Das Mac-Grafikprogramm iDraw zeichnet Vektoren und importiert SVG-Grafiken – mit kleinen Aussetzern.
Im Windschatten der gleichnamigen iPad-App (c't 18/2011, S. 146) hat der Hersteller Indeeo seinen Vektorzeichner iDraw für Mac OS X nach rund zehn Jahren wiederbelebt. Die komplett umgestaltete Bedienoberfläche des Zeichenprogramms entspricht jetzt weitgehend der Tablet-Version. Es gibt lediglich zusätzliche Werkzeugsymbole für Verschieben und Zoomen der Zeichnung sowie für das Konvertieren von Pfadknoten, was man auf dem iPad mit Multitouchgesten erledigt. Ganz Tablet-like – aber auf dem Desktop störend – fehlen iDraw Tooltipps und ein Kontextmenü.
Mitgelieferte Symbolbibliotheken enthalten Piktogramme, Elemente für iPhone-GUIs und Wohnungseinrichtungen. Die Anwendung bietet die üblichen Vektorwerkzeuge – sie zeichnet Polygone und Bézierkurven, bindet Digitalfotos ein, arbeitet mit Transparenz und Schatten, setzt Text und kombiniert Flächen über boolesche Operationen. Ein paar Lücken gibt es: So kann man etwa beim Zeichnen mit einem Grafiktablett die Strichstärke nicht über Druck mit dem Stift beeinflussen.
Grafiken im proprietären Dateiformat von iDraw lassen sich zwischen Desktopzeichner und App austauschen. Zudem importiert iDraw SVG-Grafiken, deren Pfade sich anschließend bearbeiten lassen. Im Test scheiterte der Importfilter allerdings an Kreisen auf einer Zeichnung aus Inkscape – wo Kreise sein sollten, war lediglich eine Linie in Länge des Durchmessers zu sehen. Für den Export stehen neben SVG auch PDF und Pixelbildformate zur Wahl.
iDraw bietet eine ordentliche Auswahl an Vektorwerkzeugen. Mit rund 18 Euro stellt es zudem einen neuen Tiefpreisrekord unter den günstigen Mac-Zeichenprogrammen auf. (pek)