Fehler in neuzeitlicher Automobileletronik lassen sich kaum mehr mit Prüflampe und Zündwinkelmesser aufspüren. Ein Analysator für die gesetzlich vorgeschriebene OBD2-Schnittstelle hilft – meistens.
Wenn die gelbe Warnleuchte im Armaturenbrett einen Werkstattbesuch anmahnt, der Motor ruckelt oder der TÜV-Ingenieur beim Abgastest noch ernster als sonst dreinschaut, wüsste jeder Autofahrer gern, was mit seinem vierrädrigen Liebling nicht stimmt. Der OBD2-Analysator ElmCan/Scanmaster soll die Diagnose auch außerhalb der teuren Werkstatt ermöglichen: Das System besteht aus einem Interface nebst speziellem Stecker für die OBD2-Buchse im Fahrzeug und einer Analyse-Software für Windows-PC oder (sinnvoller) Notebook. Das Programm dekodiert über 12 000 Fehlermeldungen von 30 Fahrzeugherstellern in Klartext, liefert eine Echtzeitanzeige vieler Motor- und Sensordaten und kann Fehlercodes oder Service-Warnmeldungen löschen. Durch die Aufzeichnungsmöglichkeit während der Fahrt kann der Fachmann auch sporadische Fehler analysieren.
Der hartnäckigen Airbag-Warnmeldung in einem neueren Volvo beispielsweise konnte das Gerät jedoch nicht auf die Spur kommen: Der OBD2-Standard umfasst längst nicht alle Sensoren und Aktoren, die in einem Fahrzeug verbaut sind. Um deren Daten auszulesen, sind dann doch professionelle Werkstatt-Tester nötig, die beispielsweise den CAN-Bus im Fahrzeug direkt ansprechen können oder die proprietären Protokolle des jeweiligen Fahrzeugherstellers sprechen. So sind also – von Ausnahmen abgesehen – meist nur die Motorsteuergeräte (ECMs) über das Interface zugänglich. (cm)