PUR

Kostenlose Plagiat-Scanner - eine gute Idee?


Bild: <span>jakkaje879/Shutterstock.com</span>

Schreiben Sie eine wissenschaftliche Arbeit, dürfen Sie nicht plagiieren. Sie müssen fremde Inhalte (etwa Text und Abbildungen) und fremde Ideen als solche kennzeichnen und deren Quelle korrekt angeben. Versäumen Sie dies – auch aus Versehen – begehen Sie Diebstahl geistigen Eigentums: ein Plagiat. Das ist verboten und kann Sie Ihren Studienplatz oder gar Ihren akademischen Grad kosten. Um das zu vermeiden, gibt es Programme, die Ihre Arbeit online nach Plagiaten scannen. Wie diese Tools funktionieren und wie vertrauenswürdig sie sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

So funktioniert ein Plagiat-Scanner

Plagiat-Scanner durchsuchen Ihren Text nach Ähnlichkeiten mit anderen Quellen. Keine Sorge: Das Ergebnis der Prüfung sieht oft schlimmer aus, als es ist. Denn nicht alle erkannten Ähnlichkeiten in Ihrer Arbeit sind auch Plagiate. Die Software erkennt z.B. auch Einträge im Literaturverzeichnis oder allgemein gebräuchliche Ausdrücke als Ähnlichkeit. Außerdem kann sie nicht prüfen, ob Sie die Quellen im Text korrekt angegeben haben.

Daher müssen Sie nach dem Scan die gefundenen Ähnlichkeiten in Ihrem Dokument durchgehen und selbst prüfen, ob Sie korrekt zitiert haben. Bei indirekten Zitaten müssen Sie außerdem überprüfen, ob sie dem Originaltext noch zu sehr ähneln. In diesem Fall müssen Sie sie umformulieren oder gleich in ein direktes Zitat umwandeln.

Plagiat-Scanner – eine Auswahl

Wer per Suchmaschine nach Plagiat-Scannern sucht, wird schnell fündig. Wir stellen Ihnen hier einige der ersten Suchergebnisse vor und ordnen diese ein.

Scribbr

Auf der Webseite Scribbr finden Studierende Tipps zum Thema Abschlussarbeit. Unter anderem bietet Scribbr auch einen eigenen Plagiat-Scanner. Dieser ist aber nur kostenpflichtig nutzbar. Der Preis hängt von der Länge Ihrer Arbeit ab, die günstigste Version für 14,95 Euro pro Dokument umfasst bis zu 7500 Wörter. Scribbr arbeitet mit dem Anbieter Turnitin zusammen, den auch viele Universitäten für die Plagiatsprüfung nutzen. Dadurch werden für den Scan auch wissenschaftliche Publikationen mit Ihrem Text abgeglichen. Ihre Dokumente werden nicht veröffentlicht und Sie können Ihre Daten nach dem Scan von den Scribbr-Servern löschen.

Scribbr zeigt an einem Beispiel, wie die Plagiatsprüfung aussieht.

PlagScan

Der Anbieter PlagScan nutzt für die Überprüfung Ihres Textes Internetquellen, wissenschaftliche Zeitschriften und Quellen, die Sie dort selbst hochladen. Laut PlagScan bekommen Dritte keinen Zugang zu Ihrem Text. Um den Scanner zu nutzen, müssen Sie sich dort registrieren. Mit der kostenlosen Testversion können Sie bis zu 2000 Wörter prüfen lassen. Die Preise für die Vollversion für Einzelnutzer beginnen bei 4,99 Euro für bis zu 5000 Wörter.

PlagAware

Bei PlagAware können Sie bis zu 10 Seiten kostenlos prüfen lassen. Dafür müssen Sie sich registrieren und können dann Ihr Dokument hochladen. Auch hier werden Ihre Daten laut Anbieter nicht an Dritte weitergegeben. Die Kosten für die Vollversion beginnen bei 12,90 Euro für bis zu 100 Seiten.

Small SEO Tools

Der kostenlose Plagiat-Scanner von Small SEO Tools ist auf 1000 Wörter limitiert. Sie können Text direkt aus der Zwischenablage einfügen oder ein Dokument hochladen. Erlaubt sind die Formate .tex, .txt, .doc, .docx, .odt, .pdf und .rtf. Das Ergebnis des Scans können Sie sich satzweise oder komplett anzeigen lassen und die jeweils gefundenen Originalquellen ansehen. Die Beschreibungen auf der Webseite in gebrochenem Deutsch wirken nicht gerade vertrauenswürdig, auch gibt es keine Datenschutzerklärung. Nach dem Scan wird jedoch ein Banner angezeigt, auf dem zumindest behauptet wird, dass die gescannten Inhalte automatisch gelöscht werden.

Das Ergebnis eines Plagiat-Scans mit Small SEO Tools.

prepostseo.com

Auch der Anbieter prepostseo.com erklärt, die gescannten Inhalte weder öffentlich zu teilen noch in seiner Datenbank zu speichern. Auch dieser Plagiat-Scanner ist kostenlos. Sie können Text direkt einfügen oder eine Datei hochladen, erlaubt sind die Formate .doc, .txt, .docx und .pdf. Es wird keine Begrenzung für die Textlänge erwähnt, allerdings gibt es eine kostenpflichtige Pro-Version, die auf 25.000 Wörter limitiert ist – folglich ist die kostenlose Version also vermutlich ebenfalls limitiert. Der Scanner durchsucht das Internet nach Ähnlichkeiten zu Ihrem Text.

Das Ergebnis eines Plagiat-Scans mit Prepostseo.com.

Plagiarism Detector

Der Anbieter Plagiarism Detector ist offenbar niederländischer Herkunft, nur einige Texte auf der Webseite wurden holprig auf Deutsch übersetzt. Die kostenlose Version ist auf 1000 Wörter begrenzt, es gibt auch eine kostenpflichtige Pro-Version. Laut Anbieter wird der Text, den Sie prüfen lassen, "in unser internes Netzwerk eingebunden und dann mit verschiedenen Datenbanken und dem gesamten Internet verglichen". Was genau das für den Datenschutz bedeutet, bleibt unklar.

Das Ergebnis eines Plagiat-Scans mit dem Plagiarism Detector.

Search Engine Reports

Noch ein Anbieter aus den Niederlanden. Bei Search Engine Reports mischen sich niederländische Texte, englischsprachige Pop-Up-Werbebanner und holprige deutsche Textpassagen. Der kostenlose Scanner ist auf 1500 Wörter begrenzt, angeblich werden Ihre hochgeladenen Inhalte nach dem Scan gelöscht. Ihr Text wird mit frei im Internet verfügbaren Quellen verglichen. Die Optik des Scan-Ergebnisses ähnelt sehr dem Scanner von Small SEO Tools.

Das Ergebnis eines Plagiat-Scans mit Search Engine Reports.

Studi-Kompass

Das kostenlose Tool von Studi-Kompass richtet sich direkt an Studierende. Um einen Text zu prüfen, müssen Sie per Häkchen AGB, Datenschutzbestimmungen und Cookie-Richtlinien zustimmen – können diese aber nicht direkt einsehen, was nicht sehr vertrauenswürdig ist. Weiter unten auf der Webseite wird erwähnt, dass Ihre eingegebenen Daten nicht in einer Datenbank gespeichert würden. Sie können 1000 Wörter auf einmal prüfen lassen. Dafür nutzt das Tool laut FAQ "nur die besten Software", die angeblich auch viele deutsche Unis nutzen; welche Software das genau sein soll, wird nicht erklärt. Scheinbar funktioniert das Tool nicht einmal: In unserem Test erschien nach dem Klick auf "Auf Plagiat prüfen" nur ein Ladebalken und verschwand wieder, es gab kein Testergebnis.

Grenzen der Software

Plagiat-Scanner sind jedoch nicht unfehlbar. Die Tools vergleichen Ihren Text nur mit den Dokumenten, die entweder frei im Internet zugänglich und per Suchmaschine auffindbar oder in der Datenbank der Software gespeichert sind. Gerade für Abschlussarbeiten und andere wichtige Texte sollten Sie daher einen Scanner nutzen, der auch Zugang zu nicht-öffentlichen Datenbanken und wissenschaftlichen Texten hat. Kostenlose Programme bieten das in der Regel nicht.

Außerdem können die Scanner nicht erkennen, ob Sie in Ihrer Arbeit eine fremde Idee gestohlen oder zum Beispiel aus einer fremdsprachigen Quelle plagiiert haben. Auch wenn Sie einen Plagiat-Scanner verwenden, müssen Sie also letztendlich Ihren Text selbst kritisch prüfen.

Datenschutz und versteckte Kosten

Achten Sie bei Plagiat-Scannern immer auf den Datenschutz. Gerade die unzähligen kostenlosen Tools, die Sie online finden, sind oft nicht seriös. Informieren Sie sich drüber, was mit dem Text geschieht, den Sie zur Prüfung hochladen. Landet dieser nämlich öffentlich im Internet, kann es passieren, dass später der Plagiat-Scanner Ihrer Universität Alarm schlägt. Der Inhalt Ihrer Arbeit ähnelt dann zu 100% der Arbeit, die Sie in dem Tool hochgeladen haben – und wird als Plagiat gekennzeichnet.

Neben kostenpflichtigen Plagiat-Scannern, etwa von Scribbr, gibt es auch viele, die nnur scheinbar kostenlos sind. Doch meist können Sie nur wenige Seiten oder einige Tausend Wörter gratis scannen lassen. Das reicht kaum für wissenschaftliche Texte, für mehr müssen Sie dann doch zahlen. So können Sie zum Beispiel beim Anbieter PlagAware bis zu 10 Seiten gratis überprüfen lassen, beim Anbieter PlagScan bis zu 2000 Wörter.

Mehr zum Thema: