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 Linux

XenServer 6

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Artikel aus c't 11/2009 zu XenServer 5.0

Bisher gilt die Linux-Virtualisierungslösung Xen als eher kompliziert. Mit dem kostenlosen XenServer stimmt das nicht mehr.

Citrix stellt eine kostenlose Vollversion seines XenServer 5 (die ehemalige Enterprise Edition) seit April kostenlos zur Verfügung. Die Installation ist einfach und benötigt etwa 10 Minuten. Das CD-Image enthält auch die Administrations-Console XenCenter, eine Windows Applikation (.Net 2.0 erforderlich). Sie stellt umfangreiche Administrationsmöglichkeiten in einer hierarchisch gegliederten Bedienoberfläche zur Verfügung und kann mehrere XenServer über das Netzwerk verwalten.

Nach Installation muss ein XenServer mit einer gültigen Lizenz aktiviert werden, die enthaltene Testlizenz läuft sonst nach 30 Tagen ab. Das XenCenter weist auf die entsprechende Internetseite von Citrix hin, die ebenso wie der Download selbst eine Registrierung erfordert. Den Lizenzcode sendet Citrix per E-Mail als Datei zu.

Das XenCenter bringt verschiedene Templates für die Installation von virtuellen Maschinen mit Windows (XP, Vista und verschiedene Server ab 2000), Citrix (z. B. XenApp) und Linux (RHEL/CentOs/Oracle Enterprise 4.x, 5.x, SLES 10SP2) mit. Sie setzen Installationsmedien oder vorbereitete Netzwerkinstallationsserver voraus.

Für Debian Sarge und Etch enthält der beim Einrichten von XenServer ergänzbare Linux-Guest-Support fertige Images, sodass sich per Template ohne weitere Medien und Downloads virtuelle Maschinen auf Debian-Basis erstellen lassen.

Für Windows liefert Citrix spezielle Treiber für Platten- und Netzwerkzugriffe aus virtuellen Maschinen heraus mit. Sie bringen gegenüber der Emulation von Standardkomponenten erhebliche Performancevorteile. Die Installation erfolgt über ein virtuelles DVD-Laufwerk über XenCenter. Für Linux-Installationen stehen entsprechende Kernel mit paravirtualisierten Treibern für Xen normalerweise in den Distributionen zur Verfügung.

Den virtuellen Maschinen (VM) ordnet XenServer Hardware für Disks, Netzwerk, CD/DVD und USB per Mausklick zur Laufzeit zu. XenCenter ermöglicht über eine integrierte grafische Konsole den Zugriff auf die Bedienoberfläche aller VMs, die über eine verschlüsselte Netzwerkverbindung hergestellt wird. Alternativ lassen sich virtuelle Systeme wie üblich übers Netzwerk via VNC, RemoteDesktop (RDP) oder etwa X11 erreichen.

Wer Xen von Hand administrieren möchte, muss sich beim XenServer stark umgewöhnen. Citrix setzt bei dem ursprünglich von XenSource entwickelten XenServer konsequent auf einen eigenen Befehlssatz: "xe" ersetzt das aus anderen Xen-Varianten bekannte "xm". Die beigefügte Dokumentation ist sehr ausführlich und stellt alle notwendigen Informationen zur Verfügung.

XenServer basiert auf Red Hat Enterprise Linux 5 mit Xen in der Version 3.2.1 und verwendet einen angepassten Linux Kernel 2.6.18. Windows-VMs laufen mit den XenServer-Tools deutlich performanter als mit alternativen Treibern für die Paravirtualisierung von Netzwerk- und Plattenzugriffen. Für nicht von Citrix unterstützte Gastsysteme, wie etwa Windows 7, muss man sich separate Templates besorgen – dann läuft auch die letzte Beta des Windows-Nachfolgers in einer VM.

Die kostenlose Variante als einfache und intuitiv nutzbare Server-Virtualisierung hat Citrix erfreulich wenig eingeschänkt: Diverse Enterprise-Funktionen, etwa Hochverfügbarkeit, Live-Migration von laufenden VMs und Unterstützung von zentralen Storage-Systemen (SAN, NAS und iSCSI) sind an Bord. Ein einfaches Monitoring ist ebenfalls integriert. Mehr gibt es gegen Aufpreis als "Citrix Essentials for XenServer." (Jens Friedrich/ps)

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