Testbericht: Unsere Erfahrungen mit Surfshark VPN
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Surfshark VPN im Test: Surfen auf unbegrenzt vielen Geräten

Unsere Erfahrungen mit Surfshark VPN

Der junge VPN-Provider Surfshark VPN verspricht hohe Sicherheit und verzichtet auf Verbindungslimits. Was der Dienst in der Praxis leistet, klärt unser Test.

💡 Das Wichtigste in Kürze
  • Surfshark VPN bietet mit über 3.200 Servern in mehr als 65 Ländern eine gute Standort-Auswahl.
  • Als einer von wenigen Diensten setzt Surfshark VPN kein Limit bei den gleichzeitig verbundenen Geräten.
  • Ländersperren ließen sich im Test nur teilweise umgehen – auf den britischen BBC iPlayer etwa konnten wir zugreifen, auf ausländische Netflix-Angebote jedoch nicht.
  • Eine No-Log-Richtlinie und RAM-basierte VPN-Server sollen hohen Datenschutz garantieren.
  • Preis: ab 2,42 EUR/Monat*

Das erst 2018 gestartete Surfshark VPN gehört nach wie vor zu den eher jungen kommerziellen VPN-Diensten. Dennoch will der Anbieter mit moderner VPN-Technologie, einem breit gestreuten Server-Netzwerk und cleveren Sicherheitsfunktionen überzeugen. Wie gut das gelingt, zeigt unser Praxistest von Surfshark VPN.

VPN-Server in 65 Ländern

Surfshark VPN* betreibt VPN-Server in über 65 Ländern und bietet dabei zum Testzeitpunkt über 3.200 IP-Adressen an. In der Länderliste finden sich auch Staaten mit repressiver Internetüberwachung wie etwa die Türkei oder Russland. Neben den Standard-Servern mit regelmäßig wechselnden IP-Adressen bietet Surfshark auch eine Reihe von Servern mit statischer IP-Adresse an. Da diese aber ebenfalls mit anderen Nutzern geteilt werden, ist der Mehrwert vergleichsweise gering, da ein mögliches Fehlverhalten der Mitnutzer auf Webseiten leicht zu einer Sperre führen kann. Dedizierte IPs für Einzel-Nutzer gehören aktuell nicht zum Portfolio.

Surfshark Standorte
Mit insgesamt 3200 Servern in 65 Ländern bietet Surfshark eine ordentliche Standort-Auswahl. (Bild: Screenshot)

Interessanter sind da die so genannten Multihop-Server, bei der Traffic über zwei anstelle von einem VPN-Server geroutet wird. Das geht zwar zulasten der Downloadgeschwindigkeit, gestaltet die Rückverfolgung der Benutzer aber noch schwieriger.

Spezielle Server für die Nutzung des Onion-Netzwerks betreibt Surfshark nicht. Der Aufruf etwa von Darknet-Webseiten via Onion-Links ist bei aktiver VPN-Verbindung aber natürlich weiterhin über den TOR-Browser oder Alternativen wie dem Brave Browser möglich.


Protokolle, Sicherheit und Datenschutz

Technisch zeigt sich Surfshark VPN auf der Höhe der Zeit. Alle relevanten VPN-Protokolle, darunter auch die modernen Open-Source-Lösungen Wireshark und OpenVPN, stehen zur Verfügung und können in den App-Einstellungen ausgewählt werden. Die Daten werden via sicherer AES-256-GCM-Verschlüsselung zwischen Client und VPN-Server übertragen. Leak-Tests wie DNSLeak.com oder den WebRTC-Test von browserleaks.com weisen keine Schwachstellen auf.

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Wie die meisten VPN-Provider verspricht Surfshark, keinerlei Protokolle über das Surfverhalten der Nutzer zu führen. Die No-Log-Policy soll zudem durch den Einsatz von RAM-basierten VPN-Servern unterstrichen werden, die beim Ausschalten – also auch bei einer möglichen Konfiszierung – keinerlei Daten im Speicher halten. Informationen wie die IP-Adresse der Nutzer, die Dauer der VPN-Verbindung oder die übertragenen Datenmengen zeichnet Surfshark den eigenen Angaben nach ohnehin nicht auf.

Sicher surfen: DNS- und WebRTC-Leaks treten mit Surfshark nicht auf. (Bild: Screenshot / dnsleaktest.com )

Eigentlich macht Surfshark VPN also eine Menge richtig. Allerdings sorgte der Dienst im Herbst 2021 für eine aus Nutzersicht unangenehme Überraschung, als das Unternehmen seinen Firmensitz von den britischen Jungferninseln in die Niederlande verlegte. Während die Karibikinseln als überaus Datenschutz-freundlich im Hinblick auf die Speicherung von Benutzerdaten oder Regierungsanfragen gelten, unterliegen die Niederlande dem strengen Nine-Eyes-Abkommen. Zumindest in der Theorie könnte der Anbieter also durch Regierungsanfragen dazu gezwungen werden, Benutzerdaten herauszugeben. Im Februar 2022 erfolgte zudem eine Fusion mit NordSec, der Mutterfirma des in Panama sitzenden NordVPN (Test). Surfshark wird nach eigenen Angaben aber eigenständig weitergeführt – und betont, dass das Unternehmen eine strikte No-Logging-Linie fährt, die keine Benutzerdatenspeicherung zulässt.

Dennoch hinterlässt der nur vage im firmeneigenen Blog begründete Standortwechsel zumindest einen faden Beigeschmack im Hinblick auf die Sicherheitsversprechen des Providers. Immerhin: Laut Warrant Canary von Surfshark kam es bislang zu keiner Aufforderung, Benutzerdaten oder andere Protokolle an Regierungsbehörden herauszugeben (Stand: Januar 2022).


Netflix & Co: Eignet sich Surfshark VPN für das Streaming?

Wie viele VPN-Dienste verspricht auch Surfshark VPN den Zugriff auf regional gesperrte Online-Inhalte. Die Idee dahinter: Durch die Verbindung mit einem VPN-Server in einem anderen Land identifizieren sich die Besucher gegenüber eine Webseite als "lokale" Nutzer und können entsprechende Inhalte aufrufen. In der Theorie lassen sich dadurch etwa die teils deutlich unterschiedlichen Angebote internationaler Streaming-Dienste abrufen, die in Deutschland sonst nicht verfügbar sind. Allerdings wehren sich viele Content-Anbieter durch Sperren von VPN-Servern gegen dieses Vorgehen.

Der BBC iPlayer lässt sich eigentlich nicht aus Deutschland nutzen. Mit Surfshark ließ sich im Test die Ländersperre umgehen. Bei Netflix hatten wir weniger Glück. (Bild: Screenshot)

In der Praxis konnte Surfshark beim Umgehen von Geoblocking-Maßnahmen nur teilweise überzeugen. So konnten wir während des Testzeitraums Ende 2021 und Anfang 2022 mit Surfshark das deutsche Netflix-Sortiment ohne Probleme abrufen; in der Vergangenheit schaffte es der Dienst aber, die internationalen Bibliotheken des Streaming-Riesen wiederzugeben. Immerhin verweigerte Netflix trotz aktiver VPN-Verbindung nicht gänzlich den Dienst. Beim BBC iPlayer, der auf britische Territorien begrenzt ist, erschien hingegen keine Fehlermeldung mehr, wenn wir uns aus Deutschland über einen englischen Server anmelden wollten. Spezielle Streaming-Server, wie sie einige andere Dienste in unserem VPN-Anbieter-Vergleich anbieten, stellt Surfshark nicht zur Auswahl.

Hinweis: Die Nutzung von VPN-Diensten zur Umgehung von Content-Sperren verstößt in der Regel gegen die Benutzervereinbarungen der Content-Anbieter und kann zur Account-Sperre führen.

Surfshark VPN im Speedtest

An der generellen Performance von Surfshark VPN konnten wir in unserem Test nicht viel aussetzen. Bei der Verbindung mit dem laut App schnellsten Server im Frankfurter Rechenzentrum schwankte die Download-Geschwindigkeit unserer 500-Mbit-Leitung je nach Tageszeit zwischen 350 und 430 Mbit/s.

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Eine Verbindung nach England resultierte in Downloadraten um 240 Mbit/s während die VPN-Server an der Ostküste der USA immer noch ordentliche 30 bis 60 Mbit/s erreichten. In der Praxis sind schnelle Downloads oder Streaming von 4K-Inhalten über YouTube und Co. via Surfshark kein Problem.


Apps für Desktop, Mobile und TV

Wenig zu meckern gibt es bei der Verfügbarkeit und Qualität der Surfshark-Apps. Der Anbieter stellt entsprechende Lösungen für Windows, macOS, Android, iOS und Amazon Fire TV zur Verfügung. Sie arbeiten durch die Bank stabil, bieten sinnvolle Funktionen wie einen Kill-Switch, der die Internetverbindung bei einem VPN-Ausfall deaktiviert, und sind übersichtlich designt. Linux-Nutzer müssen bei der VPN-Nutzung auf eine grafischen Benutzeroberfläche verzichten. Wie viele seiner Mitbewerber stellt Surfshark lediglich einen Kommandozeilen-Client zur Verfügung, mit dem Verbindungen über das Terminal hergestellt werden können.

Windows- und Android-Clients überzeugen

Funktional gibt es auch bei den grafischen Surfshark-Clients Unterschiede. So bietet der Surfshark-Client für Windows eine hilfreiche Whitelist-Funktion. Sie erlaubt es, einzelne Webseiten oder Programme von der VPN-Nutzung auszunehmen, um mögliche Verbindungsprobleme etwa beim Banking oder Online-Gaming zu umgehen. In unserem Test funktionierte dies problemlos. Auf dem Mac fehlte der Whitelister leider zum Testzeitpunkt.

Auch bei den Mobilversionen sind Apple-Geräte technisch etwas im Nachteil. Die Android-App von Surfshark erlaubt es beispielsweise, via GPS-Spoofing falsche Standortdaten zu senden, um die Überwachung des Standorts durch Webseiten und Apps zu erschweren. Auf dem iPhone bzw. iPad fehlt die Funktion, da Apple sie unter iOS nicht zulässt. Auch die Möglichkeit, bestimmte Apps von der VPN-Nutzung auszuschließen, ist Android-Nutzern vorbehalten.

Die hier abgebildete iPad-App bietet weniger Funktionen als das Android-Pendant. (Bild: Screenshot)

Systemübergreifend bietet Surfshark mit der "Clean Web"-Funktion die Option, Online-Werbung und unsichere Webseiten pauschal zu blockieren. In unseren Tests funktionierte das insgesamt gut, gelegentlich kam es jedoch zu Darstellungsfehlern auf Webseiten.

Neben vollwertigen VPN-Clients können Desktop-Nutzer auch auf Browser-Erweiterungen zurückgreifen, die für Chrome-basierte Browser und Mozilla Firefox verfügbar sind. Sie leiten die Browseranfragen über den gewählten VPN-Server, bieten aber nicht alle Funktionen der Client-Lösungen.


Preise, Testzeitraum & Geld-zurück-Garantie

Ohne Sonderangebote und bei monatlicher Zahlung ist die Nutzung von Surfshark VPN mit knapp 14 Euro (inkl. MwSt.) relativ teuer. Wie bei praktisch allen Abo-Diensten fällt der Preis bei längeren Abos oder im Rahmen von Angebotsaktionen jedoch teils drastisch. Wer sich für zwei Jahre an Surfshark bindet, zahlt mit dem aktuell gültigen Rabatt umgerechnet nur noch 2,42 Euro im Monat. Unabhängig der Laufzeit gilt, dass Surfshark kein Limit für die parallel verwendeten Geräte und Verbindungen setzt - nach wie vor eine Seltenheit im VPN-Markt.

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Für alle Abos gewährt Surfshark eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie. Ein automatisch endendes Probeabo gibt es hingegen nicht. Über die Mobil-Apps für Android und iOS kann der Service zwar sieben Tage kostenlos getestet werden, was aber nur greift, wenn man sich vorher für das Jahresabo entscheidet. Wird die Kündigung vergessen, ist der Jahresbetrag fällig.

Zahlungsarten & Kaufoptionen

Als Zahlungsmethoden akzeptiert Surfshark unter anderem PayPal, Kreditkarten sowie eine Reihe von Krypto-Währungen. Lastschrift oder auch anonyme Barzahlungen stehen nicht zur Verfügung.

Neben dem VPN-Abo bietet Surfshark unter dem Namen Surfshark One (Test) noch einige Sonderfunktionen gegen Aufpreis an, etwa eine Werbe- und Tracker-freie Websuche, eine Antivirus-Programm oder die Überwachung auf mögliche Datenlecks von besuchten Webseiten.

Surfshark VPN: Test-Fazit


Surfshark VPN hinterlässt im Test einen insgesamt ordentlichen Eindruck. Die unbegrenzte Anzahl an gleichzeitigen VPN-Verbindungen ist für Menschen, die viele Geräte parallel absichern möchten, ein großer Vorteil. Die Apps für Desktop- und Mobilsysteme arbeiten zuverlässig, die Länder- und Serverauswahl ist groß und die Performance ermöglicht das Streamen von 4K-Inhalten ohne Ruckler.

Dem gegenüber steht der bei kurzen Laufzeiten hohe Preis, ein uneinheitliches Feature-Set der VPN-Clients und die nur bedingte Tauglichkeit zur Umgehung von IP-Sperren von Streamingdiensten. Diese Probleme teilt Surfshark jedoch mit vielen seiner Mitbewerber.

Trotz kleinerer Schnitzer ist Surfshark VPN* empfehlenswert. Das gilt vor allem, wenn man viele Geräte parallel per VPN mit dem Internet verbinden möchte und zu einer längeren Vertragsbindung bereit ist.


Factsheet
Surfshark auf einen Blick
Datenstand: 20.01.22
Sitz: Niederlande
Systeme: Gut
Win
Mac
Linux
Android
iOS
Browser
Router (✓)
Smart-TVs (✓)
Konsolen (✓)
Sonstige --
Geräte:
Protokolle: Sehr gut
OpenVPN
IKEv2
Wireguard
Eigenes x
Servernetz: Gut
Serverzahl 3200
Länder 65
Standorte k.A.
Performance: Gut
Speed DE-Server 350~430 Mbit
Speed US-Server 30~60 Mbit
Verbindungsaufbau sehr gut
Stabilität gut
Barrierefreiheit gut
Client / Usability: gut
Features: Sehr gut
Streaming
P2P / Filesharing
Split-Tunneling
Sicherheit & Datenschutz: Sehr gut
Verschlüsselung AES-256
Multihop
DNS-Protection
WebRTC-Protection
Not-Aus
Audit
No-Log-Richtlinie:
RAM-Server
Anonyme Registrierung: nein
Anonyme Zahlung: nein
Kreditkarte
Paypal
Crypto
Sonstige
Barzahlung x
Preis: ab 2,42 €/Monat
Geld zurück: 30 Tage
Lokalisierung: (✓)
Client
Support x
Website
Besonderheiten: Kein Gerätelimit
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Ab 2,42 €/Monat

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Redaktion & Aktualisierung: heise Download-Team

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