Bei der Java-Entwicklungsumgebung BlueJ steht die interaktive Arbeit mit Objekten im Mittelpunkt. Statt unübersichtlicher Profi-Funktionen bietet sie breiten Raum zum Experimentieren.
Schon auf den ersten Blick präsentiert sich BlueJ anders als andere IDEs: Zentrales Element ist nicht der Code-Editor, sondern eine grafische, UML-ähnliche Darstellung der am Projekt beteiligten Klassen. Der Editor öffnet sich erst nach einem Doppelklick auf eine Klasse. Schlüsselwörter, Kommentare und so weiter hebt er farbig hervor, seit der gerade erschienenen Version 3.0 beherrscht er zusätzlich „Scope Highlighting“: Mit Pastellfarben hinterlegte Code-Blöcke zeigen auf den ersten Blick, wie weit etwa die Definition einer Funktion oder einer for-Schleife geht. Mit der Tastenkombination Strg+Leertaste kann man eine Schlüsselwort-Vervollständigung anfordern. Die zentrale UML-Ansicht lädt zum Experimentieren ein: Per Rechtsklick auf eine Klasse erzeugt BlueJ eine Instanz derselben und platziert sie in der Object Bench. Über ihr Kontextmenü lassen sich nun einzelne Methoden aufrufen, wobei im Quelltext gesetzte Breakpoints einen sinnvoll ausgestatteten Debugger auf den Plan rufen.
Ein weiteres Experimentierfeld ist das „Code Pad“: quasi ein Java-Direktfenster, in das man Statements eintippen kann und das die Ergebnisse direkt als Text anzeigt. Zumindest Einsteiger dürften eine Weile brauchen, bis ihre Projekte aus BlueJ herauswachsen – zumal die gesamte Java-SE-Klassenbibliothek zur Verfügung steht. Dabei unterstützt BlueJ sogar die Arbeit in Teams sowie testgetriebene Entwicklung. (hos)