PCs für Kreative: Schnell sein reicht nicht

Wer professionell Bilder bearbeitet, Videos schneidet oder Virtual-Reality-Anwendungen entwickelt, braucht einen schnellen Rechner. Gaming-PCs liefern ausreichend Leistung, sind bei Kreativen aber nicht sonderlich beliebt. Doch es gibt Alternativen.

Von der Uni direkt in die Selbstständigkeit: Holger Michel und Dorian-Vasco Nagel haben den Schritt gewagt und nie bereut. 2011, noch während ihres Studiums der Digitalen Medien an der Hochschule Hildesheim, haben die beiden ihr erstes Unternehmen gegründet. Heute produziert element K Videos für Kunden wie Jägermeister, die Stadt Hannover oder die Sparkasse Hannover. Wer sich in der hart umkämpften Branche behaupten will, braucht Kreativität und technisches Knowhow – und starke Rechner. „Wir drehen 4K-Videos, da brauchen wir zum Schneiden schnelle Prozessoren und viel Speicher, das gleiche gilt für Live-Streams, die bei unseren Kunden immer beliebter werden, nicht zuletzt seit der Corona-Krise“, sagt Nagel, der sich bei element K um die Technik kümmert.

 

Flexibel mit Windows

Welchen Rechner soll ich kaufen? Viele Kreative stellen sich diese Frage, wenn sie in den Beruf einsteigen – und alle paar Jahre erneut, wenn die alte Hardware schlapp macht. Für rechenintensive, bildlastige Anwendungen gibt es passende Hardware. Bei element K fiel die Wahl auf die Windows-Welt – wegen der Flexibilität, wie Nagel betont. Wenn ein 4K-Video mit hochkomprimiertem Codec durch den Rechner läuft, verlangt das enorme Rechenleistung. Das Rendern der Einzelbilder eines Videos lagern Programme wie die Videoschnitt-Software DaVinci Resolve auf die Grafikkarte aus. Flexibilität ist auch bei der Bestückung mit Festplatten Trumpf. In jedem Rechner der Firma stecken vier bis sechs Festplatten, die zu einem RAID-Array zusammengefasst sind. Auch das gibt es so nur in der Windows-Welt.

 

Nachrüsten statt neu kaufen

Es ist quasi ein Naturgesetz: Die Ansprüche der Software an die Hardware steigen und steigen, gerade in der Verarbeitung von Bildern und Videos, wo bisher noch stets alle Grenzen bei Pixelauflösung und Bildwiederholraten gesprengt wurden. War vor wenigen Jahren noch Full-HD das Maß der Dinge, erwarten die Kunden heute 4K – vereinzelt werden hochwertige Filme schon in 8K gedreht. Das geht aber nur dann flüssig, wenn auch die Hardware mithalten kann. „Es müssen nicht alle zwei Jahre neue Rechner angeschafft werden“, sagt Nagel. Also werden bestehende Rechner nachgerüstet, unter anderem mit größeren und schnelleren Festplatten beziehungsweise SSDs sowie sehr schnellen Grafikkarten.

Warum also nicht gleich einen Gaming-PC kaufen – das dachte auch der 3D-Filmer Lars Nagler. „In den letzten Jahren kamen zunehmend Gaming Laptops auf den Markt, die was Rechenpower und Ausstattung angeht schon in die richtige Richtung gingen“, so der Mediendesigner, der 3D-Visualisierungen und Animationsfilme für die Deutsche Bahn und das Deutsche Hygiene Museum Dresden entwirft. „Allerdings fehlten ein farbtreues Display und Hardwarekomponenten, die noch besser an grafische Anforderungen angepasst sind. Außerdem waren diese Laptops oft klobig und auch noch recht laut unter Volllast. Hier hat alles noch nicht so ganz zusammengepasst“.

 

100 Prozent Farbwiedergabe

Gaming-PCs sind daher nicht die ideale Wahl. Das liegt auch an den Eingabegeräten. Gaming-Tastaturen sind ganz anders gebaut als die Tastatur, die ein Designer braucht. Und eine hochpräzise Maus oder ein Grafikstift sind etwas völlig anderes als ein Gamepad. Die Farbtreue, auf die Nagler anspielt, ist für Kreative sehr wichtig. Man will einem Kunden schließlich kein Video zeigen, in dem die Farben völlig unnatürlich sind. Eine Pantone-validierte Farbwiedergabe mit 100 Prozent Adobe-RGB-Abdeckung ist daher ein Muss – bei Gaming-PCs aber eher unüblich.

 

 

Und dann ist da noch die Sache mit dem Design. Gaming-PCs haben meist einen aggressiven Look mit vielen Showeffekten in Form von Beleuchtung, und manche sind auch relativ laut. Das Gehäuse sollte seriös aussehen, am besten schön schlank mit einem dezenten Logo – wie die neuen ConceptD Computer von Acer. „Die haben eine schöne Optik – wir werden sie uns auf jeden Fall bei der nächsten größeren Anschaffung anschauen“, versichert Holger Michel von element K.

 

Schnell und dennoch leicht

Das gelte auch für die Notebooks der Serie. Schon heute schneidet Dorian-Vasco Nagel unterwegs Videos am Notebook. „Der Basisschnitt ist heute kein Problem mehr“, so Nagel, „dann allerdings mit einem Codec, der nicht so rechenintensiv ist“. Bei After Effects stoßen einige aktuelle Notebooks bereits an ihre Grenzen, da erhofft sich Nagel in den kommenden Jahren einen deutlichen Leistungsschub durch Notebooks, die auch bei rechenintensiver Bildbearbeitung nicht in die Knie gehen.

Auch beim Design geht Acer mit der ConceptD-Serie voran. Die Notebooks ConceptD 7 und 9 sind schick, extrem leistungsstark, ihre Bildschirme sind Pantone-validiert und decken den Adobe RGB-Farbraum zu 100 Prozent ab.

 

 

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