direkt im Browser ermöglichen. Hierbei machen Markierungen in Echtzeit deutlich, welcher Nutzer gerade an welcher Stelle im Dokument arbeitet.

Einige Anbieter bieten für die gespeicherten Dateien Versionierung an. Dabei speichert der Dienst jede Dateiversion in einem bestimmten Zeitraum – üblicherweise 30 Tage – in dem sich jede frühere noch vorhandenen Version wiederherstellen lässt. Habt ihr ein Dokument versehentlich gelöscht oder seid ab einem bestimmten Punkt nicht mehr mit dem Ergebnis zufrieden, könnt ihr also zu einer früheren Version zurückkehren. Bei einigen Anbietern ist diese Funktion allerdings kostenpflichtig oder auf bestimmte Dateiformate beschränkt.

Ein großes Problem bei Cloud-Diensten jeglicher Art ist die Sicherheit der Daten. Schließlich muss man dem Anbieter vertrauen, dass er mit den Daten verantwortlich umgeht. Da die Server der meisten Anbieter in den USA stehen, fallen die dort gespeicherten Daten nicht unter das europäische und deutsche Recht zum Datenschutz. Einen Blick in die Nutzungsbedingungen ist deswegen Pflicht, was Sebastian in seinem Blogpost Cloud-Anbieter: Wie steht es um den Datenschutz? bei Amazon Drive, Google Drive, Microsoft OneDrive, Dropbox und Leitz Cloud getan hat.

Verschlüsselung ist bei einigen Cloud-Anbietern zwar vorhanden, allerdings bringt dies mit Blick auf den Datenschutz nicht viel, wenn die Cloud-Dienste den Schlüssel zur Entschlüsselung der Daten haben und diesen aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen an die Behörden herausgeben müssen. Ob Daten entschlüsselt wurden, lässt sich zudem von außen nicht überprüfen, sodass die Unsicherheit gerade nach dem NSA-Skandal bleibt und man sich der Tatsache bewusst sein muss, dass die eigenen Daten auf fremden Servern eventuell eingesehen werden.

Ihr könnt das Risiko minimieren, indem ihr eure Dateien vor dem Hochladen selbst verschlüsselt. Besonders komfortabel gelingt dies mit dem kostenpflichtigen Tool BoxCryptor, das mit Clients für Windows, Mac OS X, Android und iOS das unkomplizierte Verschlüsseln und Entschlüsseln von Dateien ermöglicht. Auch EncFs für Linux-artige Betriebssysteme bietet eine entsprechende Verschlüsselung. Wichtig ist, dass die Verschlüsselung fortlaufend den aktuellen Sicherheitsanforderungen genügt. Denn die Leitungsfähigkeit der Computer nimmt zu und somit lassen sich durchaus mit moderner Technik alte Verschlüsselungstechniken leichter knacken.

Wer anderen die Sicherheit seiner Daten nicht überlassen will, muss sich selbst eine Cloud bauen. Dazu braucht es nicht viel: Ein Router, ein Mini-Computer wie den Raspberry Pi 2 oder 3 mit Linux und eine Cloud-Server-Software wie Nextcloud oder ownCloud genügen. Der Router muss den privaten Server mit dem Internet verbinden, damit ihr von unterwegs aus auf eure Dateien zugreifen könnt. Da aber bei DSL-Anschlüssen für Privatkunden die IP-Adresse des Routers nicht dauerhaft erhalten bleibt, ist zudem ein dynamischer DNS-Dienst nötig, der die aktuell vergebene IP-Adresse des eigenen Routers an einen festen Hostnamen bindet, sodass ihr darüber den Server immer erreicht.

Firmen könnt ebenso eine private Unternehmens-Cloud aufbauen. Natürlich reicht hier ein Raspberry Pi sowie Home-Router nicht aus und Festplatten sowie Server müssen für den dauerhaften Einsatz gebaut sein. Die nötigen Hardware-Ressourcen lassen sich durchaus bei einem Cloud-Anbieter mieten. Im Vergleich zu einem Speicherdienst muss man sich aber um alles selbst kümmern, was Betriebssystem, Sicherheits-Aktualisierung und Datenverwaltung inklusive Datenschutz betrifft. Aber auch hier bietet mancher Cloud-Dienst Service-Leistungen an, sodass man sich nicht um alles kümmern muss und trotzdem die Kontrolle über die Daten behält – Verschlüsselung und Backups vorausgesetzt.

Wer die Kontrolle über die eigenen Dateien behalten möchte, sollte sich eine Private-Cloud einrichten. Ansonsten haben Abonnenten von Office-365 bei OneDrive ein Terabyte Speicher zur Verfügung und Amazon-Prime-Kunden können im Amazon Cloud Drive ihre Fotosammlung sichern. Da man einzelne Fotos nicht ständig bearbeitet, ist hier die fehlende Synchronisation zwischen lokalem Speicher und der Cloud nicht so problematisch.

Die Dienste von Microsoft und Apple stehen jedem offen, bieten aber Kunden der Unternehmen mehr Möglichkeiten, als jenen mit kostenlosen Accounts. Bei Google stehen Nutzern mit einem kostenlosen Account besonders viele Funktionen zur Verfügung, zumal deren Nutzung über den Browser von verschiedenen Systemen aus möglich ist. Allerdings haben Microsoft, Apple und Google den Nachteil, dass es sich bei ihnen um US-amerikanische Firmen handelt, die dem US-Recht unterworfen sind. Die MagentaCloud und Leitz Cloud hingegen unterliegen EU-Recht und dem EU-Datenschutz, was für Unternehmen wichtig ist.

Habt ihr weitere Tipps zu Cloud-Speichern? Dann hinterlasst bitte einen Kommentar!

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