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Gratis Virenschutz für Windows, Mac und Linux

Kostenloser Schutz vor Gefahren aus dem Internet

Viren, Trojaner und Spyware sind eine ernstzunehmende Gefahr für jeden Rechner – besonders dann, wenn er am Internet hängt und unter Windows läuft. Doch auch Mac- und Linux-Rechner sind vermehrt digitalen Schädlingen ausgesetzt. Das Gute: ein Basis-Schutz gegen diese Bedrohungen ist kostenlos zu haben, wenn man einige Freeware-Tools kombiniert.

Nicht erst durch das Internet ist Schadsoftware eine Bedrohung für Computer-Nutzer. Musste die Malware in früheren Zeiten noch umständlich über Datenträger wie Disketten verteilt werden, ist es mit dem Internet wesentlich leichter geworden, Viren, Würmer, Trojaner und Rootkits zu verbreiten. Mehr noch: es hat sich ein richtiger Markt entwickelt, auf dem Schadsoftware-Hersteller nicht nur Malware anbieten, sondern auch ganze Infrastrukturen aufbauen, um diese etwa über eigene Bot-Netze zu verbreiten. Ein Schutz gegen die Übeltäter sollte daher auf keinem Rechner fehlen.

Besonders Windows-Nutzer sind von Schadsoftware betroffen. Das liegt unter anderem an der großen Verbreitung des Betriebssystems – da man mit Windows-Viren mehr potenzielle Opfer erreicht als mit Mac- oder Linux-Schädlingen, sind Windows-Nutzer für Internet-Kriminelle besonders interessant. Weitere Gründe liegen in der Geschichte von Windows, das als Betriebssystem für Einzelnutzer auf den Markt kam und erst im Laufe der Zeit um Sicherheits-Funktionen für mehrere Nutzer ergänzt wurde. Somit ist ein aktuelles Windows 8.1 wesentlich sicherer, als das noch immer beliebte Windows XP. Letzteres entspricht dem Stand vom Anfang dieses Jahrtausends und wird seit April 2014 nicht mehr monatlich von Microsoft geflickt.

Einige der Sicherheitslücken von Windows sind nicht mehr als simple Design-Entscheidungen, die sich leicht für zwielichte Zwecke ausnutzen lassen. So blendet das Microsoft-Betriebssystem bekannte Dateiendung normalerweise aus, wodurch zum Beispiel eine ausführbare Datei namens Sitzungsprotokoll.pdf.exe als vermeintliches Dokument mit dem Namen Sitzungsprotokoll.pdf angezeigt wird. Glücklicherweise lässt sich diese Standardeinstellung in den Ordner- und Suchoptionen des Explorers ändern, indem man den Haken vor "Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden" entfernt.

Doch auch die lange als vermeintlich sicher eingestuften Betriebssysteme Mac OS X und Linux haben Lücken, die ein Einfallstor für Schadsoftware sein können. Immerhin geben beide Systeme dem Standardnutzer keine Administrator-Rechte, die für Änderungen am System nötig sind. Windows hat das erst über die Benutzerkontensteuerung ab Windows Vista verbessert. Zuvor waren dessen Nutzer oft als Administratoren angemeldet und gaben gestarteten Dateien das Recht, das System zu verändern und potenziell zu schädigen.

Viren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich im Rechnersystem verbreiten und nicht infizierte Dateien so anpassen, dass ihr Code bei Dateistart mit ausgeführt wird. Würmer warten im Vergleich zu Viren nicht darauf, dass sie vom Nutzer ausgeführt werden, sondern hängen sich zum Beispiel in Netzwerkdienste oder die Autorun-Funktion von Windows, um sich zu verbreiten. Rootkits stellen eine Sammlung von Programmen dar, die nach dem erfolgreichen Eindringen in ein System den unerlaubten Zugriff verbergen sollen. Sie agieren mit Administrator-Rechten und haben dadurch alle nötigen Befugnisse, das System zu kontrollieren. Somit können Rootkits auch gegen Antivirensoftware vorgehen, um unerkannt zu bleiben.

Trojanische Pferde oder kurz Trojaner täuschen Anwender über ihre eigentliche Absicht. Diese Programme bieten nützliche Funktionen, um interessant für Nutzer zu sein. Insgeheim installieren Trojaner zum Beispiel Spyware, die etwa als Keylogger Tastatureingaben aufzeichnet oder auf anderen Wegen Nutzer ausspäht. Außerdem können Trojaner Software installieren, mit der ein Fernzugriff via Internet möglich ist. Die vom Trojaner installierten Programme sind unabhängig, sodass es nicht reicht, einfach den Trojaner zu deinstallieren. Unbeliebt, aber nicht unbedingt gefährlich ist Adware. Software-Hersteller legen sie ihren Programmen bei, weil sie dafür Geld erhalten.

Bevor man dem eigenen Rechner eine klassische Virenschutzlösung spendiert, die in erster Linie präventiv wirkt, sollte man also zumindest auf Windows-Systemen eine Grundreinigung durchführen. Die ist auch bei brandneuen Rechnern sinnvoll, um die teils zahlreichen, unerwünschten Dreingabe zu entfernen, die häufig vorinstalliert sind und keinen echten Nutzen haben. Installiert man einen Virenschutz auf einem bereits geschädigten System, so lässt sich der Schutz nämlich recht leicht aushebeln. Für eine solche Erst-Desinfektion eignet sich zum Beispiel Desinfec't, das ein sauberes System von DVD bootet und den Rechner dann mit einer ganzen Armada von Tools prüft und säubert. Alternativ startet man kostenlose Removal-Tools wie AdwCleaner, CCleaner und SpyBot Search & Destroy, um den Rechner aufzuräumen. Mit diesem Software-Gespann entfernt man nicht nur echte Schädlinge, sondern nervige Adware gleich mit.

Produkte wie Avira Free Antivirus oder Microsoft Security Essentials (MSE) wollen Malware finden und unschädlich machen, bevor sie das System angreift. Einige Hersteller von Antiviren-Software bieten kostenlose Varianten ihrer kostenpflichtigen Produkte an, wobei deren Einsatz teils auf private, nicht-kommerziell genutzte Computer beschränkt ist. Wir haben in der Bildergalerie einige kostenlose Antivirus-Programme für mehr Sicherheit zusammengefasst. Einen ausreichenden Basis-Schutz gegen Bedrohungen bieten sie alle, wobei wechselnd mal die eine und mal die andere Antiviren-Software bessere Erkennungsraten aufweist. Der Einsatz mehrerer Scanner ist nicht nötig; es reicht, eine der vorgestellten Lösungen auf dem Rechner zu installieren – mit Ausnahme von Malwarebytes Anti-Malware. Das sollte man in der kostenlosen Version nur in Verbindung mit einem anderen Scanner nutzen, da dort der wichtige Echtzeit-Schutz fehlt.

Die übrigen Antiviren-Programme haben zwar einen Echtzeit-Scanner an Bord, der ständig im Hintergrund läuft und Dateien beim Zugriff prüft, für mehr Sicherheit sollte man aber auch regelmäßig Vollscans durchführen. Denn um die Systembelastung gering zu halten, werden manche Dateien wie Archive nur zum Teil oder gar nicht in Echtzeit gescannt. Deswegen sind zusätzliche Suchläufe nötig. Diese sollte man dann durchführen, wenn der Rechner gerade nicht gebraucht wird, da sie das System in der Regel deutlich verlangsamen. Manche Antiviren-Lösungen bieten dafür einen Timer, mit dem sich im Voraus planen lässt, wann ein solcher Scan erfolgen soll. Bei einem Fund muss der Nutzer entscheiden, ob die befallenen Dateien gereinigt, gelöscht oder in Quarantäne geschoben werden. Letzteres bietet sich an, um verdächtige Dateien später mit aktualisierten Viren-Datenbanken erneut zu prüfen. Denn sonst könnten saubere Dateien bei Fehlalarmen gelöscht werden.

Eine hundertprozentige Sicherheit vor Viren, Würmern, Trojanern, Spyware, Adware und anderen Bedrohungen gibt es leider nicht, da Sicherheits-Software dem steten Strom an neuen Schädlingen immer etwas hinterher läuft. Deswegen ist Aufmerksamkeit und Misstrauen auch bei einem installierten Virenscanner angesagt. Software sollte man nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen und im Internet in Foren und Kommentaren nach Erfahrungen anderer Nutzer suchen. Schadsoftware kann sich auch in E-Mail-Anhängen befinden. Deswegen ist Wachsamkeit angesagt, wenn E-Mails von unbekannten Personen eintreffen. Auch E-Mails von Freunden sollte man nicht unüberlegt vertrauen, denn die Absender-E-Mail-Adresse könnte gefälscht sein und das angehängte PDF eine Schadprogramm.

Leider kommen Fehlalarme bei Antivirus-Software vor. Auch wenn sicher ist, dass eine Datei etwas Verdächtiges enthält, sollte man erst nachsehen, um was für eine Bedrohung es sich handelt. Denn Adware, Laufzeitpacker und sogenannte heuristische – sprich: vermutete – Befunde bedeuten nicht unbedingt eine Gefahr für die Computer-Sicherheit. Wer sich ein umfassendes Bild zu einer bestimmten Datei machen möchte, der kann die verdächtige Datei ergänzend mit anderen Antivirenprogrammen prüfen. Das ist zum Beispiel mit VirusTotal möglicht, wo sich eigene Dateien hochladen lassen. Schlagen mehrere Scanner an, dann ist ein tatsächlicher Befall wahrscheinlich. Von einem Fehlalarm kann man ausgehen, wenn nur ein oder zwei Scanner eine Virenmeldung geben, der noch dazu heuristisch ist. Auch der bei unseren Downloads eingesetzte Dienst AV-Test.org nutzt eine Vielzahl an Antiviren-Programmen für seine Prüfungen, um bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Auch Antiviren-Software kann keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Aber sie ist angesichts der potenziellen Bedrohung vor allem auf Windows-Rechnern mit Internet-Anschluss unerlässlich. Auch unter Mac OS X und Linux surft und arbeitet man mit einem Virenschutz sicherer – selbst, wenn es nur darum geht, befallene Dateien nicht zu verbreiten.

Viel Erfolg beim Rechner-Schutz! (Matthias Grote / tta)

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