Vibe-Coding-Dienste im Vergleich: Apps entwickeln ohne Programmierkenntnisse
Automatisch Apps erstellen mithilfe von KI
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
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„Wir benötigen eine elektronische Projektzeiterfassung!“ Früher wäre an dieser Stelle mindestens ein Programmierer in seinem Büro verschwunden und hätte ein paar Tage fleißig in die Tasten gehauen. Heutzutage übergibt man die Anweisung des Chefs möglicherweise einer künstlichen Intelligenz, die nach einer kurzen Bedenkzeit ein fertiges Programm ausspucken soll. Diese Form der Softwareentwicklung bezeichnet man als Vibe Coding. Entsprechende Werkzeuge sind in der letzten Zeit wie Pilze aus dem Boden geschossen. Wir wollten herausfinden, ob sie wirklich komplette Programme schreiben und so Programmierer ersetzen können.
Wie hier Lovable zeigen die meisten Vibe-Coding-Tools nur ein Eingabefeld, in das man eine Beschreibung der gewünschten Anwendung eintippt.
(Bild: Screenshot)
Uns interessierten dabei ausschließlich Vibe-Coding-Werkzeuge, die selbstständig eine funktionsfähige Anwendung erzeugen und dabei explizit keine Programmierkenntnisse mehr voraussetzen. Die von uns aufgespürten Tools sind grundsätzlich als Cloud-Dienst ausgeführt. Und es gibt noch einen Haken: Überraschenderweise erstellen sie ausschließlich Web-Anwendungen, die immerhin beliebig komplex ausfallen dürfen (Stichwort Full Stack). Native Windows- und macOS-Anwendungen kann keines der Tools ausgeben. Einige Dienste geben sogar die zu nutzenden Komponenten und Frameworks fest vor. So landen die Daten etwa gerne in einer Supabase-Datenbank, während die Bedienoberfläche mit React entsteht. Als Sprachen kommen JavaScript oder TypeScript zum Einsatz, nur der Replit Agent unterstützt alternativ auch Python.
💡 Warum kein Copilot, Codex & Co.? |
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Explizit außen vor gelassen haben wir für unseren Vergleich Werkzeuge, die Programmierern bei ihrer alltäglichen Arbeit unter die Arme greifen. Solche Tools bewerben die Hersteller ebenfalls gerne als Vibe-Coding-Werkzeuge. Dazu zählen unter anderem Cursor, der bekannte GitHub Copilot und OpenAI Codex. In der Regel klinken sie sich in eine bestehende Entwicklungsumgebung ein und vervollständigen dann dort angefangenen Programmcode, liefern auf Zuruf fertige Algorithmen als Codefragment, kommentieren automatisch den Quellcode und beantworten Fragen der Entwickler. Google stellt mit dem Firebase Studio sogar eine eigene Entwicklungsumgebung mit integrierter KI bereit. Um diese Tools nutzen zu können, benötigt man zwingend Programmierkenntnisse. Sie unterstützen allerdings viele verschiedene Programmiersprachen und erstellen beliebige native Windows-, macOS- und Unix-Anwendungen – anders als die hier vorgestellten Vibe-Coding-Tools, die den Bau von Webanwendungen ohne Programmierkenntnisse ermöglichen wollen. Ebenfalls nicht berücksichtigt haben wir hierzulande (noch) nicht verfügbare No-Code-Tools wie Google Opal, das aus Deutschland lediglich mit einem VPN erreichbar ist. |
App-Entwicklung durch die KI
Sämtlichen Vibe-Coding-Tools übergibt man eine textuelle Beschreibung der zu erstellenden Anwendung, etwa „create a time tracking app“. Einzige Ausnahme ist Napkins.dev, das anhand einer Zeichnung eine passende Website generiert. In jedem Fall besteht die künstliche Intelligenz im Hintergrund aus einem sogenannten großen Sprachmodell (Large Lange Model, LLM), das aus einer Eingabe, dem Prompt, passende Texte generiert – in diesem Fall Programmcode. Teilweise betreiben die Anbieter das Sprachmodell nicht selbst, sondern greifen auf die Angebote von OpenAI und insbesondere dessen Konkurrenten Anthropic zurück. Nicht immer verraten die Anbieter zudem, welche Modelle im Hintergrund zum Einsatz kommen. Das ist jedoch für die Auswahl wichtig: Aktuelle Sprachmodelle sowie mit Programmcode trainierte Exemplare können tendenziell bessere Ergebnisse produzieren.
Englisch statt JavaScript
Bei der Beschreibung der gewünschten Anwendung ist meist Englisch Pflicht – auf diese Sprache sind die meisten Modelle geeicht. Durchgehend Deutsch spricht nur Hostinger Horizons*. Passen die Ergebnisse nicht, sollten Sie dennoch eine deutsche Beschreibung ausprobieren, auch wenn der Dienst diese Sprache nicht offiziell unterstützt. So lieferte etwa Bubble für „Arbeitszeiterfassung“ ein deutlich passenderes Ergebnis als bei unserem Wunsch nach einer „time tracking“-App. Die Vibe-Coding-Tools lassen sich bei der Generierung zudem mehrere Minuten Bedenkzeit. Zu den flottesten Exemplaren ihrer Zunft gehören Bolt und der Replit Agent.
Kostenpflichtige Kreativität
Die künstlichen Intelligenzen erwiesen sich im Test als äußerst kreativ. So taufte Bubble den von uns gewünschten Breakout-Klon „Brick Buster 3D“. Doch Obacht: Mitunter kupfern die KIs nur ab. So gibt es bereits einige Breakout-Klone, die „Brick Buster“ im Namen tragen. Apropos Breakout: Keine einzige KI war in der Lage, ein funktionierendes Breakout für zwei Spieler zu produzieren, und das schon gar nicht in 3D-Grafik. Um das zu erreichen, muss man der KI sehr genau den Spielablauf und den Aufbau beschreiben.
Am besten spielbar war noch das vom Replit Agent erzeugte „Two-Player Breakout“, das sogar mit einem pfiffigen, Pong-ähnlichen Spielprinzip begeistern konnte.
(Bild: Screenshot)
Die erzeugte Web-Anwendung lässt sich direkt in einer entsprechenden Vorschau begutachten und testen. Teilweise muss man dazu ein eigenes Fenster öffnen. Das schließlich fertige Ergebnis hosten einige Anbieter auf Wunsch auf ihren eigenen Servern. Bis auf das kostenlose Napkins.dev gibt es sämtliche Vibe-Coding-Tools nur im Abonnement. Abhängig von der Höhe des Monatsbeitrags erhält man ein mehr oder weniger umfangreiches Kontingent an Anfragen. Einige Anbieter tauschen das überwiesene Geld in die fiktive Währung Credits um, die dann wiederum bestimmte Aktionen auffressen.
7 Vibe-Coding-Dienste im Vergleich
Die hier vorgestellten Vibe-Coding-Tools erstellen ausschließlich Web-Anwendungen, verraten selten das verwendete Sprachmodell und gehen kaum auf Datenschutzfragen ein. Die fertigen Anwendungen verbessert man im Chat mit der KI, man kann jedoch auch den Code direkt editieren.
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Bolt: Einfache Web-Apps und schnelles Prototyping
Hinter dem Cloud-Dienst Bolt steht das Unternehmen StackBlitz mit Sitz in San Fransisco. Den Programmcode erzeugen im Hintergrund die Sprachmodelle Claude 3.7 Sonnet und Claude Sonnet 4 von Anthropic. StackBlitz verspricht, dass keine Kundendaten in das Training der KIs einfließen. Nutzen lässt sich Bolt offiziell nur über Chrome und Chromium-basierte Browser. Die Bedienung über mobile Geräte unterstützt StackBlitz noch nicht. Die erzeugte Web-Anwendung kann das Werkzeug aber in eine App gießen. Die ausführliche Dokumentation nimmt Anwender an die Hand und liefert Tipps, wie man angemessene Ergebnisse erzielt.
Die Beschreibung der gewünschten Anwendung darf man um Bilder und in Figma zusammengeklickte Bedienoberflächen ergänzen. Überdies lässt sich die KI mit auf GitHub lagerndem Code füttern und so das Ergebnis in eine bestimmte Richtung treiben. Einige Funktionen delegiert Bolt an externe Komponenten. Benötigt die Web-Anwendung etwa eine Datenbank, bindet Bolt den Dienst Supabase ein, die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stipe. GitHub dient der Versionskontrolle und als Hilfe bei der Zusammenarbeit. Soll eine App für Mobilgeräte entstehen, greift Bolt zu Expo, das die Apps auch direkt in die jeweiligen Stores bringt.
Der von Bolt erzeugte Quellcode war standardmäßig nicht kommentiert, was wiederum die Einarbeitung erschwert.
(Bild: Screenshot)
Über weitere Diskussionen mit der KI passt man die Web-Anwendung weiter an seine Bedürfnisse an, alternativ bearbeitet man den Quellcode direkt im Browser. Den Programmcode darf man zudem an StackBlitz weiterreichen. Gibt man die Web-Anwendung öffentlich frei, kann sie jeder über eine URL abrufen und den Quellcode einsehen. Ein Hosting der fertigen App gelingt nur über die Dienste Netlify oder GitHub.
Abonnenten erhalten Token gutgeschrieben, die jede Kommunikation mit der KI verbraucht. Wie viele Zeichen beziehungsweise Programmcode einem Token entsprechen, lässt sich vorab nicht gut abschätzen. 1 Million Token pro Monat gibt es kostenlos, wobei die KI maximal 150.000 Token pro Tag verarbeitet. Das reicht unseren Erfahrungen nach für zwei kleine Web-Anwendungen. Wer mehr möchte, muss in die Tasche greifen. Los geht es bei 20 Dollar pro Monat, für die man ein Kontingent von 10 Millionen Token spendiert bekommt.
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Vorteile
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Nachteile
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Fazit: Einfache Web-Anwendungen wie eine Stechuhr erzeugt Bolt besonders flott und brauchbar. Wer nicht programmieren kann, muss bei Änderungswünschen mit der KI diskutieren, was wiederum wertvolle Token verbraucht. Bolt ist daher vorwiegend für JavaScript-Programmierer als schnelles Prototyping-Werkzeug interessant.
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Bubble: No-Code-Plattform mit visuellem Editor
Der Vibe-Coding-Dienst der New Yorker Bubble Group erzeugt auch Apps für Mobilgeräte. Letztgenannte laufen nativ auf iOS und Android, zudem kann Bubble die Apps in die jeweiligen Stores schieben. Die Vibe-Coding-Funktionen befinden sich allerdings noch in einer Testphase. Laut Online-Dokumentation läuft diese bis zum 1. Oktober, wobei sich dann gleichzeitig die Preisstruktur ändern soll. Aus einer kurzen Beschreibung der gewünschten Anwendung erstellt Bubble zunächst eine Liste mit allen wichtigen Funktionen. In einem expliziten zweiten Schritt ergänzt man dann im Chat mit der KI weitere Features. Erst danach generieren nicht näher genannte Sprachmodelle von OpenAI und Anthropic die eigentliche Anwendung.
Die wiederum lässt sich in einem Baukasten per Drag and Drop umbauen. Auch die Programmlogik klickt man in Form von Ablaufdiagrammen zusammen. Den Funktionsumfang erweitern schließlich noch Plugins, bei denen es sich im Wesentlichen um JavaScript-Schnipsel handelt. Die Nachbearbeitung war in unseren Versuchen stets nötig: Keine Anwendung funktionierte aus dem Stegreif wie sie sollte. So erlaubten etwa Felder für die Zeiteingabe ausschließlich die Auswahl eines Datums.
Bubble stellt eine leistungsfähige No-Code-Umgebung, die KI erzeugt nur ein erstes grobes Programmgerüst.
(Bild: Screenshot)
Daten landen generell in einer von Bubble gestellten Datenbank, andere SQL-Datenbanken lassen sich mithilfe eines Plugins anflanschen (SQL Database Connector). Auf Wunsch integriert Bubble externe Dienste über entsprechende Programmierschnittstellen. Direkte Unterstützung gibt es für einige bekannte Dienste wie Stripe und Google Maps. Mehrere Teammitglieder dürfen gleichzeitig an einer Anwendung arbeiten, das eingebaute Versionskontrollsystem beherrscht sogar Branches.
Die nachbearbeitete Anwendung testet man in seinem separaten Fenster, in dem Bubble sogar einen kleinen Debugger offeriert. Der Dienst klopft die fertigen Anwendungen zudem auf einige typische Sicherheitslücken ab. Im Gegensatz zu Bolt kann Bubble die generierte Web-Anwendung selbst hosten, Unternehmenskunden dürfen dabei sogar Cloudflare einspannen.
Wer mit einem eingeschränkten Funktionsumfang auskommt, nutzt Bubble dauerhaft kostenlos. Dabei stehen „50 Workload Units“ pro Monat bereit. Eine dieser Einheiten entspricht einer ausgewählten Aktion, wie etwa den Zugriff auf die Datenbank. Der günstigste Tarif mit 175.000 Workload Units startet bei 32 US-Dollar pro Monat, bei jährlicher Zahlweise gibt es einen Rabatt. Letzteren gewährt die Bubble Group auch für Studenten, Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen. Der Anbieter verspricht, die GDPR einzuhalten, obendrein ist er nach SOC 2 Type II zertifiziert. Die ausführliche Dokumentation umfasst einige Tutorials in Form von Videos.
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Vorteile
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Nachteile
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Fazit: Bubble punktet mit einer leicht bedienbaren und leistungsfähigen No-Code-Plattform. Die künstliche Intelligenz dient im Wesentlichen dazu, eine Vorlage zu erschaffen, die man dann im visuellen Editor an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Bubble sollte sich daher ansehen, wer ohne Programmierkenntnisse eine komplexe Web-Anwendung zusammenklicken möchten.
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Hostinger Horizons: Web-Apps erstellen und hosten
Neben Deutsch beherrscht Hostinger Horizons* über 79 weitere Sprachen. Anders als Bubble und Bolt erzeugt das Vibe-Coding-Tool keine Apps für Mobilgeräte. Die Bedienung ist besonders simpel: Man beschreibt die gewünschte Anwendung, die Hostinger Horizons (Testbericht) dann generiert und rechts im Fenster als Vorschau anzeigt. Dieses Ergebnis lässt sich dann im Chat mit KI weiter an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Texte darf man in der Vorschau direkt bearbeiten.
Auf die Sprünge helfen kann man der KI mit hochgeladenen Bildern, etwa vom Design einer anderen Website. Als Einstiegshilfe stellt Hostinger Horizons zahlreiche fertige Prompts bereit, die dann unter anderem einen Rechnungsgenerator oder eine App für Restaurantreservierungen stricken. Verknüpfen kann die KI die Website mit dem Zahlungsanbieter Stripe, dem Werbenetzwerk AdSense und der Cloud-Datenbank Supabase. Weitere Integrationen gibt es auf Anfrage oder indem man von der KI die APIs der gewünschten Dienste einbinden lässt.
Bei Hostinger Horizon waren die erzeugte Zeiterfassung sowie alle Ausgaben der KI in Deutsch.
(Bild: Screenshot)
Hinter dem Vibe-Coding-Werkzeug steht das litauische Webhosting-Unternehmen Hostinger. Hostinger Horizons liefert daher die erzeugte Website selbst aus, wobei es diese Dienstleistung nur ein Jahr gratis gibt. Alternativ lädt man sich das Projekt als ZIP-Archiv herunter und nimmt es auf einem eigenen Server in Betrieb. Hostinger bietet allerdings einen DDoS-Schutz, einen Malware-Scanner und sogar fünf Postfächer für jede Web-Anwendung. Bei 50 Projekten ist generell Schluss.
Der Dienst lässt sich eine Woche lang kostenlos testen, danach werden mindestens 10 € pro Monat fällig. Wer sich für ein Jahr bindet, erhält einen Rabatt. Die Kosten hängen maßgeblich von der Anzahl der Nachrichten an die KI ab. Hostinger verspricht, keine Daten zum Training der KI zu verwenden. Dabei nutzt das Unternehmen die „leistungsfähigsten Large Language Models“ – welche genau zum Einsatz kommen, bleibt Firmengeheimnis. Die Dokumentation ist rudimentärer als bei Bubble und Bolt, immerhin führt ein Tutorial durch die ersten Schritte.
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Vorteile
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Fazit: In Hostinger Horizons entsteht die Web-Anwendung ausschließlich über Chats mit der KI, das Ergebnis soll zudem auf den Servern von Hostinger laufen. Der Dienst empfiehlt sich daher vorrangig für kleine Unternehmen und Einzelpersonen, die bereits Kunde bei Hostinger sind oder die Sprachvielfalt benötigen.
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Instance: Vibe-Coding-Dienst aus Wien
In Wien beheimatet ist das noch recht junge Instance. Hinter dem Tool steht die Mimo GmbH, die eine Lernplattform für Programmierer betreibt. Die erzeugte Web-Anwendung nutzt React, TypeScript und Tailwind CSS. Wer sich mit diesen Techniken auskennt, darf den Programmcode in einem entsprechenden Editor direkt verändern. Andernfalls bittet man die KI in einem Chat um die gewünschten Anpassungen. Einzelne visuelle Eigenschaften, wie etwa die Schriftgröße, lassen sich an der KI vorbei per Mausklick ändern.
Instance richtet eine Datenbank automatisch ein, sofern es das Projekt erfordert. Bei der Erzeugung der App protokolliert die KI ihre aktuellen Aufgaben, sodass man ihrer Arbeit gut folgen kann. Die Mimo GmbH stellt eine App bereit, über die man Instance beispielsweise im Zug schnell einen Prototoypen bauen lässt. Umgekehrt kann das Vibe-Coding-Tool aber keine mobilen Apps erzeugen. Die fertige Anwendung lässt sich herunterladen oder auf den Servern von Instance publizieren.
In Instance darf man über diese Seitenleiste an der Optik einzelner Elemente schrauben, ohne dafür die KI konsultieren zu müssen.
(Bild: Screenshot)
Der Vibe-Coding-Dienst lässt sich kostenlos ausprobieren, erlaubt sind dann jedoch nur maximal drei Projekte und zehn Anfragen an die KI pro Tag. Zahlende Kunden dürfen bis zu 50 Projekte anlegen. Die Mimo GmbH hostet dann zudem bis zu drei Web-Anwendungen. Die kostenpflichtigen Tarife starten bei 20 US-Dollar pro Monat, das obere Ende liegt bei 200 US-Dollar pro Monat. Über die genauen Konditionen schweigen sich die Internetseiten von Instance allerdings aus. Auch zu dem im Hintergrund eingespannten Sprachmodell erhält man keine Informationen.
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Vorteile
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Fazit: Die Mimo GmbH geizt mit Informationen, insbesondere zur Tarifstruktur. Ferner basieren alle Web-Anwendungen auf React und TypeScript. Die Ergebnisse sind jedoch durchweg brauchbar, die KI zudem redselig. Nützlich ist auch die App, über die man unterwegs bequem den Dienst konsultiert.
➤ InstanceZum Anbieter
Lovable: Web-App-Generator für Laien und Profis
Einen kleinen Hype erfuhr in der letzten Zeit das aus Schweden stammende Lovable. Die von diesem Vibe-Coding-Tool ausgespuckte Web-Anwendung basiert auf den Frameworks React, Tailwind und Vite. Die KI kann man mit einer Zeichnung von Figma oder eigenen Bildern auf die richtige Spur bringen.
Lovable ähnelt Hostinger Horizons: Die erzeugte Anwendung erscheint in einer Vorschau, gleichzeitig darf man in einem Chat mit der KI das Ergebnis weiter verfeinern. Etwas verwirrend sind dabei die zwei Modi: Im Edit Mode schreibt und verändert die KI den Code. Demgegenüber liefert die KI im Chat Mode nur Antworten auf eingetippte Fragen, soll dafür aber auch bis zu 10-mal intelligenter parlieren. Gedacht ist der Chat-Mode vor allem, um Fehler zu finden und Tests zu unterstützen.
Die erzeugte Anwendung ist standardmäßig unter einer eindeutigen URL im Internet erreichbar. Mithilfe der Adresse kann zudem jedermann die Anwendung als Basis für eigene Projekte („Remixe“) verwenden. Nur wer einen kostenpflichtigen Tarif bucht, darf den Zugriff auf ausgewählte Teammitglieder beschränken. Die öffentlichen Web-Anwendungen sammelt ein eigener Katalog, der auch die Anzahl der bereits vorhandenen Remixe vermerkt.
Wie Lovable nutzen die meisten Vibe-Coding-Dienste standardmäßig Supabase als Datenbank. Die Arbeitszeiterfassung ist zudem deutlich simpler als bei der Konkurrenz.
(Bild: Screenshot)
Der Vibe-Coding-Dienst integriert unter anderem GitHub als Versionskontrollsystem, Supabase als Datenbank, Stripe zur Zahlungsabwicklung sowie Netlify und Vercel als Domain-Lieferanten. In die eigene Web-Anwendung lassen sich aber auch alle Dienste einbinden, die sich über eine entsprechende API steuern lassen. Darüber hinaus offeriert Lovable noch einige „verifizierte“ Integrationen. So lassen sich etwa eigene Web-Anwendungen mit den KIs von OpenAI und Anthropic ausrüsten. Auch Lovable klopft jede Web-Anwendung auf potenzielle Sicherheitsprobleme ab. Den Quellcode bekommt man nur über GitHub aus Lovable heraus. Die Dokumentation führt langsam in die Bedienung ein, vor allem Einsteigern helfen Videos. Obendrauf gibt es noch Tipps für das Prompting und fertige Anwendungen als Vorlagen (Templates).
Die Preise beginnen bei 25 US-Dollar pro Monat. Darin enthalten sind 100 Anfragen an die KI („Messages“). Wer den teureren „Teams“-Tarif bucht, darf bis zu 20 Mitarbeiter gemeinsam an ein Projekt setzen. Auf Anfrage bietet Lovable Unternehmen einen „Enterprise“-Tarif. Nur in ihm kann man das Training der KI mit den an Lovable übermittelten Daten unterbinden. Wer den Dienst kostenlos nutzt, muss zudem mit einem Wasserzeichen in seinen Anwendungen leben. Darüber hinaus dürfen nur Abonnenten ihrer Web-Anwendung eine eigene Domain spendieren sowie den unterliegenden Quellcode der erzeugten Website direkt im Browser einsehen und bearbeiten.
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Fazit: Lovable nimmt Nicht-Programmierer an die Hand und erlaubt erfahrenen Web-Entwicklern gezielte Änderungen im Quellcode. Zwar kann man mit der Maus die Bedienoberfläche verändern, die visuelle Programmierung von Abläufen wie bei Bolt ist jedoch nicht möglich. Dank der Remixe kann man auf vorhandenen Anwendungen von Dritten aufbauen.
➤ LovableZum Anbieter
Napkins.dev: Open-Source-Tool mit Schwächen
Nicht ein Textchat, sondern eine sprichwörtliche Servietten-Kritzelei füttert bei Napkins.dev die KI: Man malt eine Bedienoberfläche und lädt diese als Grafik in den Dienst hoch, der daraus eine klickbare Website generiert. Im Hintergrund arbeiten wahlweise die von Meta entwickelten Sprachmodelle Llama 4 Maverick oder Llama 4 Scout. Napkins.dev ist damit gleichzeitig der einzige Dienst, der Open-Source-Modelle nutzt. Sogar Napkins.dev unterliegt der liberalen MIT License, jeder kann das Vibe-Coding-Werkzeug auf eigenen Servern installieren – sofern dort genügend Rechenleistung für die Sprachmodelle zur Verfügung stehen.
Die Napkins.dev Startseite.
(Bild: Screenshot)
In jedem Fall produziert Napkins.dev eine Webseite, die auf React und Tailwind basiert. Und nicht funktioniert. Das ausgespuckte Ergebnis muss man folglich noch über entsprechende Programmierkenntnisse mit Leben füllen.
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Fazit: Napkins.dev klingt verlockend: Man lädt den Entwurf für eine Bedienoberfläche hoch, den Rest erledigt das Tool. Das Ergebnis ist jedoch meist nur eine leblose Webseite, die man mit entsprechenden Kenntnissen in React und Tailwind nacharbeiten muss. Immerhin stehen das Tool und seine KI unter Open-Source-Lizenzen.
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Replit Agent: Nur für erfahrene Programmierer
Das aus den USA stammende Replit greift eigentlich Programmierern während ihrer Arbeit unter die Arme. So schreibt die KI beispielsweise angefangenen Programmcode zu Ende. Zum Angebot gehört allerdings mittlerweile auch der Replit Agent. Die von ihm automatisch erstellte Web-Anwendung basiert wahlweise auf Node.js und React oder aber Streamlit und Python. Für 3D-Anwendungen spannt der Replit Agent Three.js ein. Screenshots von existierenden Websites oder Entwürfe der gewünschten Benutzeroberfläche kann man der KI unterstützend zuwerfen.
Die vom Replit Agent erzeugte Time-Tracking-App sah zwar vielversprechend aus, lief aber nicht korrekt.
(Bild: Screenshot)
Die Anfragen wandern derzeit zu den Sprachmodellen Claude Sonnet 4 oder OpenAI GPT-4o. Die erzeugen in einem ersten Schritt eine Liste mit möglichen Funktionen und beginnen dann, einen Entwurf der späteren Anwendung zusammenzubauen. Dabei darf man den Vorgang jederzeit pausieren und im Chat mit der KI die Voraussetzungen ändern beziehungsweise präzisieren. Hat man den erzeugten Vorschlag der KI schließlich abgenickt, legt Replit die eigentliche Web-Anwendung an. Die wiederum lässt sich im Chat mit dem Agenten nachträglich modifizieren. Alternativ wechselt man zum Quellcode, den man aber nur mit deaktiviertem Agent manipulieren darf. Von der Web-Anwendung gespeicherte Daten landen auf Wunsch in einer Replit-Datenbank.
Den Replit Agent gibt es nur im Verbund mit den restlichen Replit-Diensten. Zum Kennenlernen steht ein kostenloser Starter-Zugang bereit, der auch eine „Trial“-Fassung des Replit Agent enthält. Damit erstellte Anwendungen sind allerdings öffentlich zugänglich. Im Einstiegstarif zahlt man 25 US-Dollar, für die Replit 25 Credits gutschreibt. Die wiederum verbrauchen verschiedene Aktionen bei ihrer Nutzung. Bindet man sich direkt ein Jahr, gewährt Replit einen Rabatt. Die Dokumentation besteht hauptsächlich aus Videos, die sich zudem auf das komplette Angebot von Replit beziehen.
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Fazit: Der Replit Agent ergänzt die übrigen Hilfen von Replit: Das mit dem Agent schnell erzeugte Grundgerüst überarbeiten Entwickler komfortabel mit den Replit-Tools. Wer bereits Replit nutzt, beschleunigt so die erste Phase der Entwicklung. Da die generierten Web-Anwendungen nicht immer fehlerfrei funktionieren und eine No-Code-Umgebung fehlt, eignet sich der Replit Agent ausschließlich für erfahrene Programmierer.
➤ Replit AgentZum Anbieter
Gesamtfazit
Auch wenn die Ergebnisse der Vibe-Coding-Werkzeuge für Staunen sorgen, arbeiten die produzierten Web-Anwendungen häufig fehlerhaft. Daher eignen sich die Tools durch die Bank nur für den schnellen Bau von Prototypen oder eines Grundgerüsts. Keinesfalls sollten Sie die erzeugten Anwendungen ungetestet in den produktiven Betrieb überführen. Unklar bleibt meistens auch, was mit den Daten im Hintergrund passiert. Insbesondere Firmen sollten daher gut überlegen, welche Unternehmensinterna sie den Diensten anvertrauen.
Wer nicht programmieren kann, sollte sich Bubble ansehen. In dessen No-Code-Umgebung klickt man die erzeugte Anwendung komfortabel zurecht. Ist man mit KIs und ihren Eigenheiten bereits vertraut, sind Lovable und Hostinger Horizons* einen Blick wert. Änderungen an der Website erfolgen dort im Chat mit der KI. Der Funktionsumfang der beiden Dienste ist recht ähnlich, Hostinger Horizons spricht allerdings 80 Sprachen.
Für erfahrene Programmierer empfehlen sich Bolt, Instance, der Replit Agent und mit Einschränkungen Napkins.dev. Bolt geht schnell zu Werke und liefert aus dem Stegreif brauchbare Web-Anwendungen. Instance merkt man sein junges Alter an, produziert aber bereits ordentliche Ergebnisse. Der Replit Agent ist an Replit angeflanscht, das Programmierer auch bei der Nachbearbeitung unterstützt. Napkins.dev gießt lediglich Skizzen in entsprechenden Code und eignet sich daher nur für genau diese Fälle.
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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team
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