Die Fairlight-App des gleichnamigen australischen Herstellers überträgt das originale Computer Music Instrument (CMI) von 1979 – den weltweit ersten Sampler in Serienproduktion – aufs iPad. Musikhistoriker können hier auf die legendäre "Page R" blättern, mit dem damals innovativen achtspurigen Realtime-Sequencer. Jeder Spur lässt sich ein Samplersound zuordnen, mit dem dann monophone Melodien per Tastatur eingespielt werden können. Alternativ lässt sich auf der Instrument-Ebene ein einzelner Sound auch achtstimmig spielen.
Die App simuliert das CMI höchst authentisch – inklusive emulierter Ladezeiten, Laufgeräuschen und Lesefehlern der Floppy Disk, die sich erfreulicherweise auch abstellen lassen. Hat man sich erst einmal an die reichlich archaisch anmutende Oberfläche gewöhnt, ist man ernsthaft erstaunt, wie gut und effizient das immerhin über 30 Jahre alte Konzept auch heute noch funktioniert. Zumal oder gerade weil inzwischen der Finger die Funktion des Lightpens übernimmt.
Der App Store hält zwei Versionen bereit, empfehlenswert ist lediglich die Version für 40 Euro. Nur sie enthält den kompletten Soundvorrat des Fairlight CMI IIX aus den 80er-Jahren (über 500 Instrumente), erlaubt das Erstellen eigener Samples und das Aufnehmen von Patterns und Songs in besagter „Page R“. Wer nun 40 Euro für eine App reichlich happig findet, sollte sich vergegenwärtigen, dass die aktuelle Hardware-Reinkarnation des CMI mit umgerechnet 16 000 Euro zu Buche schlägt. (Kai Schwirzke/hag)