26.06.2008
Gutes von Google
Themen-Special: Dienste und Anwendungen über die Suchmaschine hinaus
Google bietet längst mehr als die bekannte Web-Suche, einen interaktiven Globus, Mail-Accounts und Kalender. Die Palette reicht mittlerweile bis hin zu Büroanwendungen, die Herstellern konventioneller Software immer mehr zu schaffen machen – zumal sich die Daten von überall nutzen lassen. Auf der Google-Seite sind die Highlights jedoch nur schwer zu finden. Dieses Themen-Special stellt sie vor.
Wer sich einen Account zulegt und permanent einloggt, wird beim Aufruf der Suchseite automatisch auf iGoogle umgeleitet – eine personalisierte Startseite mit kleinen Anwendungen wie Kalender, Wetterbericht und Nachrichtenüberblick, die man weitgehend anpassen kann. Doch Googles Angebot geht weit darüber hinaus.
Datenschützer kritisieren, dass Google mit dem wachsenden Angebot immer mehr persönliche Daten, aber auch sensible Informationen von Unternehmen auf seinen Servern sammelt – und womöglich auch auswertet. Allzu sorglos sollte man seine Daten aber ohnehin keinem Webdienst anvertrauen.
Schneller surfen
Seinen ersten Webbrowser Chrome hat Google Anfang September für Windows als Beta-Version zum Download bereitgestellt. Durch eine effizientere Speicherverwaltung läuft der Browser schneller als die der Konkurrenz. Bei etlichen Details der Bedienoberfläche hat sich Google von Opera inspirieren lassen, etwa bei der Startseite. Statt eine leere Seite darzustellen, wenn der Benutzer einen neuen Tab öffnet, kann Chrome wie Opera bis zu neun Seiten für den Schnellzugriff anbieten. Darüber hinaus präsentiert die Startseite eine Auswahl von Suchmaschinen, die zuletzt angelegten Bookmarks und die zuletzt geschlossenen Tabs.
Site-spezifische Bedienelemente wie die Vor- und Zurückknöpfe zeigt der Google-Browser im jeweiligen Tab an, die man von einem Browserfenster in ein anderes ziehen kann. Die Adressleiste, die in Chrome Omnibox heißt, hilft dem Benutzer, durch automatische Vervollständigung während der Eingabe bereits besuchte Seiten wiederzufinden. Außerdem macht sie Vorschläge für Suchbegriffe und für Sites, die der Nutzer zwar noch nicht besucht hat, die aber generell beliebt sind. Dazu überträgt sie die Eingaben des Nutzers an einen Google-Server. Anwender, die keine Spuren im Browser hinterlassen wollen, können in einem privaten Modus surfen. Chrome speichert dann weder die besuchten Sites oder Cookies noch andere Daten im Browser. Während ein Popup-Blocker unerwünschte Werbefenster unterdrückt, sollen permanent aktualisierte Filter Chrome gegen Malware und Phisher immunisieren. Sandboxing soll für zusätzliche Sicherheit sorgen: Jeder Browser-Tab läuft in einer einzelnen Sandbox ab, der Benutzer kann festlegen, welche Rechte welche Website für den Zugriff auf Browser-Ressourcen erhält. Allerdings warnen Datenschützer vor dem Einsatz Chrome und werfen dem Unternehmen vor, das Programm zum Navigieren im Internet sammle Daten, die eine Identifizierung erlaubten und im Zusammenhang mit weiteren erhobenen Informationen ein Profil des Nutzers ergäben. (jo)
Überall-PIM
Google Mail gehört zu den klassischen Online-Anwendungen und bietet mit rund 6,5 Gigabyte nahezu unbegrenzten Speicherplatz an, sodass Anwender ihre Mails wohl nur noch selten löschen müssen. Insbesondere mit dem Internet Explorer gestaltet sich der Zugriff per Web-Oberfläche fast so bequem wie mit einem E-Mail-Client. Allerdings muss man dafür Cookies und JavaScript aktivieren. Google Mail verrichtet aber auch mit Firefox und Opera seinen Dienst – wenn auch nicht ganz so komfortabel wie mit dem Microsoft-Browser. Volltextsuche, Filter, benutzerdefinierbare Labels und beliebig viele Ordner vereinfachen die Organisation der E-Mails, ein Spam-Filter sortiert Werbemüll aus. Mit einem speziellen Java-Client kann man auch vom Handy aus bequem auf die elektronische Post zugreifen, was zwar auch über den Webbrowser funktioniert, aber viel umständlicher zu bedienen ist. Darüber hinaus zeigt er auch Attachments diverser Formate an, darunter neben Bildern auch PDF- und Microsoft-Office-Dokumente. (jo)
