Infomaniak Site Creator im Test: Schnell und einfach zur eigenen Website
Unsere Erfahrungen mit dem Infomaniak Site Creator
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So gut wie jeder Webhoster hat einen Homepage-Baukasten im Programm, inzwischen meist auch KI-gestützt. Das ist auch dringend nötig: LLMs wie GPT, Claude, Gemini oder Grok und so manche KI-Homepage-Baukästen sind nämlich inzwischen sehr gut darin, Internetseiten mit wenigen Prompts zu erstellen. Allerdings haben die KI-Baukästen oft einen dicken Nachteil: Die nachträgliche Pflege ist alles andere als angenehm, der „Designer“ versteht nämlich oft nicht, was gewollt ist. Nutzer müssen dann wieder selbst Hand anlegen.
Der Infomaniak Site Creator aus der Schweiz verbindet einen klassischen Website-Baukasten mit der hauseigenen KI Euria (Test) – verwendet diese aber nur zum Erstellen von Website-Texten. Alles andere obliegt weiter dem Nutzer. Der Site Creator ist damit also ein klassischer Homepage-Baukasten mit KI-Funktionen und kein vollständig KI-basierter Homepage-Baukasten. Ob dieser Mix in der Praxis aufgeht, wollten wir im Test herausfinden.
Site Creator: Homepage-Baukasten mit günstigen Tarifen
Zunächst ein Blick auf die Rahmendaten: Infomaniak Site Creator gibt es in drei Tarifen. Die Gratis-Version ist auf eine Seite beschränkt, bietet 5 Gigabyte Speicher und eignet sich gut für private Projekte oder zum Ausprobieren. Richtig nützlich wird Site Creator aber erst als Site Creator Lite mit 6 Seiten, 15 GB Speicher und Inklusivdomain (ab 4,64 Euro/Monat).
Site Creator ist vergleichsweise preiswert
(Bild: Screenshot)
Wer E-Commerce-Funktionen benötigt, muss zum Pro-Paket greifen: Das bietet ab 6,55 Euro/Monat neben Shop und Buchungsfunktionen auch unbegrenzt viele Seiten und 50 GB Speicher. Die Bezahltarife werden bei längerer Buchung günstiger, womit Infomaniak im Vergleich zu anderen Baukasten-Systemen relativ preiswert ist. Allerdings ist die Domain für den Lite- und Pro-Tarif nur im ersten Jahr kostenlos.
Die Angabe „Websites“ im Angebot bezieht sich übrigens nicht auf vollständige Websites inklusive Domains, sondern auf Unterseiten innerhalb einer Homepage-Baukasten-Seite. Wer mehrere Websites in Form unterschiedlicher Internetseiten mit verschiedenen Domains bauen will, muss den Tarif also mehrfach buchen.
E-Mail und Cloudspeicher dank kSuite-Account
E-Mail-Funktionen fehlen im Baukasten-Angebot. Allerdings wird bei Domain-Registrierung zwingend ein Infomaniak-Account notwendig, und der wiederum kommt immer mit der lebenslangen Gratis-Version der kSuite (Test) samt 20-GB-Mailkonto und 15 GB Cloudspeicher. Bei der Domain selbst sind zudem 10 Megabyte Speicher inklusive. Insofern ist ein gut ausgestattetes E-Mail-Konto Teil des Angebots, auch wenn Infomaniak das so derzeit nicht vermarktet.
Mit an Bord ist eine kSuite-Mailadresse
(Bild: Screenshot)
Die Erstellung der passenden Mailadresse ist leider erst nach Registrierung der Domain möglich, zudem ist der Prozess unnötig kompliziert – hier sollte Infomaniak dringend nachbessern. Anschließend steht aber eine Domain samt passendem Mailkonto für die Website zur Verfügung.
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Feste, aber ansprechende Templates – und extrem schnelle Einrichtung
Beim Anlegen der ersten Website präsentiert sich der Infomaniak Site Creator als klassischer Homepage-Baukasten. Kunden wählen zunächst aus einer Reihe von Vorlagen den Look der Seite. Es gibt eine reichhaltige Auswahl an Templates für alle Einsatzzwecke: Die sind modern, optisch ansprechend und responsiv, also automatisch auch für Smartphones geeignet. Uns gefällt, dass das Template unter Beibehaltung der Inhalte nachträglich geändert werden kann, was längst nicht bei jedem Homepage-Baukasten der Fall ist. Es gibt aber keine Möglichkeit, Unterseiten in verschiedenen Designs zu erstellen.
Site Creator bietet attraktive Templates
(Bild: Screenshot)
Nach Wahl des Templates ist die Seite auch schon aufgesetzt und kann bearbeitet werden. Schneller geht es wohl nicht. Gibt es noch keine Domain, ist die Rohfassung der Seite unter einer temporären infomaniak.site-Adresse sofort online. Optimal finden wir das nicht: Die Live-Schaltung einer Work-in-Progress-Seite sollte dem Anwender überlassen werden. Mit einem Klick lässt sich die Site aber offline nehmen und zunächst händisch fertigstellen.
Die Domain wird automatisch aufgeschaltet
(Bild: Screenshot)
Nach der Einrichtung der Website können User auch ein kleines Tutorial durchspielen. Das erklärt viele der reichlichen Funktionen des Site Creators per Tooltip. Diese Einführung können Benutzer, die diese Infos nicht benötigen, aber jederzeit abbrechen.
Das Tutorial schult neue Nutzer
(Bild: Screenshot)
Bequeme blockbasierte Bearbeitung
Die Bearbeitung der Website-Inhalte arbeitet blockbasiert, sprich: Elemente können bequem mit der Maus an die richtige Stelle geschoben werden, und das macht tatsächlich richtig Spaß. Man merkt, dass hier Schweizer Präzision am Werk war, denn anders als viele Mitbewerber strahlt der Site Creator regelrecht Ruhe aus und belästigt Nutzer nicht mit ständigen Menüs, Tooltips oder hässlichen, schlecht anfassbaren Designelementen. Alles ist klar strukturiert und jederzeit gut bedienbar.
Zahlreiche Block-Elemente warten darauf, verbaut zu werden
(Bild: Screenshot)
Das blockbasierte Layout hat noch einen weiteren Vorteil: Wird eine Funktion benötigt, kann sie einfach als vorgefertigter Inhalts-Block in die Seite integriert werden. Das ist bei vielen Homepage-Baukästen so, Infomaniak hat aber eine enorm reichhaltige Auswahl im Baukasten: Von Kopfzeilen bis zu Call-to-Action-Buttons gibt es hier im Grunde nichts, was es nicht gibt. Fehlt dennoch eine spezielle Vorlage, lassen sich mit dem Inhaltsblock-Designer per Drag & Drop eigene Blöcke erstellen. Allerdings muss auch jeder eigene Code in Quellcode-Blöcke gesetzt und so auf der Seite platziert werden.
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Benutzerfreundlicher Editor und anpassbare Inhalte
Lobenswert ist auch die Funktion des Block-Editors selbst, dieser funktioniert völlig reibungslos und jederzeit nachvollziehbar. Gut gelöst ist auch das einfache Anlegen von Unterseiten: Diese werden, sofern nicht anders gewünscht, direkt im Menü des jeweiligen Templates eingehängt. Benutzer haben mit dem Infomaniak Site Creator also ein sehr reibungsloses Bedienererlebnis.
Die Design-Funktionen enthalten sehr einsteigerfreundlich vorgefertigte Farbschemata für einen einheitlichen Look. Einzelelemente können aber bei Bedarf zusätzlich angepasst werden. Auch die Schriftartenbearbeitung ist gut gelöst: Der Site Creator bietet sogenannte Schriftarten-Paare an, die gut zueinanderpassen und auf der Seite für Abwechslung sorgen. Alternativ können Nutzer aber auch aus einer großen Schriften-Bibliothek wählen oder Einzelelementen eigene Schriftarten, Farben und Schnitte verpassen. Positiv: Sämtliche Design-Elemente, die Text enthalten, sind bereits mit Blindtext ausgestattet. Das erleichtert die Bedienung und hilft dabei, die Seite zunächst unabhängig von den Inhalten zu entwickeln und diese später anzupassen.
Website-Texte von der KI
Erst bei den Inhalten tritt auch die Künstliche Intelligenz in Erscheinung, die im Vergleich zu anderen modernen Site-Generatoren deutlich im Hintergrund bleibt. Sie hilft weder beim Design noch bei optischen Anpassungen, sondern ist ausschließlich für Textarbeit zuständig.
Dafür blendet der Site Creator im Kontextmenü von Textfeldern neben den manuellen Bearbeitungsoptionen immer auch einen blauen Punkt ein. Es handelt sich um das Symbol für die europäische KI Euria, die ausschließlich auf und mit Infomaniak-Technik arbeitet, aber dennoch recht leistungsstark ist. Bei Klick öffnet sich ein Auswahlmenü, das zunächst abfragt, was Nutzer mit dem Text-Element anstellen wollen: Eine ansprechenden Titel oder Absatz erstellen, Absätze umformulieren oder die Rechtschreibung prüfen. Vorhandener Text kann zudem übersetzt werden.
Die Euria-KI ist hilfreich, aber nur an wenigen Stellen einsetzbar
(Bild: Screenshot)
Nach Auswahl der gewünschten Funktion lässt sich die KI gegebenenfalls per Freitext-Feld noch einige Anweisungen geben und geht dann zu Werke. Moderne KI-Systeme sind darin sehr gut, weshalb auch Euria an dieser Stelle nur selten daneben liegt.
Insgesamt ist die KI hier nützlich, aber kaum hilfreicher als ein nebenher geöffnetes Fenster einer der gängigen KIs, egal ob Euria oder eine der Alternativen. Zumal Browser wie Apples Safari auf dem Mac oder Google Chrome bereits viele der von Euria angebotenen KI-Assistenzen per Rechtsklick anbieten. Gemini und Apple Intelligence können auch Textfelder ausfüllen, was diese Euria-Funktion zunächst ein wenig überflüssig wirken lässt. Der Vorteil ist aber der deutlich bessere Datenschutz und natürlich die Integration direkt in den Homepage-Baukasten.
Keine KI-Layouts, keine Bildgenerierung
Das Layout selbst kann Euria im Site Creator – anders als bei so manchem Mitbewerber – aber nicht verändern. Das kann man auch als Vorteil sehen: Der User behält dadurch jederzeit die volle Kontrolle über Optik und Elemente. Wer sich für den Aufbau der Webseite aber lieber auf KI verlassen möchte, geht leer aus.
Auch Bilder lassen sich von der Euria-KI zum Testzeitpunkt nicht erstellen. Viele andere Homepage-Baukästen bieten dieses Feature zumindest als kostenpflichtiges Extra an.
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SEO, DSGVO und Co.
In allen Tarifen sind SEO-Funktionen inklusive. Diese reduzieren sich jedoch auf das Ausfüllen von Metadaten. Regelrecht ärgerlich ist, dass Euria an dieser Stelle nicht eingebunden ist, denn hier könnte die KI tatsächlich gut helfen und lästige Arbeit ersparen.
Mit an Bord ist – standardmäßig aktiviert – auch ein leicht anpassbares Cookie-Banner, das auch gleich Datenschutzerklärung erstellt. Das Banner ist als Cookie-Blocker gehalten, Cookies werden automatisch bis zur Einwilligung zurückgehalten. Ein Dummy-Impressum wird leider nicht bereitgestellt und muss von Nutzern händisch als eigene Seite angelegt werden.
Infomaniak ist als Schweizer Unternehmen nicht an die DSGVO gebunden, sondern an das Schweizer Datenschutz-Gesetz. Laut EU-Kommission ist das Schweizer Datenschutzniveau jedoch der DSGVO angemessen. Darüber hinaus gibt Infomaniak an, sich freiwillig an alle DSGVO-Bestimmungen zu halten. Das gilt auch für die integrierte KI.
Fazit: Händischer Website-Baukasten mit KI-Redakteur
Der Infomaniak Site Creator punktet im Test als benutzerfreundlicher klassischer Homepage-Baukasten. Das blockbasierte Design-System überzeugt mit modernen Templates, die sich nachträglich wechseln lassen, und einem aufgeräumten Interface, das Nutzer nicht überfordert. Ein Plus im Hintergrund ist das kostenlose kSuite-Paket inklusive Mail-Adresse und Cloud-Speicher bei Domain-Registrierung – wenngleich der Einreichungsprozess hier unnötig kompliziert ist.
Die hauseigene KI Euria bleibt im Vergleich zur anderen KI-Baukästen im Hintergrund und agiert rein als Text- und Übersetzungs-Assistent. So behält der Nutzer zwar die volle Kontrolle über das Layout, verzichtet aber unter anderem auf Bildgenerierung oder automatische SEO-Funktionen.
Wer visuell die volle Kontrolle behalten möchte und einen aufgeräumten, preislich attraktiven Baukasten mit gutem Datenschutz sucht, macht mit Infomaniak nichts falsch. Wer eine Website vollautomatisch per KI-Prompt erstellen lassen will, findet bei Mitbewerbern passendere Tools.
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
Weiterlesen: Der eigene Web-Auftritt: Homepage-Baukästen im Vergleich
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