Anki hilft als virtueller Zettelkasten beim Vokabellernen.
Was früher der umfunktionierte Schuhkarton mit Karteikarten erledigte, übernimmt auf dem PC oder dem Smartphone Anki: Das Programm präsentiert einen virtuellen Kartenstapel Kärtchen für Kärtchen und wiederholt das so lange, bis der Benutzer auch das letzte Wörtchen gelernt hat.
Bei jedem Lernschritt zeigt Anki zunächst die zu paukende Vokabel an und auf Mausklick ihre Übersetzung. Der Lernende muss dann selber entscheiden, ob er sie bald "Nochmal" gezeigt bekommen will oder als "Gut", "Leicht" oder "Sehr einfach" klassifiziert und später wieder vorgelegt bekommt. Dabei kann er vorgeben, wie viele neue Karten pro Tag er lernen will, wie neue Karten mit bereits gelernten gemischt werden, wie lange eine Lernsitzung täglich dauert, nach wie vielen Tagen Karten wiederholt werden und vieles mehr. Mit einer ganzen Reihe von Plug-ins lässt sich der Funktionsumfang noch erweitern, etwa um eine Quiz-Möglichkeit oder das Wörterbuchs von leo.org.
Anki besitzt einen eingebauten Editor, mit dem der Lernende Kartenstapel anlegt und bearbeitet. Das Programm verwendet die auf dem System installierten Zeichensätze, sodass man damit zum Beispiel auch koreanische Stapel anlegen kann. Alternativ zu Texten lassen sich auf der "Vorderseite" von Karten auch Bilder oder Audiodateien hinterlegen.
Vor dem Anlegen eines eigenen Stapels sollte man allerdings nachsehen, ob nicht jemand bereits einen Stapel zum gewünschten Thema erarbeitet und für die Öffentlichkeit freigegeben hat. Auf dem Server stehen Hunderte von Stapeln aus den verschiedensten Bereichen zur Auswahl. Außer mit den Programmen für diverse Betriebssysteme lässt sich Anki auch unter http://ankiweb.net in einer Web-Version nutzen, die sich mit den anderen Clients sogar synchronisiert. (jo)