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Beitrag von
Dieter Brors
heise Download Content Team

Songs von der Platte

Themen-Special: Musik aufnehmen, archivieren, abspielen

Für 100 Euro erhält man heutzutage bereits 500-Gigabyte-Festplatten, die selbst riesige Musikarchive mit tausenden von Liedern fassen. Allerdings verliert man darin schnell den Überblick. Mit der passenden Software findet man sich in der Sammlung zurecht, sorgt für den perfekten Hörgenuss oder zeichnet Musik aus dem Internet selbst auf.

So mancher Benutzer hat längst seine komplette CD-Sammlung in MP3-Dateien umgewandelt, um sie vom PC aus auf der angeschlossenen Wohnzimmerstereoanlage oder über Funk im ganzen Haus anzuhören. Organisationssoftware hilft beim Archivieren der Songs. Übers Internet bezieht sie Informationen wie Titel, Interpret, Album, Erscheinungsjahr oder Album-Cover und speichert sie als ID3-Tags in den Musikdateien. Diese erleichtern es, über Suchfunktionen schnell das gewünschte Lied zu finden. Wer sich nicht entscheiden kann, überlässt die Musikauswahl einfach der Software – passend zur jeweiligen Stimmung. Dabei kann sie so manchen Schatz im Archiv bergen, den man im Regal vielleicht übersehen würde. Wer in seinem Festplattenarchiv nichts Passendes findet, kann sich ins Webradio einklinken und deren Programme aufzeichnen. Dabei speichern einige Programme jeden Song als einzelne MP3-Datei auf der Platte ab – ideal, um sein Musikarchiv nebenher zu erweitern.

Komfortabler hören

Winamp gilt als Urvater der Audioplayer und darf keinem MP3-Fan mit Windows-PC fehlen. Eine übersichtliche Medienbibliothek erlaubt den geordneten Zugriff auf umfangreiche Musiksammlungen inklusive detaillierter Suchfunktionen und führt Statistiken über die abgespielten Lieder. Außer zur Wiedergabe der eigenen Musiksammlung eignet sich Winamp auch zum Abspielen von Internet-Radio oder Video-Streams. Das Programm beherrscht die Synchronisation mit zahlreichen mobilen Playern wie iPod, Geräten der Creative-Serie und gewöhnlichen USB-Playern. Mit Hilfe von Plug-ins, die unter anderem den Sound manipulieren, lässt sich der Player erweitern. Wem die Oberfläche nicht gefällt, der kann das Design mit Hilfe der zahlreich erhältlichen Skins ändern.

Weil iTunes die Schnittstelle zum iPod bildet, dürften mittlerweile Millionen Deutsche das Programm zum Verwalten und Abspielen von Musik auf ihrem Rechner haben. Doch auch ohne iPod kann es sich hören lassen. Die "intelligente zufällige Wiedergabe" (Smart Shuffle) zähmt den Zufallsgenerator und ermöglicht eine Wichtung hin zu Songs gleicher Interpreten oder gleicher Alben. iTunes' Kindersicherung schützt Minderjährige (und andere mit eingeschränkten Benutzerrechten) vor Songs mit "anstößigem Inhalt" im iTunes Music Store: Setzt man an entsprechender Stelle ein Häkchen, darf man als "Explicit" gekennzeichnete Musik nicht mehr anhören geschweige denn kaufen. Ebenso lässt sich der Zugriff auf Podcasts, auf den Music Store selbst oder auf Musikfreigaben entziehen.

Es muss aber nicht immer einer der großen Mediaplayer wie Winamp sein: Der Evil Player ist auf das Abspielen von Musik und Internetradio spezialisiert und belegt auf der Festplatte und im Arbeitsspeicher nur einen Bruchteil der Ressourcen üblicher Player. Dafür verzichtet er bewusst auf Spielereien wie eine anpassbare Oberfläche und wertet auch keine ID3-Tags aus. Musikdateien lassen sich einfach per Drag&Drop in die Playliste übertragen. Links zu Shout- oder Icecast-Streams muss man hingegen manuell einpflegen.

Die etwas exotisch klingende Abkürzung Jajuk steht für Java Jukebox. Jajuk eignet sich sowohl zum Abspielen diverser Musikformate wie Ogg Vorbis, AAC, RealAudio und WMA als auch als aufgebohrter iTunes-Ersatz. Das Musikverwaltungssystem ist ausgeklügelt und erlaubt es, Songs nach Stilrichtung zu kategorisieren oder einzelne Stücke zu bewerten. Über die Online-Datenbank CDDB aktualisiert der Player die in den ID3-Tags gespeicherten Informationen wie Interpret, Album oder Erscheinungsjahr. Ein virtueller DJ kann diese Infos automatisch in fetenkompatible Playlisten umsetzen. Auf Wunsch sucht Jajuk nach Covern des gerade gespielten Albums im Web und übernimmt sie in den Albumkatalog. Der Anwender kann dann Alben wie bei einer richtigen CD anhand des Covers auswählen.

XMPlay ist ein reiner Audioplayer, der – entsprechende Hardware vorausgesetzt – 32- oder 24-Bit-Ausgabe und Mehrkanalton unterstützt. Neben gängigen Soundformaten spielt er Tracker-Formate wie S3M, MTM und MOD. Über einen Equalizer mit 9 Kanälen lässt sich der Sound an die Umgebung individuell anpassen. Bei Bedarf kann man die Musik ohne Pause zwischen den Stücken abspielen, um so etwa Live-Alben mit vollem Hörgenuss zu lauschen. Der kompakte Player muss nicht installiert werden, sondern lässt sich in ein beliebiges Verzeichnis kopieren und von dort aus starten. Damit lässt sich XMPlay auch unterwegs vom USB-Speicherstick nutzen. Mit Hilfe zahlreicher Plug-ins kann man den Funktionsumfang erweitern, um etwa Songs aus ZIP- oder RAR-Archiven ohne sie zu entpacken direkt abzuspielen, oder das Design der Oberfläche ändern – mit Hilfe des Skinning Kit auch durch eigene Kreationen.

Gerade mal 48 KByte groß ist der praktische MP3-Player 1by1 und passt so zusammen mit den MP3-Dateien auf jeden USB-Stick. Die Bedienoberfläche ist schmucklos, doch überzeugt 1by1 mit schnellem Zugriff auf Verzeichnisebene, lückenloser MP3-Wiedergabe oder sanftes Überblenden von einem Song zum nächsten und einigen Basisfunktionen, um die Audioausgabe aufzupeppen. Das Editieren von ID3-Tags ist ebenso möglich wie das Verschieben, Umbenennen oder Löschen von Titeln.

Der Mediaplayer Songbird paart die Firefox-Engine mit dem Decoder-Kern des VLC media player. Er spielt nicht nur lokal vorliegende Dateien verschiedenster Formate ab, sondern auch MP3s direkt aus dem Web. Blogs lassen sich nach Musik durchsuchen und deren Beiträge abonnieren. Ebenso wie Firefox kann man Songbird mit eigenen Skins versehen – Feathers genannt – und durch Extensions erweitern.

Soll die MP3-Sammlung bei der nächsten Party allen Gästen zugänglich sein? DSD Jukebox machts möglich. Die Freeware baut anhand der ID3-Tags der Stücke eine Datenbank auf, die über die gut strukturierte Bedienoberfläche durchsucht werden kann. Ein Doppelklick befördert einen gewünschten Song in die aktive Playlist, die darüber informiert, an welcher Stelle der Wunschsong steht und wann er gespielt wird. Zahlreiche clevere Einstellmöglichkeiten sorgen für ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Vor allem eignet sich die Jukebox für den Einsatz auf Partys: Aus der Datenbank können Gäste ihre Lieblingsstücke auswählen und in die Playlist übernehmen, die ebenfalls anzeigt, um welche Uhrzeit jeder Titel startet. Falls die Gäste keine Wünsche hegen, kann die Jukebox die Musik auch selbst auswählen und garantiert so einen ununterbrochenen Musikgenuss bis zum bitteren Ende. Zum Abspielen der Songs bedient sich die Jukebox des Freeware-Players Winamp, der deshalb ebenfalls installiert sein muss.

Zur komfortablen Party-Beschallung dient auch der UltraMixer, der den PC zur klassischen DJ-Konsole wandelt. Zwei Decks mit separaten Playlisten, Geschwindigkeitsanpassung und automatischem Überblenden der Titel gehören zum Leistungsumfang der Software. Der UltraMixer lässt sich zunächst als Professional Edition mit Zusatzfunktionen wie Echtzeit-Effekten für drei Wochen voll nutzen. Danach läuft er als Free Edition weiter, die erst nach einer Wartezeit von 30 Sekunden startet und ein DJ-Set nach zwei Stunden automatisch beendet.

MediaMonkey bringt Ordnung in die MP3-Sammlung und spielt Songs im integrierten Player ab. Neben den Standard-Abspielfunktionen versteht sich das Programm auf das Vertaggen von MP3s. Dazu bezieht es übers Internet alle notwendigen Informationen, um fehlende Einträge in den Musikdateien zu ergänzen. Während des Abspielens lassen sich Informationen zu Tempo, Stimmung und eine Bewertung über praktische Dropdown-Menüs einpflegen. Über verschiedene Ansichten kann man anschließend je nach Laune seine Musik zusammenstellen, indem man etwa die Songs nach Bewertung sortieren lässt. Verschiebeaktionen auf Festplattenebene lassen sich gleich aus der Abspielliste heraus vornehmen. Für die ansprechende visuelle Begleitung der Musik sorgt das integrierte G-Force-Plug-in.

Wenn Sie sich in Ihrer riesigen MP3-Sammlung nicht mehr zurechtfinden, lassen Sie doch den MP3-Manager Mufin MusicFinder Base Musik nach Ihrem Geschmack und Ihrer Stimmung auswählen. Das Programm importiert Musiksammlungen von Festplatte und grabbt Songs in einer Vielzahl von Formaten von Audio-CDs (MP3, WMA, Ogg Vorbis, FLAC, WAV, Encoder-Testversionen für AAC, AAC Plus, mp3Pro). Infos zu CD-Tracks importiert die Software aus der inzwischen von Magix betriebenen CD-Datenbank FreeDB. Anders als die meisten anderen Vorschlagssysteme, die sich auf Community-Empfehlungen oder in den Songs gespeicherte Tag-Informationen verlassen, setzt MusicFinder auf das AudioID-System von M2Any. Deren Technik hatte Magix im Jahr 2005 exklusiv in Lizenz genommen. AudioID soll Musiktitel anhand der Klangeigenschaften identifizieren und auf Basis dieser Fingerprints die passende Musik vorschlagen. Dazu muss das Programm zunächst die Musikdateien analysieren, was bei 3000 MP3-Dateien durchaus einen Tag dauern kann. Trotzdem funktioniert die Musikauswahl nicht zuverlässig. So kommt es durchaus vor, dass MusicFinder AC/DC-Hardrock und Cat-Stevens-Schnulzen als ähnlich betrachtet, die aber wenigstens für einen interessanten Mix sorgen.

Radio aus dem Netz

Wer den Dudelfunk über Antenne satt hat, weil er überall gleich klingt, findet im Internet jede Menge Radiostationen, die weitaus mehr bieten als nur "die Hits der 80er und 90er Jahre und das Beste von heute". Mit dem Winamp-Plug-in Streamripper lassen sich die Programme bequem auf Festplatte bannen. Nach der Installation wählt man einfach auf www.shoutcast.com einen Radiodienst aus, woraufhin die Aufzeichnung im Streamripper-Fenster startet. Je nach Programmanbieter kann das Plug-in die Songs automatisch als einzelne MP3-Dateien auf der Festplatte ablegen.

Ein Blick auf den werbefinanzierten phonostar-Player lohnt sich ebenfalls. Die Software bietet einen übersichtlichen Zugriff vor allem auf deutschsprachige Webradio-Angebote. Eine Online-Programmzeitschrift gibt redaktionelle Tipps zu verschiedenen Senderubriken, die sich per Mausklick in die Aufnahmeliste übertragen lassen. Auf Wunsch zeichnet der Player die Übertragung auf, optional auch zeitgesteuert. Die Auswahl beschränkt sich aber keineswegs auf die redaktionell betreuten Angebote. Mit Hilfe der Suchfunktion, in der man unter anderem Genre, Land und Übertragungsrate eingrenzen kann, finden sich weltweit Angebote, die man sonst in den Tiefen des Internet kaum aufspüren würde.

Der Podcatcher Ziepod erweist sich als ein sehr vielseitiger Podcast-Finder, -Verwalter und -Abspieler. Für letzteres bettet er transparent den Media Player ein. Wie sein RSS-Bruder Newzie stellt das Programm die Inhalte sehr unterschiedlich dar. In einem großen Programmfenster kann der Benutzer über ein vom Hersteller bereitgestelltes Verzeichnis nach Podcasts fahnden.

Der knapp 20 US-Dollar teure Audials Radiotracker zeichnet Musik aus Internet-Radiostationen auf, die ihr Programm als Shoutcast-MP3-Strom senden. Nach der Installation muss man sich lediglich für eines der etwa 70 Musik-Genres entscheiden, nach der die Shoutcast-Sender geordnet sind. Neben den Klassikern wie Pop, Rock, Metal oder 80s finden sich hier auch ungewöhnlichere Kategorien wie Country, Weltmusik und verschiedene Jazz-Formen. Nach dem Klick auf den Start-Button beginnt der Radiotracker seine Arbeit und zeichnet parallel aus verschiedenen Shoutcast-Sendern des Wunsch-Genres einzelne Titel im MP3-Format auf. Nach der automatischen Trennung durch die Smart-Split-Funktion bekommen die Dateien noch ein sanftes Fade-in und -out verpasst, damit auch Mitschnitte von Stationen mit Überblendungen oder hereinquasselnden Moderatoren angenehm zu hören sind. Die fertigen Aufnahmen wandern inklusive ID3-Tags in ein Genre-Verzeichnis auf der Festplatte. Halbe oder misslungene Aufnahmen tilgt das Programm automatisch.

Automatisch vervollständigen

Mit Mp3Tag lassen sich Metainformationen von Musikdateien verändern. Dabei werden neben den Standards MP3, WMA und AAC auch Musikdateien im FLAC-, APE-, WavePak- und Ogg-Vorbis-Format unterstützt. Diese Informationen kann der Anwender selbst eingeben oder über die Internet-Datenbank Freedb beziehen. Mp3Tag speichert sie wahlweise nach dem ID3-Standard oder als APE(v3)-Tag, der zum Beispiel vom Foobar-Player gelesen wird. Aus diesen Daten kann das Tool Dateien umbenennen und garantiert so eine einheitliche Namensgebung aller Musikdateien auf der Platte, beispielsweise mit dem Namen des Interpreten gefolgt von Album- und Songtitel.

Besonders für Besitzer portabler Player, welche die Abspielreihenfolge nach dem Dateinamen festlegen, ist der MP3-Tag-Editor eine große Hilfe: Aus beliebigen Informationen der Tags generiert er Dateinamen, etwa nach dem Muster "Tracknummer – Titel – Interpret.mp3". Per Voreinstellung werden die ausführlicheren ID3v2-Tags angezeigt, man kann aber auch Informationen aus v1-Tags nach v2 konvertieren.

Geschickt archivieren

"Der Pate" – The GodFather – nimmt Musiksammlungen in den Formaten AAC, FLAC, Monkey’s Audio, MP3, MP4, MPC, OFR, Ogg Vorbis und Speex an und versieht sie mit Meta-Informationen. An die etwas unübersichtliche Bedienoberfläche muss man sich zwar zunächst gewöhnen, danach wird man aber mit einem Füllhorn an Features belohnt. Über die Internet-Datenbanken Freedb oder Allmusic füllt der Organisator die Meta-Daten in den Musikdateien und bringt in ihnen sogar Cover-Scans unter, die das Programm von Amazon oder Allmusic herunterlädt. Über eine Batch-Funktion kann es Musikdateien anhand der gespeicherten ID3-Tags umbenennen und so ein einheitliches System auf der Festplatte garantieren, in dem sie beispielsweise immer den Namen des Interpreten und den Songtitel enthalten.

Media Pro versammelt unter einer ansehnlichen und leicht zu bedienenden Oberfläche nahezu sämtliche Funktionen, die man sich von einem Multimedia-Katalog wünschen kann. Per Drag & Drop kreiert man Kataloge, die nicht nur diverse Multimedia-Formate aufnehmen können, sondern auch PDF-Dokumente, HTML-Seiten, Texte und Zeichensätze. Digitalkameras unterstützt die Software direkt. Thumbnails und Annotationen – sogar gesprochener Natur – bieten einen Überblick, selbst wenn das Original etwa auf CD nicht im Laufwerk liegt. Die Möglichkeiten, Backups des Archivs gleich auf CD zu brennen und Galerien im Web zu veröffentlichen, runden iView ebenso ab wie die Diaschaufunktion.

Mit dem Advanced MP3 Catalog bekommt man auch große MP3-Sammlungen in den Griff: Über ein Auswahlfenster lassen sich diese bequem nach Titel, Interpret, Album, Genre oder Erscheinungsjahr sortiert anzeigen – hilfreich zum Aufspüren von Duplikaten. MP3s kann man über ID3-Tags filtern und sortieren, um sie danach auf Dateiebene in einzelnen Ordnern abzulegen. Will man einen Song abspielen, ist allerdings ein zusätzlicher MP3-Player nötig. Die unregistrierte Version verwaltet bis zu drei Datenträger.

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