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Tools für die Steuererklärung

Ein Vergleich der bekanntesten Steuersoftware-Lösungen

Wir haben die bekanntesten Desktop- und Web-Tools für die Steuererklärung unter die Lupe genommen: mit welcher Software spart der normale Arbeitnehmer am einfachsten seine Steuern? Was sind die Vor- und Nachteile der Programme - und worauf sollte man überhaupt bei einer Steuersoftware achten?

Wer nicht gerade Steuerberater oder Finanzbeamter ist, gerät beim Wort Steuererklärung nicht unbedingt in Jubelstimmung. Jahr für Jahr muss man sich wahlweise selbst durch die Erklärung quälen oder lässt sie für sich erledigen. Auch 2018 macht da keine Ausnahme, weswegen wir uns in diesem Special Software-Lösungen angeschaut haben, die einen dabei unterstützen, das Bestmögliche aus der Steuererklärung herauszuholen und somit ordentlich Steuern zu sparen.

Die Abgabe der Steuererklärung ist für viele Arbeitnehmer freiwillig. Es gibt jedoch auch Personengruppen, die zur Einreichung verpflichtet sind, etwa Arbeitnehmer, die gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt waren oder Selbständige, Vermieter und Rentner, deren Einkommen den Grundfreibetrag von 8.820,00 € für Ledige (17.640,00 € für Verheiratete bei gemeinsamer Veranlagung) im Jahr 2017 übersteigt. Sofern ihr Freibeträge in den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eintragen lassen habt, seid ihr ebenfalls verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Details dazu, bei wem eine Pflichtveranlagung besteht, findet ihr beispielsweise auf den Seiten des Berliner Serviceportals. Arbeitnehmer, deren Lohnsteuer automatisch monatlich abgezogen wird, können hingegen selbst entscheiden, ob sie eine Erklärung abgeben. Gerade hier lassen sich jedoch oftmals viele Steuern sparen, weswegen Experten dazu raten, die Unterlagen ans Finanzamt zu senden. Wer bislang noch keine Steuererklärung eingereicht hat, kann diese sogar rückwirkend abgeben. Dafür haben freiwillig Einreichende eine Frist von vier Jahren. Demnach könnt ihr eure Steuererklärung für das Jahr 2014 noch bis spätestens 31.12.2018 einreichen. Personen, die zur Abgabe verpflichtet sind, haben hingegen nur eine Frist von fünf Monaten bzw. von einem ganzen Jahr, wenn sie einen Steuerberater beauftragen. Diese müssen ihre Steuererklärung für das Jahr 2017 dementsprechend bis spätestens 31.05.2018 bzw. bis zum 31.12.2018 einreichen.

Die digitale Revolution ist in diesem Jahr auch endlich bei den Finanzämtern angekommen. Mussten bislang immer noch alle Belege gemeinsam mit der Steuererklärung als Kopie eingereicht werden, fällt diese Belegvorlagepflicht ab diesem Jahr weg. Ihr müsst künftig keine Belege mehr einreichen. Der Weg zu einer vollständig elektronischen Steuererklärung wird also weiter geebnet. Allerdings ist das Finanzamt dazu berechtigt, die entsprechenden Unterlagen bei Bedarf anzufordern. Ihr solltet daher die entsprechenden Belege dennoch stets griffbereit haben. Es ist auch angedacht, zukünftig alle Belege und Erläuterungen zur Steuererklärung elektronisch übermitteln zu können.

Zudem werden in Zukunft die meisten Steuererklärungen automatisch bearbeitet und nur in prüfungsbedürftigen Fällen und Stichproben manuell durch Sachbearbeiter durchgesehen. Dadurch solltet ihr in den meisten Fällen auch euren Steuerbescheid schneller zugesendet bekommen, denn auch dieser wird ab sofort automatisch verschickt. Mit Einwilligung des Steuerzahlers wird er nur noch zum Abruf bereitgestellt und nicht mehr per Post versendet. Außerdem können Steuerpflichtige künftig direkt einsehen, welche Daten dem Finanzamt bereits vorliegen und diese bei Bedarf auch korrigieren. Somit wird die im Jahre 2014 eingeführte „Vorausgefüllte Steuererklärung“ weiter ausgebaut. Es wird zukünftig also wesentlich einfacher, die zuviel gezahlte Steuer zurückzuerhalten.

Auch die Abgabefristen für verpflichtende Steuererklärungen werden sich ab diesem Jahr verlängern. Allerdings gelten die neuen Abgabetermine erst für Steuererklärungen des laufenden Jahres 2018. Diese müssen dann bis spätestens 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden, was einer Verlängerung von zwei Monaten entspricht. Bei Beauftragung eines Steuerberaters habt ihr dann sogar bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Erklärung einzureichen. Die Steuererklärung 2018 müsste dann also bei Zuhilfenahme eines Steuerberaters spätestens am 29.02.2020 eingereicht werden.

Die letzte wichtige Änderung betrifft den Verspätungszuschlag, der fällig wird, wenn ihr als Steuerpflichtige eure Abgabefristen nicht einhaltet. Hier gelten ab 2018 detaillierte Vorgaben. Für jeden Monat, den ihr die Erklärung zu spät einschickt, beträgt der Zuschlag 0,25 % der Steuernachzahlung, mindestens jedoch 25 Euro pro Monat. Diese „Strafen“ drohen auch dann, wenn die Steuer 0 Euro beträgt oder ihr gar eine Steuererstattung erhaltet.

Anders als viele andere Mitbewerber gibt es bei uns keinen klassischen Test mit Prämierung der besten Steuersoftware, sondern einen objektiven Überblick über wichtige Tools auf dem Markt mitsamt ihrer Vor- und Nachteile. Die Auflistung der Tools in den Bildergalerien erfolgt in alphabetischer Sortierung. Dabei haben wir den Fokus auf bestimmte Punkte gelegt, die für eine solche Steuersoftware wichtig sind. Dazu zählt etwa eine leicht verständliche Bedienoberfläche. Führt sie den Nutzer auf Wunsch Schritt für Schritt durch die Steuererklärung? Gibt es regelmäßig Aktualisierungen und wenn ja, für das gesamte Tool oder nur für einzelne Programmbestandteile? Oftmals werden nämlich nur die Programmdateien, nicht aber die Ratgeber aktualisiert. Zudem sollten Steuertipps an den richtigen Stellen sowie Erklärvideos und Beispiele nicht zu kurz kommen. Ebenso wichtig ist natürlich die korrekte Berechnung der Steuer-Erstattung bzw. -Nachzahlung. Hier vergleichen wir anhand eines Fallbeispiels die Ergebnisse der verschiedenen Programme miteinander. Zudem muss heutige Software auch die Übermittlung ans Finanzamt sowie den Abgleich mit dem endgültigen Steuerbescheid beziehungsweise die Prüfung des Steuerbescheids beherrschen. Zu guter Letzt prüfen wir auch, inwieweit die Testversionen bereits eine vollständige Steuererklärung ermöglichen. In vielen Fällen werden die Kosten nämlich erst dann fällig, wenn ihr eure Erklärung ausdrucken oder elektronisch ans Finanzamt übermitteln wollt.

Für Steuerpflichtige, die noch keine Erfahrung mit Steuererklärungen haben oder auf eine einfache Bedienung setzen, ist eine Steuersoftware sehr sinnvoll, da die meisten Programme den Nutzer Schritt für Schritt durch die noch immer ziemlich komplexe und umfangreiche Steuererklärung führen und oftmals auch auf Stolpersteine hinweisen. Zudem bieten viele Software-Lösungen detaillierte Steuer-Tipps, mit denen sich jede Menge Geld sparen lässt. Die Kosten für die Steuersoftware selbst sind ebenfalls absetzbar – bis zu 16 € sogar über einen Pauschalbetrag. Wir wollen euch nun zunächst einmal einen Überblick über die auf dem Markt erhältlichen klassischen Desktop-Tools geben. In der Bildergalerie findet ihr Details zu dem jeweiligen Programm sowie zu seinen Vor- und Nachteilen.

Die „Big Player“ auf dem deutschen Markt für Steuerlösungen kommen aus den Häusern Buhl Data, Lexware und der Wolters Kluwer Deutschland GmbH. Buhl Data ist mit den bekannten Produkten der „WISO steuer„- und „tax“-Reihen vertreten, Lexware hält mit den Programmen der „QuickSteuer“- und „Taxman“-Reihe dagegen. Von Wolters Kluwer stammt „SteuerSparErklärung“, welches ebenfalls in verschiedenen Versionen erhältlich ist, sowie das einfach gehaltene „STEUEReasy“ für den kleinen Geldbeutel.

Welche Version für euch die richtige ist, hängt vor allem von der Komplexität eurer Erklärung ab. So gibt es neben den Standardversionen für leichte Steuererklärungen auch erweiterte Professional-Versionen, die auch mit schwierigen Steuerfällen umgehen können. Hier finden vor allem Steuerpflichtige mit mehreren Jobs, verschiedenen Altersvorsorgen oder diversen Einnahmequellen ihr geeignetes Tool, um Steuern zu sparen. Wer hingegen nur eine einfache Steuererklärung abgeben braucht, ist mit den einfachen Versionen bereits bestens versorgt. Bei Buhl Data heißen die entsprechenden Versionen „WISO steuer:Start 2018“ und „tax 2018“, bei Lexware "QuickSteuer 2018" und "Taxman 2018“ und bei Wolters Kluwer schlicht „SteuerSparErklärung 2018“. In unserem Überblick gehen wir vor allem auf diese vier Produkte ein. Von drei Tools, namentlich „BILD Steuer 2018“, „STEUEReasy 2018“ und „Steuer-Sparer 2018“ lagen uns keine Test-/Vollversionen vom Hersteller vor, weswegen wir diese nur kurz der Vollständigkeit halber behandeln.

Bei komplexeren Steuerfällen solltet ihr hingegen über das Anschaffen der Profi-Versionen „WISO steuer:Sparbuch 2018“, „tax Professional 2018“, „QuickSteuer Deluxe 2018“ oder „SteuerSparErklärung plus 2018“ nachdenken. Wer seine komplexe Erklärung bislang noch nie allein erledigt hat und somit ohne eigenes Know-how an die Sache herangehen möchte, sollte im ersten Jahr zumindest noch einmal die Dienste eines Steuerberaters zurate ziehen und sich dabei nach und nach mit dem Thema vertraut machen.

Spartipp: Wer bereits heute weiß, dass er seine Steuererklärung Jahr für Jahr abgeben wird und eines der vorgestellten Produkte für sich gefunden hat, sollte schauen, ob es die Software auch in einem Abonnement gibt. Viele der Hersteller bieten die Produkte preiswerter an, wenn man sich dazu entschließt, jedes Jahr die aktuelle Version zu kaufen. Auch diese wird dann im nächsten Jahr wieder vergünstigt angeboten. Zudem bieten viele Discounter aktuell preisgünstige Software-Lösungen an, die oftmals auf den teuren Markenprodukten basieren und nur anders verpackt sind. Beispielsweise gab es bei Lidl zum Jahresende 2017 ein Programm für 4,99 €, das auf dem 10 € teureren tax 2018 basierte.

Wer bei seiner Steuererklärung nicht mehr auf die klassischen Desktop-Programme samt Download und Installation setzen möchte, für den bieten zahlreiche Anbieter nun auch Webdienste an, mit denen man seine Steuererklärung ganz einfach online im Browser erledigen kann. Gerade durch den Wegfall der schriftlichen Belege in diesem Jahr bieten sich solche Software-as-a-service-Lösungen im Web an. Wie auch bei den Desktop-Anwendungen übernimmt die Software hier nicht nur die Steuererklärung, sondern auch den Versand ans Finanzamt über die Elster-Schnittstelle sowie den Empfang des elektronischen Steuerbescheids, nur eben online. Auch hier sind die beiden Big Player Buhl Data mit "WISO steuer:Web" und Lexware mit „smartsteuer“ vertreten, die wir euch in der folgenden Bildergalerie vorstellen wollen. Dazu gesellen sich das offizielle Tool der Finanzämter „ELSTER online“ sowie „Lohnsteuer kompakt“ der forium GmbH, „SteuerFuchs“ der Hartwerk Digitalmedien-Integrations-GmbH, „Taxango“, die junge Steuererklärung von Buhl Data sowie "wundertax" von der Berliner wundertax GmbH..

Die einzelnen Steuersoftware-Tools unterscheiden sich mittlerweile nur noch marginal voneinander. Alle betrachteten Programme verfügen über alle essenziellen Funktionen zum Erstellen einer Steuererklärung, über eine ELSTER-Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Finanzamt sowie über eine automatische Bescheidabfrage. Die meisten Produkte bringen einen Interviewmodus mit, der euch sicher durch die Steuererklärung führt. Oftmals ist diese Nutzerführung auch schon bei den preiswerten Varianten inbegriffen. Auch bei den berechneten Steuererstattungen liegen die Programme sehr dicht beieinander. In unserem Testfall lagen die berechneten Erstattungen zwischen 1.121,41 € bei QuickSteuer und 1.192,10 € bei WISO steuer:Start. Der tatsächliche Wert dürfte irgendwo dazwischen liegen.

Eine Gretchenfrage könnte sein: Kann ich meine Steuererklärung auch schon ohne Kauf der Software, also mit der Testversion, anfertigen und mir die Steuererstattung ausrechnen lassen? Hier unterscheiden sich die Angebote der Big Player deutlich. Während Buhl Data für all seine Steuer-Produkte bis auf WISO steuer:Start kostenlose Testversionen anbietet, die nur dann Kosten verursachen, wenn die Steuererklärung eingereicht werden soll, gibt es bei Lexware weder für Taxman noch für QuickSteuer eine kostenlose Version. Dafür bieten die beiden Tools wiederum eine Fülle an Erklärvideos, auch zum Umgang mit der Software selbst. Wolters Kluwer bietet nur die „SteuerSparErklärung“ kostenlos bis zur Abgabe der Erklärung an, die Low-Cost-Variante „STEUEReasy“ hingegen ist nur kostenpflichtig erhältlich. Auch die anderen preisgünstigen Tools „BILD Steuer 2018“ und „Steuer-Sparer 2018“ können erst nach dem Kauf genutzt werden, eine Testversion existiert nicht. Gänzlich kostenlos ist „ElsterFormular“, welches aber weniger bedienfreundlich ist und bei den berechneten Steuererstattungen mit 1.024,35 € auch den niedrigsten Wert aller Desktop-Tools lieferte.

Die Online-Tools sind in der Mehrheit auch für komplexere Steuerfälle geeignet, daher aber auch etwas teurer. Wer also nur eine einfache Steuererklärung abgeben will, ist aktuell mit einer preisgünstigeren Desktop-Variante besser bedient. Taxango mit dem günstigsten Gesamtpreis bildet hier eine Ausnahme, konnte uns allerdings aktuell noch nicht so recht überzeugen, da einige wichtige Funktionen fehlen, wodurch die Berechnung der Erstattung mit 861,88 € knapp 300,00 € weniger ergab als bei den anderen Tools. WISO steuer:Web mit 1.134,07 € und smartsteuer mit 1.147,79 € lagen nahezu gleichauf, Lohnsteuer Kompakt mit 1.109,81 € etwas darunter. wundertax scheint aktuell noch nicht ausgereift zu sein, da einige Angaben viel zu grob erfasst wurden und wieder andere aus unserem Testfall gar nicht erst gemacht werden konnten. Insbesondere Steuerneulinge dürften mit dem Tool aufgrund der nur spärlich vorhandenen Erklärungen schnell überfordert sein.

Für welche Software oder welchen Webdienst ihr euch letzten Endes auch entscheidet – wir wünschen euch viel Erfolg mit eurer Steuererklärung - im besten Fall mit einer satten Erstattung als Belohnung.

Ihr habt noch andere Programme, die unbedingt in die Auflistung hinein gehören? Dann schreibt es uns in die Kommentare.

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