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Beitrag von
Dieter Brors
heise Download Content Team

Windows-Werkzeug (3)

Themen-Special: XP und Vista mit Themes, Widgets und modernen Bedienelementen aufpeppen

Selbst der neue Aero-Desktop in Windows Vista wirkt irgendwie bieder, die Oberfläche und die Bedienung bleiben weit hinter den Möglichkeiten etwa eines Mac OS X zurück. Dessen moderne Funktionen lassen sich aber mit Gratis-Erweiterungen nachrüsten, sogar unter Windows XP. Man sollte sie freilich mit Bedacht auswählen.

Viele Windows-Profis, die ihr System längst mit Tools für den Explorer und die Taskleiste modernisiert und auch die richtigen Werkzeuge zum Verwalten, Sichern und Retten von Daten stets parat haben, schielen immer noch ein wenig neidisch auf die 3D-Animationen oder auch das Dock in Apples Leopard. Mit den Tools und Erweiterungen aus diesem dritten Teil unseres Themen-Specials "Windows-Werkzeug" holen sie den Vorsprung mehr als auf.

Die mit Vista eingeführte animierte 3D-Taskübersicht Flip3D (Aufruf mit Windows+Tab) sieht ohne Frage schick aus. Einen wirklichen Vorteil bieten die hintereinandergeschichteten 3D-Fensterstapel gegenüber dem klassischen Taskwechsler oder dessen verbesserter Alternative TaskSwitchXP aber nicht. Komfortabler ist eine an die Exposé-Funktion von Mac OS X angelehnte Fensterübersicht, für die der butterweich animierte Switcher sorgt. Er bietet drei verschiedene Fensteranordnungen: "Tile" verstreut alle um einen gemeinsamen Faktor skalierten Fenster auf dem Desktop, "Dock" klinkt alle Fenster in eine Miniaturansicht am Bildschirmrand ein und zoomt das jeweils gewählte auf; "Grid" ordnet die Fenster auf einem Raster an. Die voreingestellte Tastenkombination Windows+ö zum Aufrufen von Switcher kann man durch Windows+Tab ersetzen, um Vistas Flip3D den Garaus zu machen. Außer einer Tastenkombination können Sie einen Maus-Hotspot zum Aktivieren des Switcher definieren. Für XP gibt es ebenfalls Exposé-Clones, unter anderem das kostenlose WinExposé. (axv)

Virtual Desktop Manager helfen, Ordnung auf den Arbeitsplatz zu bringen, indem sie mehrere Desktops bereitstellen, auf denen sich Fenster etwa aufgabenbezogen sortieren lassen. Allerdings gefällt uns das Microsoft-eigene Modell aus den Powertoys nicht so gut wie der Finestra Virtual Desktops (VVDM). Die Tastenkombination Windows+Z zeigt eine bildschirmfüllende Ansicht aller virtuellen Desktops verkleinert an (bei Vista mit Live-Vorschau von Videobildern); mit der Maus schubst man Fenster von einem auf den anderen Desktop. Windows+Strg+ befördert das aktive Fenster auf den gewünschten Desktop. Alternativ ruft Windows+W ein Kontextmenü auf, über das man das Fenster einem anderen Desktop zuordnen kann, es "sticky" macht – und somit auf allen Desktops anzeigt – oder eine Thumbnail-Preview des Fensters anlegt. Solch ein kleines Fenster zeigt eine Live-Ansicht der Geschehnisse in dem Programmfenster, das man beruhigt minimieren und aus dem Weg schaffen kann. (vza)

Die normalerweise grafisch eher spröde Linux-Welt hat mit ihren Composite Desktop Managern Beryl und Compiz nicht zuletzt wegen des schnieken Cube-Effekts zum Wechseln zwischen virtuellen Desktops auf sich aufmerksam gemacht. Unter Windows kommt der leider nicht mehr weiterentwickelte Cubik Desktop dem Linux-Vorbild am nächsten. Eine Alternative dazu stellt Yod'm 3D dar. Für dessen Nachfolger Deskspace verlangt Otaku Software 20 Euro, in unserem Software-Verzeichnis finden sie im Eintrag zu Deskspace aber auch den Link zur letzten kostenlosen Version von Yod'm 3D. Noch einen Schritt weiter als Cubik Desktop und Yod'm 3D geht Shock 4Way 3D. Hier kann man den Würfel nicht nur von außen, sondern auch von innen betrachten, einen Flip3D-Effekt, einen wellenförmig animierten Würfel oder eine Rasteranordnung aktivieren. (vza)

Einen anderen Ansatz, viele Fenster im Zaum zu halten, verfolgt Shock Caption: Ein Rechtsklick auf die Titelleiste eines Fensters sorgt dafür, dass nur selbige vom Fenster übrig bleibt, ein weiterer Klick klappt das Fenster wieder auf. Drückt man zudem die Umschalt-Taste, wird das Fenster transparent, sodass der Blick auf die dahinterliegenden Programme frei wird – praktisch, wenn man etwas von einem sonst verdeckten Fenster abtippen will. Umschalt+Rechtsklick veranlasst Shock Caption, alle offenen Fenster mit Ausnahme des angeklickten auf die Titelleiste zu reduzieren und umgekehrt. (vza)

Nubs verfrachtet minimierte Fenster an den Desktoprand. Um ein Fenster zu "nubsen", schieben Sie es einfach an den Bildschirmrand, um es gleich an Ort und Stelle zu minimieren. Ein Doppelklick, und das Fenster öffnet sich wieder. Der Vorteil gegenüber dem Minimieren der Applikation besteht darin, dass Sie das genubste Programmfenster immer an derselben Stelle wiederfinden und nicht von der Willkür der Taskleiste abhängen. Auf Wunsch zeigt Nubs genubste Fenster nicht in der Taskleiste an. (vza)

Eine der nützlicheren Vista-Neuerungen ist das Suchfeld im Startmenü. Der Schnellstarter Launchy rüstet ähnlichen Komfort bei älteren Windows-Versionen nach und ist sogar deutlich performanter: Zum Suchen von Programmen, Dokumenten, Bookmarks oder Musikdateien drücken Sie Alt+Leertaste und tippen in Launchys Fenster die ersten paar Buchstaben des Namens ein. Den Treffer öffnen Sie direkt mit der Eingabetaste. Welche Verzeichnisse Launchy indexiert, lässt sich im Konfigurationsdialog vorgeben, der nach einem Rechtsklick auf das Programmfenster erscheint. (vza)

Statt Buchstabenkombinationen einzutippen, ist es noch bequemer, die Lieblingsprogramme direkt per Mausklick starten zu können – das klappt mit ObjectDock Free oder RocketDock. Welchem Sie den Vorzug geben, ist Geschmackssache: Beide orientieren sich an dem Dock von Mac OS X, zoomen bei Mausberührung das angewählte Icon bis zu einer Größe von 192 x 192 Pixel auf und beugen so selbst bei voll gepacktem Dock versehentlichen Klicks auf das falsche Programm vor. Laufende Programme zeigen beide in einer eigenen Taskleiste an. (vza)

Viele Docklet-Programmierer sind ausgesprochene Apple-Fans und versuchen möglichst viele Funktionen des Originals auf die Windows-Pendants zu übertragen, so etwa die mit Mac OS X 10.5 "Leopard" eingeführten Stapel ("stacks"). Verzeichnisse, Dokumente oder Programme lassen sich darin als Stapel im Dock platzieren. Ein Klick darauf, schon gleiten die enthaltenen Dateien heraus und schweben über dem Schreibtisch – entweder wie auf einer Schnur aufgezogen in einem leicht geschwungenen Bogen oder ordentlich in einem Raster angeordnet. Das Stack Docklet bildet diese Funktion fast pixelgenau unter Windows nach. (vza)

DeskSave rüstet eine Backup-Funktion für die Anordnung der Icons auf dem Desktop nach. Eine damit gesicherte Anordnung können Sie bei Bedarf einfach per Mausklick wiederherstellen. Auch Shock Desktop speichert die Icon-Anordnung auf dem Desktop und stellt sie wieder her, bietet aber eine witzige zusätzliche Spielerei: Das Programm kennt verschiedene geometrische Anordnungen für die Icons. Wechselt man die Ansicht, gleiten die Icons an ihre neue Position. (vza)

Für mehr Abwechslung auf dem Desktop sorgt John's Background Switcher. Er wechselt regelmäßig das Hintergrundbild aus und kann dabei nicht nur auf frei wählbare Bilder auf der Festplatte zugreifen, sondern auch auf Bilder, die sich in Online-Sammlungen etwa von Flickr oder Picasa befinden. Die Auswahl lässt sich je nach Sammlung einschränken, beispielsweise auf die Top 250 Photos der letzten sieben Tage (Flickr) oder auf Bilder, die frei wählbaren Suchbegriffen entsprechen. Die Bilder landen bei der Gelegenheit gleich auf der Festplatte. Interessant für Nutzer eines zweiten Monitors: Das Programm kann jeden Monitor mit einem eigenen Bild versorgen, wahlweise aber auch eines auf beide strecken. (axv)

Im Jahr 2006 zeigten Wissenschaftler der Universität Stanford ein YouTube-Video, in dem eine erste Version des "BumpTop 3D Desktop Prototype" zu sehen war: ein 3D-Desktop, der Programm-Icons genauso behandelt wie Dokumente auf einem echten Schreibtisch. Die bunt verstreuten Icons lassen sich drehen, verschieben, herumschubsen, aufheben und stapeln. Mit Real Desktop Light gibt es inzwischen eine vom BumpTop inspirierte Software für Windows, die zumindest kurzzeitig für viel Spaß sorgt. (vza)

Nur weil einem Vistas Aero-Look gefällt, muss man nicht gleich das geliebte XP gegen das neue Windows eintauschen. TrueTransparency (TT) zaubert mit einem Klick Fenster mit transparenten Rahmen auf den Desktop; es liefert unter anderem drei verschiedene Aero-Anmutungen mit. Filipe Locco offeriert dafür eine Vielzahl hübscher TT-Skins, die Sie lediglich in das Skins-Verzeichnis von TrueTransparency kopieren und über das Kontextmenü im Infobereich der Taskleiste auswählen müssen. Viele davon versehen die Fenster mit einem Schatten und sogar dem von Vista bekannten Glühen der Minimieren/Maximieren/Schließen-Knöpfe. TrueTransparency kümmert sich nur um Fensterrahmen, das Startmenü und das Aussehen der Shell tastet es nicht an. (vza)

Wer den Milchglaseffekt von Vista unter XP haben möchte, kommt momentan nicht um das kostenpflichtige Stardock WindowBlinds herum, das sich auch um die Anmutung des Startmenüs, von Schaltflächen, Scroll-Leisten, Menüs und sogar um die Kopieren/Verschieben/ Löschen-Animationen kümmert. Eine DirectX-9-Grafikkarte vorausgesetzt, kann WindowBlinds Hardware-Beschleunigung nutzen, sodass keine zusätzliche CPU-Last durch die Effekte entsteht. WindowBlinds-Skins liegen im hauseigenen Dateiformat .wba vor. (vza)

VistaMizer passt Ihr XP-System in einem Rutsch an das Look & Feel von Vista an. Der Installer von Manuel Hoefs erledigt alles Nötige, etwa das Modifizieren Dutzender Systembibliotheken. Obwohl Sie der Software über unzählige Startparameter mitteilen können, welche Features sie installieren darf, sollten Sie in jedem Fall einen Systemwiederherstellungspunkt anlegen lassen oder besser ein Image Ihrer Installation anlegen. Ähnliches gilt für FlyakiteOSX, das Windows XP weitgehend auf Mac-OS-Look trimmt. (vza)

Widgets sind kleine Hilfsprogramme, die genau dort zur Verfügung stehen, wo man sie braucht: auf dem Desktop. Zum Standard gehören Wetteranzeigen, Uhren, Börsenticker, Notizzettel und Taschenrechner. Die runden, halbtransparenten oder besonders winzigen Programme sind praktisch und sehen einfach gut aus. Windows Vista liefert mit der Sidebar eine Widgets-Engine mit. Dort heißen die kleinen Desktop-Helfer allerdings nicht Widgets, sondern Gadgets. Die Sidebar von Windows Vista versorgt den Nutzer mit analoger Uhr, Notizzettel, Kalender und RSS-Reader. Letzterer bezieht seine Feeds aus den Einstellungen des Internet Explorer. Die Microsoft Live Gallery erweitert das Starterpack auf Wunsch. Microsoft geht dabei gewohnt gründlich auf das Sicherheitsbedürfnis des Nutzers ein und lässt sich die Gadget-Installation unter Windows Vista mehrfach quittieren. (akr)

Die wohl beliebteste Widget-Umgebung heißt Konfabulator alias Yahoo Widgets. Die Download-Seite verzeichnet über 4800 Widgets – Tendenz steigend. Das Downloadangebot ist moderiert, man kann also davon ausgehen, dass die Widgets auch laufen. Die Yahoo Widgets weisen jedem einen eigenen Speicherbereich zu und sorgen so dafür, dass ein schlecht programmiertes JavaScript nicht die ganze Anwendung lahmlegt. (akr)

Wer Google Desktop verwendet, erhält neben der Volltextsuche auch eine Widget-Engine. Auf dem Bildschirm manifestiert sich diese in Form einer Seitenleiste, aus der sich die hier ebenfalls Gadgets genannten Dingsbumse allerdings auch lösen und frei auf dem Desktop platzieren lassen. (akr)

Die Widgets-Engine Samurize klebt allerlei Systeminformationen wie CPU-Auslastung, Systemlaufzeit und Netzwerkdurchsatz, aber auch TV-Programminformationen oder den aktuellen Wetterbericht in Form schicker Widgets auf den Desktop. Dank eines mitgelieferten Design-Moduls lassen sich leicht eigene Widgets kreieren und pixelgenau positionieren, die gewünschten Informationen des Windows-eigenen "Performance Monitor" hinterlegt man per Mausklick. Alternativ lässt man Samurize beliebige Visual-Basic- oder JavaScript-Programme ausführen. Samurize empfiehlt sich allen Nutzern, die gerne basteln, denn das Download-Angebot von www.samurize.com enthält zwar viele fertige Widgets, doch können die qualitativ nicht mit denen von Konfabulator mithalten. Das immense Potenzial von Samurize zeigen die von Nutzern gebastelten Desktop-Themes, welche die Windows-XP-Optik gründlich umkrempeln. (vza/akr)

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