Von Dunja Hayali bis Uli HoeneĂź: Experten sehen Transformation als gesellschaftliche Aufgabe

CPT 2026 diskutiert Herausforderungen – Cybersicherheit neu denken

Die Münchner Allianz Arena hat in der relativ kurzen Zeit ihres Bestehens schon viel gesehen. Ein hochkarätiges Treffen von Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die sich über den Kampf gegen Cyberkriminalität austauschen, fand dort neben dem grünen Rasen bisher noch nicht statt. Also war es eine Premiere Anfang März, als die FTAPI Software GmbH für zwei Tage zur CPT 2026 einlud.

CPT steht für „Connect, Protect, Transform“, denn längst ist Cybersicherheit kein Thema mehr, das man einzeln betrachten darf. Angriffe in der digitalen Welt kommen nicht mehr von Fritzchen Kleinhacker, sondern mittlerweile von großen Gruppen. Ihre Motive sind vielschichtig: Geld spielt eine Rolle oder wirtschaftliche Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern. Seit Staaten die Möglichkeiten von Cyberangriffen für sich entdeckt haben, kann es sich auch um politische Interessen handeln. Längst geht es nicht mehr nur um technische Störungen, sondern strategische Risiken für Unternehmen, Behörden und die gesamte Gesellschaft.

Die CPT 2026 sucht dazu nach Antworten. Beim Hauptthema „Transformation“ stand die ganzheitliche Betrachtung von Cybersicherheit im Mittelpunkt, also um die Transformation im Denken, Verhalten und in der Zusammenarbeit aller Akteure. Ari Albertini, CEO des Veranstalters FTAPI Software GmbH, sagte im „heise meets …“-Podcast: „Wir hatten von Anfang an die Vision, größer zu denken. Die meisten Mitbewerber oder Unternehmen fokussieren sich immer auf einzelne Bereiche – auf das Thema E-Mail, auf das Thema Automatisierung eines Prozesses oder Ähnliches. Wir haben schon vor zehn Jahren gesagt: So wie es für Unternehmensdaten ein ERP gibt, so wie es für Kundendaten ein CRM gibt, braucht es auch ein System, das sich ganzheitlich um das Thema Datenaustausch kümmert. Unabhängig davon, wo die Daten herkommen und wo sie hingehen. Wir schützen von über 2.000 Organisationen in Europa die Daten auf jedem Kanal, auf dem sie ausgetauscht werden, und geben unseren Kunden eine One-Stop-Plattform. Das machen wir mittlerweile – ehrlich gesagt – als Einzige in ganz Europa.“

Ari Albertini, CEO des Veranstalters FTAPI Software GmbH

Ausverkauftes Haus zeigt: Die CPT trifft den Nerv der Zeit

Mit genau diesem Anspruch fand auch die CPT 2026 statt. Der Andrang war so groß, dass die Anmeldephase vorzeitig beendet werden musste. Kamen im Jahr 2025 rund 150 Gäste für einen Tag, so waren es 2026 schon über tausend an zwei Tagen – und die Planungen für 2027 laufen bereits. So viel lässt sich schon sagen: FTAPI lädt wieder in die Allianz Arena ein, dann allerdings im Mai – später im Jahr kann das Stadion noch besser genutzt werden als an den noch relativ kühlen Tagen Anfang März. Auch die Gästeliste wird wieder sehr hochkarätig sein. „Wir hatten ein tolles Podium – ein Dialog mit Dunja Hayali und Uli Hoeneß. Sehr konträr, aber auch sehr bezogen auf das Thema Transformation. Wie entwickelt man einen Fußballklub in den 70er- und 80er-Jahren zu einem Weltklub? Was passiert alles dazwischen? Es ging auch um Ereignisse im Leben des Herrn Hoeneß. Das alles ist ein großer Bereich, wo man sieht: Die Veränderungen, die in den 80er-, 90er-, 2000er-Jahren passiert sind, geschehen jetzt in einer ganz anderen Geschwindigkeit. Die Veränderungen, die jetzt passieren, passieren im Tages- und teilweise sogar im Stundenrhythmus. Das ist eine Herausforderung im Sicherheitsbereich, mit der wir umgehen müssen und wo wir uns mehr gemeinsam austauschen müssen“, resümiert Albertini.

Europa im Spagat zwischen Werten und Innovation

Wenn Regulierung auf operative Realität trifft – dazu kann jeder ein eigenes kleines Referat halten. Globale Tech-Giganten setzen ihre eigenen Standards, während die EU einen anderen Weg einschlägt: Souveränität durch Werte. Beispiele wie der EU AI Act oder die NIS-2-Richtlinie sollen die alte Welt zum Vorreiter für sichere und ethische Technologie machen. Allerdings wächst die Skepsis: Killt das die Innovationen? Handelt es sich um eine Belastungsprobe für den Wirtschaftsstandort Europa? „Transformation ist mehr als Technologie – sie ist ein 360-Grad-Blick“, sagt Ari Albertini und fügt hinzu: „Wir müssen weg vom reinen Reagieren und hin zu einer aktiven Gestaltungskraft, die unsere europäischen Werte schützt, ohne die wirtschaftliche Dynamik auszubremsen.“

Drei Bausteine auf dem Weg nach vorn

Seiner Ansicht nach gehören drei wesentliche Bausteine dazu. Zum einen muss der Umgang mit Cyberkriminalität als Managementaufgabe gelten: Sicherheit darf nicht länger als reiner IT-Prozess betrachtet werden. Vielmehr muss sie als integraler Bestandteil der Unternehmenskultur auf allen Ebenen – vom Azubi bis zum C-Level – gelebt werden, um Organisationen zukunftsfähig aufzustellen. Zweitens müssen wir Automatisierung und KI-Agenten dort systematisch einsetzen, wo sie sinnvoll entlasten – etwa bei der Bewältigung komplexer Datenmengen in Echtzeit. Und zugleich gilt es, die notwendige Brücke zwischen regulatorischer Verantwortung (etwa bei der NIS-2-Umsetzung) und operativer Effizienz zu schlagen. Schließlich müssen wir uns mehr an internationalen Standards orientieren: Der BSI-Standard C5:2025 oder EU-Regularien schaffen die notwendige Transparenz und bilden das Fundament für Vertrauen bei Partnern und Kunden im digitalen Raum. Albertini bringt es im Gespräch auf den Punkt: „Ich glaube, das Erste, was man tun muss, ist, aufzuhören zu lamentieren und anzufangen zu machen.“

–> Mehr Infos ĂĽber sicheren Datenaustausch gibt es bei FTAPI

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