Norton VPN im Test: Nur im Bundle gut
Unsere Erfahrungen mit Norton VPN
| 💡 Das Wichtigste in Kürze |
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VPN-Anbieter gibt es inzwischen viele – Norton will sich mit zwei Besonderheiten aus dem Überangebot hervorheben: Zum einen ist das VPN Teil der Norton 360-Suite (Test). Wer diese ab dem Tarif „Standard“ bucht, erhält automatisch auch den VPN-Dienst dazu. Zum anderen ist die Bedienung kinderleicht: Als Teil der Norton-App reicht ein Klick, und das VPN schützt nicht nur vor IP-Verfolgung, sondern blockiert auch Tracker.
Leider zeigt der Test hier bereits den ersten Dämpfer: Das Blockieren von Werbung funktioniert nur per Browser-Add-On und hier gibt es derzeit nur Varianten für Chrome, Edge und Firefox, ein Safari-Add-On fehlt. Ob und wie Norton VPN in anderen Bereichen überzeugen kann, haben wir im Praxistest herausgefunden.
Norton VPN: 140 Server in 100 Ländern
Das Servernetz von Norton VPN* begeistert auf dem Papier zunächst nicht, da es mit 140 Servern nochmals kleiner ausfällt als das von Mullvad VPN (Test). Immerhin sind die Server auf 100 Länder verteilt, was in etwa der Länderauswahl von bekannten VPN-Anbietern wie ExpressVPN (Test) oder Surfshark (Test) entspricht. Diese stellen pro Land jedoch deutlich mehr Server zur Verfügung. Standorte in einigen autoritären Ländern wie Belarus, China und Russland fehlen, wie bei vielen VPN-Anbietern, aufgrund der dort geltenden VPN-kritischen Gesetze. Norton VPN stellt jedoch Server in der Türkei oder Myanmar.
Dafür hat der Dienst Spezialserver im Programm: Sowohl Double-VPN, also Multi-Hop-Server über zwei Standorte hinweg, als auch P2P-optimierte Server sind im Angebot. Zudem gibt es die Möglichkeit zur automatischen IP-Rotation. Onion over VPN ist allerdings nicht an Bord, Nutzer müssen also zum Tor-Browser greifen, wenn sie das Onion-Netzwerk (oder das Darknet) benutzen wollen.
Es gibt Spezialserver, aber die Auswahl ist begrenzt.
(Bild: Screenshot)
Praktisch ist die Möglichkeit zum Split-Tunneling: Damit können Apps dediziert vom VPN-Tunneling ausgeschlossen werden. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Spiele oder bestimmte Online-Anwendungen wegen der Geschwindigkeit eine Direktverbindung erhalten müssen. Zudem kann Norton unsichere WLANs erkennen und sich selbst einschalten.
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Protokolle, Sicherheit und Datenschutz
Norton VPN unterstützt gängige VPN-Tunnel-Protokolle, also IPSec, OpenVPN (nicht am Mac!) und WireGuard. Zudem gibt es das hauseigene proprietäre „Mimic“-Protokoll, das in der Lage ist, VPN-Verkehr als normales HTTPS zu tarnen und damit VPN-Blockaden zu umgehen. Den Code hat Norton aber nicht offengelegt. Gut: Mimic nutzt standardmäßig Post-Quanten-Verschlüsselung, für alle anderen Protokolle lässt sich händisch im Client aufschalten. Andernfalls verwendet das VPN den als sicher geltenden AES-256-Standard. Ebenfalls positiv: Bei den Diensten Browserleaks und DNSLeaktest konnten wir keine Sicherheitslücken mit den VPN-Verbindungen von Norton feststellen.
Werbeblocker gibt’s nur per Browser-Plugin.
(Bild: Screenshot)
Beim Datenschutz ist Norton VPN nicht optimal aufgestellt, weil der Abo-Dienst über den Norton-Account mit echten Personendaten verknüpft ist. Damit besteht eine mögliche Verbindung zwischen Nutzer und VPN-Aktivität. Eine Verknüpfung oder Weitergabe findet laut der Datenschutzerklärung des VPN-Dienstes aber nicht statt. Datenmengen werden zur Serverplanung sowie der Vermeidung „missbräuchlicher Benutzung“ durch Nutzer mit extremem Datenverkehr gesammelt.
Firmenstandort USA
Der Firmenstandort in den USA ist leider schon lange kein Garant für zuverlässigen Datenschutz, auch wenn sich Norton regelmäßig vom Cybersecurity-Unternehmen VerSprite zertifizieren lässt und hier kein Einfluss auf die Privatsphäre festgestellt wurde.
Zwar besitzt auch Norton VPN eine No-Log-Policy, laut der keinerlei Daten über das Surfverhalten gespeichert oder ausgewertetet werden. US-Behörden sind im Rahmen von Ermittlungsverfahren durchaus berechtigt, hier „Ausnahmen“ zu erzwingen, und zwar ohne, dass User davon Kenntnis erlangen.
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Norton VPN: Apps & Software
Vor allem auf Mobilgeräten wie iPhone oder Android-Devices punktet Norton VPN mit seiner extrem einfachen Bedienung: Die App besteht im Prinzip aus einem großen Verbindungsschalter und der Auswahl des Ziellandes, Extras wie die Verbindungs-Protokolle oder der Tracking-Blocker können in den Einstellungen gesetzt werden.
Die Oberfläche ist übersichtlich, aber nicht gut per Taskleiste oder Apple-Menüzeile nutzbar.
(Bild: Screenshot)
Die Bedienung der Desktop-Version ist kniffliger, und das liegt schon an der Norton Secure VPN-Software selbst: So gibt es keine dedizierte VPN-Software für den Mac. Manuelle Einstiegspunkte – etwa für Router – gibt es ebenfalls nicht, obwohl sich WireGuard hier anböte. Die Norton Secure VPN-App für Windows ließ sich in unserem Test auch nach mehrfacher Neuinstallation partout nicht mit dem vorhandenen Norton-360-Account verbinden und verblieb in einer Login-Schleife. Bei Eingabe des Lizenzschlüssels verweigerte sie die Annahme.
Norton 360 als VPN-Client
Am besten läuft das VPN auf Mac und Windows über die Norton 360-Software, also die Security-Suite von Norton. Norton 360-Kunden erhalten das VPN ohnehin ab dem „Standard“-Abo, ein zusätzliches VPN-Abo muss also nicht abgeschlossen werden. Leider ist die Mac-Version hier gegenüber der Windows-Variante funktional leicht eingeschränkt, etwa weil hier der OpenVPN-Standard und das Split-Tunneling fehlen.
Optimal ist jedoch auch die Bedienung der Norton-360-Software nicht: Über die Menüleiste respektive die Taskleiste ist kein schneller Serverwechsel mit einem Klick möglich. Dafür muss immer die App geöffnet werden, hier wiederum kann die Einstellung vorgenommen werden. Der Wechsel des Servers oder die Aktualisierung der IP-Adresse können schon einmal mehrere Sekunden in Anspruch nehmen.
Server- und IP-Wechsel können schon einmal 10 Sekunden oder mehr dauern.
(Bild: Screenshot)
Immerhin hat Norton 360 einen automatisierten Kill-Switch, der den Internetverkehr blockiert, solange keine Verbindung zum VPN besteht. Zudem erlaubt der VPN-Dienst auch bei bestehender VPN-Verbindung die Kommunikation zu lokalen Geräten wie Netzwerkdrucker oder NAS. Norton erlaubt auch den schnellen Wechsel der IP-Adresse innerhalb einer Region, sollte es zu Verbindungsschwierigkeiten kommen.
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Netflix, Disney+ & Co: Eignet sich Norton VPN für das Streaming?
Das Freischalten von internationalen Streaming-Inhalten gelang in unseren Stichproben trotz des kleinen Servernetzes überraschend gut. Werden ausländische Server – etwa aus UK oder den USA – gewählt, fällt auch das Geoblocking: Inhalte wie etwa der BBC iPlayer sind mit britischen Servern zugänglich. Auch Prime, Disney, Netflix und Co. liefern die jeweils korrekte Version zum per VPN verbundenen Land aus. Wählt man sich mit US-Server ein, sieht man das Film- und Serienangebot aus den USA.
Im Test fielen keine Probleme mit ausländischen Streamingdiensten auf.
(Bild: Screenshot)
Probleme mit dem Geoblocking selbst konnten wir im Test somit nicht feststellen, vielmehr hält Norton VPN das Versprechen ein, „grenzübergreifenden Zugriff auf Lieblingsinhalte“ zu bieten – und das auch in 4K. Allerdings nicht immer ruckelfrei und mit optimaler Geschwindigkeit.
Norton VPN im Geschwindigkeits-Test
Wann immer das VPN verbunden war, brach die gefühlte Verbindungsgeschwindigkeit deutlich ein. Im Speedtest mit fast.com fielen dabei oft extrem niedrige Werte auf. Vollwertige Messstationen wie Speedtest.net von Ookla kamen auf deutlich bessere Werte beim jeweils gleichen Server. Auffällig an allen Benchmarks: Während die Download-Rate je nach Server zuverlässig um die 100 MBit/s beträgt, ist die Upload-Rate im Vergleich dazu je nach Standort relativ gering. Das kann in der Praxis je nach Anwendung auch den Download drücken kann, weil Bestätigungspakete nicht schnell durchkommen. Unsere Testleitung mit 250 MBit konnte Norton VPN jedenfalls nicht angemessen ausnutzen.
Je nach Server ist die Geschwindigkeit OK bis befriedigend.
(Bild: Screenshot)
Wie zu erwarten sind nähere und in den USA beheimatete Server flotter als solche, die in weit entfernten Ländern stehen. Es kam im Test immer wieder zu Ausreißern: Manche Server lieferten nur sehr niedrige Datenraten, beim nächsten Testlauf war wieder alles okay. Wir tippen hier auf punktuelle Überlastung einzelner Bestandteile von Nortons Infrastruktur. Hier hilft es, die IP oder das Land zu wechseln. Im Vergleich zu anderen VPN-Diensten mit größerer Infrastruktur ist Norton aber kein Geschwindigkeitswunder.
Auffällig sind die oft niedrigen Upload-Raten.
(Bild: Screenshot)
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Preise, Testzeitraum & Geld-zurück-Garantie
Norton VPN gibt es in zwei Varianten: Einmal als Teil der Norton 360-Suite und einmal als Standalone-Version. Letztere ist in drei Tarifen erhältlich:
- „Norton VPN Standard“ für ein Gerät und 49,99 Euro/Jahr
- „Norton VPN Plus“ für 5 Geräte und 94,99 Euro/Jahr
- „Norton VPN Ultimate“ für 10 Geräte und 104,99 Euro/Jahr.
In allen Tarifen ist die reine VPN-Funktion identisch, die höheren Tarife bieten jedoch Extras wie KI-gestützte Phishing-Erkennung, Darknet-Überwachung und Cloud-Backups. Im Tarif „Ultimate“ gibt es mehr Cloud-Speicher (50 GB) und zusätzlichen Kinderschutz.
Da wir die Standalone-Software für Norton VPN nur auf Mobilgeräten empfehlen können und auf dem Mac ohnehin die Norton-Security-App zum Einsatz kommt, ist Upselling, wie bei so vielen Sicherheitstools, leider ein nerviges Norton-Problem: Die Software möchte ständig Abo-Upgrades und Extras verkaufen. Schade, denn die Mobil-Software ist sehr gut gelungen. Insofern empfehlen wir, wenn es schon Norton sein soll, die Buchung der vollwertigen 360-Suite. Die liegt mit Preisen ab 79,99 Euro/Jahr (1 Gerät) preislich höher, bietet aber letztlich deutlich mehr als das reine VPN-Abo.
Die Mobil-App ist hübsch und einfach – schade, dass es sie in dieser Form nicht für den Desktop gibt.
(Bild: Screenshot)
Norton verspricht eine siebentägige Testphase und eine 60-tägige Geld-Zurück-Garantie bei Jahresabos. Diese sind im ersten Jahr stark subventioniert.
Norton erlaubt keine anonyme Zahlung, etwa Bar oder mit Bitcoin. Stattdessen sind Kreditkarte, Paypal oder KIarna/Sofortüberweisung Pflicht. Zudem wird für das Anlegen eines Kontos die E-Mail-Adresse verlangt.
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Norton VPN Test-Fazit: Nur im Bundle zu empfehlen
Insgesamt zeigt sich bei Norton VPN* ein durchwachsenes Bild: Die grundsätzliche VPN-Funktionalität in Form von Geo-Hopping und Verschleierung der IP-Adresse ist gegeben. Zudem ist der Service vergleichsweise preiswert. User erkaufen sich das mit einem relativ dünnen, stellenweise langsamen Server-Netz und einem zumindest fragwürdigen Datenschutz bei einem Unternehmen mit USA-Hauptquartier.
Für das gelegentliche Umgehen von Geoblockaden, DNS-Sperren beim Urlaub in autoritären Ländern und die allgemeine Verschleierung der IP-Adresse reicht das aus, vor allem, wenn der Dienst sowieso im Norton 360-Abo* dabei ist. Normalnutzer brauchen in der Regel nicht mehr VPN, und hier ergänzt der Service hervorragend das Schutzkonzept der Norton-Software.
Anwender, die besonders viel Wert auf Sicherheit, Funktionalität oder Geschwindigkeit legen, sollten zu einem anderen Anbieter greifen, zumal sich Norton nicht ohne Verknüpfung mit persönlichen Daten buchen lässt.
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| Factsheet | |
| Norton VPN auf einen Blick | |
| Datenstand: | 28.10.26 |
| Sitz: | USA |
| System-Unterstützung: | Befriedigend |
| Win | ✓ |
| Mac | ✓ |
| Linux | x |
| Android | ✓ |
| iOS | ✓ |
| Browser | ✓ |
| Router | x |
| Smart-TVs | ✓ (nur im Plus und Ultimate Plan) |
| Konsolen | x |
| Sonstige | x |
| Gleichzeitige Geräte: | 1-10, je nach Plan |
| Protokolle: | Sehr gut |
| OpenVPN | ✓ |
| IKEv2 | ✓ |
| Wireguard | ✓ |
| Eigenes | ✓ (Mimic) |
| Servernetz: | Mangelhaft |
| Anzahl | 140 |
| Länder | 100 |
| Standorte | -- |
| Performance: | Befriedigend |
| Speed DE ⌀ | 100-120 Mbit/s |
| Speed UK ⌀ | 80-100 Mbit/s |
| Speed US ⌀ | 90-130 MBit/s |
| Verbindungsaufbau | Befriedigend |
| Stabilität | Gut |
| Barrierefreiheit | Gut |
| Client / Usability: | Ausreichend |
| Features: | Befriedigend |
| Streaming | ✓ |
| P2P / Filesharing | ✓ |
| Split-Tunneling | ✓ (nur Windows und Android) |
| Sicherheit & Datenschutz: | Gut |
| Verschlüsselung | AES-256, optional Post-Quanten |
| Multihop | ✓ (nur Beta-Feature) |
| DNS-Protection | ✓ |
| WebRTC-Protection | ✓ |
| Not-Aus | ✓ |
| Audit | ✓ (2025) |
| No-Log-Richtlinie: | ✓ |
| RAM-Server | x |
| Anonyme Registrierung: | x |
| Anonyme Zahlung: | x |
| Kreditkarte | ✓ |
| Paypal | ✓ |
| Crypto | x |
| Sonstige | Klarna, Sofortüberweisung |
| Barzahlung | x |
| Preis inkl. MwSt: | ab 49,99 Euro/Jahr (erstes Jahr 19,99 Euro) |
| Geld zurück: | 60 Tage |
| Deutsche Sprachunterstützung: | ✓ |
| Client | ✓ |
| Support | ✓ |
| Website | ✓ |
| Besonderheiten: | -- |
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Redaktion & Aktualisierung: heise download
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