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Was ist eigentlich Kodi?

Das Mediacenter Kodi erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit. Dafür gibt es viele Gründe! Kodi spielt nicht nur praktisch alle bekannten Medienformate ab, es bietet auch tolle Möglichkeiten zur Organisation und Präsentation von Musik-, Film- und Songsammlungen. So kann Kodi beispielsweise Online-Filmdatenbanken wie die IMDB anzapfen, um die eigene Filmsammlung mit Metadaten oder auch Filmcover zu ergänzen. Darüber hinaus kann das Programm über Erweiterungen auch auf unzählige Online-Dienste zugreifen, beispielsweise die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen.

Was ist eigentlich Kodi?

Im Gegensatz zu “klassischen” Playern wie dem VLC Media Player ist die Benutzerführung von Kodi auf TV-Geräte optimiert. So können die Menüs nicht nur mit der Maus, sondern auch mit der Tastatur oder (sofern der TV HDMI-CEC unterstützt) mit der Fernbedienung gesteuert werden. Kodi eignet sich damit hervorragend dafür, einen Wohnzimmer-TV mit smarten Abspielfunktionen zu versorgen. Ob Sie dafür einen Media-PC, ein mit dem TV verbundenes Smartphone oder einen Raspberry Pi nutzen, ist praktisch egal.

Kodi baut auf Wunsch automatisch eine umfangreiche Datenbank auf. Damit lassen sich beispielsweise auch Filme nach ihren jeweiligen Studios sortieren.

Bis vor wenigen Jahren war Kodi übrigens noch unter dem Namen XBMC bekannt. Die Abkürzung stand für “Xbox Media Center” und zeigt die Wurzeln des Programms. Ursprünglich wurde Kodi bzw. XBMC nämlich für die erste Xbox-Konsole von Microsoft entwickelt. Über die Jahre hat sich aus dem Bastel-Projekt dann nach und nach eines der wohl beliebtesten Open-Source-Programme weltweit entwickelt.

Kodi läuft (fast) überall

Einer der Gründe für Kodis Popularität ist die breite Verfügbarkeit des Programms. Die Entwickler bieten das Mediacenter nicht nur für Windows, Linux und macOS, sondern auch für Android sowie diverse ARM-basierte Systeme an. Unter anderem gibt es eine passende Kodi-Version für den Mini-Rechner Raspberry Pi. Diese kommt zwar nicht direkt von den Kodi-Entwicklern, funktioniert aber in der Praxis genauso gut und macht aus dem Raspi ein vollwertiges Mediencenter für den TV. Alternativ dazu läuft Kodi auch über Android-TV-Boxen auf dem Fernseher. Wer einen Amazon Fire TV Stick oder eines seiner Derivate betreibt, kann darauf ebenfalls Kodi installieren. Das Schöne: Sobald Kodi einmal läuft, sind die Funktionen des Systems (beispielsweise die Add-ons oder Medienbibliotheken) überall verfügbar.

Die Kodi-Macher bieten das Mediacenter für praktisch alle relevanten Betriebssysteme an.

Zumindest in der Theorie läuft Kodi sogar auf dem iPhone und iPad. Da Apple die Software allerdings nicht in seinen App Store lässt, funktioniert die Installation von Kodi für iOS nur auf Apple-Geräten mit Jailbreak. Vor allem bei neueren iPhones und iPads mit aktuellen iOS-Versionen ist das Entsperren praktisch nicht möglich. Dennoch: Wer ein iPhone oder iPad mit Jailbreak zur Verfügung hat, kann dieses mit Kodi ausstatten.

Grenzenlose Anpassbarkeit

Schon in seiner Basis-Installation kann Kodi unzählige Video-, Musik- und Foto-Formate wiedergeben. Sein volles Potenzial entfaltet das Programm jedoch erst mit der Installation von Erweiterungen. Die Kodi-Community arbeitet fortlaufend an unzähligen Add-ons für das System. Diese erweitern das Mediacenter um unzählige Funktionen. Von neuen Streaming-Quellen für Videos oder Musik über Systemerweiterungen wie die Unterstützung neuer Netzwerk-Protokolle bis hin zu Spiele-Emulatoren, mit denen Konsolen-Klassiker über Kodi gespielt werden können, reicht die Palette. Die Addons können direkt über die Kodi-Oberfläche installiert werden. Öffnen Sie die Einstellungen und navigieren Sie zum Punkt “Addons - Herunterladen”. Hier finden Sie alle offiziell durch Kodi unterstützten Erweiterungen, die sie mit wenigen Klicks installieren können. In Foren wie Kodinerds gibt es häufig noch weitere Erweiterungen zu entdecken, etwa für die Nutzung von Amazon Prime Video in Kodi. Beachten Sie aber, dass vor allem Video-Streaming-Erweiterungen für Kodi oft in einer rechtlichen Grauzone agieren oder schlichtweg illegale Inhalte anzapfen - nutzen Sie die Funktionen also mit Umsicht.

Mit Addons holen Sie noch mehr aus Kodi heraus.

Neben der technischen Erweiterung lässt sich auch die Bedienoberfläche von Kodi quasi nach Belieben anpassen. Die so genannten Kodi-Skins verändern dabei nicht nur die Farbgegebung, sie passen auch die Menüführung an. Einige Kodi-Skins sind zudem darauf ausgelegt, die Bedienbarkeit des Programms auf Touchscreen-Oberflächen zu verbessern. Wer Kodi also beispielsweise auf einem Android-Tablet einsetzt, sollte probeweise einen Skin wie Estouchy ausprobieren. Die Installation von Kodi-Skins finden Sie in den Einstellungen unter “Benutzeroberfläche - Skins”.

Mit Skins passen Sie die Optik und Bedienung von Kodi nach Ihren Wünschen an.

Was Kodi nicht so gut kann

Bei allen Fähigkeiten von Kodi: Es gibt Situationen, in denen andere Programme und Smartphone-Apps besser geeignet sind. Das gilt zum Beispiel dann, wenn auf dem Desktop auf die Schnelle ein einzelnes Video oder ein Song abgespielt werden soll. Wird dafür jedes Mal die komplette Kodi-Oberfläche geladen, ist das nicht nur träge, sondern in vielen Fällen auch umständlich. Die Bedienoberfläche von Kodi ist stark auf die Steuerung via Tastatur, Fernbedienung oder auch Gamecontroller ausgelegt. Für den Desktop-Betrieb sind daher klassische Player wie der VLC Media Player oft die schnellere und komfortablere Option.

Auch beim Streaming von kommerziellen Angeboten ist Kodi nicht immer die beste Wahl. Ein Beispiel ist der beliebte Streaming-Service Netflix. Aus Mangel an offiziellen Plug-ins benötigt die Wiedergabe von Netflix-Videos in Kodi angepasste Erweiterungen aus der Kodi-Community. Die gibt sich zwar redliche Mühe, wird aber regelmäßig durch Änderungen seitens der Anbieter ausgebremst. Das Gleiche gilt auch für andere Streaming-Dienste wie Amazon Video. Auch an der Audio-Front sieht es nicht immer rosig aus.

Spotify läuft beispielsweise problemlos auf Konsolen wie der PlayStation 4 oder Xbox One. Alternativ ist der Spotify-Stream auf Chromecast- oder AirPlay-taugliche Receiver vom Smartphone oder Tablet aus einfach und komfortabel. Die Wiedergabe von Spotify über Kodi ist zwar via Plug-in ebenfalls möglich, allerdings bei Weitem nicht so zuverlässig. Kurzum: Es ist durchaus möglich, Streaming-Anbieter in Kodi zu integrieren - es Bedarf aber einer gewissen Frustrationstoleranz und Geduld.

Spotify und Co. machen das Streaming auf vielen Geräte einfach. Kodi steht bei kommerziellen Diensten allerdings weniger hoch im Kurs.