Wer um 3:45 Uhr eine Sicherheitswarnung erhält, braucht keine englischsprachige Hotline im Ausland. Nikolas Schran, Vice President Sales & Marketing bei der G DATA CyberDefense AG, erklärt, wie der Bochumer IT-Sicherheitsanbieter mit deutscher Datenhaltung und 24/7-Support aus Deutschland bei Mittelständlern, Behörden und Unternehmen der kritischen Infrastruktur punktet.
Ihr Claim lautet „Trust in German Sicherheit“. Wo liegen Ihre wesentlichen Stärken?
Nikolas Schran: Wir legen transparent dar, wo die Daten unserer Kunden liegen – ausschließlich in Deutschland. Alle Technikkomponenten entstehen in Bochum, wir verwalten sie dort und betreuen sie auch von dort aus. Bei einem Sicherheitsvorfall kümmern wir uns um unsere Kunden 24/7 in ihrer Muttersprache.
Auf der Cybersecurity-Messe secIT steht an Ihrem Stand: „Cyber-Vertrauen setzt Kunden zuerst – statt America first.“ Was steckt hinter diesem Slogan?
Nikolas Schran: Der Kunde steht im Fokus unserer Überlegungen. Das ist nicht nur ein Marketing-Spruch, sondern Teil unserer DNA. Wir verstehen, wen wir schützen und wie wir ihn am besten schützen. Erst dann lässt sich dieser Schutz wirklich umsetzen.

Jeder Anbieter behauptet, seine Kunden gut zu behandeln. Was macht G DATA anders?
Nikolas Schran: Wir verstehen unsere Kunden, sonst gäbe es uns keine 40 Jahre am Markt. Wir fühlen uns im Mittelstand, bei KMU und öffentlichen Auftraggebern zu Hause. Durch die aktuellen geopolitischen Verschiebungen kommen vermehrt Anfragen beispielsweise aus der Rüstungsindustrie. Alle stellen dieselben Fragen: Wo liegen die Daten? Wer greift auf sie zu? Wir beantworten diese Fragen transparent und sind die verlängerte Werkbank für alle, die keinen 24/7-Schutz selbst gewährleisten können.
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–> Mehr über IT-Sicherheit von und mit G Data gibt es im Podcast „heise meets …“
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Wie viel investieren Ihre Kunden typischerweise in IT-Sicherheit und was unterscheidet Ihren Support?
Nikolas Schran: Kunden verwenden eineinhalb bis zweieinhalb Prozent ihres Etats – und damit auch ihrer Belegschaft – darauf, IT-Security zu betreiben. Bei einem 300-Mann-Unternehmen lässt sich das leicht ausrechnen: Das reicht nicht für einen 24/7-Schutz. Dann brauchen diese Unternehmen einen vertrauenswürdigen Partner – und da greift das Thema Cyber-Vertrauen. Bei uns gibt es keinen telefonischen Support nachts, der irgendwo ins englischsprachige Ausland umgeleitet wird. Bei uns sitzen die Kollegen, die wirklich 24/7 bei der Verteidigung unserer Kunden unterstützen, in Bochum. Wer um 3:45 Uhr eine Warnmeldung erhält, erreicht um 3:46 Uhr jemanden bei uns.
Wie entsteht Vertrauen zwischen G DATA und seinen Kunden?
Nikolas Schran: Vertrauen entsteht über die Zeit. Ich kann niemandem sagen: „Vertrauen Sie mir jetzt.“ Das muss sich intrinsisch entwickeln. Das passiert in dem Moment, wo ich zu meinem Wort stehe. So entsteht Vertrauen, auf das sich Kunden auch in kritischen Momenten verlassen können – selbst mitten in der Nacht.
Angenommen, ein Bürgermeister hört von G DATA und möchte mehr erfahren: Wie gehen Sie vor?
Nikolas Schran: Unsere erste Frage lautet: Wer ist der Partner, mit dem Sie bisher erfolgreich zusammenarbeiten? Häufig arbeiten sie mit Partner X, Y oder Z zusammen. Und wir stellen dann schnell fest, dass wir das auch schon tun. Was liefern wir am Ende? Wir liefern verlässliche Endpunkt-Cyber-Sicherheit. Das ist ein Versprechen, das wir mit dem Partner zusammen für den Endkunden einlösen – ob das ein Bürgermeister, ein mittelständisches Unternehmen oder eine Firma aus der kritischen Infrastruktur ist. Zu diesem Versprechen stehen wir. Wir verkaufen nicht direkt an den Endkunden, sondern unterstützen unsere Partner vor Ort – ein Direct-Touch- statt Direct-Sell-Modell.
Wo liegen die Daten und wie hat sich G DATA in 40 Jahren entwickelt?
Nikolas Schran: Alle Daten liegen ausschließlich in Deutschland – sicher aufbewahrt. Alles, was wir tun, ist hier gehostet, gemanagt und supportet. Unsere Leute sitzen in Bochum – vielleicht nicht immer nachts alle direkt auf dem Campus an der Königsallee, aber alle sind verfügbar für unsere Kunden. Es gibt offensichtlich eine Daseinsberechtigung für uns seit 40 Jahren am Markt. Diese Daseinsberechtigung hat sich vom klassischen Antivirenschutz zu dem hin entwickelt, was wir heute sind: Einer der verlässlichsten Player am Markt, was deutsche Datenschutzregeln und -vorgaben betrifft. Da gehören wir dazu, und das macht uns stolz.
Warum ein Rebranding nach 40 Jahren?
Nikolas Schran: Als G DATA müssen wir keinen technischen Vorsprung kreieren. Wir glauben nicht daran, dass das die Lösung ist. Wir brauchen Kommunikation auf Augenhöhe. Rebranding bedeutet, dass ich das konsolidiere. Wir sind mit vielen verschiedenen Produkten unterwegs, etwa mit Security Awareness Trainings, MXDR, XDR, Consulting und Incident Response. Unser Versprechen: Wir konsolidieren und stehen für Einfachheit. Einfachheit bedeutet aber nicht, dass wir auf Komplexität im Hintergrund verzichten. In unserer Software stecken immer anspruchsvolle Prozesse, weil wir hochentwickelte Abläufe schützen müssen.
Das heißt aber nicht, dass Partner oder Kunden damit belastet werden. Wenn wir es schaffen, diese anspruchsvollen Zusammenhänge einfach zugänglich zu machen, dann ist unser Produkt gut. Und wenn wir das dann auch noch über unsere Kommunikationsmittel gespielt bekommen, dann ist ein Rebranding genau die Antwort darauf.
Wo steht G DATA in zwei bis drei Jahren?
Nikolas Schran: Ich bin von Haus aus ein grundlegender Optimist. Das Glas ist immer mindestens halb voll. Ich glaube, entscheidend ist: Wenn ich in zwei, drei Jahren zurückdenke und sage, das war ein interessantes Interview, das wir damals auf der secIT geführt haben, dann werde ich sagen, wir haben mit dem Rebranding genau die richtigen Akzente gesetzt. Wir sind der Player in Deutschland, auf den sich die Partner und Kunden verlassen. Ich hoffe, dass wir geopolitisch keine weitere Spaltung vor uns haben, weil ich daran glaube, dass wir zusammen besser sind als einzeln. Wir müssen zuerst unsere Hausaufgaben machen. Das gilt für uns als G DATA. Außerdem müssen wir gemeinsam mit unseren Partnern nachhaltigen Schutz liefern. Und wir brauchen ein konsolidiertes Produktportfolio. Wenn wir das alles schaffen, haben wir in den letzten zwei bis drei Jahren die richtigen Schritte gemacht.
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