Die perfekte Symbiose von Individualität und Teamgeist

Als „äußerst bereichernd“ empfindet Prof. Dr. Daniel Hamburg seine Arbeit als Professor und Dekan am Fachbereich Informatik der FH Dortmund. Im Interview erläutert er die Gründe und seinen Blick auf eine gelungene Informatik-Ausbildung.

Warum sind Sie aus der Wirtschaft an die Hochschule gegangen?

Meine Eltern sind Akademiker und ich mochte dieses Umfeld von kleinauf. Daraus entstand der Wunsch, selbst einen sinnstiftenden Beruf zu ergreifen, in dem ich Wissen weitergeben und nachfolgende Generationen fördern kann. Eine Professur an einer Fachhochschule bietet mir genau diese Möglichkeit. Darüber hinaus bedeutet sie praxisnahe Lehre und persönliche Erfüllung. Das ist die ideale Kombination.

Was meinen Sie konkret?

Zum Beispiel die Flexibilität und Eigenverantwortung. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft habe ich hier die Freiheit, meine Lehrinhalte und Forschungsprojekte nach meinen Interessen und Stärken zu gestalten. Gleichzeitig arbeite ich an langfristigen Themen und kann damit einen nachhaltigen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Ich schätze auch die Praxisorientierung der Fachhochschulen, dank der ich mein praktisches Wissen und meine Erfahrungen aus der Wirtschaft direkt in die Lehre einbringen kann. Das ermöglicht es mir, die Studierenden auf die Anforderungen der Praxis vorzubereiten. Außerdem arbeite ich an angewandten Forschungsprojekten, bei denen ich mit der Wirtschaft kooperiere und mich weiterhin dort einbringen kann. Diese Projekte sind oft interdisziplinär angelegt, was den Austausch mit Kollegen aus anderen Fachbereichen fördert und neue Perspektiven eröffnet.

Prof. Dr.-Ing. Daniel Hamburg, Professur für IT-Sicherheit, Informatik: „Was eine gelungene Informatik-Ausbildung ausmacht.“ (Foto: Mike Henning / FH Dortmund)

Was bedeutet „gute Lehre“ für Sie?

Mehr als reine Wissensvermittlung. Wir sollen Studierende auch persönlich fördern und auf die Praxis vorbereiten. Begeisterung wecken, kritisches Denken ausbilden, Theorie und Praxis verbinden. Aus meiner eigenen Schul- und Studienzeit weiß ich, wie prägend Lehrende sein können. Wie demotivierend monotoner Unterricht sein kann, bei dem es nur um reine Wissensvermittlung geht. Und wie motivierend das Gegenteil ist. Die besten Vorbilder -darunter mein Vater- waren diejenigen, die mit Leidenschaft unterrichtet haben, komplexe Inhalte verständlich machen konnten und mich dazu ermutigt haben, selbstständig zu denken. Kurz: praxisnahe Inhalte, interaktive Methoden, individuelle Förderung und eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe.

Wie erleben Sie Ihre Arbeit am Fachbereich Informatik?

Äußerst bereichernd und inspirierend. Obwohl es ein großer Fachbereich ist, ist die Atmosphäre bemerkenswert kollegial und unterstützend. Jede und jeder bringt eigene Themen und Interessen ein. Daraus entsteht eine beeindruckende Vielfalt an Kompetenzen und Perspektiven. Man spürt, dass alle daran arbeiten, die Informatik voranzubringen, die Studierenden bestmöglich auszubilden und innovative Projekte zu entwickeln, die der Gesellschaft und Wirtschaft zugutekommen. Dieses Ineinandergreifen von Individualität und Teamgeist finde ich besonders wertvoll.

Sie sind nicht nur Professor, sondern außerdem Dekan …

Genau. Meine Hauptaufgabe als Dekan sehe ich darin, meinen Kollegen den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf Lehre, Forschung und Transfer konzentrieren können. Das bedeutet, administrative Hürden so weit wie möglich abzubauen, Prozesse zu vereinfachen und eine Umgebung zu schaffen, in der kreative Ideen entstehen und umgesetzt werden können. Ich möchte ein Klima fördern, in dem sich jeder ermutigt fühlt, neue Ansätze zu entwickeln und diese in die Praxis zu bringen – sei es in der Lehre, in Forschungsprojekten oder in der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen den verschiedenen Interessen und Themen im Fachbereich. Es ist eine spannende und erfüllende Aufgabe.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Fachgebiets und speziell an der FH Dortmund?

Die Zukunft der Informatik sehe ich als eine der spannendsten und dynamischsten Entwicklungen unserer Zeit. Insbesondere die rasante Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz stellt eine potenziell disruptive Kraft dar, die nahezu alle Branchen und Lebensbereiche beeinflusst. KI wird nicht nur bestehende Prozesse revolutionieren, sondern auch völlig neue Geschäftsmodelle und Technologien hervorbringen. Dabei sehe ich es als unsere Aufgabe, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und gleichzeitig die ethischen, sozialen und wirtschaftlichen Implikationen kritisch zu reflektieren.

An unserer Fachhochschule haben wir dabei eine besondere Chance: Durch die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen aus der IT-Branche in unserem Umfeld können wir nicht nur von den neuesten Entwicklungen profitieren, sondern auch aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Informatik mitwirken. Wir können aktuelle Herausforderungen und Trends direkt in die Lehre und Forschung integrieren. Ich sehe die FH als idealen Ort, um die Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen. Hier bilden wir die nächste Generation von Informatikern nicht nur fachlich aus, sondern auch in ihrer Verantwortung als Gestalter der digitalen Zukunft mit einem Bewusstsein für die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Sie interessieren sich fĂĽr eine Professur als Karriereweg? AusfĂĽhrliche Informationen dazu finden Sie auf der Website der FH Dortmund: www.fh-dortmund.de/professur

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