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Kostenlose Videoschnittprogramme für Windows, Mac und Linux im Vergleich

Gratis-Software zum Schnitt von Videos für YouTube, DVD & Co.

Videoschnitt auf Profi-Level erfordert mittlerweile keine großen Investitionen mehr. Ich habe mir die beste Freeware zum Schneiden und Bearbeiten von Videos angesehen und für euch verglichen.

Videoschnitt ist eine Kunst für sich. Nicht umsonst ist der Beruf des "Cutter" eine prestigeträchtige - wenn auch meist unterschätzte - Tätigkeit in Hollywood und der Filmproduktion generell. Schnippelte und klebte man dabei vor einigen Jahren noch analog an tatsächlichen Filmrollen, hat auch diese Aufgabe in den 80er- und 90er-Jahren den Sprung ins Digitale und Virtuelle vollzogen. Die entsprechende Software und zugehörige Hardware ist und war hoch spezialisiert und aufwendig gemacht - schließlich mussten die diversen manuellen Tätigkeiten nun zentralisiert in einem Programm möglich gemacht werden. All das resultierte auch in horrenden Preisen für besagte Software, die sich nicht selten auf viele tausend Dollar beliefen. Seitdem sind nun aber einige Jahre und Jahrzehnte ins Land gegangen und sowohl die Industrien als auch Gepflogenheiten haben sich verändert. Filme aufnehmen, Videos schneiden, Clips bearbeiten und fertige Projekte veröffentlichen ist unter anderem Dank YouTube und Konsorten schon eine Weile nicht mehr nur etwas für Profis. Quasi jedermann kann seine Ideen umsetzen - selbst wenn es nur mit dem Smartphone ist - und Filmkreationen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Da verwundert es kaum, dass auch entsprechende Software ein ganzes Stück anwenderfreundlicher geworden ist - und das fängt schon beim (teilweise nicht vorhandenen) Preis an.

Die Crème de la Crème der Videoschnittsoftware ist auch heute noch teuer - wenn auch bei Weitem nicht mehr so sehr wie früher. Adobe Premiere, Final Cut Pro X für den Apple, Autodesk Smoke, Sony Vegas Pro und Avid Media Composer sind einige der absoluten Top-Programme, derer sich auch Hollywood und die Top-Riege der sonstigen Filmproduktion bedienen. Diese Videoschnittprogramme sind hochwertig und bringen einen gewaltigen, komplexen Funktionsumfang mit. Das müssen sie auch - schließlich landen ihre Endprodukte auf den Kino-Leinwänden der ganzen Welt. Diese Vielfältigkeit und Bearbeitungs-Power lassen sich die Tools jedoch auch entsprechend bezahlen: je nachdem wie lange man das Programm nutzen will, muss man mehrere hundert oder tausend Euro einplanen.

In Zeiten von Smartphones, Action Cams, GoPro, YouTube, Vimeo und Co. wird Videobearbeitung jedoch auch für Anfänger und Laien interessant. Das Angebot in Sachen Videoschnittprogramme hat sich entsprechend angepasst, sodass es mittlerweile auch eine große Auswahl kostenloser Schnittprogramme gibt. Wie bei vielen anderen Software-Genres gibt es natürlich eine ganze Menge an Ausschuss-Ware, auf die man aufgrund niedriger Qualität, fehlender Funktionen oder sogar versteckter Kostenfallen getrost verzichten kann und sollte. Schneidet man diesen "Müll" weg, bleiben dennoch einige leistungsstarke Videoschnittprogramme übrig, mit denen auch Einsteiger ohne Probleme und niedrigen bis gar keinen Kosten arbeiten können - und so vielleicht selbst Profi werden. Dabei ist es egal, ob man Nutzer von Windows-, Mac- oder Linux-Betriebssystemen ist, für jede Plattform gibt es mindestens einen passenden Editor.

Acht kostenlose Programme habe ich mir näher angesehen, die dank ihres Funktionsumfangs und der Fairness des Angebots für Anwender allerorts interessant sein können. Ein kurze Übersicht der Programme findet ihr hier - einen kleinen Vergleich samt Details, Pros und Kontras zu jedem Programm habe ich in unserer Bildergalerie zusammengestellt.

  • Der Windows Live Movie Maker war lange standardmäßiger Teil des Windows Betriebssystems beziehungsweise der Windows Live Essentials. Kostenlos zum Download steht die Vollversion allerdings noch immer - for Windows only, natürlich. Zwar ist er nicht ganz so umfangreich ausgestattet wie manche Genrekollegen, dafür jedoch uneingeschränkt kostenlos nutzbar und recht intuitiv zu bedienen. Derzeit wird er aber nicht mehr weiterentwickelt.
  • Das Open-Source-Schnittprogramm Avidemux gab es lange Zeit nur für Linux, es ist mittlerweile aber auch als Version für Windows und Mac erhältlich. Über lange Jahre aus verschiedenen Code-Quellen recht "Patchwork"-artig gewachsen, hat das Programm einen großen Umfang an verschiedenen und auch leistungsstarken Features. Unterschiedlichste Codec- und Format-Unterstützung ist ebenfalls an Bord. Gleichzeitig geht das jedoch ein wenig zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit.
  • Ausschließlich für Unix-basierte Systeme wie Linux erhältlich, ist Kdenlive - dafür gehört es hier jedoch zu den absoluten Highrollern. Komplett quelloffen und kostenlos sowie ein waschechter NLE (Non-Linear-Editor), ist die Bedienung der Software nicht ganz so poliert wie bei kommerziellen Alternativen, bringt aber ein großes Arsenal an Features mit. Auch Musik lässt sich unter Filme legen. Für Mac OS X kann man sich den Quellcode selbst kompilieren - eine Windows-Version ist in Planung.
  • Auch Shotcut ist Open Source - es steht für Windows, Mac und Linux komplett kostenlos zur Verfügung. Es bringt leistungsstarke Editing-Features, Filter und Effekte für Video und Audio mit, kann HD und 4K, erlaubt die Nutzung verschiedener Hardware von Drittanbietern und unterstützt dank FFmpeg diverse Datei-Formate und Codecs. Das "Mischen" von verschiedenen Auflösungen und Framerates in einem einzelnen Projekt ist ebenfalls möglich - anders als bei einigen "Kollegen".
  • Blender ist ein Außenseiter in dieser Liste. Die quelloffene Freeware für Windows, Mac und Linux ist auf 3D-Modelling und Animation spezialisiert und in diesen Bereichen ein unangefochtener Champion. Die komplexen Workflows bringen eine heftige Lernkurve mit sich, an die man sich erst einmal ran trauen muss. Videoschnitt ist ebenfalls mit an Bord - nicht ganz so umfangreich wie bei manchen Alternativen, dafür jedoch speziell auf 3D-animiertes Material zugeschnitten.
  • Das absolute Spezialgebiet von DaVinci Resolve ist die Farbkorrektur - in Kombination mit dem Einsatz von Drittanbieter-Bedien-Hardware. Die High-End-Software ist für Windows und Linux grundsätzlich kostenlos einsetzbar, lässt sich jedoch kostenpflichtig um weitere Profi-Funktionen erweitern. Video-Schnitt kann das Programm auch, sodass theoretisch Film-Produktion von vorne bis hinten möglich ist - entsprechend umfangreich und komplex geht es hier dann jedoch auch zu.
  • Etwas weniger umfangreich, dafür aber auch nicht ganz so komplex ist der VideoPad Video Editor. Für die kleine Bearbeitung zwischendurch eignet sich die Testversion des Tools ideal - und das nicht nur unter Windows und Mac sondern auch auf iOS- und Android-Geräten. Für erweiterte Funktionen sind auch kostenpflichtige Versionen erhältlich. Bei der Installation sollte man Vorsicht walten lassen. Unterschiedliche Adware versucht sich einzuschleichen, daher sollte man entsprechende Optionen abwählen.
  • Lightworks spielt in einer ähnlichen Liga wie Adobe Premiere und Co. - dabei ist es jedoch kostenlos und erfordert nur eine Registrierung. Die Profi-Software für Windows, Mac und Linux bringt volle NLE-Bearbeitungs-Power mit, bleibt dabei jedoch noch verhältnismäßig einsteigerfreundlich. Zwar ist die Free-Version im Export deutlich eingeschränkt, zum Schneiden und Veröffentlichen von Videos auf YouTube und Vimeo reicht es aber allemal. Wer mehr braucht, kann Abos mit kurzer Laufzeit abschließen.

Welches Videoschnittprogramm das richtige ist, hängt natürlich stets davon ab, wie umfangreich das Video-Projekt werden soll. Wer sich hier nicht ganz sicher ist, wird besonders in Sachen Test und Anleitung bei YouTube fündig - für einige Programme geht die Anzahl der Tutorial-Videos in die hohen Tausender. So ziemlich alle Tools eigenen sich übrigens auch für Slide-Shows aus Fotos und dergleichen, und können auch Video-Aufnahmen durch Bilder zwischen einzelnen Szenen aufwerten. Natürlich gibt es auch noch "Zwischenlösungen", die nicht ganz so komplex und umfangreich sind wie High-End-Software, aber dennoch Geld kosten - darunter beispielsweise Pinnacle Studio. Aber auch mit den diversen kostenlosen Programmen kommt man schon ziemlich weit - mit entsprechendem Aufwand sogar weiter als mit mancher kostenpflichtigen Software.

Was habt ihr für Erfahrungen mit den Programmen? Welche habt ihr ausprobiert? Haben wir ein besonderes Videoschnitt-Schmankerl vergessen, das Film-Freunde auf jeden Fall kennenlernen sollten? Schreibt eure Tipps und Erfahrungen in die Kommentare.

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